BDSM Library - Anna

Anna

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Synopsis: Imagine a world like ours- with one little difference: slavery has never been abolished in the cause of history. This is a story about a slave-born teen girl and her new master from the master´s point of view.


Anna



Kapitel 1



Lange hatte ich die Entscheidung hinausgezögert, hatte, wie viele unverheiratete Männer der unteren und mittleren Einkommensgruppen, die öffentlichen Bordelle und sogenannten Clubs frequentiert. Größtenteils aus finanziellen Erwägungen: ein Auto, eine halbwegs anständige Wohnung verschlangen schon einen nicht unbeträchtlichen Anteil meines Einkommens, den frei verfügbaren Rest wollte ich eigentlich so groß als möglich halten, da war an eine erhebliche Kreditaufnahme zur Finanzierung eines Sklavenkaufs kaum zu denken. Wollte ich mir die nächsten zehn Jahre Rückzahlungsverpflichtungen auferlegen, nur um eine Haushaltssklavin ( einen männlichen Sklaven zog ich hinsichtlich der sexuellen Nutzbarkeit selbstredend nicht in Betracht) mein eigen zu nennen?

Nicht das es mich nicht gereizt hätte: gelegentlich besuchte ich die Seiten der auf Sklavenhandel spezialisierten Internet- Auktionshäuser und Online- Angebotsbörsen (reale öffentliche Versteigerungen fanden eigentlich kaum mehr statt und wenn, dann nur für wirklich betuchte Leute, wo erlesene Sklavinnen und Sklaven unter ebenso erlesenem Porzellan, Gemälden und sonstigen Gütern des gehobenen  Konsums zu unfaßlichen Preisen den Besitzer wechselten), geilte mich auf an den freizügigen Bildern und Anpreisungen der Ware durch den bisherigen Besitzer, verfolgte die Preisentwicklung.

Nur durchringen zum Erwerb konnte ich mich nie: in erster Linie stand mir natürlich schon der Sinn nach einem Sexobjekt, nach einem jungen, formbaren, mit halbwegs anständigem Bildungsstand und dennoch gut erzogen. Möglichst auch noch in einer Sklavenschule, wo man sie wirklich professionell abrichtet, was den Preis noch mal beträchtlich in die Höhe treibt. Aber auch ohne das: 25.000 bis 30.000€ für die Alterstufe zwischen 20 und 25, das war mir denn doch zu heftig. Klar kann man eine Sklavin auch weiterverkaufen, der Preis steht dann aber sehr in den Sternen, erhebliche Verluste sind nicht ganz auszuschließen. 

Binden wollte ich mich letztlich auch nicht, ich schätzte meine Unabhängigkeit viel zu sehr, wollte mich in meinem Privatleben nach niemanden, und schon gar keiner Frau, richten müssen.

Blieb, wenn man von sporadischen one- night- stands absieht, also nur der käufliche Sex zur regelmäßigen unkomplizierten Triebabfuhr, der laut Gesetz übrigens nur von frei geborenen oder freigelassenen Frauen (und Männern) angeboten werden darf, die Vermietung einer Sklavin als Nutte zur Einkommensaufbesserung, was natürlich nicht allzuwenige unter der Hand dennoch machen, fällt ja bekanntlich paradoxerweise unter den Zuhälterparagraphen, und mit dem Gesetz wollte ich nicht in Konflikt kommen.

Solche Ungereimtheiten in den gesetzlichen Grundlagen der Sklaverei gibt es ja einige: jedermann oder jedefrau darf Sklaven beliebig strafen, das Gesetz erhebt keine Einwände gegen die seelische Schädigung oder Verkrüppelung (wie auch sollte man sie sonst dressieren zur Willenlosigkeit?), man kann sie getrost in den Wahnsinn oder Suizid treiben oder sie körperlich so schwer mißhandeln, dass bleibende Spuren oder gar Schädigungen die Folge sind- gezielt verstümmeln oder gar umbringen darf man sie jedoch nicht, das fällt, wenn die Absicht nachgewiesen werden kann, unter das Strafgesetzbuch, wenngleich mit einem recht milden Strafrahmen. (Meist läuft es auf die Zahlung einer Geldbuße hinaus, außer die Öffentlichkeit ist so sehr beunruhigt oder aufgebracht deswegen, dass die Strafverfolger es für nötig halten, darüber hinaus auf ein befristetes oder unbefristetes Sklavenhalteverbot zu plädieren. Dies geschieht jedoch mehr als selten und nur in Fällen so extremen Sadismus, dass sich die Medien dafür interessieren.)  Oder: Sklaven dürfen nicht  auftreten vor Gericht, aber sehr wohl dürfen Freie ihre Aussagen zitieren, das sind dann nach dem Hörensagen zulässige Beweismittel.

Nun ja, diese ganze Gesetzgebung hat ihre Wurzeln schließlich in der Antike und seither haben viele Köche daran herumgekocht, das ganze Mittelalter hindurch, die Aufklärung hat sich des Themas ja leider nicht angenommen.

Einen weiteren Grund, auf einen solchen Erwerb zu verzichten, sah ich natürlich in der lieben Nachbarschaft; wenn sich ein schon etwas älterer Junggeselle (mittlerweile war ich ja auch schon 46 Jahre alt) eine junge Sklavin zulegt, zerreißen sich natürlich viele Leute das Maul, und auch wenn das, was man da vermutetermaßen treibt, selbstverständlich völlig legal ist, so ist es dennoch nicht frei von einer gewissen Peinlichkeit. Es ist geradezu so, als ob man von einem gewissen überneugierigen Teil (oft weiblichen Geschlechts und in einem Alter, wo ihnen eine gewisse Distanzierung von Gut und Böse wohl anstünde) der Menschen, die zufällig in der eigenen Umgebung leben, ständig beim Betreten eines anrüchigen Etablissements ertappt würde.

Kurz- ich lebte so vor mich, ging meiner Arbeit nach, in den Urlaub und gelegentlich ins Bordell, nicht zufrieden aber auch nicht unzufrieden und mich für einen ganz passablen Kerl haltend, als mich unvermutet die Erbschaft meines Onkels väterlicherseits traf, der vor der Zeit mit 58 Jahren mit Leberzirrhose das Zeitliche gesegnet hatte. Unser Kontakt beschränkte sich im Wesentlichen auf hohe Feiertage und familiäre Zusammenkünfte, ich fand ihn ganz nett, dachte aber ansonsten nicht viel an ihn. Sein hervorstechendster Hang schien mir eine starke Affinität zum Alkohol zu sein. Zum Alkohol und zu einem gewissen Zynismus, vielleicht war er einfach auch nur wahrheitsliebend. Er vertrat auf Familienfeiern so ab dem dritten oder vierten Bier mit Nachdruck die Ansicht, dass sich die Menschen in allererster Linie mal selbst was vormachen darüber, wie menschlich o.k. sie doch eigentlich wären. Nicht alle stimmten mit ihm überein in diesem Punkt, ich schon, da ich mich immerhin nicht für o.k., sondern allenfalls für „passabel“ hielt, mit etwas Understatement wurde sogar ein „aber nur, wenn man nicht ganz genau hinschaut“ daraus.

Vielleicht bewog das den lieben Verblichenen, mich, der ich nie und nimmer damit gerechnet hätte, testamentarisch zu bedenken.  

Es war keine wirklich große Erbschaft, aber immerhin mal 35.000€ und das Schönste: sein freistehendes Häuschen am Rande eines Mittelgebirgszuges, gut erhalten und schuldenfrei, nun ratet mal, wer es kriegen sollte und auch bekam: richtig- der Verfasser dieser Zeilen. Unfaßlich aber wahr!

Es folgte eine turbulente Zeit des Umzugs, da ich froh war, meine enge Mitwohnung im Ballungsraum gegen eine schönes, geräumiges Häuschen im Grünen zu tauschen, auch wenn das einen längeren Weg zur Arbeit bedeutete. Ein schönes Häuschen ohne direkte Nachbarschaft. Wie schön!

Nur das ich mich manchesmal halt doch ein wenig einsam fühlte da draußen, besonders an den Wochenenden. Es fehlte mir das Gefühl, Menschen um mich herum zu haben, auch wenn ich sie nicht sah außer mal gelegentlich im Treppenhaus. In der Stadt spürte ich ständig: sie sind da. Hier fehlten sie, die ich mir oft so ferne gewünscht hatte, doch tatsächlich. Eine Zeitlang spielte ich ernsthaft mit dem Gedanken, mir einen Hund zuzulegen, was den Ausschlag gab, war aber die Haus- und Gartenarbeit. So ein Häuschen mit Garten hält einen ganz schön auf Trab. Ganz anders als eine Mietwohnung. Außerdem kann ich nicht kochen und der Weg zum nächsten Pizzaservice ist weit hier. Ein Hund kann einem nicht zur Hand gehen oder was in die Pfanne hauen. Eine Sklavin schon.

So begann ich wieder, die entsprechenden Sites des Menschenhändlergewerbes zu surfen. Verdammt, die Preise taten immer noch weh. Jung sollte sie sein, nicht zu blöde. (Keine Analphabetin bitte, sowas gab es häufig, da für Sklavenkinder keinerlei Schulpflicht existierte, allerdings waren alle Schulen auch verpflichtet, sie aufzunehmen und zu unterrichten, sollte ihre Herrschaft das unterstützen oder befürworten. Ja sogar die universtäre Laufbahn stand Sklaven theoretisch offen, allerdings glaube ich, dass es mehr weiße Raben gibt als unfreie Unidozenten. Und wesentlich mehr Sklavenkinder, die  des Lesens und Schreibens unkundig aufwachsen)  Und bitte nicht häßlich, arbeitsam und praktisch veranlagt. Zu einer guten Ficke würde ich sie mir nötigenfalls schon selbst abrichten, sogar mit Vergnügen.

Aber die Preise, die Preise. Mein Auto konnte ich ja deswegen schlecht aufgeben, hier draußen in der Pampa. Und dann wäre der größte Teil meines ererbten Barvermögens schon wieder angelegt, und zwar höchst unsicher. Was, wenn sie krank würde oder gar stürbe? Andernfalls würde sie altern und damit automatisch an Wert verlieren, und das nicht zu knapp. Kinder, von mir gezeugt, gälten unberührt von ihrem Status als meine Kinder, frei geboren selbstverständlich und unterhaltsberechtigt. (Ein Alptraum!) Zu illegalen Machenschaften neige ich, wie bereits erwähnt, so gar nicht. So blieb alles in der Schwebe.

Bis ich auf Anna stieß: 17 Lenze jung, recht ansehnlich und gertenschlank, Vollsklavin, klein (1,65m an hochhackigen Tagen, wie sie ihr Besitzer beschrieb) mit passenden Minitittchen, kaum mehr als ein paar Gramm Milchdrüsengewebe garniert von süßen Knubbelchen. Noch nie schwanger aber schon angefickt, durch ihren Besitzer persönlich mit 13 und nicht ganz freiwillig von ihrer Seite aus.  So gestand er mir, etwas verschämt, in einem persönlichen Gespräch. Später, so sagte er, habe er doch das Interesse an ihr verloren und sich wieder an ihre ansehnliche Mutter gehalten, die ihm als Arbeitstier und Fickstute diente. Annas Vater, einen seiner Sklaven, hatte er extra deswegen verkauft, als Anna gerade mal 15 wurde, um ungestörter ihre Mutter stoßen zu können.

Anfangs war ich etwas mißtrauisch wegen des unerhört niedrigen Schnäppchenpreises: Anna sollte am Anfang der Auktion sage und schreibe nur 8.000€ kosten, ersteigert habe ich sie dann für schlappe 10.500! 

Zumal sie über eine abgeschlossene Realschulbildung verfügte. So traf ich mich mit ihrem Besitzer zu dem persönlichen Gespräch, das mich dann auch überzeugte, das Bieten zu beenden, indem ich gleich mit zehn fünf einstieg, wo gerade mal acht neun angesagt waren bisher.

Ich fragte ihn geradeheraus: „Warum so günstig?“  Er war durch den heutzutage ja nicht mehr so seltenen Fall der Arbeitslosigkeit in argen finanziellen Nöten, sonst würde er sie gar nicht verkaufen. Der Hauptknackpunkt, das gebe er unumwunden zu, sei eben ihr hoher Bildungsstand. Dummerchen liefen zur Zeit einfach besser, das sei mir doch wohl auch lieber. Ich beließ ihn gerne in dem Irrglauben. Sie lebe noch bei ihrer Mutterkuh und ginge dieser bei aller Haus- und Gartenarbeit willig zur Hand, sei Zehn- bis -Vierzehnstundentage (Schulbesuch und Zwangsarbeit) gewöhnt. Dennoch lebe sie eher das Leben einer Freien, mit freien Freundinnen, Handy, gelegentlichen freien Wochenenden, ja sogar der Erlaubnis, hin und wieder eine Disko aufzusuchen mit ihren freien Freundinnen, wenngleich nicht so häufig wie diese. Da sie sich im Zusammenhang  mit Diskobesuchen wohl hin und wieder prostituiere bei Jungs, die ihr gefielen und die ihren rechtlichen Status wohl nicht kannten, sei sie sogar an ein eigenes kleines Einkommen gewöhnt.  Sie sei aber dennoch nicht verwöhnt, gutartig und willig, Entbehrungen seien kein Fremdwort für sie, ihr einziger Luxus sei das Handy, die Diskoklammotten bekäme sie beispielsweise von ihren freien Freundinnen abgetragen billig überlassen oder auch mal ausgeliehen. Was ich irgendwie rührend fand, diese jungmädchenhafte Solidarität. Keine verriet sie, weder den Jungs noch den Türstehern, die sie natürlich nie und nimmer eingelassen hätten. Die einzigen anderen Sklavinnen in ihrer Stammdisko seien einige der Bedienungen, und von denen wüßte es jeder, was deren Leben nicht gerade vereinfachte. Ständige Begrabschereien wären da noch das mindeste. Gelegentlich wurde auch die eine oder andere von einer ganzen Horde angetrunkener Jungs in der Herrentoilette vergewaltigt, wonach kein Hahn krähte, da ihr Besitzer, der Betreiber, sehr kulant und voller Verständnis für die ungestümen jungen Leute war. Nur einmal mußte er intervenieren, als man sich irrtümlich an einer seiner freien Aushilfen vergreifen wollte. Das wäre natürlich nicht nur dem Ruf seines Lokals schwer abträglich gewesen, wer verkehrt schon gerne mit Vergewaltigern zusammen in der selben Disko, sondern hätte für die Täter auch ganz schlimme Konsequenzen haben können, bis hin zu Gefängnisstrafen ohne Bewährung. Diese Geschichte habe er übrigens von Anna selbst, die aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen sei, als sie sie ihm erzählte. Schien mir ein äußerst liberaler Herr zu sein, dieser damalige Noch- Besitzer von Anna. Ratgeber zur Sklavenabrichtung, derer ich mir zwei oder drei bereits zugelegt hatte, gaben da ganz andere Tips.

Während wir so plauderten, wurden wir uns menschlich dennoch immer sympathischer, man muß ja nicht in allen Punkten gleicher Meinung sein, um sich zu mögen. Zudem hatte er noch ein paar sehr schöne Aufnahmen von Anna dabei, wie sie voll frechen jugendlichen Selbstvertrauens in ihren schönsten geliehenen Klamotten in eine Kamera grinst, auf deren Auslöser ihr Besitzer drückte.

Selbstverständlich habe sie nicht gewußt, wofür ihr Herr die Aufnahmen benötigte. Sonst hätte sie wohl kaum so frohgemut  gelacht. Sie hinge nämlich sehr an ihrer Mutter, an ihren Freundinnen, an ihrem guten Leben. Ob das alles ein arges Problem für mich sei. Nein, das sei es nicht. Ein kleiner Bruch mit ihrem bisherigen Leben wäre sogar ganz wünschenswert.

So wurden wir handelseinig. Er übernahm sogar noch die Kosten für einen professionellen Sklavenüberführungsservice, da er sich dazu dann nicht nur wegen des Zeitaufwandes außerstande sah, sondern auch menschlich. Ihr Handy solle er ihr nicht mitgeben, so etwas gebe es bei mir nicht. Eine Sklavin, die rumtelefoniert!























Kapitel 2


So kam es, dass sie eines schönen Tages, ganz verheult und gar nicht mehr so selbstbewußt, mit zwei großen Reisetaschen bei mir in der Eingangshalle stand. Ach ja, einen großen Tramperrucksack führte sie auch noch bei sich. Diese Behältnisse enthielten alles, was sie in ihrem bisherigen Leben an Besitztümern erworben hatte. (Na ja, strenggenommen gehörten sie ihr ja gar nicht, sondern zu ihr, auch wenn sie dafür bezahlt hatte, d.h. sie gingen zusammen mit ihr in meinen Besitz über)

Ich konnte es kaum abwarten, bis die Herren des Gefangenentransportdienstes ihre Fesselung gelöst hatten, bis endlich den ganzen bürokratischen Erfordernissen einer solchen Besitzübergabe Rechnung getragen worden war. Endlich hatte ich die drei athletischen und uniformierten Menschen, die dieses seiner Bewegungsfreiheit durch die stramme Transportfesselung weitgehend beraubten Häufchen weinenden Elends bei  mir abgeliefert hatten, mit einem dicken Trinkgeld hinauskomplimentiert. Ihre klirrenden Ketten, extragehärteten Handschellen, Fußeisen und dergleichen führten sie, locker über die breiten Schultern geworfen, wieder mit sich.

Die Tür fiel ins Schloß, wir waren allein. Außer ihrem gar nicht so leisem Schluchzen war nichts vernehmbar.

Sie schaute mich nicht an, sondern war ganz in ihr Leid vertieft. Die, wie sie wohl mit Recht annehmen mußte, endgültige Trennung vom Muttertier, von Sonne, Geld und Freiheit.

Da wußte ich sofort, was zu tun sei, für sowas brauche ich keine Ratgeber, die ohnehin nicht immer das halten, was sie für einen hohen Kaufpreis versprechen. Eine Ansammlung von Platitüden und Binsenweisheiten  kann nie und nimmer Intuition ersetzen. So habe ich das immer gehalten, auch in anderen Lebensbereichen.

Obwohl ich, was ich ihrem weichherzigen Vorbesitzer gegenüber zu erwähnen vergessen hatte, über eine ausgeprägte sadistische Ader verfüge und einige meiner sexuellen Vorlieben und Phantasien weit über den sogenannten Blümchensex, den ich im übrigen aufrichtig auch sehr schätze, hinausgehen, war mein Handeln ihr gegenüber damals rein von praktischen Erwägungen bestimmt. Wenngleich ich natürlich nicht leugne, dass die graue Pflichterfüllung auch ihre lustvollen Seiten hatte, so entspricht es doch voll und ganz der Wahrheit, dass ich methodisch vorgehen und mich nicht hinreißen lassen wollte.


Also haute ich ihr mit aller Kraft eine saftige Ohrfeige mitten ins ihr hübsches, irgendwie skandinavisches Jungmächengesicht, worauf sie das Gleichgewicht verlor auf ihren schwarzen Stiefelchen (man schrieb den Januar) und zu Boden ging mitsamt  ihrer engen schwarzen Satinhose, dem knappen, ebenso schwarzen Cashmerepullover (sicher von irgendeinem Designer), den ein silbern eingewirkter Paradiesvogel schmückte und der ihre knabenhafte Schlankheit auf das Vorteilshafteste betonte. Ein buntes Halstüchlein, vermutlich aus Seide, schwebte langsam zu Boden. Eine Mantel trug sie nicht, die Gefangenentransporte sind ja schließlich beheizt, wahrscheinlich befand er sich zusammengelegt in einer ihrer Taschen.

Sie rappelte sich entgeistert ein bißchen zusammen, eine Hand hielt sie am rechten Ellenbogen, den sie sich beim Sturz wahrscheinlich angeschlagen hatte, die andere an ihre linke Wange gepreßt, dorthin, wohin sie mein Schlag getroffen hatte. Die glühte ganz schön, die Wange, und schien mir auch ein bißchen angeschwollen. Wahrscheinlich hörte sie jetzt so ein Sirren im linken Ohr.  Immerhin hatte sie aufgehört zu flennen.

„Bitte, bitte,..“, stammelte sie nur und versuchte instinktiv, etwas wegzukriechen, als ich einen Schritt auf sie zutrat. „Das hat sehr wehgetan eben. Warum, warum?“ Man darf nicht vergessen, dass sie an den Schulen nicht mehr schlagen heutzutage, kein Kind, ob frei oder unfrei, muß mehr diese Erfahrung machen.

Ich ging gar nicht ein auf ihr Gerede. „Leere deine Taschen aus. Lege alles auf den Boden neben dich.“ Sie tat sofort, wie ihr geheißen. Außer ein paar Papiertaschentüchern kamen nur noch eine kleine Mickymaus- Geldbörse und ein i-Pod zum Vorschein. „Deiner?“ Sie nickte. „Du bist offenbar recht mundfaul. Das heißt: ja, Herr- verstanden?“ Wieder nickte sie, es fiel ihr aber noch rechtzeitig ein: “Ja, Herr“, zu sagen.

„Das Kettchen um dein Handgelenk, ist das Gold?“ Sie nickte wiederum, schob dann ein eiliges „Ja, Herr“ hinterher. „Die Halskette auch?“ „Ja, Herr.“ Schon begann sie an ihrer Halskette zu nesteln, wollte sie offenbar ablegen. „Du darfst beides anbehalten, es läuft mir ja nicht weg, solange du das nicht tust. Und dafür werde ich schon Sorge tragen, verlaß dich drauf.“

Da sie mich weiter nur dumm anstarrte, sagte ich: „Und, wie sagt man für die Erlaubnis?“ „Danke, Herr.“

„Gut, steck die Taschentücher wieder ein, den Rest schiebst du zu mir rüber.“ Sie tat es.

Ich hob ihre Geldbörse auf, entnahm den Inhalt, vielleicht 50 oder 60€, steckte ihn in meinen Geldbeutel, ließ das läppische Mickymausding wieder fallen. Den i-Pod zertrat ich vor ihren Augen. Fassungslos sah sie zu.

„Ganz schön viel Geld für ein junges Mädchen, findest du nicht?“ Sie nickte wieder. „Ja, Herr“, wisperte sie.

„Hör zu: es ist dir nicht gestattet, irgendwelche persönlichen Dinge oder Geld zu haben. Wenn ich dich gar jemals mit einem Handy erwische, schneide ich dir die Ohren ab. Du tust, was man dir sagt, redest nur, wenn du gefragt wirst, sagst mir immer die volle Wahrheit und verschweigst mir nichts, sonst sperre ich dich in ein ganz enges und dunkles Loch, wenn es sein muß tagelang.“

Dies war keine leere Drohung, in dem Keller, den ich als Bestrafungs- und Arrestzelle für sie ausgestattet hatte, befand sich eine Aussparung, wahrscheinlich für ein Regal, um beispielsweise Einweckgläser aufzubewahren.

Sie war gerade groß und tief genug, dass ein gewisser kleiner Mensch darin stehen konnte. Ein befreundeter Handwerker hatte gerade mal 700€ (ohne Rechnungsstellung, versteht sich) dafür verlangt, die Aussparung an beiden Seiten zuzumauern, bis sie so nur noch so breit war wie beispielsweise Anna mit hängenden Armen. Davor montiert er dann eine solide Stahltür aus einem alten Luftschutzkeller, in Kopfhöhe bohrte er ein paar Luftlöcher hinein. Das ganze Kunstwerk  war mittels einer seitlich aufgelöteten Öse, die daneben eine Entsprechung im soliden Eisenrahmen hatte (auch aus dem Luftschutzkeller, er hatte das Ding komplett ausgebaut) mit einem vertrauenswürdig aussehendem Vorhängeschloß abschließbar. Nur die Schlüssel sollte ich nicht verlieren, solange sie sich in ihrem Stehverließ befand, das wäre dann gewissermaßen problematisch.

„Nun zur Kleiderordnung.“  Ich öffnete eine schönen alten, mit Blumen bemalten Bauernschrank und entnahm aus einem Fach eine lindgrünen Damenkassak und eine dreiviertellange, dazu passende Hose, Söckchen. Ein Schuhschränkchen enthielt Gesundheitslatschen. Ich warf ihr alles hin. „Das wirst du während der Arbeit tragen. Wenn du mich oder Gäste bedienst, dies hier.“ Ich öffnete die andere Türe, darin befanden sich mehrere identische Garnituren von schwarzen Kellnerinnenuniformen (mit extra gekürzten Röcken) inklusive weißer Zierschürzen und Häufchen zum ins Haar stecken. „Vor dem Kleiderwechsel duschst du jedesmal, gegenüber deinem Zimmer ist eine.“ Da lächelte sie, der Gedanke an ein eigenes Zimmer schien ihr sehr zu gefallen.

„Damit  wir uns nicht mißverstehen. Dies ist nur ein Schlaf- und Umkleideraum. Du suchst ihn tagsüber nur zum Umkleiden auf. Nachts oder wenn ich es sonst für nötig befinde wirst du darin weggesperrt. Wage es nicht, irgend etwas an der Ausstattung zu verändern. Du darfst das Haus ohne meine Erlaubnis nie verlassen. Auch nicht in den Garten gehen. Wenn du  nicht guttust, sperre ich dich in den Keller oder in das dunkle Loch. Oder ich prügle dich windelweich im Keller,  wo du schreien kannst, so laut du willst. Ist das klar?“

Diese Aussichten schienen sie so halbwegs zu ernüchtern, ihr „Ja, Herr“ klang recht eingeschüchtert.

„Zieh dich um jetzt!“  „Hier?“ „Aber sofort, sonst verbringst du deine erste Nacht gleich im Keller!“ „Bitte, Herr, bitte, ich habe mich noch nie vor einem Mann, ich meine ausgezogen, könnten Sie nicht bitte...“ Weiter kam sie nicht, mit einem Schuhabsatz trat ich ihr blitzschnell auf die rechte Hand und begann, mein Körpergewicht langsam auf den Fuß zu verlagern. (Wir dürfen nicht vergessen: sie befand sich ja immer noch auf dem Boden) „Du kleine Nutte tust jetzt sofort, was ich dir befohlen habe.“ „Ja, Herr, ja ,ich will es doch sofort tun. Aua, meine Hand“, jammerte sie. Ich stieg von ihrer Hand runter, sie nahm sie sofort in die andere, auf dem Handrücken zeichnete sich deutlich der Schuhabdruck ab. Vor Schmerz stieß sie den angehaltenen Atem stoßweise durch die Zähne wieder aus. „Zieh dich um. Jetzt. Auf der Stelle!“ Sie ließ ihre wehe Hand vorsichtig wieder los und begann, sich zu entkleiden. Sie schaute mich nicht an dabei, lief puterrot an, als sie endlich in ihrer durchaus praktischen Kleine- Mädchen- Unterwäsche aus Feinripp vor mir kniete. Hastig griff sie nach ihrer Arbeitskleidung und hatte sie in Null- Komma- Nichts übergezogen. Nun sah sie zwar nicht mehr aus wie die Disko- Queen sondern wie eine Putzfrau, aber da ihr Gesicht so langsam wieder eine normale Färbung annahm, war anzunehmen, dass ihr das dennoch lieber war als der Zustand vor wenigen Minuten. Fragend schaute sie auf ihre am Boden liegenden Kleider, auf  ihre Reisetaschen, den Rucksack. „Laß alles hier stehen, ich durchsuche es nachher. Deine Kleider schließe ich sowieso weg.“

„Herr, darf ich mir wenigstens dann was aussuchen, wenn ich Ausgang habe?“

„Ausgang? Was für Ausgang? Hat mein Fernseher etwa Ausgang? Oder mein Schreibtisch? Schlag dir solche Flausen besser gleich aus dem Kopf.“

Schockiert starrte sie mich, kaute an ihrer Unterlippe. Diese Botschaft mußte sie erst mal verdauen.

Ich kam zurück aufs Thema: „Wenn du noch irgendwelche verbotenen persönlichen Gegenstände unter deinen Habseligkeiten haben solltest, gestehe das besser gleich.“  Zögernd zog sie nach längerem Wühlen aus ihrem Rucksack das DIN A 4- Bildnis einer hinreißenden, zierlichen, völlig durchtrainierten Brünetten mit angenehm großen Brüsten hervor, sie war nackt und mit gegrätschten Beinen abgebildet. Eindeutig ein hochwertiger Computerausdruck, es war auch klar, wen er darstellte und dass das kleine Luder Anna ihn wahrscheinlich der privaten Wichsbildersammlung ihres früheren Herrn entwendet hatte. Widerwillig und etwas verlegen reichte sie ihn mir.

„Wer ist das?“, fragte ich streng. „Meine Mutti“, kam es kaum hörbar zurück. „Hast du es gestohlen?“ „Nein, das heißt ja, ich habe ihn nicht gefragt, aber wenn ich gefragt hätte...“ „Du lügst und stiehlst also. Da habe ich mir ja was Schönes gekauft! Weißt du, wieviel Geld ich für dich bezahlt habe? Und du lügst...“ „Ich habe doch gar nicht gelogen, das heißt ich wollte nicht und auch nicht stehlen...“ Ein flehentliches Augenpaar suchte das meine . „Bitte, ich meine Gnade, Herr, bitte sind Sie gnädig. Darf ich es nicht trotzdem  behalten?  Es ist doch meine letzte Erinnerung an meine liebe...“ Sie brach ab, mit tränenerstickter Stimme.  Ich, ironisch: „Ja, aber selbstverständlich doch. Das schicken wir doch nicht etwa zurück an seinen rechtmäßigen Besitzer. Aber nicht doch.“  Und, sachlich: „Übrigens hast du drei Tage Essverbot für all deine Lügnereien und Unverschämtheiten. Wenn ich dich erwische, dass du auch nur eine Krume zu dir nimmst während dieser Zeit, geht´s dir wirklich dreckig. Komm mal mit, ich zeig dir mal was.“

Ich führte sie in den Keller und schloß den Stehbunker auf, zeigte ihn ihr: „Da kommst du hinein, vierundzwanzig Stunden lang, wenn du noch einmal lügst oder stiehlst oder vor Sonntag heimlich was ißt. Verstehst du?“

Sie nickte nur stumm und ergeben, vergaß sogar das „Ja, Herr“.  Ich sah, wie etwas Seltsames in ihre Augen trat, etwas, was so gar nicht zu einem jungen Mädchen passen wollte und das der selbstbewußte und lebensfrohe Teenager auf dem Bild, das mir ihr damaliger Noch- Besitzer kürzlich zeigte, sicherlich bisher nicht kannte:  Angst, nackte Angst; ja mehr noch: Entsetzen.














Kapitel 3


Mittlerweile war es Abend geworden und ich fühlte mich doch zunehmends verwirrt und auch ermüdet durch den Umgang mit diesem reizvollen, aber eben auch fremden Geschöpf, das mir nun als Eigentum zugefallen war. Nicht, dass sie mich irgendwie nervte oder durch weiteres Aufbegehren zwang, sie in ihre Schranken zu verweisen. Dazu schien sie viel zu eingeschüchtert erstmal, vor allen Dingen das dunkle Loch mit Stahltür im Keller schien doch mächtigen Eindruck auf sie gemacht zu haben. Seither redete sie eine Zeitlang von sich aus eigentlich nichts mehr, ließ es auf Befehle und Fragen nie an Respekt fehlen und beobachtete mich insgesamt  mit einer Art gespannter Aufmerksamkeit, so als wolle sie jedes leises Anzeichen von Unmut oder auch nur Ungehaltensein über ihr Betragen sofort bemerken.

Ich hängte mir eine schöne kurze Reitpeitsche aus Leder über das Handgelenk (sehr günstig erworben auf dem Flohmarkt) und veranstaltetet eine Hausführung für mein kleines Arbeitspferdchen, das seinerseits zu beackern ich mir (und ihr) allerdings noch ein wenig aufsparen wollte. Sie zeigte sich sehr konzentriert und man konnte ihrem Gesichtchen förmlich ansehen, wie sie sich mühte, eine mentale Landkarte des Hauses anzufertigen. Ich erklärte ihr auch kurz das Wichtigste zu den anfallenden Arbeiten, mit denen auch zwei Haushaltshilfen ausgelastet gewesen wären. Ich beabsichtigte nämlich, in Zukunft einen makellosen Haushalt zu führen. Ihre glatte Stirn legte sich ganz in Falten, so strengte sie sich an, sich gleich möglichst viel einzuprägen. (Das sah irgendwie süß aus, ihr ganzer Eifer war so rührend)

In ihrem Zimmer, eigentlich eher einer Kammer mit vergittertem Fenster und solider Tür, gab´s ein langes Gesicht, als sie auf ihrem altmodischen, weißlackierten Messingbett mit den Gitterstäben an Kopf- und Fußseite  (übrigens ebenfalls eine echte Okkasion vom Flohmarkt) nicht nur Hand und Fußmanschetten zur Spreizfesselung bemerkte, sondern auch einen über Matratze und Bettrahmen geschnallten Bauchgurt zur Fixierung (mit Magnetverschluss), so einen von der Sorte, wie er auch in Psychiatrien zum Einsatz kommt. Beunruhigt griff sie nach meiner Hand: „Herr, ich werde doch nicht ans Bett gefesselt, oder? Doch nur, wenn ich unartig war, ja?“ Dabei schmiegte sie sich an mich und rieb ihr Köpfchen an meiner Schulter. Sie schaute auf zu mir und schenkte mir ein bittendes Lächeln.

Nun hatte ich ja keineswegs vor, ihr den Einsatz ihres weiblichen Charmes oder sonstiger Reize zu untersagen, doch zeigen konnte ich das wohl nicht gut. Also erwiderte ich barsch: „Selbstverständlich wirst du normalerweise in der Zeit zwischen 20 Uhr und dem Wecken mit dem Fixiergurt am Bett festgemacht.  Das andere ist nur, wenn ich dich als Frau benutzen will und du nicht mitmachst.“ Da wurde sie wieder von einer flammenden Röte übergossen, löste sich von mir und stand gesenkten Hauptes betreten und hilflos im Zimmer herum. Sie knetete ihre Hände.  Nach einer ganzen Weile, mit piepsiger Stimme, das Thema, das ihr so sehr schlimm schien, gar nicht erwähnend:  „Das ist so früh.  Mama hat immer gesagt, um 23 Uhr. Weil ich schon 17 bin. Darf ich dann bitte wenigstens noch etwas lesen oder Musik hören? Ach, ich habe ja gar keinen i- Pod mehr...“ ,fiel ihr ein,  „...darf ich mir bitte meine Pferdebücher und meine Harry- Potter- Bücher schicken lassen? Und Hanni und Nanni auch?  Mami sagt, wenn ich sie haben darf, wird sie sie mir schicken. Ach bitte biitte!“   Sie zog das „iii“ tatsächlich flehend in die Länge, kam  wieder näher zu mir, lehnte ihr Köpfchen wieder an meine Schulter. „Normalerweise bedeuten ans Bett gefesselt und eingeschlossen werden auch Lichtaus. Dann will ich keinen Mucks mehr von dir hören bis zum nächsten Morgen. Außer..“, so fügte ich, sie parodierend hinzu „.. wenn du gaaanz brav gewesen bist. Dann lasse ich das Licht vielleicht noch eine Stunde an.“ Darüber dachte sie nach.

„Und wenn ich nachts, Sie wissen schon, mal Pipi muß oder so?“ „Hör zu, geh vorher. Wenn ich nach dem Lichtaus auch nur einen Pieps von dir höre, versohle dich nach Strich und Faden. Außerdem kriegst du dann die restliche Nacht einen dermaßen krachledernen Knebel ins Maul, dass dir drei Tage die Kiefer wehtun.  Überleg´s dir also gut, bevor du nachts auch nur einen Laut von dir gibst!“ 

Der Rest das Tages verlief sehr harmonisch. Von der Küche und der Speisekammer ergriff sie gleich Besitz, mir schien, als wäre sie sehr froh, ein Reich für sich zu haben. Gleich fing sie auch an, mir fröhlich plappernd zu erzählen, was ich noch alles anschaffen müsse, damit sie "anständig kochen könne“ für mich. Ich sagte ihr alles zu, sie solle es nur aufschreiben. Auch als sie mich bat, während ihres Nahrungsentzugs wenigstens 3 Scheiben trockenes Brot essen zu dürfen täglich, da sie ja „noch im Wachstum“ sei, gestattete ich ihr das großzügig. Froh  meinte sie, mir schelmisch zuzwinkernd, ich würde da schon etwas sehr viel Besseres erhalten heute abend: „Mal sehen, was ich machen kann mit dem, was da ist.“ Warnend wies ich sie aber noch auf das Kameraüberwachungssystem hin, das ich im ganzen Haus hatte installieren lassen und das insbesondere in ihrem Zimmer (mit Nachtsichtfunktion) , in Küche und Speisekammer  alle Winkel erfasse.

Sie enttäuschte mich nicht, es war ein hervorragendes warmes Abendbrot, das sie mir zubereitet hatte, sie sah auch entzückend aus in ihrem Dienerinnen- Outfit mit weißem Schürzchen, einem dieser krönchenähnlichen Zierhäubchen im Haar, in Minirock, schwarzen Strümpfen  und Pumps, die sie, wie ich ihr gesagt hatte, im Schuhschränkchen in der Eingangshalle finden würde. Sie bediente mich sehr aufmerksam und ich erlaubte ihr dann auch noch, mir mit einem Glas Mineralwasser und ihrer Scheibe Brot gegenüber zu sitzen, während ich meine Mahlzeit zu mir nahm. Wir hörten nach dem Abräumen noch etwas klassische Musik, bis sie mir, wie eingangs erwähnt, mit einem Mal zu viel wurde.

Schon um 19.00 Uhr führte ich sie auf ihr Zimmer, ließ sie auf die Toilette gehen und  Zähneputzen, zwang sie, sich vor mir auszuziehen und fesselte sie mit dem Fixiergurt nackt ans Bett, verpaßte ihr noch Fußeisen, deren Kette ich durch das untere Bettgitter zog.  Als ich sie zudeckte und ihr einen Gutenachtkuss auf die Wange gab, merkte ich, dass sie lautlos zu weinen angefangen hatte. Ich küßte eine von zarten Flaum bedeckte feuchte Mädchenwange, die nach Salz schmeckte.

Dann ließ ich die abschließbare Stahljalousie hinunter, arretierte sie, löschte das Licht, verschloß die dicke Eichenholztüre ihrer Kammer von außen durch zweimaliges Umdrehen des Schlüssels eines BKS- Schlosses, verriegelte  noch zusätzlich mit zwei außen angebrachten Sicherheitsschlössern. 

Vor der Tür blieb ich noch ungefähr fünf Minuten still stehen und lauschte. Abgesehen von einem gelegentlichen unterdrückten Aufschluchzen blieb es still. Anschließend ging ich ins Wohnzimmer, um fernzusehen.  
















Kapitel 4


Als ich dann so gegen 00.30 Uhr zu Bett gehen wollte, überlegte ich mir, ob ich sie entgegen meinen bisherigen guten Vorsätzen nicht doch wecken und mich an ihr vergehen sollte. Irgendwie war ich dann doch nicht in der Stimmung gewesen, mir einen ernsthaften Film anzusehen und war dann eben doch wieder bei meiner beachtlichen Sammlung pornographischer Filme gelandet, begann mit den harmlosen Streifen um dann am Ende  wieder einmal mit  diesen harten SM- Dingern aufzuhören. Müde, angegeilt und etwas wirr in meiner Grundstimmung ging ich in Richtung Annas Kammer, überlegte mir dann aber, dass es vielleicht doch besser (weil subtiler und somit lustspendender) sei, sie in eine echte seelische Abhängigkeit zu treiben, bevor ich sie fickte, als jetzt gleich in der ersten Nacht über sie herzufallen. Da ich auf dem Gang aber (streng verbotene!) Geräusche aus ihrem Zimmer zu hören vermeinte, trat ich vor die Tür, um mich zu vergewissern. Kein Zweifel, sie machte Geräusche, sie weinte fiepend vor sich hin in der Dunkelheit und Einsamkeit ihrer nächtlichen Gefangenschaft. Sie redete auch leise mit sich selbst: „Mama, liebe Mami, ich  will heim zu dir .“ Pause. „Lieber Gott- Hilf mir, hilf mir. Bitte, bitte. “ Dann wieder dieses seltsam hohe tränenerstickte Geräusch, wie ein verzweifeltes Stöhnen. „Mami, liebe Mami!“           

Das Blut schoß mir in den Penis. Noch nie war mir ein Mensch so völlig schutzlos ausgeliefert und preisgegeben...

Nein, ich würde sie nicht ficken, aber bestrafen. Meine sadistische Ader hatte eindeutig die Oberhand im Moment. Ich wollte sie aber nicht prügeln, sondern es im Prinzip so machen wie in dem letzten Video, natürlich bei weitem nicht so extrem. Aber für sie wäre es sicher genau das- extrem. 

Ich schlich mich auf Zehenspitzen davon, Vaseline zu holen. Und sonst noch zwei bis drei Dinge.

Ich schloß die Tür so geräuschvoll als möglich auf, stieß sie scheppernd gegen die Wand, schlug mit einem Knall auf  den Lichtschalter, zuckend sprang das Neonlicht drei-/ viermal durch den Raum bevor endgültig alles in das grelle Licht getaucht wurde. Erschreckt starrte meine kleine Gefangene mich aus einem verquollenen und nassen Gesichtchen an, Speichel war ihr aus dem Mund geflossen, bildete rechts und links in den Grübchen neben dem Hals jeweils eine Pfütze. Oder waren es kleine Tränenseen?

Ich trat an ihr Bett, schaute ihr streng in die Augen: „Habe ich dir Flittchen nicht gesagt, dass du keinen Ton von dir geben darfst?“ Sie schaute mir unverwandt ins Gesicht, begann am ganzen Körper zu zittern. „Ich...ich habe nicht...“, stammelte sie, „...ich meine nicht viel, war doch ganz leise....Angst, es war so dunkel... ich... ich will meine kleine Lampe. Bitte, meine Mutter soll mir doch bitte meine kleine Lampe schicken dürfen.“

Ich stellte meine kleine Tasche mit den Bestrafungsutensilien neben ihr Bett, beugte mich wortlos über sie und haute ihr ein paar kräftige Ohrfeigen runter. Rechts, links, rechts, links, das klatschte ganz schön. Sie war so perplex, dass sie nicht daran dachte, sich durch Armeheben zu schützen. Die Hände schlug sie erst vors Gesicht, als sie die Serie schon längst eingefangen hatte. Durch die Finger hindurch starrte sie ängstlich hoch zu mir, war jetzt ganz stumm.

„Weißt du, was ich mit so renitenten kleinen Hürchen wie mit dir mache? Ich reiße ihnen den Arsch auf. Dann hast du wenigstens Grund zu flennen, du widerspenstiges kleines Biest.“

Sie ließ die Hände sinken, ihrem Gesichtsausdruck war deutlich zu entnehmen, dass sie nicht verstand, wie ich das meinte mit dem Arschaufreissen.

Nach Abschließen der Zimmertüre begann ich ihre Fesseln zu lösen. Immer wieder hob sie das Köpfchen, paßte genau auf, was ich mit ihr anstellte, mit gerunzelter Stirn, wie heute nachmittag bei der Hausführung. Kaum war ich fertig, ergriff sie mit ganz leichtem Druck meinen Unterarm, zog sich etwas hoch daran, warf mir plötzlich beide Arme um den Hals, mein Gesicht wurde überhäuft  mit kleinen aufgeregten, flattrigen Küßchen, wie Schmetterlinge, dachte ich bei mir. Mit einem Male lag die feuchte Öffnung eines Mädchenmundes über dem meinen, eine Zungenspitze drang in mich ein. Ihre untere Gesichtshälfte begann alsbald, sich obszön zu weiten. Weit auf sperrte sie ihr Mäulchen, gab mir süßen Speichel zu trinken, ein bewegliches und sehr neugieriges Eidechslein erforschte während der nächsten Minuten meine Mundschleimhaut, das Zahnfleisch, Ober- und Unterseite der Zunge, während sich unsere klaffenden Münder mit schmatzenden Geräuschen immer mehr ineinander saugten. Bestimmt zehn Minuten verharrten wir so, während derer sie das Innere meines Gesichts gründlich erforschte mit ihrem nassen Zünglein. Mal schnell, mal langsam, mal zärtlich, mal drängend fordernd, dass auch ich die warme empfindsame Höhlung ihres Kopfes auslecken solle. Ich tat mein bestes. Zärtlich kraulten ihre kleinen Finger währenddessen meinen Nacken und Hinterkopf, die Ohren. Nun war es doch an der Zeit für mich, mich zu wundern, wo sie diese technische Finesse, die Schamlosigkeit hernahm. So war ich noch nie geküßt worden.  Nun ja, sie hatte ja schon Geld verdient damit. Die jungen Leute haben ja ganz andere Erfahrungen als wir.

Als wir uns endlich wieder lösten voneinander schaute sie mir voller Zärtlichkeit in die Augen, die untere Gesichtshälfte noch ganz naß.

Auf einmal gab sie meinen Nacken frei, warf sich rücklings aufs Bett, rutschte zur Seite. Einladend klopfte sie auf die freie Seite des Bettes: „Komm, komm zu deiner kleinen Anna. Ich werde dir zeigen, dass ich noch mehr kann außer kochen.“ 

Nanu, was war das denn? Nicht nur, dass „meine kleine Anna“ vollständig die Initiative übernommen zu haben schien, jetzt duzte sie mich auch noch wie einen ihrer kleinen Lover und schien sich ihrer Sache sehr sicher zu sein . So ging das nicht, sie brauchte wohl offenbar eine nachdrückliche Erinnerung daran, dass sie genauso mein Eigentum war wie das Bett, auf dem sie lag. Um sie zu ficken, brauchte ich weder ihre Einladung noch ihre freundliche Genehmigung. Ich konnte es einfach tun, wann immer es mir einfiel.

Also widerstand ich der Versuchung, was, ich gebe es gerne zu, direkt Überwindung kostete. Wie süß wäre es gewesen, einfach hineinzusinken in dieses bereitwillige Mädchenfleisch, das wäre ja doch etwas anderes als sie nur zu vergewaltigen. Aber ich hoffte, über den Umweg ihrer totalen Unterwerfung eines Tages wieder dorthin zu gelangen; und bis dahin- sie gelegentlich gegen ihren Willen zu ficken würde ja auch seinen Reiz haben.

„Raus aus dem Bett“, blaffte ich sie an. Als sie dem nicht sofort nachkam, sondern mich nur erschreckt anstarrte, riß ich sie brutal an ihren Haaren, begann, sie Richtung Bettkante zu zerren. „Aua, aua“, jammerte sie laut, „ich steh ja auf, ich steh ja auf!“ Helle Schmerzenstränen liefen ihr übers Gesicht, während ich ihr dabei half, schnellstmöglich auf die Füße zu kommen. Erst als sie nach zwei- bis dreimaligem Straucheln endlich sicher stand, ließ ich ihre Haare los. Sie krümmte sich, ihr Atem zischte durch ihre Zähne, und es dauerte ein Weilchen, bis sie in der Lage war, aufrecht zu stehen. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich ein ganzes Büschel Blondhaar in den Händen hielt. Ich ließ es fallen.

Ich faßte in meine Sporttasche, die ja immer noch neben dem Bett stand, und entnahm ihr ein Paar Handschellen. „Dreh dich um“, kommandierte ich, „und Hände auf den Rücken!“ Diesmal parierte sie sofort und ich fesselte sie. Schon während des Anlegens der Handschellen begann sie damit, hektisch Unschuldsbeteuerungen hervorzustoßen, ihr ganzes eben noch gezeigtes Selbstvertrauen war mit einem Mal wie weggewischt.  „Aber Herr, lieber Herr, ich...ich...wollte doch nur....“- „Du hast nichts zu wollen!“, fiel ich ihr ins Wort. „Ja, ja, ich werde ab jetzt immer artig sein und...und...immer nur gehorchen- nur ...bitte...bitte...tun Sie mir nichts, ich werde....“ Ihre Stimme war schrill geworden, so gefiel sie mir. „Du wirst jetzt die Fresse halten!“ Stumm nickte sie mit dem Kopf. 

Abermals  griff in die Sporttasche, legte „meiner kleinen Anna“ ein Würgehalsband für Hunde um. „Dreh dich um zu mir!“ Vorne am Halsband ließ ich den Karabinerhaken einer Hundeleine einschnappen. Anna hielt die Augen geschlossen, atmete stoßend durch den halbgeöffneten Mund.

Ich ruckte einmal kurz an der Leine, da merkte sie, dass sich das Halsband zuzog, wenn sie sich nicht bewegte. Also ließ sie sich ohne Widerstand aus dem Zimmer führen, durchs Haus bis hin zur Kellertüre. Als ich diese öffnete und sie an der Leine in Richtung Keller ziehen wollte, bockte sie mit einem Male. Offenbar dämmerte ihr, dass ich etwas wirklich Schlimmes im Schilde führte, etwas, vor dem sie sehr Angst hatte. Das Würgehalsband ließ ihr aber keine andere Wahl, als mir nach kürzester Zeit doch zu folgen an diesen schrecklichen Ort. Unten angekommen mußte sie erst mal würgen und husten, währenddessen ich die Tür zum Stehbunker öffnete. „Die restliche Nacht“, teilte ich ihr mit, „weil´s das erste Mal ist.“

Ich entfernte das Halsband und auch die Handschellen, es wäre zu eng da drin gewesen mit auf den Rücken gefesselten Händen. Da würde ich die Tür nicht zukriegen. 

Anna wurde ganz blaß, die Ärmste. Lebendig begraben zu werden schien einer ihrer schlimmsten Alpträume zu sein, was ich durchaus nachvollziehen konnte. Nun verlegte sie sich aufs Betteln und Flehen. „Bitte Herr“, weinte sie, „nicht da rein. Bitte, bitte nicht. Schlagen Sie mich, dass ich nicht mehr sitzen kann aber nicht da reinsperren, bitte, bitte nicht. Darf ich zum Prügelbock und mich drüberlegen?“ Der angrenzende Kellerraum enthielt nämlich einige Ausrüstungsgegenstände, eigentlich war er eine ganz veritable Folterkammer. In ihrer Angst hatte sie wohl in jede Ecke gespäht, ob sich nicht ein Ausweg böte.

„Wenn du nicht gleich drinnen bist, bleibst du 24 Stunden. Kapiert?“ Ich packte sie bei den Schultern und drehte sie mit dem Rücken zur Öffnung, bugsierte sie hinein in den Stehsarg, bis ihr Rücken mit dem Mauerwerk in Berührung kam. Da schauderte sie und tat einen spitzen Schrei.

„So- und jetzt denkst du in Ruhe darüber nach, was du falsch gemacht hast. Bleib jetzt unbeweglich stehen, sonst klemmst du dich womöglich noch ein, wenn die Türe zugeht.“

Ungläubig den Kopf schüttelnd verfolgte sie, wie die schwere Eisentüre immer näher auf sie zuschwenkte. Sie war schon fast geschlossen, als von innen in schneller Abfolge auf einmal kurze hohe Angstschreie kamen. Auch merkte ich, wie sich einem weiteren Schließen der Tür schwacher Widerstand entgegensetzte. Ich warf mich mit meinem ganzen  Gewicht dagegen, jetzt lagen die runden Öffnungen der beiden Ösen genau übereinander. Mit schnellem Griff steckte ich das große Vorhängeschloß hindurch, mit einem vernehmlichen Klicken rastete es ein. 

Ein Trommeln ihrer Fäustchen innen gegen die Türe war die Antwort. Dann setzte ein langanhaltendes, furchtbar schrilles Schreien ein, das nur zum Atemholen unterbrochen wurde. Immer wieder trommelte sie auch.

Zufrieden betrachtete ich mein Werk. Wenn ich sie wieder rausließ, hatte sie entweder den Verstand verloren, was ich keineswegs ausschloß (in welchem Fall ich sie immer noch, angesichts ihres niederen Kaufpreises  mit noch nicht einmal allzuviel Verlust, an eine Menschenversuchsanstalt, euphemistisch „Laboratorien für die letzte Testphase“ genannt, verkaufen konnte) oder sie wäre auf ihrem Weg in die völlige Versklavung ein entscheidendes Stück vorangekommen. Ich hoffte auf Letzteres.                        

















Kapitel 5


Die nächsten drei Tage ging es ihr überhaupt nicht gut. Ich verstand, dass sie die  zehn Stunden im Stehbunker offenbar traumatisiert hatten und dass ich mein neues Spielzeug jetzt durch weitere Bestrafungen zerbrechen würde, wenn das nicht überhaupt schon der Fall war.  Auch daran, sie zur Arbeit anzuhalten, war nicht zu denken.

Am ersten Tag lag sie die meiste Zeit  zusammengerollt unter ihrer Decke im Bett und weinte. Wenn ich das Zimmer betrat, zog sie die Bettdecke enger um sich.

Am zweiten Tag lag sie immerhin schon auf dem Rücken, zugedeckt bis zu den weit aufgerissen Augen, mit denen sie jede meiner Bewegungen verfolgte.

Für die Nacht stellte ich ihr eine Nachttischlampe neben das Bett. Ich fesselte sie nicht, löschte lediglich das Licht, sperrte sie ein.

Als ich am Morgen aufschloß, brannte die Nachttischlampe. Offenbar hatte sie sie angeknipst. Sie lag auf dem Bauch, vollständig zugedeckt, nur ihre Haare lugten hervor. Als sie mich hörte, kam zaghaft erst ihre Hand unter der Decke hervor, dann der gesamte Unterarm. Suchend bewegte sie ihn hin und her. Ich trat zu ihr, ergriff vorsichtig ihre Hand. Sofort hielt sie mich sehr fest, wollte meine Hand gar nicht mehr loslassen. Als ich mich dann schließlich doch mit sanfter Gewalt befreien mußte (ich kniete neben dem Bett und mein rechtes Bein schlief so langsam ein), war mehr als eine Stunde vergangen.

Was mir ab dem dritten Tag am meisten Sorgen bereitete war, dass sie nichts zu sich nahm, noch kaum was zum Trinken. Auch reagierte sie nicht auf Ansprache. Sie ließ sich zwar in den Arm nehmen und streicheln, auch kuschelte sie sich an mich, wenn ich mich neben sie legte, aber sie antwortete auf keine mit noch so leiser und freundlicher Stimme vorgebrachte Frage, sie drehte den Kopf weg, wollte man ihr Schokolade oder Bonbons in den Mund schieben. Es änderte auch nichts, als ich sie einmal in den Schwitzkasten nahm und mit Gewalt zu füttern versuchte. Da preßte die Kiefer aufeinander, hielt den Mund fest geschlossen.  Da war offenbar nichts zu machen, bis ich eine Idee hatte.

Ich mußte ja wieder zur Arbeit, das Wochenende war vorüber. Ich schloß sie während meiner Abwesenheit lediglich im Zimmer ein, in das ich zu ihrer Bequemlichkeit eine Campingtoilette stellte. Und natürlich etwas Nahrung und Mineralwasser.

Auf dem Rückweg von der Arbeit kaufte ich ein Babyfläschchen mit Gumminuckel.

Zuhause angekommen, schloß ich ihr Zimmer auf, entsorgte den Inhalt der  benutzten Campingtoilette im Klo, sah, dass sie wieder kaum etwas getrunken und nichts zum Essen angerührt hatte, machte ich etwas Vorhaltungen deswegen, nahm dann alles mit in die Küche, wo ich mir die belegten Brote halt selber einverleibte, während ich eine warme Ovomaltine zubereitete. (Das war ihr absolutes Lieblingsgetränk, wie ich von ihrem Vorbesitzer wußte. Damals hatte ich ihn für einen sentimentalen Kacker gehalten, dass er den Ernährungsgewohnheiten seiner Sklaven so viel Aufmerksamkeit schenkte, heute war ich, ehrlich gesagt, froh über diese Information.) Die Ovomaltine kam ins Babyfläschchen, der Nucki oben drauf.

So ausgestattet kam ich zurück in ihr Zimmer, setzte mich neben sie aufs Bett. „Hallo kleine Anna“, lächelte ich sie an. „Du magst doch Ovomaltine, nicht wahr?“ Hielt ihr das Fläschchen vor die Nase, stupste ihr leicht gegen die Lippen damit. Verwirrt  starrte sie es an, wußte offenbar nicht so recht, was sie davon halten sollte. Plötzlich ergriff sie das Fläschchen mit beiden Händen, ich ließ es los. Sie nahm den Gumminippel in den Mund, begann- erfolglos- daran zu sagen.  „Tiefer rein, Anna, tiefer rein. Du mußt es machen wie die Babys“, ermunterte ich sie.“ Sie tat es, saugte  weiterhin erfolglos angestrengt daran herum, man sah, wie sich ihre Wangen nach innen wölbten. Nach einer Zeit wurde sie besser, der Ovomaltine-Pegel begann zu sinken, erst langsam, dann immer schneller, und ruckzuck war das Fläschchen leer. Sie hielt es mir entgegen. „Bitte, Herr, mehr. Das ist so gut.“ Gern tat ich ihr den Gefallen, froh, dass sie wieder redete. Sie leerte noch drei Fläschchen, nuckelte selig noch an dem letzten herum, als es schon längst leer war.

„O.k. Anna, jetzt ist Einschließzeit. Auch heute wirst du noch nicht ans Bett gebunden, erst wenn du wieder gesund bist. Gib mir das Fläschchen.“ Jedoch- sie wollte nicht. Hielt es einfach fest, wollte es sich partout nicht entwinden lassen. „Also gut, Anna, dann behalte es eben über Nacht.“ Dankbar blickte sie mich an, nahm die Gummizitze wieder in den Mund, begann wieder daran zu saugen- glücklich und zufrieden, wie es schien; ungeachtet der Tatsache, das nichts mehr kam, nicht kommen konnte. Ich knipste ihr Lämpchen an, arretierte die Jalousie, löschte das Deckenlicht, verriegelte die Türschlösser.

Mir wurde klar, dass sie ein Muttertier brauchte jetzt, eine Amme, um wirklich über den Berg zu kommen.


















Kapitel 6


Einer meiner neuen Nachbarn wußte da Rat und Hilfe.

In Gedanken bei meinem Sorgenkind, konnte ich dennoch nicht umhin, Antrittsbesuche zu machen, das gehörte sich so und ich verspürte auch den Wunsch nach menschlichen Kontakten.

Es lebten durchaus einige Junggesellen in der Umgebung, und siehe da- gar nicht so wenige nannten entzückende weibliche Wesen ihr eigen (na ja, einer auch einen Knaben), allesamt eingeschüchterte Geschöpfe, denen man jeden eigenen Willen gründlich ausgetrieben zu haben schien. Bereitwillig gaben  mir einige zu verstehen, ich solle „mich doch ranhalten“, so dass ich etliche dieser hinreißend demütigen Mädchen und Frauen nagelte. Alle ihre Besitzer legten mir nahe, meine Anna, von der ich natürlich schon deswegen erzählte, um Tips und Hinweise zur besseren Abrichtung zu bekommen,  in eine dieser teuren Sklavenschulen zu geben. „Wenn sie da nach ein paar Monaten wieder rauskommen, sind sie nicht wiederzuerkennen. Dann parieren sie wirklich.“ Zu meinem aktuellen Problem mit meinem traumatisierten kleinen Eigentum gab es zwar einen Haufen kluger (meist entbehrlicher) Ratschläge, nur einer, Meyer mit Namen, bot mir echte Hilfe an.

„Ihre Idee, sie mit einer Amme zu versorgen, ist ganz gut, glaube ich.“ Er rief seine Sklavin, eine irgendwie sphinxhafte  Mittzwanzigerin, weiblich gerundet, alles an den richtigen Stellen. „Titten raus, du Hurenfotz.“ (Wie man mir mehrfach erzählt hatte, eine von den Empfehlungen der Sklavenschulen: „Nehmt ihnen ihre Namen.“)

Sie entblößte sich. Volle Milch- und Honigtitten in Büstenheben, die eregierten Nippel entzündlich gerötet, wie mir schien.

„Ich sauge selbst ganz gern dran, so zwei bis dreimal die Woche“, grinste Mayer. „Nun, was meinen Sie?“

„Nicht schlecht“, murmelte ich, „und Sie meinen, dass da meine kleine Anna...?“  „Und ob ich das meine“, fiel mir Meyer ins Wort, „wenn sie wollen, schicke ich sie auf ein paar Tage zu Ihnen. Geben Sie ihr Küchenabfälle zu essen, sie ist nicht verwöhnt.“

„Ja, wenn es Ihnen nicht zu viele Umstände macht.“ „Aber nein, ich bin ohnehin verreist ab morgen. Sie können sie eine Woche behalten, keine Angst, das kostet sie nichts. Nachbarschaftshilfe. Geben Sie ihr Prügel, wenn sie nicht aufs Wort gehorcht. Aber nicht auf die Titten bitte. Und bitte nicht zuviel ficken.“

Er gab sie mir noch am gleichen Abend mit, nebst einer Liste mit Verhaltensmaßregeln, wie sie „handzuhaben“ wäre.

Sie mußte allerdings zu Fuß zu meinem Haus laufen und auch den Koffer mit den Habseligkeiten für eine Woche selbst dorthin schleppen, ihr Herr bestand darauf.

Also war es schon spät in der Nacht, als sie schließlich bei mir läutete. Sie wirkte müde und abgekämpft.

„Titten raus. Du gehst gleich zu Anna. Säuge sie.“

„Herr, soll ich nicht vorher wenigstens duschen?“

„Halt dein Maul! “

„Ja, Herr. Verzeihung.“

„Ungefragt redest du nur mit Anna!“


Die schaute ziemlich kariert aus der Wäsche, als ich so spät in der Nacht ihr Zimmer noch aufschloß und ihre Einquartierung  für eine Woche hineinführte. Letztere nackt, da ich sie auf dem Weg zu Anna im Wohnzimmer noch kurzerhand durchgebumst hatte...

Sie setzte sich auf den Rand von Annas Bett, lächelte sie an.

„Hallo meine Kleine. Du bist die Anna, nicht?“

„Ja, und wer bist du denn?“

„Ich? Ich bin die Natalie. Ich bin da um dich zu trösten. Darf ich mich zu dir ins Bett legen?“

Ratsuchend schaute Anna zu mir. Ich nickte ihr zu. Anna rutschte ein wenig zur Seite. „Mußt du jetzt bei mir schlafen?“

Ich mischte mich ein. „Hör zu, Anna, wenn du das nicht willst, dann schläft sie eben auf dem Boden.“

„Nein, nein, sie darf schon mit mir in meinem Bett schlafen.“

Nathalie lächelte wieder.

„Sag mal Anna, was hast du denn da?“ Sie deutete auf das leere Ovomaltine- Fläschchen mit dem Schnulli.

„Ach, das.“ Anna wurde ganz rot. „Das ist...“, sie wußte nicht so recht, wie sie es erklären sollte.

„Das ist ja ganz leer. Komm, ich habe etwas Besseres für dich.“

Mit diesen Worten legte sie sich neben die überraschte Anna, drückte ihr das Köpfchen gegen die Brüste. Anna ließ es gerne geschehen. Fing wieder leise zu weinen an, umarmte ihre neue Freundin.

„Wir wollen immer ganz zärtlich zueinander sein, ja, Anna?“

„Ja, Nathalie.“


Der nächste Morgen fand die beiden eng umschlungen vor, Anna war schon wach, saugte hingebungsvoll an der rechten  Brust Nathalies. Auch die linke hatte eine verdächtig geschwollene Warze und einen deutlich geröteten Vorhof.

„Na, ihr Turteltäubchen“, mahnte ich sie. „Jetzt aber raus und geduscht. Nathalie,  hol deinen Koffer, zieh dir Arbeitskleidung an. Ihr habt viel zu tun heute.“ „Ja, Herr!“ Nathalie machte sich unsanft los von Anna, sprang aus dem Bett.

„Nathalie, bleib“, jammerte Anna. Ich riß sie an den Haaren hoch und knallte ihr ein paar. „Raus jetzt, habe ich gesagt! Mach mein Frühstück, duschen könnt nachher. Nathalie, Anna wird dir alles zeigen in der Küche.“

Nackt eilten beide Mädchen in die Küche, Anna in Slippern, Nathalie barfuß. Nackt servierten sie mir auch mein Frühstück. Bevor ich aus dem Haus ging, vergewaltigte ich Nathalie noch mal auf dem Küchentisch. (Sie hat keine Eierstöcke mehr)

Dann befahl ich beiden, sich vor mir aufzustellen, schaute sie streng an. „Anna, du weißt, was zu tun ist. Nathalie wird dir helfen. Gesäugt wirst du erst wieder heute abend. Und wehe, ihr werdet nicht fertig zu zweit. Dann gehts euch dreckig. Ist das klar?“

„Ja, Herr“, kam es wie aus einem Mund.


Die Woche verlief gut, Anna erholte sich erstaunlich rasch. Einmal beschwerte sich Nathalie darüber, dass Anna die halbe Nacht an ihren Brüsten sauge, sie seien schon ganz wund. Anna könne doch jetzt mal aufhören damit, immer die Brust zu wollen. Daraufhin war auch Nathalies Po wund, weil wir in den Keller gingen und ich ihr fünfundzwanzig mit dem Ochsenziemer überzog. (Ich besorgte ihr aber eine Wundsalbe für tagsüber, wenn Anna nicht gesäugt wurde)

Am Ende gab´s noch viele Tränen und heftigen Protest von Annas Seite, als Nathalie am Abend des letzten Tages ihren Koffer packte.

„Nat, bitte geh nicht. Du bist doch meine Freundin. Oh bitte bitte geh nicht, oh bleib doch.“

„Anna, du weißt doch, dass ich nicht deinem Herrn gehöre. Ich bin nur ausgeliehen, und jetzt muß dein Herr mich wieder zurückgeben an meinen.“

Darauf beschloß Anna, dass Nat ja „so gemein“ sei und weinte den ganzen Abend, beim Essenservieren, beim Abwasch.

Für die Nacht nahm ich mir Natalie in mein Bett, um mich noch mal richtig zu vergehen an ihr. Anna wurde wieder ans Bett gefesselt und bekam einen soliden Knebel verpasst. So einen „Halbesichts- Knebel“ zum Aufpumpen, hinten mit einem Vorhängeschloß gesichert.   

    

  


           

Kapitel 7


Ein paar Wochen gingen ins Land, ohne dass ich sie gefickt hätte. Auch sie unternahm keinerlei Versuche mehr, mich um den Finger zu wickeln. Wenn man ihr auch vordergründig  nichts mehr anmerkte, der Schock, den der Aufenthalt im Strafbunker bewirkt hatte, saß wohl tief.

Sie arbeitete hart und gewissenhaft zehn bis vierzehn Stunden täglich in Haus und Garten, zauberte die phantastischsten Mahlzeiten, bediente mich aufmerksam und mit einer Unterwürfigkeit, die mir sehr gefiel. Sie hielt jetzt auch ihr Plappermäulchen, seit ich ihr mit ein paar Maulschellen verdeutlicht hatte, dass Wortbeiträge von ihr eigentlich recht entbehrlich seien und sich im Wesentlichen auf „Ja, Herr“ beschränken sollten. Wenn sie mal ausnahmsweise meinte, mir was mitteilen zu müssen, habe sie sich zu melden wie in der Schule und auf mein Zunicken förmlich um Redeerlaubnis zu fragen. Meist gab ich sie ihr nicht sofort, sondern stattdessen ein paar Ohrfeigen oder Kopfnüsse. „Halt dein Nuttenmaul.“ Gesenkten Kopfes schwieg sie dann. Ich fragte sie dann ein bis zwei Stunden später, was sie denn gewollt habe.

Überhaupt hielt ich sehr auf strikte Disziplin. Wecken werktags, wenn ich zur Arbeit mußte, um sechs, sonst, wann immer es mir genehm war. An den Wochenenden ließ ich sie schon mal bis um zwei Uhr eingesperrt, an manchen meiner freien Tage auch rund um die Uhr. Sie wußte schon, wann das der Fall sein würde, da sie dann vorzukochen hatte. Einschluß war in den seltensten Fällen später als um zwanzig Uhr. Sie fesselte sich jetzt selber ans Bett und überreichte mir den Magnet zum Öffnen des Bauchgurtes, wenn ich zum Gute- Nacht- Sagen und Lichtaus kam. Einziges Zugeständnis war ihr kleines Lämpchen, dass ich ihr nur dann wegnehmen würde, für kürzere oder längere Zeit, wenn ich auch nur das kleinste Geräusch aus ihrer Kammer zu hören bekäme, während sie eingeschlossen sei.

Selbstverständlich waren Tage des Eingesperrtseins Fastentage für sie. (Ich achtete aber darauf, dass sich immer Mineralwasserflaschen in ihrer Reichweite befanden. Sie sollte keine Durst leiden müssen.) Auf diese Weise hoffte ich auch, ein Wachstum ihrer entzückenden Kindertittchen zu verhindern, da sie ansonsten in der Regel nur meine Reste zu essen bekam, was oft genug sehr wenig bis nichts war, kein Wunder angesichts ihrer Kochkünste. Auf Essen ohne meine ausdrückliche Genehmigung hatte ich ihr Strafbunker in Aussicht gestellt, das wirkte. Nur Abschmecken während des Kochens war ihr erlaubt, schließlich sollte sie was Ordentliches zusammenrühren.

Ihren Bewegungsspielraum während meiner Abwesenheit reduzierte ich so weit als möglich.  Ihre Kammer war abgesperrt, die Toiletten ebenso, während meiner Anwesenheit hatte sie für Toilettengänge jedesmal um Erlaubnis zu fragen, was, siehe oben, dauern konnte. Sollte ich ihr jemals auf die Schliche kommen, dass sie ihre Notdurft unerlaubt verrichtete, beispielsweise in die Küchenspüle oder im Garten, drohte ich ihr den Ochsenziemer an.  „Dann gehst du über den Bock und kriegst Prügel, bis du pisst und dich einscheisst. So hast du noch nie Senge gekriegt, wenn du das wagen solltest.“ Der bloße Anblick des Schlaginstruments ließ sie erblassen, unwillkürlich schlug sie eine Hand vor den Mund. 

Die Haustür war ohnehin verriegelt, vor allen ebenerdigen Fenstern befanden sich jetzt Gitter. Die hohe Gartenmauer war noch vom Vorbesitzer, dem lieben Verblichenen her, mit Flaschenscherben gekrönt, das solide Tor selbstverständlich abschließbar. Darüber ließ ich noch Stacheldraht ziehen.

An Gartenarbeitstagen blieb sie, ungeachtet des Wetters, aus dem Haus ausgesperrt. Zum Schutz vor Witterung konnte sie sich ja im Geräteschuppen unterstellen, das Arbeitspensum mußte sie aber in jedem Fall schaffen.

Zur Wahrung ihrer Arbeitsfreude gab´s fast wöchentlich Prügel (mit der bloßen Hand, der Reitgerte) und für zwischendurch Ohrfeigen, so dass sie häufiger mit geröteten Wangen herumlief, wenn ich zuhause war.

So war eigentlich alles bestens, sie schien sich zu fügen.  Mal sehen, wie lange, dachte ich bei mir.


















Kapitel 8


Eigentlich war es ein guter Abend gewesen. Ich war so rundherum zufrieden mit dem leckeren Abendbrot (sie verstand sich auch sehr gut aufs Anrichten, meine Kleine, aber heute hatte sie ein richtiggehendes Fest fürs Auge zelebriert, so mit kleinen Röschen aus Karotten und so) dass ich ihr, die in ihrem Outfit neben mir stand mir aufzuwarten, anerkennend das Ärschlein tätschelte.

„Sehr gut, Anna. Du darfst länger aufbleiben heute.“ Um einfach zu antworten war sie viel zu gut erzogen in der Zwischenzeit, ich sah aber, wie ein Grinsen in ihrem Gesicht immer breiter wurde. „Nun, freust du dich?“ „Ja, Herr, danke. Vielen Dank.“ „Nach dem Abtragen ziehst du dir was Schönes an. Hier ist der Schlüssel für den Schrank mit deinen Kleidern.“ Mit diesen Worten händigte ich ihn ihr aus. Fast ungläubig nahm sie ihn entgegen, nur- wohin damit?  Ihr Zierschürzchen hatte ja keine Tasche. Fragend schaute sie mich an. „Tja, da ist guter Rat teuer, nicht wahr, Anna?“ Frei improvisierend fügte ich hinzu: „Schieb ihn dir doch in dein Fötzchen. Vergiß aber nicht, ihn gut abzuwaschen nachher.“ Sie schaute schmerzlich berührt, als ich ihr befahl: „Halte ihn mal über diesen Teller hier.“ Ich tat etwas weißliches Salatdressing darüber, sah interessant aus. „Jetzt weiß ich noch was Besseres. Warum schiebst du ihn dir nicht in den Arsch. Da bleibt er auch besser drin, glaube ich.“ Hochroten Kopfes nestelte sie ihr Röckchen mit der freien Hand nach oben (ein Höschen gehörte nicht zum Outfit), faßt mit der anderen nach hinten zu ihrem Polöchlein und tat wie ihr geheißen, schnaufend vor Verlegenheit oder auch vor Schmerz. Schnell schob sie ihr Röcklein nach unten wieder.

Nach dem Abtragen  setzte ich mich schon mal gemütlich in meine Sofaecke, wartete lesend darauf, bis mein kleines Engelchen erscheinen würde, gespannt darauf, was sie wohl anhaben würde. Es dauerte jedoch noch geraume Zeit, schließlich mußte ja noch die Küche versorgt werden. Endlich vernahm ich ein langanhaltendes Wasserrinnen im Badezimmer, nun wusch sie wohl den Schlüssel. Kurz darauf erschien sie, ein scheues Lächeln im Gesicht. Fast reute mich meine Großzügigkeit, sie hatte nicht viel Mühe darauf verwandt, sich irgendwie sexy herzurichten. Eine normale (immerhin schön enge Jeans), ein weiter weißer Pulli, an den Füßen Hauspuschen. Sie schien aber sehr glücklich über dieses Stückchen Normalität, schaute so auffordernd auf den freien Platz auf dem Sofa neben mir, dass ich richtiggehend Rührung empfand. Wie wohlerzogen sie doch bereits war! Ich wollte ihr den Abend nicht durch Strenge vermiesen, sie ein anderes Mal strafen- wenn überhaupt: eigentlich lag mir schon etwas daran, sie so kennenzulernen, wie sie wirklich war, jetzt, wo mir die Gefahr auch nur eines Aufmuckens von ihrer Seite zumindest vorläufig mal gebannt schien, glaubte ich sehr wohl, ihr kleine Freiheiten zugestehen zu dürfen. Außerdem war das ja wohl unvermeidlich: sie ist ein junges Mädchen, sagte ich mir, nur mit Strenge kannst du sie auf Dauer nicht gut unter der Knute halten, richtiggehend foltern wollte ich sie höchstens zwei bis drei Mal im Jahr. Ohnehin weniger aus erzieherischen Gründen- nur so, zu meinem Vergnügen, um mal ein paar meiner extremeren sadistischen Phantasien auszuleben an diesem mir ja vollständig ausgelieferten wehrlosen Mädchen. (Oh, da freute ich mich schon drauf: der Termin für ihre erste Nacht im Quälkeller, in der ich sie ernsthaft foltern würde, stand bereits seit geraumer Zeit in meinem Terminkalender, es waren jetzt nur noch sechs Wochen bis dahin.)

Doch zurück zu diesem Abend, ich möchte nicht vorgreifen: also ich ließ sie noch ein Weilchen warten, ruhig zeitunglesend, während sie unschlüssig vor mir stand, gesenkten Kopfes, sich nicht trauend, mich zu stören oder sich irgendwie bemerkbar zu machen.

Endlich schlug ich die Zeitung nieder, blickte sie an. Sofort begann sie wieder zu lächeln. „Setz dich Anna, nimm dir was zu lesen. Du hast auch Redeerlaubnis heute abend.“ Vorsichtig ließ sie sich neben mich aufs Sofa gleiten, schaute fragend auf den Tisch, auf dem sich eine kleiner Berg aus Illustrierten, Zeitungen und Büchern türmte. (Ich liebte diese Unordnung, sie durfte da auch nie etwas aufräumen) „Rede nur, Anna“, ermunterte ich sie, „ich gestatte es dir.“ Eigentlich seltsam, wie diese kleine Person es oft fertig brachte, mir ihre Wünsche und Absichten nur mit den Augen, einem Gesichtsausdruck, der Haltung ihres Kopfes mitzuteilen.

Sie räusperte sich erst, hatte wohl zu lange geschwiegen, um gleich loszulegen: „Herr, darf ich alles von da lesen oder ist mir da was verboten?“ „Lies, was du willst. Nimm dir einfach, was dich interessiert. Willst du sonst noch irgendwas, was zum Trinken vielleicht? Oder Musik hören?“ Sie räusperte sich wiederum: „Herr, darf ich nicht bitte in die Küche und mir ein paar belegte Brote machen? Ich habe so Hunger.“ Ach richtig, sie hatte ja seit bestimmt seit heute früh nichts mehr zu sich genommen. Und da auch nur ein halbes Brötchen mit Margarine.

„Ja, geh nur. Und bring mir ein Bier mit. Und für dich- trinkst du schon Alkohol?“ Kaum wahrnehmbar nickte sie: „Ja, Herr, früher habe ich schon mal was mit Alkohol getrunken. Aber nicht viel“, fügte sie rasch hinzu. „Meine Mutti hat immer gesagt: Hauch mich mal an, wenn ich aus der Disko nach Hause kam. Ganz streng war die da. Einmal hat sie mir sogar eine geklebt, weil ich für sie zu sehr nach Alkohol gerochen habe. Meine Freundinnen haben sich immer ein bißchen lustig gemacht über mich, weil ich so wenig getrunken habe. Aber die hatten alle nicht so eine Mutti wie ich, die da so streng war. Ich habe immer gesagt: wenn ihr wüßtet. Da haben sie mich mal aufgezogen und gesagt: auch wenn du keine Sklavin wärst, du würdest sowieso immer das tun, was man dir sagt. Da bin ich wütend geworden und habe sie angeschrien: das stimmt doch überhaupt nicht und die sagt das doch nur, weil sie halt nicht möchte, dass ich soviel Alkohol trinke schon mit sechzehn. Das hat doch damit nichts zu tun...“ Mit diesen Worten brach sie ab und starrte irgendwie verloren vor sich hin. Die Erinnerung an ihre Mutter, von der sie ja nun auf immer getrennt war, schien ihr nicht gut zu tun.

Um dem Abend eine etwas andere Wendung zu geben, tätschelte ich leicht ihre Schulter: „Nun geh schon, Anna, und hol dir was zu essen. Und vergiß mein Bier nicht. Willst du auch eines?“ Dankbar blickte sie mich an: “Ja, Herr. Und vielen Dank, Herr. Dass ich essen darf.“

Es wurde dann noch ein schöner und harmonischer Abend mit dem gemeinsamen Ansehens eines Spätfilms, sie eng an mich gekuschelt. Zu dem Film hatte sie noch zwei bis drei wirklich witzige, fast schon geistreiche, Kommentare parat. Es war schon beinahe halb zwei, als ich sie in ihr Zimmer sperrte.






















Kapitel 9


Im Lauf der nächsten Zeit verspürte ich ein wenig das Bedürfnis nach Unterhaltung und auch Zärtlichkeit am Abend, so dass Anna immer mal wieder in den Genuß längeren Aufbleibens kam. Sie gab mir aber tagsüber auch kaum mehr Grund zur Unzufriedenheit, machte sich auch nach einem langen und anstrengenden Tag abends noch mit viel Aufwand sexy zurecht, wenn ich ihr den Schlüssel für ihre Kleider aushändigte. (Ich legte ihn dann einfach auf den Tisch und sie nahm ihn dann beim Abräumen mit, den Scherz der ersten Schlüsselübergabe wiederholte ich nicht.)  Sie gab sich erkennbar Mühe, mir nicht auf die Nerven zu fallen, in jeder Situation Demut zu zeigen. So wartete sie beispielsweise immer ab, ob ich unser Zusammensein mit einer jener wilden Knutschereien enden lassen wollte, von denen ich gleich zu Anfang an jenem bewußten Abend eine Kostprobe erhalten hatte. Hatten wir jedoch einmal angefangen, ergriff sie durchaus die Initiative, konnte gar nicht genug bekommen vom Mundauslecken und Zungensaugen.

Etwas lästig wurde mir ihr Rededrang, er war meist doch recht  ausgeprägt an jenen Abenden. Nun hätte ich ihr natürlich einfach wieder Sprechverbot erteilen können, verfiel aber auf eine andere Lösung. Ich kaufte einen Schnuller und wenn ich mal eine Pause in ihrem Gebabbel brauchte, steckte ich ihn ihr kurzerhand in den Mund. „Du saugst ihn jetzt schön zehn Minuten lang“, schärfte ich ihr beim ersten Mal ein, als sie mich doch sehr überrascht anschaute.

Dieser Ermahnung bedurfte es dann nicht mehr, sie schien es durchaus zu genießen. Ließ den Kopf nach hinten auf die Sofa- oder Sessellehne fallen (wo sie halt gerade saß) und lutschte hingebungsvoll am Schnulli, wobei sie manchesmal leise Schmatzgeräusche von sich gab. Da sie meist von mir bevorzugte bauchfreie Tops trug (ganz schnell hatte sie das herausgefunden, es bedurfte keiner Erwähnung von mir) bot ihr flacher Bauch einen überaus reizvollen Anblick. Ich liebkoste ihn erst mit der Hand, überdeckte ihn dann (auf dem Sofa liegend, den Kopf in ihrem Schoß) mit Küssen, steckte ihr dann die Zungenspitze in den Bauchnabel, was sie regelmäßig zum Kichern brachte.

Schließlich, am dritten gemeinsamen Abend, schob ich ihr das Top über die Tittchen und machte mich mit dem Mund darüber her, weidete sie schlürfend und sabbernd regelrecht ab. Auch das schien sie zu mögen, drängte sich an mich, versuchte, keinen dieser speichelglänzenden erigierten Vorhofknubbel zu kurz kommen zu lassen, sie mir abwechselnd in den Mund zu stecken. Zu guter letzt  saugte ich mir ihre gesamte linke Brust tief in den Mund, was gar nicht so einfach war, bestand sie doch aus recht wenig Drüsengewebe. Es schien ihr weh zu tun, sie meinte noch: „Nein, Herr, bitte“, legte eine Hand gegen meine Stirn und versuchte, mich wegzudrücken. Da biß ich sie zwei-, dreimal in die Titte, ziemlich fest, was sie mit entsetztem Quieken beantwortete. Beim letzten Biß schrie sie sogar auf.

Danach weinte sie ziemlich, saß mit gekrümmten Oberkörper da, drückte beide Hände auf das malträtierte Teil. „Aua, aua“, gab sie manchesmal von sich und: „oh, wie das weh tut!“ Ich machte eine geistige Notiz für unsere Session, die bereits auf drei Wochen herangerückt war, ließ sie noch eine Zeitlang flennen.

Als das Geheule nach einer Weile schwächer wurde, sagte ich recht grob zu ihr: „Laß mal sehen!“ Aus tränenfeuchten Augen blickte sie  mich an, schüttelte zaghaft den Kopf. Da riß ich ihr die Hände nach unten- deutliche Bißspuren, tiefe, dunkelrot verfärbte Zahnabdrücke, aber nur an einer Stelle etwas Blut.

„Gib mir die andere Titte, du Hurenstück!“ Wieder schüttelte sie stumm den Kopf. Daraufhin knallte ich ihr ein paar. „Die andere Titte. Mach schon!“

Zögernd schob sie sie mir entgegen, vorsichtig, fast zärtlich nahm ich den Knubbel, der die höchste Erhebung über ihrem fast knabenhaften Brustkorb bildete, zwischen die Zähne. Angstvoll stöhnte sie: “Nicht beißen, bitte bitte lieber Herr, nicht beißen.“

Ich ließ ihre Titte aus dem Mund gleiten, blickte sie an: „Aber nein, kleine Anna, für heute hast du genug gelitten.“ Streichelte ihr Haar.

Danach führte ich sie in mein Zimmer und wir fickten erstmalig wunderbar zärtlich und wunderbar lange miteinander. Nur manchesmal, wenn ich zu heftig an ihre linke Brust kam, quiekte sie auf. Meine kleine Anna!















Kapitel 10


Die Wochen gingen ins Land, ohne dass ich meine finsteren Absichten wahr gemacht hätte: hauptsächlich, weil mir immer deutlicher bewußt wurde, dass es mir schlicht an der erforderlichen Sachkunde fehlte, sie brutal und doch ohne bleibenden Schäden zu foltern. Sich irgendwelche schlimmen Dinge auszumalen in der Phantasie ist eine Sache- sie dann auch umzusetzen eine zweite.

Außerdem muß ich sagen, dass sich meine Anna zu einem sehr guten Sextierchen entwickelte- es war, als legte sie all´ ihren unterdrückten Lebenshunger in Sex um. Sie vögelte mit Hingabe und Leidenschaft, oft schmusten wir aber auch nur stundenlang herum miteinander. Sie liebte es geradezu, sich ins Gesicht ficken zu lassen, überhaupt schätzte sie jede Art intensiver Beschäftigung mit ihrer Mundhöhle. Ob Finger, Schwanz oder Zunge, ständig wollte sie was zum Rumlutschen, zum Saugen drin haben. Dabei grunzte sie nicht selten vor Behagen. Sperma schluckte sie fast gierig, auf Wunsch ließ sie es aber auch wieder raus und über ihre Brüste laufen, verrieb den Sabber dort mit versonnenem Grinsen. Ganze Nächte verbrachte sie jetzt manchesmal in meinem Bett, ich bereute es nicht, räumte ihr für die Zeit in meinem Bett auch generelle Redeerlaubnis ein, da ich verstand, dass Reden und Hingabe für sie offenbar zusammen gehörten, was sie zu mancher tiefsinnigen Betrachtung über Sex, das Leben oder unser Verhältnis nutzte. (Hatte ich doch mal eine Pause nötig von ihren Sentenzen, blieb ja immer noch ihr zu befehlen: „Nimm meinen Schwanz in den Mund, du Quasselstrippe, und laß ihn erst wieder raus, wenn ich es dir sage!“ Oder ich brachte den bewährten Schnulli zum Einsatz. )

Kurz- wir hatten einen Punkt erreicht, an dem sie mir so mancherlei gewährte, was man so unmöglich erzwingen kann- schließlich ist ja nicht nur das „Was“ entscheidend, sondern auch das „Wie“; die Hingabe, die Leidenschaft, die dabei zutage treten- oder eben auch nicht. Es wurde mir klar, dass sich nach einer Folterung, also zumindest einer durch mich, unser Verhältnis wandeln würde und ich dann künftig möglicherweise dauerhaft auf manches würde verzichten müssen, an das ich mich doch  sehr gewöhnt hatte.

Das soll jetzt nicht heißen, dass mich der Gedanke daran los ließ, doch legte ich mir beim Nachdenken darüber Rechenschaft ab, dass mich ja auch SM- Videos oder Folterstories sehr erregten. Offenbar kam es mir darauf an, zuzusehen, Zeuge zu werden einer Folterung, vielleicht bedeutete es sogar, intensiver genießen zu können auf diese Weise, da mich keine Details der „handwerklichen Umsetzung“ ablenken würden davon, mitzufühlen mit der Qual meines Lustobjekts.  Es war also gar nicht unbedingt nötig, es selbst zu tun!  

Dies schien mir ein Ausweg. Entweder vermietete ich sie an einen Sadisten oder ich gab sie zu diesem Zweck in ein Sklavengefängnis, wo man unter der Hand für etwas Bakschisch sehr wohl dabei sein konnte bei Foltersitzungen. Auf Wunsch und für ein Aufgeld, versteht sich, erstellten sie dort sogar Videos- von guter und professioneller Qualität, wie es hieß. Weiterer Vorteil war, dass sie ich sie wegen einer Verfehlung dorthin würde geben können, sie sich also selber die Schuld an ihrem Schicksal geben müßte und ich offiziell, d.h. ihr gegenüber, noch nicht mal was erfahren würde von all den schlimmen Dingen, die ihr dort zustoßen würden. Jedoch gab es dem Vernehmen nach Verliese mit Einwegspiegeln dort, außerdem war das Subjekt ab einem bestimmten Punkt seiner Tortur derartig benommen und vom Schmerz betäubt, dass es einen neuen, vollständig maskierten und verhüllten Folterknecht nicht erkannte, wenn dieser nicht gerade den Fehler beging, den Mund aufzutun. Dann ergäbe sich für mich sogar die Möglichkeit, selbst ein wenig „Hand anzulegen“. Dies alles wußte ich aus entsprechenden Chatrooms des Internets. Müßig begann ich, wiederum über das Internet, weitere Informationen über Sklavengefängnisse zu sammeln. Das hatte alles Zeit jetzt, wollte gut vorbereitet sein, schließlich geht man ja auch nicht zu jeder x- beliebigen Autowerkstätte. Lästigerweise mußte außerdem ein richterlicher „Einweisungsbeschluß" in ein Sklavengefängnis zum Zwecke der Besserung durch ein nachhaltiges Procedere“, so die etwas sperrige amtliche Bezeichnung, vorliegen. Dieser erging in der Regel nur bei wirklich schweren Verfehlungen gegen die Gehorsamkeitspflicht, meist wurde auch ein gewisser Grad an Glaubwürdigkeit verlangt, etwa durch eine eidesstattliche Versicherung des Eigentümers oder einen zuverlässigen, selbstredend freien, Zeugen. Dafür wäre Anna dort aber auch in wirklich „guten Händen“, obwohl sie selbst es sicherlich nicht so bezeichnen würde. Während bei diesen Sadisten, die im Internet oder per Kleinanzeige („Nachhaltige Korrektur ihres Sklaven/ ihrer Sklavin von privat“) nach neuen Opfern suchten wohl sehr viele Stümper zugange waren, die sich nicht sehr um das Eigentum anderer Leute scherten. Auch unter diesen sollte es Könner geben, die zudem noch was zahlten statt Geld zu verlangen, aber die waren offenbar seltener als ein weißer Rabe und auf einen Fehlversuch wollte ich es nicht ankommen lassen, dazu bedeutete Anna mir zwischenzeitlich denn doch zu viel.

Also nahm ich völligen Abstand von meiner bisherigen, unrealistischen Terminplanung und ließ mir unbegrenzt Zeit, bis Annas Schmerzensschreie zum ersten Mal durch eine Folterkammer gellen würden. Zumal sie sich diesen Aufschub ja auch redlich verdiente durch ihre Dienste, die sie mir in mancherlei Hinsicht leistete. Zudem lag mir daran, sie besser kennenzulernen.

Einmal, als wir so zusammenlagen in meinem Lotterbett, beide etwas erschöpft vom Liebemachen, nahm sie meinen Kopf in beide Hände, schaute mich ganz ernst an: „Sagen Sie, Herr, was denken Sie eigentlich über mich?“ Wie gesagt, ich ermunterte sie, ganz offen und unbefangen zu reden während unserer Liebesnächte. Ein offener Mensch, das war sie im Grunde auch,  man merkte es ihr aber an, dass sie eine gewisse Vorsicht mir gegenüber nie ganz fahren ließ. Nun also diese etwas überraschende Frage.

„Tja, Anna, das weißt du doch. Du kochst gut, arbeitest fleißig, bist ein guter Fick, kennst deinen Platz. Ich finde, dass du eine ganz gute Sklavin geworden bist. Hoffentlich bleibt das auch so.“

Fast unhörbar seufzte sie- selbstverständlich wußte auch ich, dass sie auf etwas anderes hinaus wollte.

Klugerweise sagte sie erst mal gar nichts, kuschelte sich an, küßte mich leicht auf die Schulter. Nach einer Weile rückte ein sehr konzentriertes Gesichtchen in mein Blickfeld, die Stirn in tausend Falten gelegt. „Ach nein, Herr, so meinte ich diese Frage nicht. Aber danke, dass Sie so zufrieden mit mir sind. Nein Herr, was ich meine ist...“, nun wußte sie nicht so recht weiter, brach ab. „Ja, Anna?“, versuchte ich ihr zu helfen. „Ach, Herr, nichts.“ „Anna, du sagst mir jetzt auf der Stelle, was du mich fragen wolltest. Oder sollen wir in den Keller gehen?“ In den Keller gehen- das hieß sie über den Bock zu schnallen und nach Strich und Faden ihren Allerwertesten zu versohlen. Zwei- bis dreimal waren wir schon unten gewesen miteinander zwischenzeitlich, das letzte Mal hatte mich das alles dermaßen erregt, dass ich sie ohne sie loszubinden gleich an Ort und Stelle in den Arsch fickte, so einladend wie der rote Pavian- Hintern mich anschaute. Arschficks, das haßte sie, weil sie ihr wirklich weh taten. Schön mit Vaseline ausgeschmiert das Loch mit zwei Fingern (schon dabei jammerte sie nicht schlecht), Präser drüber und in einem Schwupps rein mit dem guten Stück. Das war vielleicht ein Gezeter und Geschrei. Richtiggehende Musik in meinen Ohren.

„Bitte Herr, ich will es ja sagen.“ Jetzt nahm sie ihren ganzen Mut zusammen. „Ich meine, Herr, ob sie mich auch ein bißchen liebhaben?“ Fragende Augen bohrten sich in die meinen.

Trotz dieser zeitlichen Verzögerung, bis sie sich endlich traute, die Frage  direkt zu formulieren (es war ihr offenbar vollständig klar, dass sie sich auf sehr dünnem Eis bewegte), war mir immer noch keine passende Reaktion eingefallen. Also schwieg auch ich erstmal aus purer Ratlosigkeit, was ihr offenbar zunehmend Sorgen bereitete. „Herr, Herr, ich wollte doch nicht respektlos sein. Es ist nur so, dass Sie so ganz anders zu mir sind, als die Jungs es waren, wenn wir miteinander Sex haben und ich freue mich auch ganz arg, dass ich so ein guter Fick bin und ich will noch viel besser werden und ich liebe das, wie sie dann zu mir sind, ich meine nicht nur wenn wir Sex haben, sie sind überhaupt ein guter Herr, streng aber gut, und ich will auch versuchen, nicht mehr so zu schreien, wenn ich in den Po gefickt werden muß...“ „Anna, jetzt hör mal zu“, unterbrach ich sie in einem hoffentlich glaubwürdigem Versuch, streng zu wirken, „das ist ja schön, dass es dir gefällt, weil dann habe ich auch mehr davon, aber du weißt verdammt genau, dass es darauf letztlich nicht ankommt und auch wenn es dem Dämchen mal nicht passen sollte, dann wird es eben trotzdem gevögelt, weil ein gewisses vorlautes Dämchen nämlich zufällig mein Eigentum ist...“ „Ja Herr, ich weiß, aber...“ „Anna, halte jetzt auf der Stelle  den Mund. Ich werde dir mit dem Rohrstock einbleuen, was ich meine. Du kriegst zwanzig Hiebe. Äh, halt nein, nur zehn, weil ich dich zum ersten Mal mit dem Rohrstock vertrimme. Geh jetzt in den Keller. Geh, und zwar auf der Stelle!“ wiederholte ich, da sie zögerte, offenbar fieberhaft überlegend, wie sie vielleicht doch noch herumkommen könnte um die Prügel.

Da glitt sie aus dem Bett, schlich sich davon in den Keller wie der sprichwörtliche geprügelte Hund. Nach einer Weile folgte ich ihr, packte sie auf den Bock und verpaßte ihr die vermutlich schlimmste Abreibung ihres Lebens. Weil sie dabei hochroten Kopfes gar so sehr schrie wie am Spieß, hieb ich dieses üble und tückische Schlaginstrument zwölf Mal in schneller Abfolge und mit voller Kraft auf ihr nacktes Hinterteil. Eigentlich wollte ich sogar die fünfzehn voll machen, da sie sich aber beim zwölften Hieb vor lauter Schreien am eigenen Speichel verschluckte und fürchterlich zu husten anfing, ließ ich es dabei bewenden.

In ihrem Zimmer, in das sie jammernd und heulend nur mit meiner Hilfe kam, ständig knickten ihr die Beine ein, band ich sie bäuchlings auf dem Bett fest, versorgte ihren schwielig angeschwollenen,  hochrot bis bläulich-violett verfärbten Popes, dessen Haut im Bereich mehrerer Striemen zudem aufgeplatzt war und blutete, mit einer Wund- und Heilsalbe. Da ging ihr inzwischen stilles Weinen wieder in ein klagendes: „Aua, aua“ über.

Zum Schluß kniete ich in Höhe ihres Kopfes an ihrem Bett nieder. „Schau mich an, Anna!“ Mühsam drehte sie den Kopf, blickte mich aus verquollenen Augen an.

„Weil du solche Schmerzen erdulden mußtest für deine Respektlosigkeit, will ich dir deine Frage auch beantworten. Ja, Anna, in gewissen Weise habe auch ich dich liebgewonnen.“

Und ob Sie´s nun glauben oder nicht, geneigter Leser oder geneigte Leserin, da hörte sie auf zu weinen, begann zaghaft zu lächeln, griff nach meiner Hand.

„Bitte, lieber Herr, legen sie die Decke nur oben rum über mich. Nur über meinen Rücken. Und bitte machen Sie mir doch das kleine Lämpchen an, ja, bevor ich eingesperrt werde, ja?“

Am nächsten Tag war sie krank, hatte Fieber und brauchte nicht zu arbeiten.

































Kapitel 11


Die nächste Zeit brachte einige Änderungen, zum Besseren und für uns beide, wie ich gleich betonen möchte.

Als erstes richtete ich ihr ein kleines Essensfach in einem Küchenschrank ein, aus dem sie sich selbst bedienen durfte, weil es mir auf Dauer einfach zu mühselig wurde, immer daran zu denken: „Wieviel hat sie wohl heute zu sich nehmen können? Muß ich ihr noch was zum Essen erlauben?“ Natürlich kamen in dieses Fach überwiegend nur Sachen, die nicht dick machen und auch nicht allzuviel. Ich legte ihr jeweils einen Wochenvorrat hinein und auch nahe, sich alles genau einzuteilen. Als Brot gab es nur Knäckebrot, das ist länger lagerbar.

Einmal erwischte ich sie über die Videoüberwachung allerdings dabei, wie sie an einer durch mich angebrochenen Tafel Schokolade, die auf dem Küchentisch zurückgeblieben war, naschte.

Abends beim Essenservieren fragte ich sie, ob sie wüßte, warum diese kleiner geworden sei. Sie erschrak so sehr, dass sie beinahe das Tablett fallen gelassen hätte, gestand kreidebleich und stotternd sofort ihr „Verbrechen“, flehte mich an, sie „nicht so arg“ zu schlagen.

„Du magst Süßigkeiten, nicht wahr, Anna?“, erwiderte ich ihr darauf.

„Ja, Herr, und bitte bitte verzeihen Sie mir. Bitte bitte bitte! Oh, warum darf ich nie irgend etwas tun, nicht die kleinste Kleinigkeit?“, brach es heraus aus ihr.

Es lag soviel echte Verzweiflung in ihrer Stimme.

„Anna, jetzt stell mal das Tablett ab. Komm her, setz dich auf meinen Schoß. Nun komm schon. Ich beiße nicht.“ Da fing sie an zu kichern, schlug zwar sofort die Hand vor den Mund, konnte aber offenbar nicht anders, als immer weiter zu kichern, wurde immer fröhlicher dabei, lachte glucksend, in ihren Augen tauchte etwas auf, ein Funkeln, das mir bisher entweder entgangen war oder das sich noch nie gezeigt hatte, seitdem sie bei mir war.

Nun grinste auch ich: “O.k., Anna, du hast gewonnen. Also: diesmal beiße ich dich nicht und in den Keller gehen wir auch nicht.“

Sie wurde wieder ernst bei diesen Worten, setzte sich ganz brav auf meinen Schoß.

„Ich wollte grad nicht respektlos sein, Herr, wirklich nicht. Ich will auch immer gehorchen, immer, ich schwör´s. Aber manchesmal, also ich meine, warum darf ich nie irgend etwas tun?  Oh bitte, erlauben Sie mir doch ein bißchen mehr, nur ein bißchen, bißchen, bißchen, ja?“ Sie schmiegte zuerst ihre Wange an meine, knabberte dann an meinem Ohrläppchen herum. Vorsichtig schob ich sie weg. Den größten Sieg hatte sie, ohne es zu ahnen, bereits jetzt errungen. Ich würde sie nicht foltern lassen, nein. Verdammt, ich mochte sie, mehr als ich es für möglich gehalten hatte. Bestimmt gab es die Möglichkeit, gegen ein ordentliches Entgelt Foltersitzungen im Sklavengefängnis beizuwohnen, möglicherweise sogar mitzutun, an irgendwelchen x- beliebigen Sklavinnen meine sadistische Ader auszuleben. Dass ich da nicht früher daran gedacht hatte! Außerdem würde ich Anna ja weiterhin „in den Keller führen“, das war ja auch schon was.

„Anna, komm, setzen wir uns aufs Sofa. Ich glaube, dass wir mal reden müssen miteinander. Vielleicht hast du recht und es ist tatsächlich an der Zeit, dir mehr zu erlauben.“

Sie wandte den Blick fragend zu dem nicht abgeräumten Tisch. „Später, Anna, später. Komm jetzt!“

Ich nahm sie bei der Hand und führte sie rüber, wir setzten uns, sie schlang ihre Arme um mich, hielt mich fest.

„Also, Anna, jetzt sagst du mir mal drei oder vier Sachen, die dich am meisten stören und ich sage dir, was ich dir erlauben werde. Du darfst sagen, was du willst, ich werde dich nicht schlagen deswegen, ich verspreche es dir.“

Sie seufzte zweimal tief, bevor sie anfing. „Warum muß ich immer eingesperrt sein?  Immer, immer, immer. Ich will auch mal nicht eingesperrt sein.“ Sie schwieg. Ich strich ihr übers Haar. „Das war Nummer eins. Und die Nummer zwei?“ Sie dachte nach. „Warum sitzen wir nicht öfters beieinander abends? Wir könnten reden. Oder fernsehgucken. Oder Spiele spielen.“ Was für Spiele kannst du denn?“, entfuhr es mir. „Oh, viele. Monopoly und so. Ich habe oft gewonnen. Und Schach. Ich kann auch Schach.“ „Schach? Ach was? Spielst du es gut?“ „Ich glaub schon. Ich habe mal den Schulpreis gewonnen. Ich war in der Schachmannschaft. Aber da hatte ich auch ein bißchen Glück, andere waren auch sehr gut.“ Das beeindruckte mich.

„Und, die Nummer drei?“ Wieder dachte sie nach. „Bitte, schlagen sie mich nicht mehr so viel. Und Bücher. Warum darf ich nicht meine Lieblingsbücher haben?“

Sie macht es geschickt, dachte ich bei mir. Sie ist nicht berechnend. Sie fordert auch nicht viel. Sie wickelt Menschen nicht um den Finger, sie rührt sie. Mein Gott, aus ihr könnte was werden, wenn sie keine Sklavin wäre. Meine Sklavin, um genau zu sein, und ich hatte keine Absicht, sie jemals freizulassen.

Nach einer Weile begann ich zu reden: „Gut Anna, du wirst mehr Freiheit bekommen.“ Sie begann zu strahlen, schaute auf zu mir.

„Du wirst zwar weiterhin eingesperrt sein meistens, aber du wirst nicht mehr ans Bett gebunden nachts. Außer..“, so fügte ich warnend hinzu, „du bist ungehorsam.“ Sie schüttelte den Kopf. „Nie, nie mehr will ich ungehorsam sein. Nie wieder, ich schwör´s.“ „Gut, wir werden sehen. Was die Schläge betrifft: die wirst du weiterhin bekommen, und zwar nicht zu knapp. Bild dir da keine Schwachheiten ein. Du bist eine Sklavin. Wenn es mal weniger werden sollen: es liegt an dir. Gehorche, arbeite und sei immer so sexy, wie jetzt. Gib dir weiter so viel Mühe im Bett.“ Sie nickte: „Ach Herr, bestimmt werden Sie mich immer seltener verprügeln müssen. Ich schwör´s!“

„Gut, es liegt an dir, wie gesagt. Noch mal zu zum Eingesperrtsein: wenn du in nächster Zeit ganz ganz brav und mehr als brav bist, dann schicke ich dich vielleicht ein oder zwei mal die Woche zum Einkaufen. Wenn du immer  rechtzeitig zurückkommst, sehen wir weiter. Vielleicht kriegst du sogar mal Ausgang."

Sie freute sich, sehr sogar, es war ihr anzusehen. Sie atmete heftiger, lächelte mit geschlossenen Augen, drückte sich noch enger an mich.

„Und die Bücher. Und dass ich öfters mal länger aufbleiben darf und wir machen Spiele?“, fragte sie.

„Wie lange hat dich denn deine Mami aufgelassen?“

„So bis zehn Uhr. Manchmal auch bis um elf.“

„Gut, wir machen es so. Du wirst zwar weiterhin um acht eingesperrt, wenn ich dich nicht ficken oder im Wohnzimmer bei mir haben will. Schachspielen. Ja das könnten wir versuchen. Aber du darfst in deinem Zimmer lesen bis um halb elf. Klingt das gut?“ „Ja Herr, ja, vielen vielen Dank.“

„Schreib mir eine Bücherliste. Und eine mit deiner Lieblingsmusik. Du kriegst auch eine Kompaktanlage. Später kannst du dann in die Bibliothek gehen und dir Bücher ausleihen, wenn du Ausgang hast. Apropos Ausgang: wenn du jemals mit Jungs oder auch Männern rummachst und ich komme dahinter, kommst du in den Bunker, den gibt´s nämlich auch noch, falls du das vergessen haben solltest.“ Sie wurde aschfahl, begann zu würgen, hielt sich die Hand vor den Mund. Einen Moment sah es so aus, als müsse sie sich übergeben. Dann hatte sie sich wieder in der Gewalt. Schüttelte heftig den Kopf. „Nie, nie, Herr, bitte glauben Sie mir. Ich werde nur mit Ihnen ficken. Mit niemand sonst mehr.“ „Das will ich dir auch dringend geraten haben! Und jetzt geh den Tisch abräumen.“ „Ja, Herr, und nochmal vielen Dank. Und auch für die Musikanlage. Vielen vielen Dank. Sie sind ein guter Herr. Auch wenn Sie manchmal sehr streng sind.“




Kapitel 12


Selbstverständlich hatte ich nicht vor, mein Eigentum einfach in die Welt hinausspazieren zu lassen. Ich machte mir keine Illusionen darüber, dass unser Verhältnis letztlich auf meiner Macht über sie beruhte. Sie war bisher ohne Entrinnen eingesperrt in einen Käfig, den Käfig der Knechtschaft, und ich hatte nicht vor, sie daraus entkommen zu lassen, geschweige denn, ihr die Tür auch noch selbst zu öffnen. Sicher- sie war jetzt so unterwürfig und dienstbeflissen, wie man es sich nur wünschen kann, aber die Käfigtür einfach aufzumachen- nonsense!

Wie gut, dass das auch gar nicht nötig war. Um auf Nummer Sicher zu gehen, wandte ich mich an ein auf die Prävention des Entlaufens von Sklaven (und deren Rückführung, sollte es dennoch einmal nötig werden) spezialisiertes Unternehmen und schilderte denen mein Problem.

„Da machen Sie sich mal keine Gedanken. Es gäbe da z.B. die Möglichkeit einer elektronischen Fußfessel, wie sie auch im Strafvollzug zur Anwendung kommt. Da könnte sie jederzeit durch GPS geortet werden. Oder eine Tätowierung, auch als Barcode, die der Polizei oder uns die Möglichkeit gibt, die Eigentumsverhältnisse festzustellen. Da könnte aber beispielsweise auch drin verschlüsselt sein, dass sie sich nur mit schriftlicher Erlaubnis in der Öffentlichkeit bewegen darf. Am besten, wir schicken  mal jemand vorbei.“ Damit war ich einverstanden. Nachdem wir noch eine Zeitlang über Preise geplaudert hatten, vereinbarten wir einen Termin.

Bis dahin hatte ich noch mancherlei zu tun, ihren Willen immer vollständiger zu brechen. Es war gar nicht so einfach, ihr das Ausmaß ihrer Rechtlosigkeit klarzumachen.

Eines Nachmittags, sie war gerade beim Staubsaugen, bekam ich Lust, sie zu ficken. Jetzt. Auf der Stelle. Nicht zu warten bis zum Abend, bis zu einem zärtlichen Beisammensein. Ich zog den Stecker des Staubsaugers, ließ ihn in der Hand baumeln. Sie blickte auf, wohl annehmend, sie selbst wäre die Verursacherin.

„Anna, zieh dich aus. Leg dich aufs Bett. Die Beine breit!“ Etwas ratlos blickte sie schon drein, das war nicht die gewohnte Zeit und auch gar nicht so, wie sie es bisher gewohnt war. Stumm schaute sie mich an, Redeerlaubnis hatte sie ja noch keine. Schließlich erhellte ein verstehendes Lächeln ihr Gesicht, sie deutete auf ihre Armbanduhr. (Ein gar nicht so billiges Geschenk von mir an sie nach einer besonders gelungenen Nacht, auf das sie auch sehr stolz zu sein schien.) Offenbar nahm sie an, ich hätte mich in der Tageszeit vertan. Es war auch ein recht regnerischer und trüber Nachmittag.  „Wird´s  bald. Hopp, auf mein Bett, du wirst gefickt.“ Immer noch etwas verwirrt, aber voll guten Willens, es mir recht zu tun, kam sie zu mir rüber, umarmte mich, wollte zu schmusen anfangen mit mir. „So früh, Herr?“ Offenbar nahm sie an, mein Wunsch nach Sex gäbe ihr das Recht, jetzt schon, am frühen Nachmittag, zu reden. Ich stieß sie von mir, gab ihr eine Schelle. „Habe ich dir gestattet zu reden? Warum bist du noch nicht nackt?“ „Aber Herr, ich wollte doch nur...“, begann sie kläglich, verstummte dann. Widerwillig begann sie, sich zu entkleiden. „Schneller!“ Da beeilte sie sich etwas mehr, stand bald nackt und irgendwie unschlüssig im Raum herum. „In mein Schlafzimmer. Auf dem Nachttisch findest du Babyöl. Öl deine Fotze gut ein, verstanden? Dann machst du die Beine breit und wartest auf mich. Und nimm deine Kleider mit, du kannst sie über einen Stuhl legen.“

Sie klaubte ihre Klamotten zusammen, nahm auch die Schuhe an den Riemen in die Hand und schlich gesenkten Hauptes an mir vorbei in Richtung Schlafzimmer. Mit geröteten Wangen, als schäme sie sich.

Als ich ihr nach ein paar Minuten folgte, nun ebenfalls nackt und mit einer hammerharten Erektion, lag sie wie befohlen auf dem Bett, ihre ölglänzende Fotze glänzte. Ihr Brustkorb hob und senkte sich in unregelmäßigem Takt, auch war hin und wieder ein Schniefen vernehmbar. Sie weinte, ach Gottchen!

Ohne viel Federlesens warf ich mich auf sie und fickte sie ohne jede Raffinesse wie eine Billighure.  Anschließend warf ich ihr eine Packung Kleenex hin. „Wisch dir den Saft aus der Fotz´ und die Tränen ab. Dann ziehst du dich an und in zehn Minuten will ich dich wieder hinter dem Staubsauger sehen. Sonst setzt es was.“ Stumm nickte sie, blickte mich dabei an aus vorwurfsvollen Augen. 















Kapitel 13


Wir spielten jetzt öfters Schach miteinander am Abend.

Vor unserer ersten Partie fragte sie mich: „Um was spielen wir? Gibt es einen Preis zu gewinnen?“ Offenbar war sie es gewohnt,  nicht nur um des Vergnügens willens zu spielen sondern wollte auch was haben für ihren Sieg, mit dem sie wohl rechnete.

„Nun, was hättest du denn gern?“

„Ach, Herr, Sie haben mir doch mal gesagt, vielleicht dürfte ich mal Ausgang haben. Wenn ich gewinne, darf ich dann...“, hier zögerte sie etwas, „darf ich dann bald mal Ausgang haben, ja?“ Dabei strahlte sie mich an, stellte mit flinken Fingern die Figuren auf. Sie schien auch auf psychologische Kriegsführung  zu setzen an diesem Abend, war besonders sexy zurechtgemacht, mit knappem Minirock, knallengem bauchfreien Top, Strümpfen und Stilettos, alles in Schwarz.

„Warum spielen wir nicht gleich um deine Freilassung? Weißt du was? Wir spielen darum, dass eine gewisse Dame keine zehn Hiebe mit dem Rohrstock bekommst, einverstanden?“

„Sie meinen, wenn ich das nächste Mal welche kriegen muß?“, gab sie zurück, augenscheinlich in aller Unschuld.

„Na ja“, dachte ich bei mir, „fair enough.“ Laß sie das gewinnen, wenn sie will.

„Gut, ja, spielen wir darum.“ Auch das schien ihr keineswegs unrecht zu sein, den Rohrstock fürchtete sie.  

„Weiß oder Schwarz, Herr?“

Ich wählte weiß und verlor trotzdem. Meine ganze Vorbereitung mit Hilfe eines Schachbuches und des Computers als Sparring- Partners konnte offenbar nichts ändern daran.

„Sie waren noch gar nicht mal so schlecht“, meinte sie am Ende tröstend. „Wenn wir öfters spielen, werden Sie bestimmt noch besser, Sie werden schon sehen.“

„Danke, du bist ein großzügiger Gewinner. Vielleicht hast du ja recht und ich werde wirklich noch besser im Lauf der Zeit. Und jetzt räum das Spiel auf, du wirst jetzt eingesperrt.“

Sie zog zwar einen Flunsch, sagte aber nichts, stakste Richtung Zimmer auf ihren hochhackigen Schuhen.  




WIRD FORTGESETZT




                         

   

      

     

                  





Anna

 

ANNA

 

Teil 2

 

Hier seht Ihr sie mal!

 
 

Kapitel 14

 

Ich hatte mir angewöhnt, mir mein Frühstück von einer fast nackten Anna servieren zu lassen. Allerdings bestand ich auf einem sorgfältigen Make- up. Sonst trug sie lediglich einen denkbar knappen Tanga und hochhackige Schuhe, mal Stilettos mit Riemchen, mal Pumps. Was ich ihr am Abend zuvor eben hinstellte. Keine Strümpfe, kein Top.  Unter der Woche sparte das Zeit. Und es bedeutete eine schöne morgendliche Anregung, vor allen Dingen an den Wochenenden... Bis ich ihr Zimmer aufschloß, hatte sie fertig zu sein, zu diesem Zweck versorgte ich sie mit einem billigen Wecker. Das hieß für sie auch an den Wochenenden aufstehen und sich herzurichten um sechs Uhr, weil sie ja nicht wissen konnte, wann es mir einfallen würde, sie rauszulassen. („Der Prügelbock wartet auf dich, wenn du mich auch nur einmal als Morgenschlampe empfängst!“)

Oft onanierte ich unter dem Tisch, während sie mich bediente, sie schaute nicht hin, tat, als bemerke sie es nicht. Nur gelegentlich, aus den Augenwinkeln, warf sie einen verstohlenen Blick auf mein steifes Glied, während ich es schweigend unablässig   bearbeitete. War ich dann kurz vorm Abspritzen, reichte sie mir mit abgewandtem Gesicht ein saugfähiges Tuch Küchenkrepp, in das ich heftig ejakulierte. Ich legte es auf eine zu diesem Zweck bereitstehende Untertasse, mit spitzen Fingern nahm sie es auf, um es sogleich zu entsorgen, sorgsam darauf bedacht, nichts heraustropfen zu lassen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ihr Gesicht rötlich überhaucht.

„Seltsam“, dachte ich bei mir, „wir treiben es doch wie die Karnickel manchesmal ohne dass es ihr etwas ausmacht. Mein doch recht unschuldiges morgendliches Vergnügen hingegen scheint ihr nicht sehr gelegen zu kommen.“ Ich beschloß, die Sache etwas auszubauen...

An dem Morgen, von dem ich erzählen möchte, ein Samstagmorgen, rückte ich ab vom Tisch und wichste gänzlich ungeniert offen zu ihrem Anblick. Es war nichts zu hören außer einem  rhythmischen, leisen Reiben, wie ein Pavian onanierte ich. Sorgfältiger  als sonst richtete sie das Frühstückstablett, hielt mir den Rücken zugekehrt. In der Furche ihres anbetungswürdigen Hinterns verschwand das schmale weiße Band ihres heutigen G- Strings, der sich nur vorne zu einem winzigen Stoffdreieck weitete, das mit Müh und Not eben mal ihren Schamhügel abdeckte.

(Teuer war er nichtsdestotrotz gewesen, sehr teuer sogar. In letzter Zeit begnügte ich mich nämlich nicht mehr mit all dem Fummel, den sie mitgebracht hatte, sondern ging selbst shoppen, mein kleines Spielzeug auszustaffieren mit allerhand reizvollen Accessoires. Ihre Muschi übrigens glattrasiert neuerdings auf meinen Befehl hin.)

„Anna!“

„Ja, Herr?“ Zögernd wandte sie sich um, meinen Blick meidend. Wie ein Geistesgestörter war ich währenddessen weiterhin an meinem Pinsel zugange.

„Blick mich an, wenn ich mit dir rede!“

„Entschuldigen Sie bitte, Herr“, wisperte sie. Sie hielt den Kopf gesenkt. „Ich,..ich..“, sie verstummte, schließlich hatte sie tagsüber ja Redeverbot. Die Arme an die Seiten gepreßt vollführte sie hilflose kleine Bewegungen mit den Händen.

„Sprich, Anna! Was wolltest du sagen? Und schau mich an!“

Sie hob den Kopf, schaute mir immer wieder kurz in die Augen, schlug den Blick dann wieder nieder.

„Ich..., ich will doch nicht respektlos sein. Wirklich nicht, Herr, bitte glauben Sie mir. Es ist nur- ich bin es nicht gewohnt, ich meine, das was Sie da machen. Wollen Sie..., wollen Sie jetzt das Krepptuch?“

„Nein, Anna. Geh ins Schlafzimmer und hol die Pariser. Beeil´ dich.“

Sie huschte weg, kam bald darauf wieder zurückgerannt, hielt eine Schachtel Präser in der Hand.

Ich hörte kurz auf mit dem Wichsen.

„Streif mir einen über.“

Mit sanften Fingern tat sie wie geheißen.

Ich fing wieder an, es mir selbst zu besorgen.

„Stell dich vor mich, Brüste nach vorn! Und schau mir in die Augen!“

Sie gehorchte, schon bald, schon bald spritzte mein Saft stoßweise in das kleine Gummireservoir, wie ein weißlicher Nippel erhob er sich vorn an meinem Pimmel.

„Nimm ihn runter. Laß das Sperma auf den Unterteller laufen. Schmeiß den Präser nicht weg, leg ihn meinethalben auf den Frühstücksteller.

Wieder gehorchte sie, mit vor Ekel verzogenem Gesicht. Von den Fingern der einen Hand tropfte es, sie hielt sie über den kleinen Spermasee auf der Untertasse. Das benutzte Kondom, das immer noch Reste enthielt, legte sie so vorsichtig ab, als sei es zerbrechlich.

„So, Anna. Und jetzt trinkst du mein Sperma!“

„Was, Herr, was soll ich? Ich muß es..., ich meine ich soll das da trinken?“ Entgeistert starrte sie abwechselnd mich und die ominöse Untertasse an.

„Auf der Stelle. Stell dich bloß nicht so an, du Schwanzlutscherin hast ja bestimmt schon einen halben Liter von meinem Schmand intus. Deswegen hast du ja auch so glänzende Haare. Schlürf es, wird´s bald?“

Das Gesicht eine einzige Maske aus Widerwillen, setzte sie die Untertasse an, sog den zwischenzeitlich wahrscheinlich bereits erkalteten Schleim in ihre Mundhöhle, die Augen fest zugepresst. Scheppernd ließ sie die Untertasse fallen, schlug beide Hände vor den Mund, begann zu würgen.

„Runter damit, du Fotz´, oder ich schlag dich windelweich!“ Sie atmete heftig, riß die Augen auf, sie quollen fast aus den Höhlen. Entschlossen schluckte sie hörbar zweimal, ließ die Hände wieder sinken. Ein dünner Faden aus Speichel und Sperma lief ihr aus dem Mundwinkel. Ganz blaß war sie nun.

„Alles unten?“ Sie nickte. „Ja, Herr.“

Ich deutete auf den benutzten Gummi auf dem Frühstücksteller.

„Lutsch ihn aus!“

Da begann Anna  weinen. Sie sank in die  Knie, rutschte zu mir, umfaßte meine Unterschenkel. „Bitte, Herr, lieber Herr. Bitte verlangen Sie das nicht. Ich glaub, dann wird mir schlecht. Dann muß ich bestimmt brechen.“ Sie weinte stärker.

Ich strich ihr übers Haar, tätschelte sie. „Das ist aber gar nicht gut, wenn du so einen Ekel hast vor Wichse. Gut, das müssen wir wohl  noch trainieren. Für heute wollen wir es genug sein lassen. Schmeiß das Ding in den Mülleimer.“

Sie weinte aber immer mehr, wollte mich gar nicht mehr loslassen, ihr Kopf sank in meinen Schoß. Schließlich gelang es mir, ihr aufzuhelfen und sie zum Sofa im Wohnzimmer zu führen und sie, die immer noch schluchzte gelegentlich, mit sanftem Druck daraufzubetten. Sofort rollte sie sich zu einen Ball zusammen, hielt ihre Knie umklammert. Ich breitete  eine Decke über sie. „Ruh dich aus jetzt. Ich komme schon alleine klar mit dem Frühstück.“ Ich sah ihren Kopf nicken. „Danke, Herr. Danke auch, dass Sie mich nicht gezwungen haben“, kam es leise.

Ich ließ sie allein, um zu Ende zu frühstücken.

Nach einer Weile hörte ich sie aufstehen und in Richtung ihres Zimmers laufen.

„Anna, wo willst du denn hin?“

„Ich will meine Arbeitskleidung anziehen, Herr.  Und darf ich mir auch noch mal die Zähne putzen bitte?“, erwiderte sie, wieder mit ihrer gewohnten Stimme.

„Zähneputzen, ja- Anziehen, nein. Heute kommen noch zwei Herren, um dich als mein Eigentum zu kennzeichnen. Die brauchen dich nackt. Hast du verstanden?“

„Ja, Herr. Und danke, dass ich mir die Zähne putzen darf.“

 

Beim Abräumen des Geschirrs war sie wieder ganz die Alte, flink und aufmerksam. Anerkennend tätschelte ich ihren Po.

„Sehr gut, Anna!“

Sie lächelte mir zu, deutete auf ihren Mund.

„Sprich. Du darfst reden.“

„Danke, Herr. Herr...“, sie rang mit sich.

„Ja, Anna?“

„Diese Herren, von denen Sie sprachen, ich meine, werden die mir wehtun? Ich meine, die werden mir ja sicher nichts tun, oder?“

„Tja, ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Aber ich werde ihnen sagen, dass sie dir nicht extra wehtun sollen.“

„Danke, Herr.“ Sie ließ sich auf meinen Schoß gleiten, in ihrer ganzen verführerischen Nacktheit, hauchte mir wieder diese kleinen Küßchen auf die Wangen, die Stirn, wie schon einmal.  Unsere Münder suchten und fanden sich.

Erst nach einer halben Stunde lösten wir uns wieder voneinander.

„Geh jetzt. Ruh dich noch ein wenig aus. Du mußt nicht mehr arbeiten heute.“

„Danke, Herr. Aber soll ich nicht doch was kochen, Herr?“

„Ich hab keinen Hunger. Ruh dich aus.“

„Ja, Herr.“   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 15

 

So gegen 10.30h läutete es, einmal, zweimal, ein drittes Mal. Ich wartete darauf, dass Anna käme, mich um den Hausschlüssel zu bitten, wie es ihre Pflicht gewesen wäre, rief auch nach ihr.

„Anna, verdammt, wo steckst du?“

Keine Antwort. Seufzend erhob ich mich, schlurfte selber zur Haustür, öffnete. Draußen standen die beiden Herren der Agentur zum Wiederauffinden entlaufener Sklaven.

„Guten Morgen, der Herr“, begrüßte mich der Jüngere der beiden, ein stämmiger Mittzwanziger mit rundem Gesicht und Schnäuzer. „Sie öffnen selbst? Wir werden doch nicht etwa zu spät gekommen sein?“ „Er meint, vielleicht ist das Früchtchen ja schon über alle Berge. Da sind gerade diese jungen Dinger schnell drin, wenn ihnen etwas nicht paßt an einer neuen Herrschaft“, ergänzte sein Kollege, ein eher unscheinbarer Typ, vielleicht so um die fünfzig.

„Nein, nein, ich habe da schon so meine Vorkehrungen getroffen“, beeilte ich mich zu versichern. „Ist uns schon aufgefallen, ich meine das Tor, die Mauer und so“, brummte der Jüngere.

„Aber bitte, kommen sie doch herein.“

„Vielen Dank.“ Vorsichtig putzen sich beide die Schuhe ab, bevor sie das Haus betraten. Jeder trug eine professionell aussehende, dicke Ledertasche in der Hand.

„Tja, also, Herr Schultz“ (so heiße ich mit Nachnahmen), begann der Ältere, nachdem sich beide als Vertreter ihrer Firma namentlich vorgestellt hatten, „wir sind hier, um Sie bei ihrem Sicherheitsproblem zu beraten und nach Ihren Wünschen Abhilfe zu schaffen. Man hat Ihnen ja schon telefonisch Lösungsansätze unterbreitet, wenn ich richtig unterrichtet bin.“

„Ja, das stimmt.“

„Sie wären dann also in erster Linie daran interessiert, sie tätowieren zu lassen und ihr einen Fußreif zur Satellitenortung zu verpassen.“

„Ja, genau. Können Sie das denn hier vor Ort erledigen? Gegen Rechnungsstellung, meine ich.“

„Kein Problem. Dauert natürlich seine Zeit. Und die junge Dame benötigen wir natürlich auch dazu.“ Wieder der Ältere, der eigentlich einen irgendwie bösartigen Ausdruck in seinem mageren Gesicht hatte. „Also nichts für ungut“, mischte sich da der Jüngere ein. „Wir können selbstverständlich noch etwas warten, wenn es Ihnen gerade ungelegen kommt.“

„Ja, also ich verstehe selber nicht, normalerweise pariert sie ganz gut und flitzt an, wenn man sie ruft.“

„Versengen Sie ihr ordentlich den Hintern. Lassen Sie es ihr auf keinen Fall durchgehen. Die werden schnell aufsässig“, riet der Ältere.

„Äh, ja, gut, vielen Dank, ich werde ihren Rat beherzigen. Wenn sie einstweilen hier Platz nehmen wollen“, ich deutete auf zwei Küchenstühle, stellte zwei Tassen hin. „Bitte, hier ist noch Kaffee. Bedienen Sie sich.“

„Ja, vielen Dank“

Ich ging los, Anna zu suchen. Das dauerte, nirgendwo war sie aufzufinden. Laut nach ihr rufen wollte ich nicht, das war mir dann doch peinlich vor den Herren.

Endlich fand ich sie- im Strafkeller. Sie war gerade dabei, das Leder des Prügelbocks hingebungsvoll mit einer Lederpolitur zu bearbeiten. Immerhin war sie noch befehlsgemäß nackt.

„Anna, hier steckst du! Du solltest dich doch ausruhen. Komm mal her!“

Sie stellte sich hin vor mir, hielt das Köpfchen gesenkt. In ihren Händen hielt sie noch  Glänzbürste und Putztuch.

„Was fällt dir eigentlich ein, du kleines Miststück! Deinetwegen warten die beiden Herren von der einen Firma, na, du weißt schon, die extra wegen dir gekommen sind, bereits geschlagene zehn Minuten. Kopf hoch!“ Ich ohrfeigte sie dermaßen heftig, dass sie Mühe hatte, auf einem Fleck stehen zu bleiben. Sie schaffte es aber, obwohl sie beträchtlich wankte.

„Das hat noch ein Nachspiel, das verspreche ich dir!“

„Herr, ich wollte doch nicht ungehorsam sein“, flüsterte sie. Sie zitterte am ganzen Leibe, machte wieder ihr Flenngesicht.

„Halt´s Maul! Und leg dieses Zeug da weg“, herrschte ich sie an. Eilig legte sie die Putzutensilien in den neben dem Bock stehenden Eimer.

„Komm mit!“

Schnell folgte sie mir in die Küche.

Die Beiden waren inzwischen bei der zweiten Tasse Kaffee angelangt, dem Pegelstand der Kaffeemaschine nach zu urteilen.

„Also, meine Herren, da ist sie.“

Der Jüngere zog eine Augenbraue hoch. Ich blickte mich um. Anna hatte sich in eine Ecke gedrängt, versuchte ihre Scham und die Brüste mit den Händen zu bedecken. An den Handgelenken zerrte ich sie vor den Küchentisch, schlug ihr auf die Hände, als die  wieder nach oben wollten. „Arme hinter den Rücken!“ sie gehorchte, wurde puterrot. „Ganz schön aufsässig“, giftete der Ältere. „Du kannst von Glück sagen, dass du nicht mir gehörst!“

„Niedlich, ein fickbares Stück Geilfleisch haben sie da“, ließ sich der Jüngere vernehmen. Offenbar ließ er es sich angelegen sein, die Sticheleien seines Kollegen der Kundschaft gegenüber zu entkräften.

„Na ja, Sie müssen sie halt schon ziehen“, wiegelte der Ältere ab, „ich wollte mich natürlich nicht einmischen in ihre Belange. Entschuldigung.“

„Gut“, so wieder sein Kollege, „wir müßten sie festbinden. Haben Sie eine Streckbank oder sowas. Möglichst mit Bauchgurt und was für die Hände und Füße?“ Streckbank- nein, darüber verfügte ich nicht. Mir war klar, dass sowas dauerhafte Gesundheitsschäden hervorrufen konnte, Rheuma und dergleichen, so würde  mir Anna nichts nutzen und auch rapide an Wert verlieren. Allenfalls eine mit Kunstleder gepolsterte Massagebank im Keller, als Alternative zum Prügelbock, falls ich sie einmal bis zur Bewußtlosigkeit prügeln wollte. Der mit echtem Leder überzogene Bock, ein wirklich schönes Stück, eine echte Okkasion vom Flohmarkt, war mir dazu eigentlich zu schade. Urin oder Erbrochenes, nein, das wollte ich da eigentlich nicht drauf kommen lassen. Außerdem könnte ich sie auf der Liege problemlos mit kaltem Wasser abschrecken, um sie wieder aufzuwecken (oder als eigenständige Foltermethode). Bisher war das Teil aber nicht zum Einsatz gekommen, es war schlicht noch nicht nötig geworden, Anna wußte aber, was ihr blühte, sollte sich die Notwendigkeit eines Tages doch noch erweisen.

„Tja, hören Sie“, begann ich, da fiel mir aber etwas ein. „Nein, warten Sie, wäre es o.k., sie an ihr Bett zu fesseln? Da gibt es einen Gurt und was Sie sonst so noch alles brauchen könnten, denke ich."

Anna ergriff mit beiden Händen meinen Oberarm, drückte ihn stark, schüttelte heftig verneinend den Kopf, blickte mir flehentlich in die Augen.

Wir hatten ihr Zimmer in letzter Zeit ein wenig ausstaffiert, es etwas wohnlicher eingerichtet. Aus dem Katalog, an unseren gemeinsamen Abenden. Mit Feuereifer war sie bei der Sache gewesen, hatte jetzt schöne Vorhänge und einen flauschigen Bettvorleger, alles „hübsch“ bonbonfarben. Katzen- und Hundeposter zierten die Wände. Dazu kamen ein Nachttischchen (für ihr kleine Lampe, zum Draufstellen), ein kleiner Schreibtisch. Ich ging sogar soweit, ihr immer wieder ein paar dieser Süßigkeiten in seine Schubladen zu legen, wie sie für Kinder offenbar so unwiderstehlich sind. Ein Bücherbord verkomplementierte den Gesamteindruck, auch es in einem Farbton, wie er Anna zuzusagen schien. Das war jetzt ihr kleines Reich, gewissermaßen.

„Was ist denn nun schon wieder?“ Wieder der Ältere.

Anna drängte sich immer enger an mich, schaute mich immer eindringlicher an.

„Also red schon“, forderte ich sie auf.

„Herr, könnte man mich nicht bitte im Keller festbinden, auf der Bank zum fürs Bewußtloshauen?“, flehte sie.

„Gibt es da unten eine Steckdose und ausreichend Beleuchtung?“, erkundigte sich der Jüngere.

„Ja, schon“, antwortete ich. „Es gibt da so Spotlights, da könnten wir eines auf sie richten. Machen wir es dort, Sie sehen ja, sie will es nicht in ihrem Zimmer.“ Beide schüttelten den Kopf, der Jüngere verständnisvoll, der Ältere ärgerlich.

Ich schickte Anna noch eben in ihr Zimmer, den Bauchgurt holen. Stricke und Tape  zum sicheren Fixieren ihrer Hände und Füße hatten die beiden dabei, der aufblasbare Knebel (der Leser erinnert sich) befand sich ohnehin im Keller.

Dann gingen wir nach unten, wo sich Anna rücklings auf die Massagebank legen mußte. „Arme und Beine nach unten, an die Beine von der Liege “, knurrte der Ältere. „Nein, die Arme über den Kopf, faß soweit als möglich nach unten, halt dich fest.“ Mit geübten Bewegungen banden und klebten sie Anna fest, zogen den Bauchgurt stramm an.

„Mach den Mund auf.“ Der Ältere knebelte sie, pumpte auf, bis Anna erstickte Laute von sich gab.

„Schön, wo soll die Tätowierung denn nun hin?“

„Oberhalb des Schambeins?“ „Nicht so günstig, da können sie Haare drüber wachsen lassen.“ Das leuchtete mir ein.

„Wie wäre es hier?“ Der Jüngere deutete auf die Innenseite ihres rechten Oberarmes, die ja nach außen schaute bei ihrer Fesselung. „Da wirkt das nicht so auffallend.“

„O.k.“ „Wie können natürlich auch die Außenseite nehmen. Müßten wir halt die Arme noch mal anders hin binden.“ „Nein, ist o.k. Entlaufene Sklaven werden ja ohnehin gründlich inspiziert, wenn man sie wieder hat, nehme ich mal an.“

„Gründlich, ja. Innen und außen.“ So der Ältere wieder. Er drückte mir ein Formblatt in die Hand. „Hier, füllen Sie das aus, bitte. Der DIN- Strichcode enthält eine Identifizierungsnummer und besagt ansonsten lediglich, dass sich der, der sie eingefangen hat, an uns wenden soll. Da brauchen wir halt noch ein paar Angaben.“

„O.k., mach ich.“

Der Ältere hatte zwischenzeitlich mit dem Auspacken und Montieren der Tätowierpistole begonnen. Mit weit aufgerissenen Augen verfolgte Anna seine Aktionen, so gut ihr das eben möglich war. Ich verzog mich nach oben, den Papierkram zu erledigen. Anna gab ängstliche Töne von sich, als im Begriff war, den Raum zu verlassen...

„Ach ja“, wandte ich mich in der Tür noch einmal um, „was schätzen Sie, wie lange sie brauchen?“

„Na  ja, so schätzungsweise anderthalb Stunden. Also plus minus. Die Tätowierung dauert am längsten, das Anlegen und Verschließen des Fußreifes geht fix.“ Er hielt ihn in die Höhe.

„Ist ja ziemlich dünn. Sind Sie sicher, dass er auch wirklich, also ich meine, widerstandsfähig ist.“ „Keine Bange, er ist aus einer Titanlegierung und praktisch unzerstörbar. Auch das Schloß. Kriegt man ohne Spezialwerkzeug kaum mehr auf, wenn es einmal fachmännisch verriegelt ist. Und er soll ja auch nicht auftragen oder sie über Gebühr behindern. So- und nun an die Arbeit, wir melden uns bei Ihnen, sobald wir fertig sind.“

„O.k., ich bin im Wohnzimmer.“

Die ganze Zeit hatte Anna ihre aufgerissenen Augen auf mich gerichtet gehalten, als ich endgültig aus dem Raum trat, machte sie wieder diese Geräusche, lauter diesmal, protestierend.

Ich kümmerte mich nicht darum, ging nach oben. Sollte ich die ganze Zeit neben ihr stehen,  Händchen halten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 16

 

Nach dem Ausfüllen des Formulars machte ich es mir mit einem Gläschen Rotwein in meinem Lesesessel bequem, genoß die Ruhe und den Frieden, das durch die Fenster einfallende Licht des Vorfrühlings, lauschte eine Zeitlang den ersten Vogelstimmen dieses Jahres. Gelegentlich am Wein nippend, vertiefte ich mich in einen dieser dicken Wälzer, in denen ich manchesmal stundenlang schmökern kann, wenn die Erfordernisse des Alltags gewissermaßen mal eine Atempause machen.

Als ich mich schließlich wieder losriß von meiner Lektüre und auf die Uhr blickte waren, mirnichts dirnichts, zwei Stunden vergangen. Nanu, hatten sie nicht gesagt, so zirka anderthalb Stunden? Na ja, gut Ding will eben Weil haben. Und las noch ein wenig weiter.

Nach einer Viertelstunde kam mir das Ganze denn doch ein wenig spanisch vor, ich ging in den Keller, nach dem Rechten zu sehen.

Schon im Gang hörte ich deutlich recht vernehmliches, wenngleich durch den Knebel natürlich gedämpftes, kehliges Protestgeheul Annas. Immer wieder für Sekundenbruchteile unterbrochen, dazu rhythmisches Stampfen und Keuchen. „Nanu, die beiden schlimmen Buben werden doch nicht etwa....?“

Ich mußte mir Gewißheit verschaffen. Vorsichtig schob ich die nur angelehnte Tür ein wenig weiter auf- und richtig: der Ältere war gerade dabei, Anna mit heftigen Stößen durchzuorgeln. Er lag auf ihr, zwischen ihren gespreizten Beinen und fickte sie so heftig, als vögelte eine tote Sau. Noch nicht einmal die Kleider hatte er dazu ausgezogen, der Barbar, nur die Hose runtergelassen. Gut, von ihrem Standpunkt aus war die so aufreizend daliegende und zur  Bewegungsunfähigkeit verdammte Anna wahrscheinlich nichts Anderes als ein, wie hatte sich der Jüngere doch gleich ausgedrückt,  saftiges „Stück Geilfleisch“.  Ein Loch zum Stopfen. Das noch so eine hübsche Heulmusik machte dazu. Diese Sichtweise entbehrte natürlich nicht einer gewissen Berechtigung, war sie mir selbst doch nicht ganz fremd. Nur- verdammt noch mal- mir gehörte dieses Ficktierchen  schließlich, also wenigstens um Erlaubnis fragen hätten sie ja können, die beiden Schlawiner. (Obwohl ich sie ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gegeben hätte.) Jetzt ging der Jüngere auch noch neben Annas durch den harten Ritt heftig durchgeschütteltem Köpfchen in die Hocke und flüsterte ihr Dinge ins Ohr, Obszönitäten vermutlich. Wenigstens hatte er den Anstand besessen, sich seiner Kleidung zu entledigen, bevor er, wahrscheinlich als Erster, über Anna drübergestiegen war.

Ich beschloß dennoch, abzuwarten, bis der Prolet fertig damit sein würde, Anna zu pimpern. Das war ja schließlich und endlich so etwas wie ein intimer Moment, während dem kein Mann gestört sein will, und ich wollte da jetzt nicht einfach so dazwischen platzen, auch wenn die Umstände mir selbstredend jedes Recht dazu gegeben hätten.  Außerdem- in gewisser Weise erregte mich die Situation auch, das war jetzt so etwas wie eine unverhoffte Live- Show, so eine Art Peepshow durch den Spalt der eigenen Kellertüre. Das entbehrte, bei aller Roheit des ja recht viehischen Aktes, nicht einer gewissen Delikatesse.  Durch den Stoff meiner Hose begann ich, eine wenig herumzuspielen an meinem sich versteifenden Glied. Meine Güte, er brauchte aber lange, hatte der Ausdauer! Ich mußte mich zwischenzeitlich doch sehr beherrschen, um nicht in die Unterhose zu ejakulieren. Nicht auszudenken, wie lange die beiden schon rummachten mit meiner kleinen Kindbraut. Wahrscheinlich sagten sie immer: „So plusminus anderthalb Stunden“, brauchten in Wahrheit nur eine Dreiviertelstunde und verlustierten sich während der restlichen (bezahlten!) Arbeitszeit mit dem Eigentum ihres nichtsahnenden Auftraggebers, der, weggeschickt, um das Formular auszufüllen, so schnell nicht wieder kommen würde. Das sah ihnen ähnlich. Nur dass sie diesmal die Zeit gründlich vergessen hatten! O.k., ich wollte ihnen die Suppe  nicht restlos versalzen, aber die Rechnungshöhe, da sah ich noch Diskussionsbedarf.

Endlich war es so weit: Annas Deckhengst entlud sich augenscheinlich in ihre Eingeweide, blieb noch ein paar Minuten erschöpft auf ihr liegen, bevor er damit begann, „ihn“ aus ihr rauszuziehen. Wie kurioserweise so manche hageren Unscheinbaren war er gesegnet mit einem Schwanz, der auch einem wirklichen Hengst nicht übel angestanden wäre. Die von Fotzenschleim ummantelte Fleischwurst wollte kein Ende nehmen, während er sich zurückzog, endlich, nach über fünfundzwanzig Zentimetern, entkorkte sich eine riesige, lila verfärbte Eichel mit einem leisen „Plopp“ aus Annas Loch. Gott steh mir bei! Ich wurde die Vorstellung nicht los, als habe er auch noch ihre Gebärmutter penetriert, um deren Wände gleich an Ort und Stelle zu benetzen mit seinem klebrigen heißen Saft. Mir Sicherheit stand Annas Lustgrotte jetzt weit offen. Was, wenn sich die Wände des Fickkanals nicht mehr so schön eng zusammenzögen, wie ich es liebte? Nun, sie war noch sehr jung und das Gewebe noch schön elastisch. Wahrscheinlich sah ich doch zu schwarz jetzt.

Diskret doch deutlich klopfte ich.  Anna stöhnte vor Erleichterung. „Meine Herren, Sie sind ja wohl soweit fertig jetzt, wenn Sie dann bitte nach oben kommen wollen, ja? Ich gehe schon mal voraus.“

Nach zirka zwanzig Minuten standen beide bei mir in der Küche, ertappt lächelnd. Anna in ihrer Mitte, die Schamlippen geschwollen und gerötet. Ihr Spalt, bisher ein feiner, jungmädchenhafter Strich, schien verbreitert. Aus ihm suppte unaufhörlich glänzender Lustschleim, durchsetzt mit weißlichen Bläschen- Sperma. Durch Reiben beider Oberschenkel  verwischte sie ihn immer wieder an den Innenseiten, die schon ganz mit einer durchsichtigen klebrigen Kruste überzogen waren, um ein Herabtropfen auf den Teppich zu verhindern.

„Anna, geh auf die Toilette!“ Ich händigte ihr den Vierkantschlüssel aus. „Laß es mal so ungefähr eine halbe Stunde lang rauslaufen. Danach duschst du und wäschst dich unten gründlich. Du darfst dann in dein Zimmer gehen. Heute brauchst du wirklich nicht mehr zu arbeiten."

„Ja, Herr. Vielen Dank.“

Sie sah blaß aus und wirkte mitgenommen, aber auch erstaunlich gefaßt, wenn man bedenkt, wie brutal und langanhaltend sie noch vor kurzem vergewaltigt worden war. 

Mit den Herren wurde ich rasch handelseinig.  Ich hatte den Eindruck, sie wollten keinen Ärger und waren deswegen auch nicht in der Stimmung, mir welchen zu machen, als ich eine deutliche Abrundung des Rechnungsbetrages nach unten vorschlug.

„Sie wollen doch ganz sicher nicht, dass ich die Angelegenheit mit ihrem Arbeitgeber erörtere.“ Nein, das wollten sie nicht.

Ich nehme an, dass sie den Fehlbetrag untereinander aufgeteilt haben.

Also hatte ich Anna faktisch, wenn auch unwillentlich und ohne wirkliches eigenes Zutun, als Prostituierte vermietet. Hmm. 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 17

 

„Anna !“

Ich stand in der Haustür, die Kaffeetasse in der Hand. Es war ein fauler Samstag Ende Mai gewesen; für mich, um genau zu sein. Anna arbeitete  seit acht Uhr früh im Garten, mit fünfzehn Minuten Mittagspause, während der sie mir einen zu blasen hatte. Jetzt war es achtzehn Uhr dreissig. 

„Ja, Herr?“

Eilig kam sie angerannt, dreckig, verschwitzt und taumelnd, wahrscheinlich vor Erschöpfung.

„Wie weit bist du?“

„Ich habe die Hecke geschnitten und das Rosenbeet umgegraben, den Rasen gemäht, den Goldfischteich leergeschöpft, gereinigt und wieder aufgefüllt, den Gartenweg vom Moos gesäubert und die dürren Äste vom Winter gebündelt, wie Sie es befohlen haben, Herr.“

„Und das Feuerholz? Hast du auch das Holz für den Kamin gehackt?“

Sie senkte den Kopf.

„Ich...ich...wollte gerade damit anfangen, Herr. Bitte verzeihen Sie mir.“

„Es ist jetzt zu spät. Ich möchte dich heute noch benutzen. Dusch dich und zieh an, was in deinem Zimmer bereitliegt.  In einer halben Stunde bist du fertig und es steht auch ein kaltes Abendbrot auf dem Tisch, verstanden?“

„Ja, Herr.“

Sie wollte sich an mir vorbei ins Haus drücken.

„Zieh deine schmutzigen Arbeitsschuhe aus, du Ferkel!“

„Oh ja, Herr, sofort. Bitte, es tut mir leid. Ich habe es vergessen. Verzeihen Sie mir, bitte, bitte.“

Hektisch beeilte sie sich, meiner Anordnung nachzukommen.

In der letzten Zeit hatte es einige für sie unangenehme und nachhaltige Begegnungen mit diversen Schlaginstrumenten gegeben, meist, weil sie mit der Arbeitsmenge nicht klarkam.

„Eigentlich wollte ich dir ja nur zwei Tage Essverbot geben, wegen dem Holz, aber jetzt kriegst du noch fünf mit dem Ochsenziemer. Heute noch. Nach dem Ficken. Du erinnerst mich daran.“

Sie heulte los.

„Ja, Herr. Bitte Herr, bitte schlagen Sie mich nicht schon wieder, ich meine bitte bitte nicht heute. Ich bin noch grün und blau von gestern, alles tut mir noch weh, ach bitte, bitte“,  brach es heraus aus ihr.

Ich knallte ihr ein paar, so laut, dass ein paar Krähen erschreckt aufflogen.

„Du hast keine Sprecherlaubnis. Dafür bekommst du sieben. Weil ich aber kein Unmensch bin, erst am Dienstag.“

„Danke, Herr, vielen Dank.“ Sie beugte sich nach unten, ergriff meine Hände, versuchte sie zu küssen.

Ich riß sie weg, sowas mag ich nicht. Ich bin doch kein Mafiapate.

„Geh jetzt. Mach dich sexy zurecht. Und vergiß mein Abendbrot nicht!“

„Nein, Herr, ganz bestimmt nicht.“

Als sie so loshuschte, die Dreckschuhe in der Hand, mußte ich doch in mich hineinschmunzeln.  Eigentlich war sie eine ganz gute Haus- und Arbeitssklavin mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten geworden in den paar Monaten bei mir. Von dem selbstbewußten Teenager war nicht mehr so viel übrig. Ich spürte aber immer noch eine gewisse Rebellion in ihr, obwohl das wahrscheinlich zuviel gesagt ist. Eher, sagen wir mal, so etwas wie einen Kern des Widerstandes, in den sie den Rest ihrer Selbstachtung gerettet hatte und den sie sorgfältig abschirmte gegen ihre ansonsten inzwischen so servile Art.

Mir wurde klar, dass mal wieder ein Wechsel in der Vorgehensweise angesagt war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 18

 

Am Montagabend war mir nach ein wenig Geselligkeit und  Normalität, also spielten wir wieder Schach miteinander. Anna war unkonzentriert und fahrig, auch wollte diesmal kein rechtes Gespräch aufkommen. Auch diesmal war sie zwar appetitlich und sorgfältig zurechtgemacht, aber es hatte den Anschein, als fielen ihr ständig die Augen zu und als müsse sie sich mit Gewalt wach halten. Nun ja, zusätzlich zur Gartenarbeit heute noch Kochen und Wäschewaschen. Immerhin- ihr auferlegtes Pensum hatte sie bewältigt heute.

Sie verlor die Partie, nahm es mit einem Achselzucken.

„Bist du müde, Anna? Möchtest du dich ins Bett legen?“

Statt einer Antwort kam sie zu mir, kuschelte sich an mich. „Ach, Herr, es war so viel Arbeit in letzter Zeit. Es tut mir auch so leid, dass ich am Samstag das Holzhacken nicht mehr geschafft habe. Herr, werde ich morgen wirklich schon wieder geprügelt? Es ist so schrecklich, es tut so entsetzlich weh jedesmal. Ich kann es nicht mehr aushalten. Bitte Herr, schlagen Sie mich nicht mehr mit diesen furchtbaren Peitschen und diesem Rohstock, oder nicht mehr jede Woche.“ In ihren Augen schimmerten Tränen. „Bitte, Herr, haben Sie Mitleid, ich flehe Sie an.  Erlassen sie mir doch diesmal die Strafe.“

Ich streichelte ihr übers Haar. „Wenn du heute abend schön brav meine Wichse trinkst, also sie von einem Unterteller schlürfst und auch das Präservativ auslutschst, dann will ich dir deine morgigen sieben Schläge mit dem Ochsenziemer anrechnen auf die zehn Rohstockhiebe, die du frei hast wegen deiner gewonnenen Schachpartie da letztens. Ist das ein Wort?“

„Danke, Herr.“ Die Erleichterung war ihr anzusehen.  „Ich will es versuchen.“

„Hol alles!“ „Ja, Herr.“

Sie erhob sich, wackelte los auf ihren High Heels. Heute trug sie eine knallenge weiße Jeans und ein zwei Nummern zu kleines, ebenfalls weißes Oberteil mit halblangen Ärmeln.

„Soll ich mich auskleiden, Herr? Oder vielleicht  strippen? Ich kann das. Das habe ich früher öfters für meinen Freund gemacht. Der mochte das.“

Interessant. „Da komme ich noch mal darauf zurück, Anna. Kannst du auch Bauchtanz?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, Herr, leider nicht so richtig.“

„Ich werde dir ein Lehrbuch und Kassetten mit arabischer Musik besorgen, dann übst du jeden Abend in deinem Zimmer vor dem Zubettgehen eine Stunde lang. Ich gebe in vier bis fünf Wochen eine Party für meine neuen Nachbarn, bis dahin muß das klappen.“

Anna nickte. „Ja, Herr, ich werde es üben.“

„Tu das. Sonst kriegst du wirklich den Rohrstock. Heute bleibst du angezogen und holst mir nur einen runter.“ „Ja, Herr.“

Sie streifte  das Präservativ über und wichste mich ganz langsam eine Dreiviertelstunde lang ab, zärtlich und mit einem kaum merklichen Druck ihrer kleinen Hand, so wie ich das mag. Wenn auch mit einem todmüden Gesichtsausdruck. Dann molk sie mich etwas schneller und packte auch heftiger zu. Die andere Hand begann, meinen Sack zu kraulen, die Eier zu kneten. Das Ejakulat schoß heftig in den Gummi. Sie strich mir noch eine Zeitlang den Schaft, bis mein Schwanz erschlaffte.

Vorsichtig rollte sie das Präservativ ab, legte es auf den Unterteller.  Mit zwei Fingern strich sie es aus, setzte den Unterteller an, schlürfte mein Sperma.  Dann nahm sie den benutzten Gummi mit vier Fingern, zwei an jeder Seite, setzt ihn an und lutschte ihn leer. Vollständig.  Sie blickte mir die ganze Zeit ohne Unterbrechung in die Augen dabei.

„Das hast du gut gemacht, Anna. Jetzt geh Zähneputzen und ins Bett. Ich räume heute selbst auf hier“, fügte ich hinzu, als ich ihren fragenden Blick auf das Schachspiel und meinen Essensteller, mein Weinglas bemerkte. (Sie hatte ja noch ihren zweiten Tag des Nahrungsentzugs heute, wegen Samstag)

„Leg dich hin, ich komme dich dann einschließen.“

„Danke, Herr. Und danke auch so sehr, dass Sie mir meine Strafe erlassen haben.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 19

 

Die nächste Zeit sah eine sehr gehorsame und sehr fleißige Anna. Hin und wieder, nur damit sie nicht auf falsche Gedanken käme, zog ich ihr wegen irgendwelcher kleinerer Verfehlungen, die nicht mit den üblichen Ohrfeigen abgetan werden konnten, quasi formlos an Ort und Stelle drei oder vier Hiebe mit der Reitpeitsche über. Ansonsten hielt ich mich zurück, schließlich wollte ich sie brechen, nicht zerstören

Das mit der Reitpeitsche war keine große Sache. Wenn sie sich was zuschulden kommen ließ, beispielsweise war einmal die Suppe  ein wenig zu salzig für meinen Geschmack, ließ ich sie erst mal ihre Arbeit zu Ende tun, in diesem Falle also servieren, sagte nur: „Anna, nach dem Essen, die Reitpeitsche.“ Sie bediente mich ruhig weiter, nur ihre Hände zitterten.

Die Mahlzeit kam zu ihrem Ende, es war alles abgeräumt und ich saß zufrieden beim Kaffee, Anna  hinter meinem Stuhl, bereit, weitere Wünsche entgegenzunehmen.

„Nimm das nächste Mal weniger Salz in die Suppe.“

„Ja, Herr, Verzeihung. Wollen Sie mich jetzt strafen oder haben Sie noch einen Wunsch?“ Offenbar wollte sie es schnell hinter sich bringen, fürchtete wohl, ich könne es mir noch anders überlegen und es ginge doch in den Keller.

„Jetzt. Bring die Peitsche.“

Anna lief in den Keller, holte sie, reichte sie mir. Nestelte den Rock ihrer Kellnerinnenuniform hoch, der Leser erinnert sich, ein knapp sitzendes, sehr kurzes schwarzes Röckchen, schob den Schlüpfer in die Kniekehlen, beugte sich vornüber, Hände auf die Knie.

Eine Zeitlang ließ ich sie so stehen, trank erst den Kaffee aus, um mich dann zu erheben und ihr in rascher Folge drei Schläge auf den Arsch zu pfeffern. Anna vollführte einen stummen kleinen Schmerzenstanz, unruhig hüpfte sie von einem Bein auf das andere,  sich den Allerwertesten reibend sog sie zischend die Luft durch die Zähne, hielt sie einen Moment lang an.

Nachdem sie stoßweise wieder ausgeatmet hatte, brachte sie ihre Kleider wieder in Ordnung. Ich reichte ihr die Peitsche wieder zurück. „Räum sie wieder an ihren Platz.“ „Ja, Herr. Und vielen Dank, dass Sie nur die Reitpeitsche genommen haben.“

Sicher, ich würde keinen Hund prügeln damit, höchstens ein gewisses kleines Mädchen. Zumindest wäre in ersterem Falle der Tierschutzverein dagegen und auch Anna würde sich am Anfang unserer Bekanntschaft wohl nicht auch noch bedankt haben dafür. Sie wußte aber inzwischen, was wirkliche Schmerzen sind und dass sie sehr wohl Grund hatte, mir zu danken für meine Zurückhaltung. Immerhin war sie nicht im Keller gelandet und eines der ernsthaften Schlaginstrumente auf ihrer empfindlichen Haut. Aber auch das würde deutlich sichtbare Striemen hinterlassen, Striemen, die Tage brauchten, um wieder zu verblassen.

Aber abgesehen von solchen kleinen Intermezzos (und dass sie sich öfters mal die Wange hielt, eine von meinem Handabdruck gezeichnete Wange), ließ ich sie in Ruhe mit  Mißhandlungen.  Es paßte in meinen Plan und sie  gab sich ja auch solch erkennbare Mühe, alles, wirklich alles zu tun, um nicht in den Keller geführt zu werden. Ich rechnete es ihr auch hoch an, dass sie mich kein einziges Mal damit nervte, mich an den versprochenen Ausgang zu erinnern, obwohl sie das sicher nicht vergessen haben konnte.  Geduldig und demütig wartete sie ab.

Anna lebte wieder auf. Sie war wieder fröhlicher insgesamt, gesprächiger, gewann an unseren Schachabenden wieder sämtliche Partien, wenngleich nicht mehr mit der früheren Leichtigkeit, ich übte eisern am Computer. (Allerdings hütete ich mich davor, noch mal um einen Einsatz zu spielen. Anna war mir eindeutig über, es stand nicht zu erwarten, dass ich in absehbarer Zeit ihr Niveau erreichen konnte. Das akzeptierte ich)

Einmal, an einem unserer Abende, umarmte sie mich und sagte: „Ich hab dich lieb.“ Auch diesen Lapsus ließ ich ihr durchgehen, wurde dafür mit dem besten Sex meines bisherigen Lebens belohnt. Sie war wie ein Tier- und wie ein hilfloses Kind, das im Rausch der Leidenschaft seine Einsamkeit, seine Angst, seine Verzweiflung vergessen möchte.

Arme Närrin! Nicht im allergeringsten konnte sie ahnen, welch schwarzen Phantasien gerade ihre Willfährigkeit, ihr Ausgeliefertsein in mir entzündeten. Ich schalt mich selbst einen Toren, dieses ahnungslose und vertrauende Wesen verschonen gewollt zu haben- verschonen mit der Folter! Oh, was für grausige Dinge ich mir ausmalte, während ich ihren kindlichen Körper fickte!

Aber bis dahin war es noch ein langer Weg. Ich wollte die Vorfreude genießen, und das möglichst lange. Denn hinterher, nach der Folterung, wäre sie unbrauchbar für alle Zwecke, meine kleine Anna. Meine Absicht war nun: ich würde sie tage- und nächtelang foltern lassen von einem wirklich professionellem Sadisten- und dabei zuschauen. Foltern, bis sie starb. Sie zu Tode foltern lassen.

Als dieser Gedanke reifte in mir, wand sich Anna unter mir. Ich pumpte ihr eine nicht enden wollende Menge Samen in die Fotze, spritzte, spritzte, spritzte.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 20

 

Am nächsten Morgen, gleich in aller Frühe, meldete ich mich telefonisch krank bei meiner Arbeitsstelle. Das ist an und für sich nicht so meine Art, ich bin recht pflichtbewußt und komme sogar eher auch mal dann zur Arbeit, wenn es mir nicht so gut geht.

Diesmal aber setzte ich das Vergnügen über die Pflicht- also im Klartext: ich konnte mich einfach nicht losreißen von Anna, ich schlüpfte zurück zu ihr, die die ganze Nacht in meinem Bett verbracht hatte. Die schönste Nacht meines Lebens, wie ich hinzufügen muß. Es ging zu wie in einem wahr gewordenen Männertraum: wenn ich sie nicht gerade in eines ihrer feuchtwarmen Löcher fickte, mal zärtlich, mal heftig, knutschte sie mich ab, weich und sanft oder auch fordernd, geradezu aggressiv, dass mir Hören und Sehen verging. Dann lag sie wieder neben mir, wischte sich Fotzenschleim und Sperma aus der Muschi oder dem Arsch (sie rieb sich ihr natürliches Gleitmittel einfach von vorn, wo es so reichlich floß, nach hinten in ihr Kackloch, bevor ich sie dort beglückte), lächelte mich zärtlich an währenddessen.

„Ich bin immer noch schön eng gebaut, nicht wahr, Herr?“, meinte sie so um vier Uhr in der Früh, „ich meine, trotz dem, was diese bösen Männer mir angetan haben.“ „Weiß Gott, Anna, das bist du. Du solltest nie Kinder haben. Vielleicht lasse ich dich ja sterilisieren. Das wäre wohl das Beste, meinst du nicht? Dann müßtest du nicht immer die Pille nehmen.“ Dies geschah regelmäßig unter meiner Aufsicht, schließlich wollte ich mir meine schönen Engficks in die Öffnung zwischen ihren Beinen nicht durch eine Nachlässigkeit ihrerseits nehmen lassen. Auch sollten diese fast nicht vorhandenen Jungmädchenbrüste nicht aufgebläht und ausgeleiert werden durch Milchproduktion. Nicht dass mich Schwangere nicht reizten oder ich Muttermilch direkt von der Quelle nicht zu schätzen wüßte.  Eine ihr Baby noch säugende Nutte hatte mich einmal kosten lassen in den Zeiten, als ich noch regelmäßig ins Bordell ging, ich war fast irrsinnig geworden vor Geilheit.  Anna jedoch, das stand für mich fest, sollte mir ihren Kinderkörper bewahren in ihrem kurzen Leben.

„Ach, Herr, ich weiß nicht so recht...“, seufzte sie, drückte sich irgendwie schutzsuchend an mich. Für ihre Verhältnisse, für sie, die doch schon so durch und durch  versklavt war, wie man es innerhalb relativ kurzer Zeit nur sein kann, fast schon ein Akt des Aufbegehrens. „Deine Meinung hierzu, Anna, ist natürlich ohne Belang. Ich habe dich nur rhetorisch gefragt. Wenn ich es so will, landest du morgen noch beim Frauenarzt auf dem gynäkologischen Stuhl und dir werden, schnipp schnapp, die Eileiterchen  durchtrennt. Haben wir uns verstanden?“

„Ja, Herr.“ Wieder ein Seufzer, ein tiefer diesmal. Sie bot mir die Wärme und die Weichheit ihres Mundes dar, wir verschmolzen in einer dieser endlosen Kußorgien, die sie so sehr zu brauchen schien.

Sie entleerte mich vollständig diese Nacht, zumindest kam es mir phasenweise vor. Aber immer wieder schaffte sie es, meinem Schwanz Sperma zu entlocken, nur noch ein paar Tröpfchen zum Schluß. Als ich dann nicht mehr steif genug wurde für eine Penetration, saugte sie mich einfach aus mit ihrem nimmermüden Mund.  Als überhaupt nichts mehr lief, ich auch nicht mehr wollte, es war bereits sechs Uhr fünfzig, bot sie mir noch an, ihre arabische Musik aus dem Zimmer zu holen und mir ihre Fortschritte in der Kunst des Bauchtanz vorzuführen. „Ich habe fleißig geübt, Herr, Sie werden schon sehen.“ „Laß gut sein, Anna. Ich geh mal kurz telefonieren und dann schlafen wir beide ein bißchen, ja?“

Darauf ging ich zum Telefon und meldete mich krank. Ich denke, der Leser versteht´s  und kann es mir nachfühlen.  Außerdem, wie gesagt- ich konnte mich einfach nicht losreißen von diesem süßen Knuddel- und Fickding- meiner Anna. Das ich auch noch so preisgünstig erstanden hatte seinerzeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 21

 

Aus den „paar Stunden“ wurden viele, erst am späten Nachmittag erwachten wir. Ich davon, dass ich an den Füßen gekitzelt wurde. „Laß das, Anna.“ Sie kicherte und hörte nicht auf. Ich trat spielerisch nach ihr, es entspann sich ein Kampf um meine Füße. Sie wollte unbedingt wenigstens ein Bein festhalten und  weiter kitzeln. Lachte dabei und war ganz vergnügt. Schließlich schnellte ich mit dem Oberkörper hoch, ergriff blitzartig ihre beiden Handgelenke, zog sie im Hintüberfallen bäuchlings auf mich. Sie kicherte wieder los, war von einer mädchenhaften Fröhlichkeit ergriffen.

„Aber Herr, Herr, sie haben da ja ein ganz dickes Rohr stehen. Ich dachte, Sie können nicht mehr. Bitte fick mich, ach bitte biiitte...“, bettelte sie.

Es stimmte. Zu meinem nicht geringen eigenem Erstaunen stand mein bestes Stück wieder wie eine Eins.  Das kleine Luder begann, nach unten zu rutschen, wollte sich drübergleiten lassen. Ich hielt sie fest, hinderte sie daran.

„Ich hab Hunger, Anna. Steh auf und mach uns ein paar Brote zum Essen.“ „Ja, gleich, Herr, aber erst ficken, ja? Erst ficken, dann essen, erst ficken, dann essen“, trällerte sie vor sich hin, versuchte mit ganzer Kraft, weiter runter zu kommen um sich meinen Schwanz in die Fotze zu schieben.

Ich packte sie an beiden Oberarmen und warf sie schwungvoll runter von mir. Auf dem Rücken liegend starrte sie mich perplex an. „Und duze mich gefälligst nicht, du kleines Hürchen!“ Beugte mich über sie und knallte ihr ein paar saftige Ohrfeigen runter. Links- rechts, links- rechts; Vorderhand- Rückhand, Vorderhand- Rückhand.

„In der Schublade des Nachtschränkchen sind Handschellen. Gib sie her , auf den Bauch, Hände hinter den Rücken!“ 

Anna begann mit einem Mal am ganzen Körper heftig zu zittern, wollte mir die Arme um den Hals schlingen, machte einen Kußmund. Ich stieß sie weg. „Wird´s bald. Die Handschellen. Tu, was ich dir befohlen habe!“ Sie plärrte laut los: „Ach, Herr, Herr, bitte nicht. Bitte strafen Sie mich nicht. Es...es ist mir doch nur so rausgerutscht. Ich habe es doch gar nicht sagen wollen...“ Ganz verzagt war sie mit einem Mal, schniefend angelte sie die Handschellen aus der Schublade, reichte sie mir mit einem waidwunden Blick.

„Auf den Bauch!“ Wortlos gehorchte sie. „Hände hinter den Rücken!“ Sie tat es. Ich legte ihr die Handschellen an, zog sie so fest an, dass Anna aufschrie. „Aua, aua, nicht so fest, nicht so fest!“ Das ignorierte ich natürlich.

„Anna, willst du freiwillig in den Keller gehen oder soll ich nachhelfen?“ „Ich geh schon, ich geh schon...“

Das war aber gar nicht so einfach mit hinter den Rücken gefesselten Armen, zumal es ihr offensichtlich Schmerzen bereitete mit den zu engen Handschellen.

An der Kellertreppe passierte es, dass sie bockig wurde. Sie blieb einfach stehen, sträubte sich.

„Ich will nicht mehr geschlagen werden. Ich mach doch immer alles. Andere dürfen frei und glücklich leben. Warum ich nicht?“

„Du hättest eben nicht als Sklavin auf die Welt kommen dürfen, Anna. Ist das etwa meine Schuld?“

„Nein, aber Sie könnten mich wenigstens behandeln wie einen Menschen. Und nicht immer so grausam sein mit mir. Früher waren die Menschen doch auch gut zu mir. Warum hört meine Qual denn nie auf, warum haben Sie denn nie Mitleid mit mir?“ Den letzten Satz schrie sie beinahe.

„Weil du mir einfach nicht richtig gehorchen willst, Anna. Das mußt du aber. Den Rest deines Lebens. Und wenn du jetzt nicht auf der Stelle runtergehst, kommst du in den Stehbunker, kapiert?“

So plötzlich, wie ihre kleine Revolte begonnen hatte, brach sie wieder in sich zusammen. Sie begann zu weinen und langsam die Treppe hinabzusteigen.

Unten warf sie sich mir unvermittelt zu Füßen. Aus aufgerissenen Augen schaute sie mich an, bewegte bittend den Mund.

„Schön, dass dir wieder eingefallen ist, dass du eigentlich Sprechverbot hast. Also, red schon, was hast du mir zu sagen?“

„Herr, ich weiß auch nicht, was eben über mich gekommen ist. Bitte strafen Sie mich nicht auch noch dafür, sowas wird nie wieder vorkommen. Nie, nie, nie wieder, ich schwör´s!“

„Ja, das glaube ich auch, kleine Anna“, erwiderte ich nachdenklich. „Und, weißt du was? Du wirst auch nicht geschlagen heute.“ „Wie, ich werde nicht geschlagen, Herr?“ Schwache Hoffnung machte sich breit auf ihrem Gesicht, Hoffnung gepaart mit Unglauben.

Ich schüttelte den Kopf. „Nein, das wirst du nicht. Aber wir spielen ein kleines Spiel miteinander.“

„Ein Spiel, Herr?“

„Ja, Anna, ein Spiel. Bleib so knien wie jetzt, du wirst gleich sehen, was für ein Spiel das ist.“

Ich ging zum Wasserhahn, stellte einen Eimer darunter, ließ ihn vollaufen.  Anna war totenblaß, als ich ihn vor ihr absetzte.

„Das Spiel, kleine Anna, heißt: Köpfchen unter´s Wasser, Schwänzchen in die Höh´. Das Spannende daran ist, du weißt nicht, für wie lange. Vielleicht ertränk ich dich ja auch wie eine junge Katze, weil ich die Nase voll haben von so einer ungehorsamen Sklavin, wer weiß?“

„Nein, Herr, bitte...“

Weiter kam sie nicht, da ich ihr ohne Vorwarnung die gefesselten Arme an den Handgelenken nach oben riß, mit hartem Griff, damit die Handschellen noch mehr einschnitten, und gleichzeitig den Kopf an den Haaren brutal nach unten, in den Eimer. Die Überraschung gelang mir vollständig. Am Blubbern des Wassers erkannte ich, dass sie bereits jetzt schon Wasser eingeatmet hatte. Schnell umfaßte ich ihren Oberkörper mit dem einem Arm, da sie panisch versuchte, sich loszukämpfen, wieder raus zu kommen aus dem Eimer, zerrte ihren Kopf eisern nach unten. So rangen wir bestimmt eine halbe Minute miteinander, vielleicht auch etwas länger. Ich wollte es nicht übertreiben, ein Mensch, der glaubt zu ertrinken, steht Todesängste aus. Für sie fühlten sich die dreissig Sekunden unter der Wasseroberfläche sicher an wie eine Ewigkeit. Ich ließ sie wieder hochkommen. Das Gesicht blaurot angelaufen, erbrach sie minutenlang heftig hustend Wasser, so allmählich normalisierte sich ihre Farbe wieder. Ihre Züge noch vom Entsetzen des eben Durchlittenen gezeichnet, jagten immer wieder heftige Schauder durch ihren ganzen Körper.

„Wenn du noch einmal widersprichst, Anna, oder glaubst, dich über irgendwas beschweren zu müssen, oder einem Befehl nicht auf der Stelle nachkommst, tunke ich dich fünf Minuten. Hast du verstanden?“

„Ja, Herr“, antwortete sie kläglich.

Nachts hörte ich sie in ihrem Zimmer weinen und mehrere Male nach ihrer Mama rufen. Ich unternahm nichts dagegen, tat, als bemerke ich es nicht.

 

 

 

 

 

Kapitel 22

 

Die nächsten zwei Wochen verrichtete sie ihre (erstmal von der Menge her reduzierte) Arbeit tadellos, aber irgendwie geistesabwesend und roboterhaft. Ebenso bediente sie mich. Willig und absolut ohne jede Widerstände ließ sie sich durchficken, wenn mir danach war, sie wirkte sogar auf Aufforderung ein wenig mit, aber auch dies in einer distanzierten Art und Weise, so, als stünde sie neben sich und beobachte lediglich die Aktionen ihres Körpers.

So weit- so gut. Wir beide, Anna und ich, schienen ein gutes Stück vorangekommen zu sein in der Ausgestaltung unseres Herrn/ Sklavinnen- Verhältnisses, aber so, bar ihrer Lebendigkeit, konnte ich sie natürlich auch nicht brauchen. Ich wollte sie zwar einerseits sehr wohl absolut willenlos mir gegenüber, aber dieses Zombiehafte, das war es nun wieder auch nicht.

Zumal eine Vorführung ihrer Bauchtanzkünste recht unbefriedigend verlief, technisch noch nicht mal so übel, aber leblos eben, uninspiriert. Auch das anschließende Durchhauen im Keller quittierte sie zwar mit einigen Tränchen, aber es beschlich mich wieder dieses Gefühl, als sei sie gar nicht so recht bei sich selbst, als käme selbst der Schmerz nur wie durch Watte an bei ihr.

Es war an der Zeit, die nächste Stufe meines Planes zur Entfaltung zu bringen.

Am Freitagabend überraschte ich mit einer geradezu sensationellen Neuigkeit.

„Anna, du warst ganz arg brav in letzter Zeit. Und das mit dem Bauchtanz, das wird auch schon noch, da bin ich mir sicher. Ich habe nämlich Stunden für dich gebucht in einer Schule für orientalischen Tanz in der Stadt. Da wirst du jetzt jeden Montag und Mittwoch hingehen. Und am Mittwoch darfst du danach sogar noch ein bißchen bummeln gehen, du kriegst sogar ein kleines Taschengeld mit für Eis oder so.“

Erst schaute sie mich nur stumm an. Dann fing sie vor Unglaube und vor Freude an zu weinen und zu lachen, alles zur selben Zeit, kam das erste Mal seit einer Woche wieder zu mir, umarmte mich, immer noch wortlos.

In dieser Nacht war sie wieder ein guter Fick. Zwar bei weitem nicht so heftig wie in der Nacht vor der Wasserfolter, aber voller Hingabe und Zärtlichkeit. Von sich aus redete sie kaum etwas, und wenn, dann tat sie es leise und mit einem demutsvollen Unterton. Herz, was begehrst du mehr!    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

        

 

 

 

 

          

 

 

 

           

 

 

 

 

     

     

 

    

Kapitel 23

Kapitel 23

 

Ich kann es kaum fassen, dass er mich tatsächlich herausläßt aus diesem schrecklichen Haus. O.k., ich war ja schon diverse Male im Garten zu der Knochenbrecherarbeit, die er mir aufträgt, aber heute gingen wir bis zum Tor und er hat mir aufgeschlossen.

Gut, meine Freiheit ist eine relative- eigentlich habe ich den klar umrissenen Auftrag, meine erste Bauchtanzstunde in dieser Schule für orientalischen Tanz zu absolvieren, anschließend ein paar Einkäufe zu erledigen und bis Punkt 18.30h wieder zurück zu sein. Wohlversorgt mit einem Stadtplan und einem Verkehrslinienplan und der schriftlichen Erlaubnis, mich für sieben Stunden im Stadtgebiet von Stuttgart zu bewegen. (Endlich weiß ich, wo ich mich befinde! Mein Gott, das sind ja mehrere hundert Kilometer bis nach Hause.) Bargeld habe ich keines mit, aber eine Mehrfahrkarte und eine Liste der Geschäfte, die mir gegen Rechnungsstellung  Waren aushändigen werden. Versehen mit der Mahnung, mich bei irgendwelchen Unregelmäßigkeiten oder Problemen, z.B. dass ich mich Gott behüte verlaufen haben sollte, sofort an die Polizei zu wenden, damit sie mich zu ihm zurückbringt und nicht in eines dieser schrecklichen Sklavengefängnisse, die man leicht als Fall für die Psychiatrie oder dauerhaft behindert wieder verlassen kann, stehe ich auf der Straße. Es ist bereits sehr heiß, wir schreiben Anfang Juli. Dennoch trage ich meine Legwarmer über den Knöchel zusammengeschoben und auch ein relativ dickes Sweatshirt. Ich möchte weder, dass wer meinen Fußring sieht, der eindeutig nicht wirkt, als sei er nur ein modisches Accessoire, noch soll meine Sklaventätowierung sichtbar werden, wenn ich mich im Bus beispielsweise an einer Halteschlaufe festhalten muß. Sie soll noch nicht mal durchschimmern, etwas Dünnes, etwas Kurzärmliges kommt nicht in Frage, ein Oberteil mit Spaghetti- Trägern schon gar nicht.

Er hat mich komisch angesehen, mein Besitzer, als er meinen Aufzug bemerkte, sagte jedoch nichts. Dieses paradoxe Gefühl überwältigender Dankbarkeit keimte wieder auf in mir, wie so oft, ich kann mich nicht wehren dagegen, wie viele Male ich mir das auch vornehme. Ich weiß, er ist ein Teufel. Und der einzige Mensch, den ich habe. Wenn er nicht mit mir redet,  mich ab und zu wie einen Menschen behandelt, wer dann? Ich bin sein Eigentum , ihm nahezu vollständig ausgeliefert. Das weiß ich. Ich glaube nicht daran, dass eine Flucht, sagen wir mal mit Hilfe dieser legendären „Liga für die Unterstützung geflohener Sklaven/ Anti- Sklaverei- Liga“, wenn es sie denn überhaupt geben sollte, von Erfolg gekrönt sein könnte. Ich weiß auch nicht, ob all die grauenhaften Gerüchte, was sie alles anstellen mit wieder eingefangenen Sklaven, stimmen, oder ob nicht manches davon doch in den Bereich der Mythenbildung gehört; aber ganz ehrlich- ich will es auch gar nicht so genau wissen.   

Wir haben auch guten Sex miteinander, mein Herr und ich, er kann sehr zärtlich sein. Dafür liebe ich ihn, auch so ein Gefühl, gegen das ich nichts machen kann, so verzweifelt ich es mir auch wünsche.    

 

Das Tor fällt hinter mir ins Schloß. Ich mache die ersten Schritte Richtung Bushaltestelle, über mir spannt sich ein wolkenlos blauer Himmel. Ich laufe immer schneller, komme ins Rennen, obwohl doch noch mehr als ausreichend Zeit ist bis zur Abfahrt des Busses. Mein Herz schlägt stark und schnell, das Blut summt in den Ohren, alles ist so weit und lichtdurchflutet um mich herum, oh wenn ich doch nur Flügel hätte und davonfliegen könnte in diesen endlosen Himmel.  Tränen laufen mir übers Gesicht, ich wische sie ab, doch es kommen immer wieder neue.

 

An der Haltestelle stehen drei männliche Jugendliche und ein alter Mann, wartend und mit gelangweilten Allerweltsgesichtern, so als ob kein Sommer wäre, die Sonne nicht scheinen würde. 

 

Einer, picklig und eher klein geraten, stößt seine Kumpels an: „Kuckt mal, die flennt ja, die Alte.“

„Na ja, hat wahrscheinlich grad den Laufpaß gekriegt. Sieht dabei doch gar nicht so übel aus. He, Alte, wie wär’s, wir wären doch auch ein schönes Paar?“, wendet sich der Größte und Breitschultrigste an mich, grinst dabei. Wahrscheinlich der Anführer. Schwarze Lederjacke, wie die anderen auch, trotz der Hitze. Ob sie auch eine Tätowierung verstecken wollen? Aber nein, Blödsinn,  dann täten sie sich nicht so frech benehmen, es sind normale Jungs. Frei. Wie ich sie beneide.

„Na, Schwester, warum so traurig? Hast doch uns.“ Der Kleinste hat sich rangepirscht an mich, legt mir den Arm um die Taille. Werden sie mich jetzt vergewaltigen, wird mir vielleicht der alte Mann helfen? Panik steigt unkontrollierbar hoch in mir, ich höre mich schrill schreien. Erschrocken läßt mich der Kleine los, hebt entschuldigend die Hände. „He, ich hab’s doch nicht so gemeint. War doch nur´n Spaß, o.k.?“

Mein Herz rast und pocht laut, wie Trommelschläge.

Stocksteif stehe ich da, nur langsam entspanne ich mich, werde wieder ruhiger.

„Is´ schon o.k.“, flüstere ich heiser, „aber bitte halt Abstand, laßt mich in Ruhe. Ich will nix von euch, in Ordnung?“

„Geht klar“, murmelt der Kleine, schleicht sich zurück zu seinen Kumpels. Der Anführer knufft ihn: „Du Arschloch. Mußtest du sie so erschrecken?“ Auch aus seinem Gesicht ist die Farbe gewichen, er wirkt sehr unsicher mit einem Mal. „Los, Arschloch, entschuldige dich bei der Dame.“ Er tut´s: „Ja, ey, Alte, so sorry.“ Und fügt noch hinzu: „Tut mir echt leid, ehrlich. Hab ich nicht gewollt.“

 

Vor einer Woche gab mein Herr seine Einweihungsparty für die Nachbarschaft, es kamen nur Männer.

Ich mußte tanzen, obwohl ich ja noch gar keine Tanzstunde gehabt hatte. Mir war auch nicht danach, das pausenlose Gegrapsche während des Aufwartens hatte mich bereits  in einen schlimmen Zustand versetzt. Mir war schlecht, eine leichte Übelkeit in der Magengegend wollte nicht weichen

Ich tanzte vor eregierten Penissen, schamlos wichsten die meisten der Herren. Ich mußte fast nackt tanzen. Nur einen Schleier vor dem Gesicht und so spitze orientalische Schuhe an den Füßen. Mein Herr wichste bei meinem Anblick zusammen mit seinen neugewonnenen Kumpels, die sich gar nicht genug tun konnten damit, ihm auf die Schulter zu hauen und ständig schallend zu lachen, meist über irgendwelche Zoten. Ein Quell der Heiterkeit war, dass ich so gut Schach spiele. „Die spielt so gut, müßt ihr wissen“, gab mein Herr, bereits ziemlich angetrunken, von sich, „dass ich ihr die ganzen Figuren, die sie rausschlägt, in den Arsch schieben werde das nächste Mal.“ Dröhnende Heiterkeit. Wie den Schlüssel zu meinem Kleiderschrank. Ob er’s wohl macht?     

Später vergewaltigten sie mich zahllose Male, mit dem Segen meines Herrn. Der schaute derweil eine Fußballübertragung.

Sie standen Schlange vor meinem Zimmer, ich lag mit gespreizten Gliedmaßen gefesselt und geknebelt auf meinem Bett. Sie fickten mich wie eine Gummipuppe. Ich war froh über den Knebel, schränkte er doch den „Aktionsradius“ der Herren ein, ich meine, keiner konnte mir die Zunge in den Mund stecken oder mich ins Gesicht ficken. Auch  die Fesselung in „spread-  eagle- Manier“ war nicht ungeschickt, verhinderte sie doch Arschficks. Was einige natürlich nicht daran hinderte, mir mit Gewalt Finger hinten rein zu schieben, was ganz schön schmerzte.

Zum Schluß, nachdem sich alle verabschiedet hatten, nicht ohne ihm zu meinem Erwerb zu gratulieren („Brauchbar. Das nächste Mal sollten wir sie aber auf den Bauch drehen und ins Kackloch ficken“) und nachdem ich noch sämtliche Spuren der Männerrunde hatte beseitigen müssen („Aber picobello, du Ficknutte, jetzt hast du den ganzen Abend dein Vergnügen gehabt, dann kannst du auch noch etwas arbeiten“) verlangte mein Herr noch nach mir in seinem Zimmer. Weil ich den Erwartungen nicht entsprach diesmal, gab´s die Reitpeitsche, auf den Po und über die Brüste. Auch dort ohne jede Rücksichtnahme, denn er war betrunken. Dann sperrte er mich die Nacht über auf der Toilette ein.

Vielleicht war einer meiner Vergewaltiger der Vater einer der Jungs. Oder sein Onkel. Oder sein Bruder. 

 

Der alte Mann riß mich aus meinen Gedanken. „Mädchen, setz dich doch. Du siehst etwas mitgenommen aus. Bist du vielleicht ein bißchen krank, hast du eine Sommergrippe? Die geht jetzt nämlich rum, mußt du wissen.“

Ich schüttelte den Kopf. „Nein, Herr...“ „...mein Herr“, verbesserte ich mich rasch. „Mir geht’s gut, danke.“

„Dann zieh doch wenigstens diese Wolldinger aus, die du um die Knöchel trägst. Es ist doch so heiß heute. Komm, sei vernünftig.“

Da kam Gottseidank der Bus.

 

Die Fahrt in die Stadt verlief ereignislos. Ich stieg als erste ein und setzte mich vorne hin, in die Nähe des Fahrers, der zwar Privatkleidung trug, aber trotzdem irgendwie amtlich und vertrauenseinflößend wirkte. So, als würde er keine Übergriffe oder Frechheiten dulden in seinem Bus.

Die Jungs drängten sich eilig vorüber an mir, mit niedergeschlagenen Augen, schien froh zu sein, möglichst schnell vorbei zu kommen. Ich war erleichtert darüber.

Dabei schien es mir mit einem Mal noch gar nicht so lange her zu sein, da hätte ich geflirtet mit ihnen und ihnen ganz schön den Kopf verdreht. Natürlich nicht mit dem Kleinen, dem hätte ich  was auf seine Fingerchen gegeben. „Verpiss dich, du Zwerg“, hätte ich zu ihm gesagt, „wenn DU schon so klein bist, dann ist der Rest von dir ja bestimmt geradezu winzig. Da braucht man ja´n Mikroskop, um überhaupt was zu finden. Was soll ich damit?“

Aber mit dem Großen, Breitschultrigen, mit dem hätte ich angebändelt. Der hätte mir gefallen können, dem hätte ich auch was erzählt anschließend von „gaanz wenig Taschengeld, weißt Du, die sind ja soooo knausrig meine Alten. Ey komm, du hast doch Kohle, oder?  Drück ´n bißchen was ab, o.k.? Nich´ fürs Ficken, mein ich. Das hat mir ja selber Spaß gemacht, da müßt ich dir ja noch was geben für. Aber du siehst aus wie einer, der gern mit ‘ner scharf gestylten Braut rumläuft und Eindruck damit schindet in seiner Stammdisco. Und ich,  ich seh doch aus wie Aschenputtel, direkt ärmlich, findste nich?“ Nötigenfalls hätte ich meiner Süßholztour noch ein paar „Handgreiflichkeiten“ von der eindeutigeren Sorte folgen lassen, spätestens das hat sie dann weichgemacht, so gut wie alle.  Zwanzig Euro oder auch dreissig, „besser als in’n Arsch gefickt ääh gekniffen“ wie ich das immer ausdrückte meinen Freundinnen gegenüber, die mich  bewunderten, wie ich die Kerle rumkriegte in jeder Weise.

Gut, ich mußte mir schon mal gelegentlich Sprüche anhören von ihnen, wenn ich mal wieder mit meinen erbeuteten Scheinchen rumwedelte vor ihren Gesichtern, so in die Richtung: „Hey, ich denke, es ist verboten, Sklavinnen wie dich als Nutten zu vermieten und du, was machst du? Du vermietest dich selber. Das gibst doch nicht.“ Aber sowas wurde vorgebracht mit komischem Augenrollen und wir lachten uns halb cheps darüber.  Ach Gott, wie´s denen wohl geht allen....? Bestimmt sehe ich sie nie wieder. Da mußte ich mich direkt zusammennehmen, nicht wieder loszuflennen. Das ging doch nicht, im Bus, vor all den Leuten. 

 

Die Schule, diese Tanzschule, ihr wißt schon, die gefiel mir sehr. SEHR repräsentative Eingangshalle mit Riesen- Empfangstresen, hinter der eine aufgedonnerte Tuss saß, also ich muß schon sagen.

Ich also hin zu ihr, gleich die Hand hingestreckt, die sie auch lächelnd ergriff: „Hallo, ich bin die Anna.  Mein...“, hier geriet ich etwas ins Stocken, „äh, also ich meine man hat angerufen wegen mir. Ich soll hier so´ne Tanzstunden nehmen, also in Bauchtanz, meine ich.“

„Ja, ich weiß.“ Sie hörte nicht auf zu lächeln. „Wir haben dich erwartet. Dein Herr hat uns Bescheid gesagt. Und auch dass du noch kein Trikot hast und keine Ballettschuhe. Da drüben ist ein Verkaufsstand. Und auch eine Umkleidekabine. Such dir was Passendes raus und behalt es gleich an. Die Stunde beginnt bald. Drinnen hängt auch ein Kleidernetz, eines von der Art, wie man es in Schwimmbädern verwendet, weißt du. Da kannst du deine Sachen reintuen, die Straßenschuhe nimmst du am besten in die Hand. Knote sie zusammen. Dann geht’s leichter. Dann kommst du raus und ich zeige dir alles. Den Umkleideraum, wo du dich künftig umziehen wirst und wo auch dein persönlicher Spind ist, und die Duschen und unseren Kleinen Übungssaal. Die ist nämlich nicht so groß, unsere Bauchtanzgruppe. Mit Dir...“ sie schaute nach auf einem Blatt Papier auf ihrem Tresen, „ja, ihr seid nur zu sechst.“ Sie blieb gleichbleibend freundlich. Ich fühlte mich dennoch sterbenselend plötzlich. Wie hatte ich nur glauben können, sie wüßten nicht Bescheid über mich hier an diesem Ort?

„Und...“ brachte ich mühsam hervor mit dieser demütigen Stimme, die ich mir meinem Herrn gegenüber zugelegt hatte in letzter Zeit und die ich so sehr haßte an mir selbst, „die anderen, ich meine, sind das auch, also so wie ich,...“ „Sklavinnen, meinst du, ob das auch Sklavinnen sind?“ Ich nickte nur stumm, die Kehle war mir wie zugeschnürt.

„Nein, ich glaube nicht.“ Immer noch diese verdammte Freundlichkeit in ihrer Stimme. Sie schien nur so drei oder vier Jahre älter zu sein als ich und doch himmelweit über mir zu stehen. „Aber laß mich mal nachsehen.“ Diesmal das geübte Klackerdiklack einer Computer- Tastatur. „Nein. Du bist die einzige Unfreie.“

Das Herz sank mir in die Hosen. Meine Freundinnen zuhause, so fiel mir ein, das waren ja auch alles Freie gewesen. Es gab nicht so viele Sklavinnen bei uns in der Gegend, so wohlhabend waren die meisten Leute gar nicht, sich eine anzuschaffen, und von denen durften die meisten nicht mal in die Hauptschule, geschweige denn in eine weiterführende. Aber mit meinen Freundinnen hatte ich seit Kindertagen ja die selbe Schulbank gedrückt, einige kannte ich noch aus dem Kindergarten. Da fiel mein Status nicht so ins Gewicht. Aber hier? Würde das hier auch keine Rolle spielen?

„Träum nicht, Kleine. Such dir was raus, dein Herr bezahlt. Beeil dich ein bißchen. Und zieh auch die Legwarmer aus. Sowas tragen wir hier nicht im Sommer, die Übungen sind sehr schweißtreibend, wirst schon sehen.“

In der Umkleidekabine überlegte ich. Einerseits gut; wenn wir alle Sklavinnen gewesen wären, hätten sie uns sicherlich geschlagen. Mit einem Rohstock oder so. Man hörte da so Geschichten über diese Sklavenschulen, da lernten sie auch zu tanzen auf alle möglichen Arten, da kamen die armen Mädchen (gelegentlich war auch mal ein Junge darunter dem Vernehmen nach) manchmal grün und blau, manche sogar blutend raus aus ihren Übungsstunden.  Und ein Prügelbock, der stand auch immer parat.  Und nackt waren sie während ihrer Stunden, egal, ob das nun eine Lehrerin war oder ein Lehrer, bei der (oder dem) der Unterricht stattfand.  Für die gab es keine Trikots, nur Schuhe, damit die Füße nicht Schaden nahmen.

Andrerseits- gar nicht gut. Private Tanzstunden waren meistens etwas für Oberschichten- Mädels, die hatte selber alle Sklaven zuhause, möglicherweise besaß die eine oder andere bereits schon eine private Leibsklavin. Wie würden sie mich wohl aufnehmen?

 

Kapitel 24

 

Um es gleich vorweg zu nehmen- meine Befürchtungen erwiesen sich als gerechtfertigt. Beim Reinkommen, noch in Begleitung der Empfangsdame („Tuss“ traute ich mich noch nicht mal mehr zu denken, geschweige denn, dass ich sie irgend jemand gegenüber so genannt hätte), war die Lehrerin noch nicht anwesend, hatte sich wohl verspätet. Fünf Augenpaare richteten sich auf uns, genauer: auf mich. Nun war es auch egal, dass man meine auf der Oberarm- Innenseite angebrachte Tätowierung noch nicht sehen konnte, da ich meine unwillkürlich verschränkten Arme fest an den Körper gepreßt hielt. Der Sklavenring sagte alles.

Fieberhaft beobachtete ich die Mädchen, alle hübsch und alle so in meinem Alter, das heißt eine die sah so aus wie ein bißchen jünger, fünfzehn vielleicht, aber vielleicht war sie ja auch nur sehr klein und zierlich und doch schon sechzehn oder siebzehn, sie war auch die einzige, die mir zulächelte.  Drei von den anderen betrachteten mich eher verwirrt als ungehalten, nur eine, eine perfekt gewachsene Blondine, so eine richtige Jung- Sexbombe, die ich früher als Rivalin um die Gunst der Jungs durchaus ernst genommen hätte, schaute zunehmend  finsterer drein. Ich wartete auf irgendeine Reaktion, und ich brauchte nicht lange zu warten.

Sexbömbchen kam näher ran an uns, jetzt erkannte ich auch ihren Gesichtsausdruck besser. Eine verwöhnte, arrogante Göre von ganz oben. Sowas hätte auch für meine freien Freundinnen zuhause, die ja meist aus eher bescheidenen Verhältnissen stammten, nur ein Naserümpfen übrig gehabt.

Jetzt stand sie vor uns, ignorierte mich völlig.

„Sagen Sie“, wandte sie sich an die Empfangsdame, mit Eis in der Stimme „sehe ich recht und Sie haben uns hier tatsächlich eine kleine Sklavenschlampe angeschleppt?“ Die Empfangsdame schien perplex, mit solchen Schwierigkeiten hatte sie offenbar nicht gerechnet, machte einen Versuch, die Situation zu retten: „Ach, wissen Sie, das ist aber eine ganz liebe und gut erzogene und sie ist auch sehr begabt, wie uns ihr Herr mitgeteilt hat. Sie heißt Anna.“

„Sklavenfotze heißt sie“, kam es aus der Vierergruppe. „Und wofür sie tanzen lernen will, das können wir uns denken. Die sind doch alle gleich, diese Hürchen. Unsere Väter, die ficken sowas, wenn sie glauben, keiner merkt´s. Und unsere Brüder auch! Die bringen sie dazu, so etwas zu tun, die wissen schon wie, und wenn sie sonst auch scheissdumm tun. “ Höhnisches Gelächter. Nur die Kleine, Elfenhafte, die lachte nicht mit.

„Bitte, könnten wir das nicht in Ruhe diskutieren“, begann die Empfangsdame, „schließlich bezahlt ihr Herr für sie genauso wie Ihre Väter das für Sie tun, meine Damen, und ich meine wir sollten doch....“, weiter kam sie nicht, denn unversehens schlug mir Blondchen die geballte Faust mitten ins Gesicht. Die war nicht groß, die Faust, aber es steckte sehr viel Verve dahinter. Und Übung, wie mir schien. Ich war so völlig überrascht, dass ich noch nicht mal die Hände hochbrachte, als zwei Fäuste in mein Haar fuhren und meinen Kopf wild hin und her zerrten. „Auf die Knie mit dir, du Miststück, wie kannst du es wagen, stehen zu bleiben?“

Ich wehrte mich nicht, dachte immerzu nur an die Worte meiner Mutter: „Wehr dich nie. Das ist der größte Fehler. Was immer sie dir antun, du darfst dich nie wehren. Unter keinen Umständen, das wäre das Allerfalscheste. Dann kommst du in das Sklavengefängnis. Du weißt doch, was das ist, das Sklavengefängnis, oder?“ Oh ja, das wußte ich, schon mit drei oder vier Jahren. „Ja Mama, das weiß ich. Das ist ein ganz schrecklicher Ort, wo sie dir erst deine Kleider wegnehmen und auch alle deine Spielsachen, wenn du noch ein Kind bist, sogar deine Lieblingspuppe, und nie mehr zurückgeben, und dir dann ganz arg weh tun und dich dann tot machen.“ Meine Mutter hatte es mir oft und oft erzählt, sie zählt zu meinen frühesten Erinnerungen, die Geschichte vom ungehorsamen Sklavenkind. Heute weiß ich, dass das stimmt. Auch Kinder können ins Sklavengefängnis kommen und dort ergeht es ihnen keinen Deut besser als den Erwachsenen. Und ich war ja noch nicht mal ein Kind mehr und ich wollte leben und nicht sterben. Also wehrte ich mich nicht, ertrug die höllischen Schmerzen an meinen Haarwurzeln. Während ich im Raum hin und her gezerrt wurde. Die Hände hielt ich fest hinter dem Rücken verschränkt, krallte die rechte Hand in den linken Unterarm, um ja nicht in Versuchung zu geraten, meiner Peinigerin in den Arm zu fallen. Das wäre zumindest „Widerstand“ gewesen nach dem „Strafkodex für Unfreie“. Wahrscheinlich sogar „tätlicher Angriff“. Und das auch noch vor Zeugen. Freien Zeugen. Die mir alles andere als wohlgesonnen waren. Da hätte ich kaum eine  Chance gehabt, mit dem Leben davonzukommen. Soviel war klar.

Also biß ich die Zähne zusammen, ließ alles mit mir geschehen ohne jede Schmerzensäußerung, was nicht leicht war. Ich schaffte es jedoch irgendwie, auf den Beinen zu bleiben. Das durfte ich auch- sie war nicht meine Herrin und ich hatte es nicht am „allgemeinen Respekt gegenüber Freien in der Öffentlichkeit“ fehlen lassen, ergeben abgewartet, wie man wohl reagieren würde auf meine Anwesenheit, ganz so wie es der „Verhaltenskodex für Unfreie gegenüber der Herrschaft und in der Öffentlichkeit“ vorsah.

Sie durfte mir auch keine Befehle erteilen, da sie nicht dazu autorisiert worden war durch meinen Besitzer. Und von einer Pflicht, vor Mitgliedern der Freien Öffentlichkeit zu knien, stand nichts im Verhaltenskodex. Nur was von gesittetem Betragen, Respektbezeugung durch Wort und Tat, demutsvoller Haltung in jeder Lebenslage und dergleichen. Oh ja, ich kannte sie, meine Codici. Sie standen, schön in blaues Leinen  gebunden, in der Bibliothek meines früheren Herrn. Wir durften uns jederzeit Bücher ausleihen daraus, solange der fehlende Band nur durch einen „Platzhalter“, also einfach einen Zettel mit Autor, Titel und Datum, als entnommen vermerkt war.

Wie oft hatte mich meine Mutter malträtiert damit. Legte mir beide Bücher auf meinen Schreibtisch, während ich noch Rechenaufgaben löste, englische Texte übersetzte oder französische, den Zitronensäurezyklus büffelte.

„Mama, ich hab das doch schon so oft gelesen. Ich muß dir doch auch noch helfen, gleich nach den Schulaufgaben. Hat der Herr befohlen, frag ihn, wenn du mir nicht glaubst.“

„Dann liest du eben heute abend noch drin vor dem Schlafengehen. Das kann dir eines Tages vielleicht mal das Leben retten, dass du genau weißt, was da drin steht. Vor allen Dingen im Verhaltenskodex. Wenn du es mal mit dem anderen Buch zu tun bekommst, bist du ohnehin schon so gut wie tot.“

„Ach Mami, ich will nicht. Bitte, nicht heute abend. Morgen wieder, aber heut abend nicht, ja? Bitte, bitte.“

Sorgenvoll strich sie mir übers Haar, küßte mich aufs Ohrläppchen, was mich zwar jedesmal zum Kichern brachte, ich aber sehr mochte, wenn sie das tat.

„Kind, Kind, unser Herr ist zu gut zu dir. Du vergißt, wer du bist und das kann mal deinen Tod bedeuten.“

„Ich vergesse überhaupt nicht, wer ich bin, und ich gehorche unserem Herrn sowieso viel besser als du. Was meinst du, warum du jede Woche mindestens einmal Senge kriegst und ich nie!“, trumpfte ich auf.

Sie strich mir wieder übers Haar. Wir tauschten diese Argumente nicht zum ersten Mal aus. Im Grunde spürte ich ihre Besorgnis und liebte sie dafür, es war mehr wie ein Spiel, wer dieser Debatte wohl als erster überdrüssig werden würde. Gewann ich, was weitaus öfters der Fall war als umgekehrt, konnte ich am Abend in Ruhe „Hanni und Nanni“ lesen oder sonstwas Vergnügliches tun. (Manchmal besuchte mich auch eine Freundin, der Herr gestattete es oft, wenn meine Mutter keine Einwände erhob. Oder ich bettelte ihn an um einen Ausgehschein, um meinerseits einen Besuch abzustatten, es wird den Leser nicht verwundern, dass ich ziemlich erfolgreich war darin, ihm welche abzuluchsen, mochte er auch noch so streng „Nein“ sagen ursprünglich.) 

„Warum er dich nie schlägt? Ach Anna, das weißt du doch. Weil du eben noch ein Kind bist und er schlägt keine Kinder. Andere Herrschaften tun das und schicken sie sogar an diesen schrecklichen Ort, du weißt schon.“

Mir schauderte.

„Morgen lese ich darin, bestimmt, ich schwör´s, Mami.“

„Also gut, Kind. Und tu´s auch wirklich. Übermorgen höre ich dich wieder ab und dann werden wir ja merken, ob du wirklich darin gelesen hast oder nicht.“

Sie hat mich oft abgehört und ich kann heute noch ganze Passagen daraus auswendig zitieren. Ich brauche auch keine Angst zu haben, dass sich viel darin ändert in absehbarer Zeit, der Wortlaut wurde vielleicht immer wieder den jeweils aktuellen Sprechgewohnheiten angepaßt,  aber im Grunde existieren sie seit Menschengedenken fast unverändert. Ursprünglich waren sie natürlich auf Latein gewesen, wie die Bibel. Und es soll noch ältere Texte geben, aber das ist lange her.

 Das Institut der Sklaverei ist, wie unser Geschichtslehrer immer wieder zu sagen pflegte, älter als die katholische Kirche oder der Islam, so alt wie das Judentum oder noch älter, Sklaven hat es ja bekanntlich auch schon in vorhebräischer Zeit gegeben. Die Sklaverei sei die älteste und unverwandelbarste Kultureinrichtung der Menschen, unsere direkte und unverfälschteste Verwurzelung in der Morgendämmerung der Menschheitsgeschichte, fast schon heilig.

„Aber“, so pflegte er immer mit mahnendem Unterton hinzuzufügen und nahm mich dabei scharf ins Auge, „nur die Sklaverei ist heilig, nicht die Sklaven.“

Gelegentlich kicherte einer meiner Mitschüler an dieser Stelle, meine Freundinnen, wir hielten zusammen wie Pech und Schwefel, merkten sich den Übeltäter oder die Übeltäterin, um ihm beziehungsweise ihr in der Pause oder auf dem Nachhauseweg eine gehörige Abreibung zu verpassen. Wir wußten damals alle schon, dass ich mich daran nicht beteiligen durfte, am besten noch nicht einmal in der Nähe sein sollte, wenn meine verletzte Ehre gerächt wurde, schon eine kleine Schulhof- Rangelei hätte fatale Folgen haben können für mich, hätte buchstäblich meinen Tod zur Folge haben können in einer der Folterkammern oder dem Exekutionsraum des Regionalgefängnisses für Sklaven.

Da ich aber stets eine „schlagkräftige Truppe“ um mich zu scharen wußte und auch sonst eigentlich bei denen ziemlich beliebt war, die ich nicht zu meinem engeren Freundeskreis zählte, hielt sich der Bedarf an „Wiederherstellungen von Annas Ehre und tadellosem Leumund“ (das hatten wir aus Romanen, die im Mittelalter spielten) in engen Grenzen.

Das alles schoß mir so durch den Kopf in den höchstens dreissig oder vierzig Sekunden, während derer ich so völlig grundlos  mißhandelt wurde durch Amelia, so hieß er nämlich, der Blondschopf. Die hilflose Empfangsdame, deren völligem Mangel an sicherem Auftreten den reichen Dämchen gegenüber ich die ganze Chose ja zu verdanken hatte letztendlich, hüpfte während der ganzen Zeit wie ein geköpftes Huhn um uns herum und krähte (ein Huhn, das kräht!): „Amelia, aufhören. Ich sagte, hören Sie jetzt sofort auf. Haben Sie gehört? Sie sollen aufhören, habe ich gesagt.“

Dann klappte eine Tür, man hörte ein Händeklatschen, eine autoritätsgewohnte Altstimme rief: „Was ist denn hier los?“ Sofort ließ Amelia von mir ab, huschte zu den anderen an die Ballettstange, wo sie in einer Haltung Aufstellung nahmen, die wohl die vorgeschriebene Grundhaltung zu Beginn des Unterrichts war. Amelia schwer atmend.

Ich stand da, mit wirrem Haar, und blutete aus der Nase, ein paar Schritte von mir entfernt die Empfangsdame, mit nichts als Ratlosigkeit im Blick.

„Bitte, Frau Direktorin, ich kann nichts dafür“, flehte sie die Besitzerin der Altstimme an, eine gertenschlanke Mittfünzigerin im Trikot, unsere Lehrerin, eine bundesweit bekannte und gefeierte ehemalige Ballettänzerin, Gründerin und Leiterin der Schule für Tanz und Ballett, die uns für viel Geld in der hohen Kunst des Bauchtanzes unterweisen sollte.

„Ich weiß. Amelia mal wieder. Sie können gehen. Es warten bereits mehrere mögliche Neukunden unten. Drücken Sie denen Informationsmaterial in die Hände. “

„Danke, Frau Direktorin. Selbstverständlich.“  Und weg war sie. Huschte förmlich hinaus.

Die Frau Direktorin nahm ihr Schweißband von der Stirn. Reichte es mir hin.

„Hier, für dein Nasenbluten.“ Da ich zögerte, drückte sie es mir energisch in die Hand. „Jetzt nimm schon. Drück es dir kräftig unter die Nase. Das sollte den Blutfluß stoppen. Sonst versaust du dir noch dein Trikot.“

Dann strich sie mir die Haare wieder glatt. Ein wenig burschikos, dennoch fühlte es sich so gut und zärtlich an, wie es sich bei meiner Mutter angefühlt hatte.  Das war das dritte Mal an diesem Tag, dass ich am liebsten einfach  losgeheult hätte.

Sie klatschte wieder in die Hände. „Herhören, Mädchen. Das ist die Anna und wie ihr seht, ist sie eine Sklavin. Ich kenne ihren Herrn recht gut, nicht gerade persönlich, aber gesellschaftlich. Er ist ein leidenschaftlicher Liebhaber der Künste, versteht auch ein bißchen was vom Ballett, und hat mir versichert, dass sie sehr begabt ist tänzerisch.  Sonst würde er ja wohl kaum auch so viel Geld ausgeben, um sie ausbilden  zu lassen.“

„Nanu“, dachte ich bei mir, „er stürzt sich ja scheins in erhebliche Unkosten, so viel Geld hat er doch wohl auch wieder nicht. Will er mir eine Karriere als professionelle Tänzerin ermöglichen, um dann die Gagen einstreichen zu können? Nur für seine Wichserfreunde wird er’s wohl kaum tun, die haben ja keine Ahnung und merken doch den Unterschied gar nicht.“ Bei dem Gedanken pochte mein Herz wieder laut und, wie man immer denkt, allen vernehmlich, aber das ist natürlich ein Irrtum. Es pochte vor Freude diesmal. Das war ja eine unerwartete Wendung!

„Was den kleinen Vorfall eben betrifft. Amelia, wenn sich so etwas noch einmal wiederholt, dann rede ich wieder mal mit Ihrem Herrn Vater. Sie wissen, was wir vereinbart haben und wie er denkt über das Thema Wohlverhalten und Reitstunden. Habe ich mich klar ausgedrückt?“

Amelia zog zwar einen Flunsch, ruckelte auch ein bißchen hin und her an der Ballettstange, wagte aber keine Widerrede und nickte schließlich. „Gut, dann wäre das ja geklärt. Wir beginnen jetzt mit Aufwärmübungen. Anna, sobald deine Nase nicht mehr blutet, machst du einfach mit, das macht nichts, wenn du es noch nicht so gut kannst wie die anderen, die ja schon ein paar Stunden hatten, dein Herr mußte dich halt erst noch handzahm kriegen und deinen Willen brechen, damit du nicht ans Wegrennen denkst, das ist normal bei neuerworbenen Sklaven, mit einem Fußreif bist du ja auch schon versehen, wie mir auffällt, na, du wirst uns schon erhalten bleiben jetzt, denke ich , und  du wirst auch Anschluß finden an die Gruppe. Da mache ich mir keine Sorgen. “

 

Die Stunde war anstrengend, aber sehr schön, machte mir viel Spaß. Die Direktorin lobte mich mehrere Male ausdrücklich und empfahl meine Geschmeidigkeit, meine fast schon „laszive Verführungskunst“ den anderen ausdrücklich als Vorbild, dem sie nacheifern sollten.

„Das Wesen des Bauchtanzes, meine Damen, ist nun mal die Verführung,“ erläuterte sie, sinnierend lächelnd. „Wir dürfen nicht vergessen, dass er seine Wurzeln in den alten Fruchtbarkeitstänzen hat. Anna hat das völlig verstanden, meine Damen, eifern Sie ihr nach, auch wenn Sie deswegen nicht gleich eine Sklavennatur zu entwickeln brauchen, die Anna offenbar so schön zu eigen ist und was die Sache natürlich erleichtern würde.“ Verhaltenes Hüsteln und Lachen der Damenriege folgte diesen Worten. Nur die kleine feenhafte Giselle, wie sie hieß, so viel hatte ich inzwischen mitbekommen, blieb ernst und schaute mir forschend in die Augen.  Ich schenkte ihr so ein geringschätziges Lächeln mit herabgezogenen Mundwinkeln, das heißen sollte: „Laß sie nur reden, ich weiß, dass ich gut bin und sie gibt es ja letzten Endes auch zu. Ich bin trotzdem stolz auf das, was ich kann.“

Ich vergaß fast, dass ich meine Künste natürlich auch im Rahmen des nächsten Herrenabends würde vorführen müssen mit meiner  anschließenden Massenvergewaltigung, die zum Ablauf solcher Abende wohl gehörte wie das Amen in der Kirche. Daran war wohl nichts zu ändern, ich hoffte nur, dass ein paar der Herren das nächste Mal eine eigene Sklavin mitbrächten, was mich sicherlich entlasten würde. Und noch inständiger hoffte ich, dass sie nicht mehr  daran dächten, dass sie mich doch eigentlich zur Abwechslung in den Hintern pimpern wollten.

Es tut immer noch so weh, wenn mir mein Herr seinen harten Fleischpfahl in die Rosette schiebt, oft habe  ich im Anschluß daran tagelang Schmerzen  bei jedem Stuhlgang, es brennt ganz scheußlich nach jeder Entleerung. Daran ändert auch das Melkfett auf Ringelblumenbasis nicht so viel, das ich mir dann in die Kotampulle des Enddarms schmieren soll nach jedem Scheißen mit zwei oder drei Fingern, was ich auch tue.

Immerhin trägt es dazu bei, diesen Zustand insgesamt schneller wieder gut werden zu lassen, bis zum nächsten Arschfick halt. Der ist eigentlich  in der Regel eine brutale anale Vergewaltigung, meist unmittelbar nach einer Auspeitschung im Keller, während ich noch festgeschnallt bin auf dem Prügelbock.  Als ob die Prügel für sich genommen nicht schon schlimm genug wären. Aber ich weiß jetzt, dass es „nur an mir liegt“, wie mein Herr das formuliert. Weniger Auspeitschungen- weniger Arschficks; so einfach ist das.

Oder wie fordert doch der „Kodex“: „Gegenüber seiner Herrin und/ oder seinem Herrn ist die einzig zulässige Haltung eines Sklaven die der hündischen Ergebenheit und des bedingungslosen Gehorsams.“ Man könnte auch sagen: „speichelleckerischen Gehorsams“, wie ich in aufmüpfigeren Zeiten formulierte, die schon so lange zurück zu liegen scheinen und doch, objektiv betrachtet, erst recht kurz her sind.                                                                                     

Kapitel 23

Kapitel 25

 

Vor dem Ende der Stunde hatte ich regelrechten Bammel. Würde Amelia ihre Mißhandlungen fortsetzen, sobald wir wieder unter uns waren in der Umkleide? War es nicht ein Fehler gewesen, nicht hinzuknien, auch wenn sämtliche Kommentare zum „Verhaltenskodex“ (Ihr seht, ich bin so was wie eine Expertin für Skalvenrecht!) ausdrücklich betonen, dass so etwas NICHT unter die allgemeine Respekterweisung fällt?

Im Gegenteil: die Kommentare führen aus, dass die Befehlsgewalt der Herrschaft eben nicht nur im Institut (das heißt übrigens: gesellschaftliche Einrichtung, nur falls Ihr das nicht wißt) der Sklaverei begründet liegt, sondern darüber hinaus auch noch im grundgesetzlich geschützten Recht auf Eigentum. Irgendwelche besonderen Demuts- und Unterwerfungsgesten zu verlangen von einem Sklaven, also ohne vom Besitzer dazu ausdrücklich autorisiert worden zu sein, ist also schon deswegen unzulässig, weil es in das Eigentumsrecht des Sklavenhalters eingreift.

Bitte haltet mich jetzt nicht für naseweis oder altklug, das steht alles in den Kommentaren, die ich mir übrigens nicht vollständig freiwillig reingezogen habe.

Auch hier war es wieder meine Mutter, die mir wie eine Furie im Nacken saß und mich, gelinde gesagt, nötigte, das zu tun. Sie ging sogar soweit, mir mit dem Herrn zu drohen, wenn ich  zu bockig wurde.

„Das interessiert mich nicht, Anna, dass Du einen 14- Stunden- Tag hattest, ein Stündchen ist immer noch Zeit vor dem Schlafengehen.“

„Mama, ich bin aber so müde. Morgen, ich lese morgen darin. Ich schwör´s.“

„Anna, du hattest gestern einen 14- Stunden- Tag und nichts gelesen, weil du zu müde warst, du wirst morgen wieder einen haben und übermorgen aller Voraussicht nach auch und wenn es danach geht, dann liest du nie darin. So arg müde bist du doch gar nicht die ganze Zeit, du willst einfach nicht, das ist es. Aber das lasse ich dir nicht durchgehen!“ 

„Ach, ich bin nicht müde? Nicht müde bin ich also angeblich!? Und wer hat erst vorgestern den Arsch so vollgekriegt, dass ich von deinem Schreien sogar wieder aufgewacht bin, obwohl  der Herr dich im Bestrafungszimmer durchgeklopft hat.“ Das Bestrafungszimmer hat eine dicke gepolsterte Tür und war auch sonst schallisoliert.  Aber Mama hatte tatsächlich geschrien wie am Spieß, über zwei Stunden lang. 

Das war schon etwas unfair und ich hatte auch ein schlechtes Gewissen deswegen, so zu argumentieren, denn meine Mutter mußte sehr viel härter arbeiten als ich, ich war ja nur zu ihrer Unterstützung da.

Da die Abstrafung mitten in der Nacht stattfand (sonst gab´s bei Verfehlungen einen Eintrag ins Strafbuch und geprügelt wurde dann an den Wochenenden nachmittags) nahm ich an, dass sie beim Sex nicht das nötige Feuer gezeigt hatte, möglicherweise sogar eingeschlafen war. Sonst war der Herr eigentlich nicht so impulsiv und regelrechte Prügelorgien, die sich länger als sagen wir mal 30 Minuten hinzogen, waren auch  nicht sein Ding normalerweise.

Meine Mutter sah das wohl ähnlich mit der unfairen Argumentationsweise, jedenfalls wurde sie fuchsteufelswild, knallte  den dicken Kommentarband auf den Tisch.

„Du liest das jetzt, du liest das jetzt, du liest das jetzt, junge Dame, und zwar auf der Stelle oder ich gehe zum Herrn und dann wollen wir doch mal sehen, wer hier als nächstes den Allerwertesten versohlt bekommt!“

Ich muß erwähnen, dass ich, seit er mich mit dreizehn Jahren einmal vergewaltigte, für den Herrn offenbar nicht mehr als Kind galt und auch meine Eintragungen in das Strafbuch bekam dann und wann. Er züchtigte mich aber nur mit der bloßen Hand oder einer weichen Lederpeitsche, gab mir nie mehr als fünf Schläge und auch die waren nicht besonders kräftig. Zu dem Zeitpunkt war ich ja auch erst vierzehn. Ich glaube, ich habe schon erwähnt, dass er ein guter und gerechter Herr war, den ich stets in guter Erinnerung behalten werde.   

Später, noch vor dem Schlafengehen, hat sie sich unter Tränen entschuldigt dafür, dass sie mich angeschrien und mir gedroht hat.

Dann lagen wir uns in den Armen und heulten beide.

Aber gelesen habe ich im Kommentar an jenem Abend und auch noch an vielen anderen Abenden, und auch wenn ich meine Mutter damals oft auf den Mond hätte schießen können und diese exemplarisch geschilderte Auseinandersetzung beileibe nicht die einzige war wegen des leidigen Themas, heute muß ich zugeben , dass es mir echt was gebracht hat. 

Aber, um mal so langsam wieder auf mein Problem mit der guten Amelia zurückzukommen, es ist halt doch immer ein Unterschied zwischen Theorie und Praxis, vor allen Dingen, wenn man  Sklavenstatus hat und diejenigen, die das Gesetz zu ihren Gunsten gemacht haben, es auch noch auslegen. Beziehungsweise sich einen Teufel darum scheren und sich gleich auf ihre Macht verlassen, so wie Amelia, die wahrscheinlich noch nicht mal zehn Prozent von dem wußte über Sklavenrecht, was ich weiß.

Warum nur um alles in der Welt hatte ich mich geweigert, auf  ihre Aufforderung hin sofort niederzuknien vor ihr? Doch nur aus falschem Stolz, und das war töricht. Ich meine, obwohl ich froh bin, dieses Bücherwissen zu haben, so teile ich doch nicht die Buchstabengläubigkeit meiner Mutter, die zwar auch nicht alles gut und richtig fand, was sich zwischen Buchdeckeln befindet, aber eben doch beherzigenswert und irgendwie daran zu glauben schien, damit auf jeden Menschen einwirken zu können.

Nur, wie soll man einwirken können auf jemand, für den man weniger als Dreck ist? Ich meine, Amelia hatte wahrscheinlich gleich drei Leibsklavinnen, die sie den lieben langen Tag  piesackte, ohne sich viel zu denken dabei.  Waren ja ihr Besitz. Und auf einmal kam ich in ihren Bauchtanzkurs hineingestolpert, wo sie sich unter ihresgleichen wähnte, was ja bis zu meinem Auftauchen auch so wahr. Da war es doch sehr verständlich, dass sie in Wut geriet bei meinem Anblick, und den Verlust einiger Kopfhaare und meine schmerzende Nase hatte ich mir somit selber zuzuschreiben. Wäre ich niedergekniet, hätte ich sicher nur ein paar Ohrfeigen bekommen oder Fußtritte, und alles wäre in schönster Ordnung gewesen. 

Beklommen trottete ich den übrigen hinterher, die sich ungeniert plappernd über ihre Freunde und die letzte Ferienreise unterhielten. Das heißt, Giselle hielt sich etwas abseits und beteiligte sich nicht an der unbeschwerten Unterhaltung.   

In der Umkleidekabine ließ ich den Anderen selbstverständlich den Vortritt in die Gemeinschaftsdusche (der Rest des Instituts war nicht ganz so luxuriös ausgestattet wie die Eingangshalle), ihnen dort meine Gegenwart zuzumuten wäre auf alle Fälle ein schwerwiegender Verstoß gegen den Benimm- Kodex gewesen. Meine Anwesenheit im Kurs war ja noch abgedeckt durch die Entscheidung meines Herrn, mich hinzuschicken, und die der Direktorin, mich anzunehmen als Elevin.  Aber daraus das Recht herzuleiten, auch noch gemeinsam zu duschen mit den freien Kursteilnehmerinnen, darauf wäre ich auch ohne meine regelrechte Furcht vor Amelia, die ich zwischenzeitlich empfand, nie verfallen. Auch Giselle machte sich erst noch an ihrem Spind zu schaffen, aus was für Gründen auch immer. Vielleicht duschte sie lieber allein. Ich stand derweil gesenkten Hauptes in der Nähe der Tür.

Sobald Amelia mit ihrer Corona wieder aus der Dusche trat, ein Handtuch um die Hüfte geschlungen, ein anderes turbanartig um den Kopf drapiert, Schlappen an den Füßen, trat ich beherzt zu auf sie und sank zwei Schritte vor ihr auf die Knie. Das fröhliche Geplappere verstummte, wieder waren alle Augen auf mich gerichtet, wie schon einmal.

„Herrin, ich möchte Ihre Verzeihung erflehen für meine Impertinenz und meinen Ungehorsam vorhin. Bitte....“

Weiter kam ich erst mal nicht, denn auf einmal spürte ich, wie zwei schwache Arme mir von hinten in die Achselhöhlen griffen und dennoch mit aller Entschiedenheit versuchten, mich wieder aufzurichten. Es war Giselle.

„Knie doch nicht vor ihr, Anna, sie ist nicht deine Herrin. Das brauchst du nicht, und du hast auch nichts falsch gemacht, sie ist grundlos losgegangen auf dich.“

Das wußte ich selber. Gewaltsam machte ich mich los, obwohl: „auch dass ist eine Widerstandshandlung“, wie mir blitzartig bewußt wurde. Ich tat es dennoch, glaubte es riskieren zu können bei Giselle, die offenbar nichts Übles gegen mich im Schilde führte.

„Herrin, strafen Sie mich, aber bitte verzeihen Sie mir. Ich flehe Sie an.“

Warf mich vollständig auf den Boden vor Amelia, versuchte ihre Füße zu küssen. Irgendwo hatte ich mal gehört, dass das sehr besänftigend wirken soll auf eine erzürnte Herrschaft, ja sogar mal jemand aus dem Sklavengefängnis befreit hat. Ach ja, das ist ja aus der Erzählung „Das ungehorsame Sklavenkind“, die sich meine Mutter für mich ausgedacht hatte. Na, das war doch mal ein sehr praxisnaher Rat....

„Hoch mit dir auf die Knie und hör auf, mir die Füße abzuschlecken. Das ist ja widerlich.“ Kalt, befehlsgewohnt, zufrieden, dass sie sich wieder im gewohnten Fahrwasser befand: Amelia.

Ich richtete mich wieder auf in die befohlene Position, ließ den Kopf hängen.

„Schau mich an!“

Ich blickte in zwei zu Schlitzen verengte Augen und ein boshaftes Grinsen. Kassierte zwei saftige Ohrfeigen. Brachte es irgendwie fertig, sie auch noch mit einem: „Danke, Herrin“, zu quittieren.

Bevor mir Amelia noch weitere verabreichen konnte, und ich bin sicher, dass es bei den zweien keinesfalls sein Bewenden gehabt hätte, griff die immer noch hinter mir stehende Giselle plötzlich nach Amelias Handgelenken, hielt sie fest mit erstaunlicher Stärke. Amelia wand sich, versuchte sich zu befreien, aber es gelang ihr nicht.

„Hör zu“, zischte Giselle, „wenn du sie noch einmal schlägst, dann melde ich es der Frau Direktor. Sie hat es dir verboten, das weißt du.“

„Du Petze!“, kam es zurück. „Meld mich nur. Ich schlag sie trotzdem.“

Da mischte sich eines der anderen Mädchen ein, nicht die, die mich im Übungssaal mit diesen gehässigen Kommentaren bedacht hatte. Diese hatte eine ruhige und angenehme Stimme, sprach ohne Hast. „Jetzt hört schon auf, ihr Beiden. Eine Sklavin ist es doch nicht wert, dass ihr euch in die Wolle geratet. Amelia, du hast sie  ja bestraft jetzt und du, Giselle, hast deinen Standpunkt deutlich gemacht und wirst die zwei Ohrfeigen nicht melden.“

„Wenn sie jetzt aufhört, sie zu schlagen, dann melde ich sie nicht.“

„Amelia, es ist besser, du hörst jetzt auf.“ Wieder diese ruhige, vernünftige Stimme.

„Sie soll mich erst loslassen. Dann überlege ich es mir vielleicht noch einmal“, erwiderte Amelia hitzig.

Giselle ließ ihre Handgelenke los. Amelia verpaßte mir noch eine Kopfnuß, die aber nicht richtig traf, schnaubte durch die Nase und wandte sich wortlos ihrem Spind zu.

Es war vorbei.

Ich fühlte mich so elend und besudelt, dass ich nicht die Kraft hatte, aufzustehen. Ich blieb, wie ich war, der Kopf sank mir nach vorne auf die Brust. Ich hatte mich selbst erniedrigt. Woher war diese übermächtige Furcht denn auf einmal nur hergekommen? Amelia war doch tatsächlich gar nicht meine Herrin, die Direktorin hatte ihr weitere Mißhandlungen verboten, unter Androhung von Konsequenzen, und wenn ich meinem Herrn alleine von der Szene im Übungssaal erzählen würde, würde er wahrscheinlich sehr erbost zum Hörer greifen um sich bitter zu beschweren, dass für sein gutes Geld noch nicht einmal ein pfleglicher Umgang mit seinem Eigentum gewährleistet sei. So gut kannte ich ihn inzwischen.

Das Ende vom Lied wäre unter Umständen, da die Direktorin meinen Herrn ja persönlich kannte und wahrscheinlich irgendwie das Gefühl bekäme, was wiedergutzumachen zu müssen an ihm, dass sie Amelias Vater vom undisziplinierten Verhalten seines Töchterchens in Kenntnis setzen, ihn möglicherweise sogar auffordern würde, seinen mißratenen Sprößling runterzunehmen von ihrer Schule. Auf alle Fälle zumindest: bye bye, Reitpferd; das würde seinen Hafer für eine ganze Zeit in aller Ruhe fressen können.

Schließlich kroch ich zu einer dieser niedrigen, langen Fußbänke, wie sie so typisch sind für Umkleideräume, legte meine Arme drauf, ließ den Kopf auf die Arme sinken, so dass ich halb sitzend, halb liegend schräg neben ihr kauerte.

So blieb ich, die Scham ebbte so langsam ab und eine Leere begann sich auszubreiten in meinem Inneren.

Gerade als ich aufstehen wollte, vernahm ich von der Tür her Amelias höhnische Stimme. Sie war wohl am Gehen und sprach zweifelsohne zu Giselle.

„Bestimmt ist deine Mutter eine Hure und dein Vater ein Sklave. Und dein Freund auch. Und dein Bruder sowieso. Blöde Fotze!“ 

Knallte die Tür zu. Weg war sie mitsamt ihrem Hofstaat.

„Selber Fotze“, murmelte Giselle. 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 26

 

Nun waren wir allein, Giselle und ich. Außer dem Summen einer Neonröhre und dem Tröpfeln der Duschen war es still.

Ich zog mich auf die Bank hoch, blieb mit hängenden Schultern dort sitzen, blickte Giselle an. Diese stand mitten im Raum und blickte zurück, begann den Kopf zu schütteln.

„Warum hast du das nur getan, Anna? Dich derartig zu erniedrigen vor ihr. Ich weiß, du bist ´ne Sklavin, aber du bist doch auch ein Mensch. Ich versteh´s nicht. Bitte, erkläre es mir.“

Ich verstand es doch selber nicht.

„Ich... ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Es... ist einfach so über mich gekommen, irgendwie..., keine Ahnung.“ Ich zuckte mit den Schultern, setzte mich aufrechter hin. „Aber danke, dass du mir geholfen hast.“

„Danke, dass du dir hast helfen lassen letztendlich. War gar nicht so einfach. Weißt du, das Hauptproblem war gar nicht diese blöde Schnepfe, die hat sowieso nicht für fünf Cent Grips in der Birne und glaubt, sie wär der Käs, weil ihre Alten fett die Kohle haben und weil sie gut ausschaut natürlich auch, ich mein, nur ein Feind von ihr, der zufällig auch noch blind ist, würde ihr das nicht lassen. Nein, das Hauptproblem warst du, Anna. Dabei tanzt du zehnmal besser wie sie und ich glaub, du hast auch kopfmäßig was los, ich sag das jetzt einfach mal so, obwohl wir uns  ja nun kaum kennen, fast gar nicht. Jedenfalls hast du mehr los als sie, obwohl das natürlich nicht schwer ist.“

Da brachte sie alles so drollig vor irgendwie, so voller gutmütigen Spotts über die ganze Welt im Allgemeinen und gewisse Menschen im Besonderen, dass ich unwillkürlich grinsen mußte.

„Siehst du, Anna, Schatzilein, so gefällst du mir schon besser als vor zehn Minuten. Ich erflehe Ihre Verzeihung, Herrin, bitte strafen Sie mich!“, imitierte sie mich mit hohler Stimme und dermaßen übertriebenem Pathos, dass ich nicht anders konnte, als einzustimmen, als sie über ihren eigenen Witz lacht.

Sie hockte sich neben mich auf die Bank.

„Rück mal´n Stück, elende Sklavin. Is so wenig Platz hier.“

Das war natürlich wieder ein Witz, die Bank hätte Platz für zehn stämmige Bayern geboten und für zwanzig Giselles.

Ich rückte grinsend, aber halt leider in die falsche Richtung, wenn auch nicht ganz ohne scherzhafte Absicht, so dass wir nun wirklich eng aufeinander klebten.

„Ja, Herrin. Wie Ihr befehlt, Herrin.“

„Das war falsch, Sklavin. Dafür kommst du ins Sklavengefängnis, Nichtswürdige“, verkündete Giselle mit Grabesstimme und todernstem Gesichtsausdruck.

Wie elektrisiert rückte ich sofort einen halben Meter ab von ihr.

Verdammt, das war doch keine Freundin von mir, bestimmt steckte sie mit den anderen unter einer Decke, das Zerwürfnis war nur ein Schauspiel, so machten sie es immer, sie war nur eine besonders raffinierte Sadistin, und jetzt war ich ihr auf den Leim gekrochen und hatte mich selber eingeliefert ins Sklavengefängnis. In die Folterkammern, in denen so Fürchterliches geschieht, dass sogar amnesty international seit Jahrzehnten immer wieder versucht, regelmäßige Inspektionen durchzusetzen, natürlich vergeblich.

Giselle, die eben wieder hatte anfangen wollen zu lachen, gefroren regelrecht die Gesichtszüge. Ich muß abwehrend die Hände gehoben haben, das kam mir erst zu Bewußtsein, als Giselle meine Handgelenke ergriff und meine Arme mit sanfter Gewalt wieder nach unten bog. Sie sagte kein Wort, ließ mich wieder los, sah aus, als ob sie mit den Tränen kämpfte, rückte ab von mir.

So saßen wir beide vielleicht eine halbe Minuten und schwiegen, jede hing ihren Gedanken nach, wir blickten uns nicht an.

Ich schämte mich meines Verdachts, die ich noch vor wenigen Sekunden gehabt hatte. Er war natürlich komplett abwegig. Und doch war ich ein paar Sekunden lang völlig überzeugt gewesen davon. Dass ich so hatte über Giselle denken können, auch nur eine Sekunde lang, empfand ich als eine schwere Schuld. Wenn Giselle und ich irgendwann mal wirklich Freundinnen geworden waren, und es gab momentan nichts auf der Welt, was ich mir sehnlicher wünschte, dann würde ich es ihr beichten müssen. Und ihre Verzeihung erbitten. Nicht als Sklavin, eine Sklavin bittet alle fünf Minuten wegen irgendwas um Verzeihung, vor allen Dingen, wenn sie so einem Herrn in die Hände gefallen ist wie ich.  Nein. Sondern als Freundin. Damit nichts Unausgesprochenes zwischen uns steht und wir uns nahe sein können ohne Lüge oder Verstellung.   

 

 

 

 

 

 

Kapitel 27

 

Nach einer Zeit tauchte ich wieder auf aus meiner Versenkung und blickte hinüber zu Giselle. Da bemerkte ich, dass sie mich schon eine ganze Zeitlang beobachtet haben mußte, mit einem Lächeln im Gesicht, das breiter wurde, als sich unsere Blicke trafen.

„Hey, Anna, wir sollten uns duschen und gehen, bevor die hier abschliessen.“

Ich bekam einen Schreck.

„Wie spät haben wir es denn.“

„Moment.“ Sie schaute auf ihre Uhr, die sei anbehalten hatte für die Stunde, während meine im Spind lag.

„Fünfzehn Uhr dreissig. Weshalb fragst du?“

„So halt. Ich hab halt einen Ausgangsschein, der geht bis Achtzehn Uhr dreissig."

„Ach so, ja. Hab ich ganz vergessen. Du brauchst ja einen Ausgangsschein.“

„Ja, den brauch ich.“

Ich sollte vielleicht einfügen, dass Ausgangsscheine in all ihren Ausprägungen (einmalige oder  permanente Bewilligungen, wie ich sie beispielsweise für den Schulbesuch hatte früher, 24- Stunden- Scheine oder auch zeitlich befristete, so wie ich jetzt einen hatte, örtlich begrenzte, mein jetziger erstreckte sich zum Beispiel auf das Stadtgebiet von Stuttgart oder welche  nur zur Zurücklegung bestimmter Wege, wenn man zum Beispiel zum Einkaufen geschickt wird; und so weiter, und so fort) hochoffizielle Dokumente sind, die nebenher auch als Personalpapier- Ersatz dienen, da wir Sklaven keine haben. Also mitnichten irgendwelche Freßzettel. Sie werden herausgegeben von den jeweiligen Banknoten- Druckereien und sind recht fälschungssicher, wenngleich sich Gerüchte halten, dass es Fälschungen geben soll, sehr gute sogar, die Sklaven auf der Flucht helfen. Angeblich. Ich bin da skeptisch.

Sie tragen, wie Banknoten, Seriennummern, müssen von der Herrschaft gegen Vorlage des Ausweises in speziellen Geschäften erworben werden und es gibt eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht im Tresor. Die Ausgabe einzelner Scheine muß mit der Seriennummer dokumentiert werden in einem speziellen Buch, für das seinerseits formale Kriterien existieren und das getrennt von den Scheinen aufbewahrt muß an einem Sklaven unzugänglichen Ort.  

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Sklaven, die sich unkontrolliert bewegen können, stellen die öffentliche Sicherheit in Frage, ja unter Umständen sogar das System der Sklaverei als solches. Siehe Spartakus- Aufstand im alten Rom.

Kommentatoren zum Verhaltenskodex, in dem die Pflicht von uns Sklaven zur ständigen Mitführung eines solchen Scheines außerhalb des Grundstückes ihrer Herrschaft festgelegt ist, weisen darauf hin, dass es den alten Römern mit ihrer hochorganisierten Verwaltung durchaus möglich gewesen wäre, ein solches System durchzuführen, wenngleich natürlich nicht mit der heutigen Effizienz und Fälschungssicherheit. Dadurch wären Sklavenaufstände  verhindert oder doch zumindest sehr erschwert worden. So hätten sich Sklaven z.B. nur unter sehr hohem Risiko auf die Versammlungen der frühen Christen schleichen können, die ja offen für die Abschaffung der Sklaverei eintraten. (Genauso wie sie gegen den Krieg waren und es offiziell heute noch sind, sind sie ja auch heute immer noch gegen die Sklaverei, also die Katholiken, Luther hat bekanntlich ja auch da eine sehr am Status Quo orientierte Haltung eingenommen. Praktische Konsequenz in beiden Fragen bis heute: wie allgemein bekannt gegen Null tendierend.)

Also sei es wie es sei: jedenfalls ist jeder Sklave gut beraten, im öffentlichen Bereich einen gültigen Ausgangsschein griffbereit mit sich zu führen, alles andere hat schon fast suizidalen Charakter.

Doch zurück zu Giselle (und mir): sie hat mich in ein Cafe eingeladen, da sitzen wir jetzt schon einige Zeit und reden miteinander.

Seltsam, das fühlt sich alles so real an: an einem Tischchen zu sitzen, auf dem eine saubere Tischdecke liegt, den Kaffeegeruch zu atmen, der gute Kuchen, die aufmerksamen Kellner, die gedämpfte Atmosphäre, die keineswegs nur von den weißen Musselin- Stores herrührt, durch die das Sonnenlicht gedämpft in den Raum dringt. Das Klappern von Kaffeegeschirr. Viel realer als der Alptraum jedenfalls, zu dem mein Leben geworden ist seit meinem Verkauf. Und in den ich wieder zurück muß, bald sogar, sehr bald. Es ist jetzt schon halb fünf, alle naselang schaue ich auf meine Uhr und habe Giselle gebeten, auch auf die ihre zu schauen, falls meine stehenbleibt.

Ihr fällt auf, dass ich keine gewöhnliche Uhr trage, fragt, ob sie sie mal näher betrachten dürfe.

„Aber klar doch.“ Ich streife sie vom Handgelenk, reiche sie ihr rüber. Sie funkelt und glitzert, Weißgold mit echten Goldapplikationen. Der Kellner, der mir gerade das zweite Stückchen Kuchen bringt, bekommt ganz ehrfürchtige Augen und serviert mit einer besonders eleganten Geste.

„Wow“, nickt Giselle anerkennend, „schick, todschick. Und siebzehn Steine. Ich glaub nicht, das die so schnell kaputtgeht.“

Gibt sie mir zurück. „Die muß ja ein Vermögen gekostet haben. Wo hast du die denn her?“

Ich spüre, wie ich puterrot werde. Hätte ich das vermaldeite Ding doch bloß in die Hosentasche geschoben!

„Aber Anna- Schätzchen, das ist doch kein Grund, rot zu werden. Bestimmt von einem Verehrer, oder? Aber du mußt nicht darüber reden, wenn du nicht willst.“

„Von meinem Vergewaltiger!“, das ist es, was ich ihr am liebsten ins Gesicht schreien würde, ihr und allen anderen Gästen dieses so vornehmen Kaffeehauses mit seinen verdammten Stores, die alles Grelle und Unangenehme filtern. „Dafür, dass ich so schön mitwirke an meinen Vergewaltigungen, an dieser nicht abreißenden Kette ständiger Vergewaltigungen.“ Aber das tue ich natürlich nicht, murmle nur: „Du hast recht, ich möchte nicht darüber reden. Vielleicht irgendwann mal. Jetzt nicht. Nicht hier.“

„Verstehe“, meint sie großzügig und zwinkert mir zu, ein nonchalantes Lächeln um die Lippen. Gar nichts  versteht sie. Wenn ich ihr die ungeschminkte Wahrheit sagen würde, KÖNNTE sie sie dann verstehen überhaupt? Aber was ist schon die ganze Wahrheit? Habe ich  nicht oft genug Spaß mit ihm im Bett, diesem Mann, dem ich gehöre. Mein Körper, meine Seele, meine Kleider, ja selbst diese Uhr hier, die er mir so großzügig geschenkt hat: alles seins! Gehört ihm. Alles. 

Was hingegen gehört (noch) mir? Mein Verstand, Teile meines Geistes, die er noch nicht unter seine Kontrolle gebracht hat. Aber er arbeitet zielstrebig daran, er wird es schaffen, höchstwahrscheinlich zumindest: alle sind sie auf seiner Seite. Die Gesellschaft, Gott, der Teufel, ich selbst, die ich mich mehr und mehr zu seiner Komplizin mache, zur Komplizin meiner eigenen Vollversklavung, sogar die Sonne ist auf seiner Seite- denn wenn er mich in den Keller sperrt, oder ins Verließ (hier läuft mir ein Schauder den Rücken hinunter), dann scheint sie nicht mehr für mich. Das gleiche gilt für den Mond und die Sterne. Auch sie scheinen erst dann wieder für mich, wenn ER ihnen zunickt und sagt: „O.k., scheint wieder.“

Giselle stupst mich an: „Anna, he, ich habe dich was gefragt.“

„Was, was?“, ich bin ganz wirr im Kopf, „entschuldige bitte, ich war gerade ganz woanders mit meinen Gedanken. Entschuldige, ist nicht sehr höflich, ich weiß. Was hast du gesagt?“

„Aber das macht doch nichts“, meint sie großzügig, „wir alle haben unsere Absencen dann und wann. War auch nicht so wichtig.“

„Oh komm, jetzt sag schon. Ich bin wieder ganz Ohr. Was wolltest du wissen?“

„Nun ja“, druckst sie herum. „Ich weiß nicht. Vielleicht willst du auch gar nicht darüber reden.“

 

Also die Sache ist die: die Unterhaltung mit Giselle hier im Cafe drehte sich im Wesentlichen um zwei Punkte.

Einmal, ziemlich gleich nachdem wir uns gesetzt hatten, darum, dass sie, die ja immerhin schon bald sechzehn wird, immer noch Jungfrau ist, was ihr zunehmend Sorgen bereitet. Was, wenn sie den Richtigen nie findet? Vom Geschehen zwischen Mann und Frau hat sie höchst romantische Vorstellungen. „Man kann doch nicht einfach mit irgendeinem ins Bett gehen. Man muß sich doch lieben, wenn man es tut, denkst du nicht auch?“

Ich habe ihr erwidert, dass ich auch so dächte, aber manchesmal sei es eben doch ganz anders. „Weißt du, die Männer wollen es manchesmal so sehr haben, dass sie dich auch rumkriegen, wenn du es nicht so arg willst. Oder wenn du es vielleicht auch mal gar nicht willst.“

„Oh“, macht sie nur, „aber das ist dann ja bestimmt gar nicht schön, oder?"

Ich zucke mit den Achseln. Gottseidank kam da der Kellner mit unseren ersten Portionen Kuchen, die uns eine Zeitlang mit Beschlag belegte. Danach scheint sie für den Moment zumindest genug zu haben vom ersten Thema, da gibt es wohl so Einiges, was sie erst noch verdauen muß.

Also rückt sie mit dem zweiten raus, was ihr so sehr auf der Seele brennt: sie ist im Grunde eine aktive Sklavenbefreierin.  („Na, dann befrei mich doch. Ich warte nur darauf. Am besten gleich“, denke ich bei mir.) Also noch ist es eher so, dass sie halt nur sehr dafür wäre, aber sie würde schon mal fleißig üben, am Computer z.B. das Fälschen von Ausgangsscheinen. Die Resultate seien aber nicht sehr befriedigend, ihr Vater wolle ihr keine überlassen von denen, die bei ihnen zuhause im Tresor lägen, auch nicht für eine angebliche Projektarbeit in der Schule, in Wahrheit natürlich zum Einscannen,  also müsse sie sich mit Faksimiles aus dem Internet begnügen  mit einer beschissenen Auflösung, damit sei natürlich nicht viel zu machen.

Das leuchtet mir ein.

Ja, ob ich ihr nicht vielleicht meinen überlassen könnte. Sie würde mich nachher mit dem Taxi bis zum Haus meines Herrn begleiten, dann könnten wir auch noch länger sitzen hier und reden, und dann könnte ich ihr doch meinen überlassen. Ich sollte ihr in Zukunft doch immer meine Ausgehscheine aushändigen.

„Und was, wenn er ihn zurück haben will?“, frage ich. „Gut, dass ist nicht gesagt, ich kenn mich da ein bißchen aus, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es nur eine Dokumentationspflicht gibt, aber man muß die ausgegebenen tatsächlich nicht aufbewahren.“

Stimmt, das wundert mich eigentlich. Andrerseits, sie tragen ja alle diese Seriennummer, die in allen Computern mit dem Halternamen abgespeichert ist. Polizei, private Sklavenjäger, alle haben doch drahtlos Zugriff auf solche Informationen heute. Wenn denen was spanisch vorkommt, dann machen die doch einfach einen Kontrollanruf, notfalls kommst du halt in eine Arrestzelle, bis die positiven Bescheid haben.  Reine Phantasienummern, wobei du allerdings wissen müßtest, wo die Nummern gerade stehen, bringen auch nichts, weil die sind doch nirgends im Computer und fliegen sofort auf.

Außerdem bin ich ja beileibe nicht die Einzige mit einem eintätowierten Kontrollscan. („Der ist dir vielleicht aufgefallen vorhin, Giselle, während der Stunde.“ „Klaro, Anna. Klug von dir, dass du was Langärmliges trägst, trotz der Hitze.“)

Der ist über entsprechende Ablesegeräte mit drahtlosem Internetzugang (Wireless Slave Scan Controll; „WSSC“) sofort ablesbar, da sollten besser KEINE Differenzen auftauchen zu den Informationen, die die Seriennummer des Ausgehscheins bietet.

Auch verbietet sich jede laienhafte Manipulation an ihm, da er dann beim Ablesen nur sinnlosen Datenmüll produziert beziehungsweise eine „Error“- Meldung. Da hängt man schon so gut wie am Galgen.

Wieder eingefangene Sklaven werden nämlich schlicht aufgehängt nach ihrer Folterung, das ist ein gesetzlich festgelegter Automatismus, niemand kann einen mehr retten dann, auch die eigene Herrschaft nicht. (Aber die sind meist versichert gegen so was, die Prämien sollen niedrig sein, da der Versicherungsfall nicht soo häufig eintritt.) Und wenn Jesus vom Himmel herabstiege, der müßte dich schon mitnehmen gleich auf seine möglichst sofortige zweite Himmelfahrt, um dich dann noch zu retten.

Auch wollen die Gerüchte nicht verstummen, wonach das Aufhängen so gemacht wird, wie das unter den Nazis allgemein üblich war: so, dass du langsam und qualvoll erstickst. Die Methode „Fleischerhaken“. Aber es ist nur ein Gerücht, wie gesagt, und ich glaube eher nicht, dass es stimmt. Es wurde sicherlich nur gestreut, um die abschreckende Wirkung zu erhöhen. Hoffentlich werde ich das nie am eigenen Leib erfahren, ob es nun stimmt oder nicht!       

Giselle wirkt deutlich enttäuscht, so schwierig hat sie sich das Sklavenbefreien denn doch nicht vorgestellt.

Das ganze, also wie sie sich das so ausmalt, kommt mir dann doch ein bißchen vor wie bei „Hanni und Nanni“, auch eine von Giselles Lieblingslektüren.

Nur glaubt sie im Unterschied zu mir noch voll daran, an diese „heile Welt“.  Aber es ist schon wahr: wenn ich mich nicht gelegentlich wegträumen könnte in eine Welt voller Freundschaft, in der eigentlich niemand so richtig böse ist und vor allen Dingen: die Bösen keine richtige Macht haben über Andere, dann wäre das Leben, mein Leben, noch trostloser. Es ist ein Halt und ich will verdammt sein, wenn ich ihn fahren lasse.

Ich frage ohne Hoffnung, aber dennoch frage ich: „Giselle, hast du schon mal was gehört von einer Liga zur Befreiung von Sklaven, du weißt schon, dieser Anti- Sklaverei- Liga?“

Ja logo, wer hätte das nicht. Sie habe auch schon versucht, ranzukommen an die, aber da sei nichts zu machen. Auch übers Internet nicht, und sie frage zudem alle Leute vorsichtig aus, von denen sie denkt, die könnten vielleicht dazugehören oder wenigstens irgendwas wissen darüber: aber auch hier- totale Fehlanzeige.

Aber die müßten sich natürlich auch sehr gut tarnen, wegen der Polizei und der Sklavenjäger, der Geheimdienste.

Trotzdem, sie, Giselle, wolle unverdrossen weitermachen und mich „auf dem Laufenden“ halten.

Ich kann meine Rührung kaum verbergen. „Bist ´ne gute Seele“, denke ich, „mich würdest du als erste befreien, wenn du nur könntest, daran zweifle ich nicht“

Ich fühle mich zwar tausend Jahre älter als sie, und nicht nur ein einziges, aber ich weiß, ich habe jetzt eine Freundin in dieser Stadt.

Als ich hierher verschleppt wurde, da war ich vielleicht noch ein bißchen wie sie; o.k., seit meiner Vergewaltigung habe ich mit den Jungs rumgemacht wie die Weltmeisterin - aber gelebt habe ich immer noch ein ganzes Stück weit in einer Welt mit zarten Küßchen, Pferden, Sonnenuntergängen und all so´n Zeugs. Na ja, vielleicht gibt’s das ja alles wirklich, aber ich gehöre eben nicht mehr dazu. In den letzten paar Wochen habe ich mein Paradies verlassen müssen, wer in der Hölle lebt, sollte nicht zu viel träumen.

 

 

 

 

 

Kapitel 28

 

Aber ich wollte Euch ja noch erzählen, wie das war mit der Frage, die Giselle mir stellen wollte und sich nicht so recht getraute erst.

Wo ich sie erst ermuntern mußte.

Ich dachte mir schon, dass es was mit dem ersten Thema zu tun haben würde, dem Mann/ Frau- Thema. Damit waren wir ja eigentlich noch nicht so ganz fertig, Ihr erinnert Euch.

Und so war es auch.

Sie nahm ihren Mut zusammen: „Also Anna, du hast es ja schon getan, das geht ja aus allem hervor, was du gesagt hast.“ 

Ich nickte. „Ja, das stimmt.“

„Schon oft?“

Oh mein Gott, muß sie das fragen? Ich wollte sie, Giselle, meine Freundin, nicht anlügen. Die Wahrheit sagen, das ging auch schlecht. Oh Scheiße, was sag ich nur?

„Anna, bitte, wir sind doch Freundinnen jetzt, oder?“ Ich nickte wieder, ziemlich heftig diesmal.

„Dann sag´s mir doch, nur mir, ich bitte dich, ich erzähle es auch niemand weiter. Da kannst du dich einhundertprozentig verlassen drauf.“

„Was, was soll ich dir sagen?“ Mir war ihre Frage tatsächlich entfallen, ich verstand das selber nicht. Vor wenigen Sekunden hatte sie sie gestellt und ich hatte noch nachgedacht darüber, und auf einmal- blank, wie ausgewischt.

„Jetzt spann mich doch nicht so auf die Folter. Du weißt schon...“

Ach ja, natürlich, ob ich schon oft....

„Ich weiß es nicht, Giselle“

„Wie- du weißt es nicht?  Das weiß man doch.“

„Giselle, ich weiß auch nicht- irgendwie weiß ich es nicht mehr. Ich weiß auch nicht, wie das sein kann- aber ich..., es ist so komisch, irgendwie weiß ich es und gleichzeitig auch nicht. Verstehst du das?“

Giselle blickte mich durchdringend an, nicht wütend oder so, eher mitleidig, besorgt. Sehr besorgt. Wie meine Mutter früher, wenn ich kein gehorsames Sklavenkind sein wollte.

Legte mir ihre Hand auf den Unterarm. Da merkte ich, dass ich völlig verkrampft am Tisch saß, , die Beine ineinander verschlungen, vornübergebeugt, beide Unterarme mit nach oben gedrehten Handflächen auf die Tischfläche gelegt. Übel war mir auf einmal, ich schwitzte.

Ganz langsam entspannte ich mich wieder, nahm eine normale Sitzposition ein, atmete tief aus, die Übelkeit legte sich.

„Du mußt es mir nicht sagen, o.k.? Sag einfach, dass du nicht darüber sprechen willst. Das ist in Ordnung. Auch Freundinnen dürfen ihre Geheimnisse voreinander haben. Das respektiere ich.“

„Später, Giselle, später einmal, ja? Ich schwör´s! Sei nicht sauer, bitte. Es ist nicht so, dass ich es dir nicht sagen will, ich vertraue dir doch.“

„Du meinst, die Zeit ist einfach noch nicht reif dafür?“

„Ja, so ungefähr. Aber frag mich doch was anderes. Vielleicht kann ich dir ja eine andere Frage beantworten.“

Ich habe auf einmal unheimliche Angst,  sie könnte  denken, ich würde ihr  nicht  trauen und  dass ich sie gleich wieder verliere als Freundin.

„Auch...zum selben Thema?“

Ich beiße mir auf die Unterlippe. „Ja, o.k., wenn du willst.“

„Anna...“ „Ja?“ „Anna, sag: seit wann bist du keine Jungfrau mehr?“

„Seit ich dreizehn war.“

„Wie, du meinst, als du dreizehn warst, da hast du zum ersten Mal...?“

„Ja, glaub mir. Ich lüge dich nicht an.“

„Ich...ich glaube dir. Nur..., es ist so früh. Du wirkst irgendwie gar nicht wie eine, die schon so früh, also angefangen hat, also du weißt, was ich meine....“

„Ja, ich versteh schon.“

„Anna, um Himmels Willen! Ich wollte dich doch nicht beleidigen. Das ist schon in Ordnung. Wenn du so früh angefangen hast, dann hast du eben so früh angefangen. Da ist doch nichts dabei.

Und...war es schön?“ Sie lächelt verträumt.

Ich entschließe mich, jetzt sehr mutig zu sein.

„Nein, überhaupt nicht.“ Beiße mir wieder auf die Unterlippe. „Es war scheußlich. Verstehst du? Scheußlich.“

Giselle starrt mich schockiert an. Fängt an zu stottern.

„A..a..ber wie...wieso denn, Anna?“

Ich beuge mich vor zu ihr, über den Tisch, sie tut das Gleiche, bis sich unsere Gesichter fast berühren.

„Weil er mich vergewaltigt hat. Mein damaliger Herr hat mich vergewaltigt. Mit dreizehn. Verstehst du? Er... war schon über fünfzig, und sonst war er eigentlich ein prima Herr, hat mich die Realschule besuchen lassen, mir Ausgang gewährt, Taschengeld gegeben, mich getröstet, wenn ich mal ganz arg traurig war, wie damals, als mein Meerschweinchen gestorben ist, aber das ist schon lang her...“

Giselle wehrt ab, macht eine abwehrende Bewegung mit den Händen, aber ich bin nicht mehr zu bremsen, muß es einfach zu Ende erzählen.

„Ja, und dann, als ich dreizehn war, da kam ich mal wieder zu ihm rein in sein Arbeitszimmer, ich weiß noch, es war ein warmer Sommerabend, ein herrlicher Abend mit lauter so silbernen Sonnenstrahlen in der Luft. Im Zimmer, mein ich, da sind halt Staubkörner in der Luft rumgeflogen, und das sah ganz silbern aus.

Ich wollt ihn um einen Ausgangsschein bitten, ich hatte mich verabredet mit einer paar Freundinnen von mir, Klassenkameradinnen, alles Freie, wir wollten auf einen Ponyhof, wo eine einen kannte, der da gearbeitet hat, da hätten wir umsonst reiten können, weil die da eigentlich schon Schluß hatten und der Chef schon nach Hause gegangen war, der ging immer gleich nach Hause, wenn Schluß war, und...., ja, da ist es passiert.“ 

 

          

 

Kapitel 29

 

 

So mit zwölf Jahren wurde mein Leben komplizierter. 

In letzter Zeit war es sehr schwierig geworden, einen Ausgangsschein zu bekommen, so schwierig war das früher nicht gewesen. Mit zehn oder elf, wenn ich einen wollte, dann ging ich zu ihm, meist fragte er nur: „Und, was sagt deine Mutter dazu?“

Ich trat von einem Fuß auf den anderen, lächelte verlegen und scheu, dass man meine Zahnspange sah (die trug ich damals noch, die kam erst raus kurz vor meinem dreizehnten Geburtstag).

„Ach Herr, ich hab vergessen, sie zu fragen. Aber jetzt frag ich ja Sie.“

Glaubt nicht, dass ich nicht damals schon gewußt hätte, was ich tue. Selbstredend hatte ich keine Vorstellung davon, was ich damit auslöste, welche Saat ich aussäte und was da heranwuchs an Konsequenzen.  Mein Verstand wuchs nicht zeitgleich  mit meinen Brüstchen; obwohl, die waren auch mit dreizehn noch recht unterentwickelt, auch nicht zusammen mit meinem Ärschlein und den Nippeln, die sich schon mit elf gern deutlich versteiften und mit zwölf  gelegentlich sichtbar wurden unter meiner Kleidung.  Aber dass mir als Mädchen Möglichkeiten an die Hand gegeben waren, männliche Wesen weichzukriegen, das merkte ich bald.

Eigentlich war ich ja ein recht verträumtes Kind, da änderte auch die Tatsache nichts daran, dass ich meiner Mutter neben der Schule fleißig zur Hand gehen mußte seit ich sechs oder sieben Jahre alt war. Auch verstand ich sehr früh, dass wir Sklaven waren und von daher anders waren als andere Menschen wie z.B. „Der Herr“; dass wir nicht so viel durften und mehr mußten, auch wenn wir nicht wollten. Und ein Anderer sagten uns, was wir durften und was wir mußten. Dafür war der Herr da. Und der durfte alles, was er wollte, und mußte nichts.  So kam es mir zumindest vor. Aber er war lieb zu mir, und manchmal sagte er zu mir: „Ich bin nicht dein Vater, aber wenn du mal sehr traurig bist, dann sagst du es mir, und dann helfe ich dir.“ Das hat er auch getan. Immer.

Zur Mama war er manchmal nicht so lieb, dann gingen sie in ein besonderes Zimmer, das sonst nie benutzt oder betreten wurde, machten die Tür zu hinter sich, und dann kam die Mama weinend wieder heraus. Manchmal hat die Mama auch geschrien in dem Zimmer.  Ich durfte da nie hinein, obwohl ich es wollte. Ich war nämlich auch ein recht neugieriges Kind. Aber der Herr verbot es mir ausdrücklich, und Mama sagte nur: „Sei froh, Anna, dass du da noch nicht hinein mußt. Du wirst es schon noch früh genug kennenlernen.“ 

 Sonst war er auch ziemlich lieb zu ihr. Meistens jedenfalls.

Ich war eigentlich  im Großen und Ganzen zufrieden mit meinem Leben, ging in den Kindergarten, die Grundschule. Meine Mutter steckte mir ein Papier in einem Umschlag in die Tasche, später dann in den Ranzen und sagte: „Das ist dein Ausgehschein. Gib gut acht auf ihn und zeige ihn immer vor, wenn du danach gefragt wirst.“ Es hat aber nie jemand danach gefragt.

Zuerst wurde ich von meiner Mutter oder meinem Herrn in den Kindergarten, in die erste Klasse der Grundschule gebracht und wieder abgeholt. Das wurden andere Kinder auch. Die hatten keinen Herrn, sondern einen Vater. Ich sah da keinen großen Unterschied. Später ging ich zusammen mit den anderen Kindern nach Hause.

Einmal ging ich mit den anderen Kindern auf einen Spielplatz nach der Schule. Da kam meine Mutter gelaufen und hatte ganz rote Flecken im Gesicht. Sie schlug mich, zerrte mich am Arm nach Hause, kümmerte sich nicht um mein Protestgeheul. Da war ich nicht älter als sieben oder acht Jahre.

Zuhause sagte sie zu mir: „Anna. Wir waren jetzt beide ohne gültigen Ausgehschein draußen aus dem Haus. Das hätte uns das Leben kosten können. Dich vielleicht nicht, weil du noch ganz klein bist. Aber mich hätten sie totgemacht vielleicht.“

„Mama, was heißt totmachen?“

„Das heißt, wenn du sterben mußt, Anna“

„Hättest du dann sterben müssen, Mama?“

„Ja, Anna, ich glaub schon.“

Entsetzt aufheulend schlang ich meine Ärmchen um sie: „Ich will aber nicht, dass du stirbst, Mama.“

„Dann komm immer sofort nach der Schule gleich nach Hause, egal was die anderen Kinder sagen oder wie sie vielleicht sogar lachen über dich.“

Das habe ich seit diesem Tag immer getan, ohne Ausnahme. Ich glaube, wenn man versucht hätte, mich daran zu hindern, ich hätte geschrien wie eine Verrückte.

Es gab nämlich noch andere Lektionen, die mir meine Mutter erteilte.

Sie dachte sich für mich eine Geschichte aus, die „Geschichte vom ungehorsamen Sklavenmädchen“. Da wimmelte es nur so von bösen Männern, die ganz böse und gemein sind zu dem Sklavenmädchen und ihm ganz arg weh tun und ihm die Arme ausreißen und die Ohren ab, die Beine brechen, die Augen ausstechen und sie auf die Nase hauen. Sie machen sogar seine Mutter tot, und das arme Sklavenmädchen muß auch noch zuschauen dabei.  (Also, vor dem Augenausstechen. Das kommt dann erst zum Schluß.)

Und warum das alles? Weil das Sklavenmädchen nicht gehorchen und ganz brav sein wollte. Wenn der Herr sagte: „Mach die Lampe an“, dann hat es gesagt: „Keine Lust.“ Wenn der Herr sagte: „Putz meine Schuhe“, dann hat es gesagt: „Morgen“. Wenn ein anderes Mädchen in der Schule sagte: „Du Dummkopf“, dann hat es auch gesagt: „Du Dummkopf“ Wenn ihm ein anderes Mädchen etwas wegnehmen wollte, dann ist es nicht weggerannt so schnell wie möglich, sondern ist stehengeblieben und hat darum gekämpft.

Wenn man es geschlagen hat oder nicht nach Hause gehen lassen wollte gleich nach der Schule, dann hat es nicht geschrien, dass die Anderen sich erschrecken oder vielleicht ein Lehrer kommt und ihm hilft, nein- dann hat es zurückgeschlagen.

 

Wie gesagt, sie zählt zu meinen frühesten Erinnerungen. Unzählige Kapitel hat sich meine Mutter ausgedacht, damit ich mich ja nicht langweile, jeden Abend ein anderes. Aufgeschrieben hat sie nie etwas davon. Wenn sie es getan hätte, und ich hätte da jetzt was dabei davon bei meinem neuen Herrn, dann könnte ich es lesen und dabei an meine Mutter denken. Ich weiß, es sind Geschichten für ein kleines Kind, aber ich glaube, wenn ich es lesen würde, dann würde ich heute noch spüren, wie sie mir  übers Haar strich währenddessen oder mich aufs Ohrläppchen küßte, was mich damals schon zum Kichern brachte und was ich damals schon mochte. Dann, wenn sie fertig war, sagte sie: „Gute Nacht, Anna, und wach morgen gesund und fröhlich wieder auf.“ Machte mein kleines Lämpchen an, da ich mich fürchtete in der Dunkelheit, löschte das Deckenlicht, sagte noch mal : „Gute Nacht“, schloß behutsam die Tür. Ich höre ihre Stimme noch heute. 

 

Aber ich wollte erzählen, wie das war mit meiner ersten Vergewaltigung:  wie gesagt, wir waren verabredet, weil wir zu diesem Ponyhof wollten. Bei mir war es natürlich immer eine gewisse Unsicherheit, weil ich ja einen Ausgehschein brauchte, aber auch bei meinen Kameradinnen war es oft alles andere als sicher, je nachdem wie streng ihre Eltern halt waren, schließlich brauchen alle Kinder ständig irgendeine Erlaubnis, vor allen Dingen, wenn sie sich in den Abendstunden noch „rumtreiben“ wollen. Nur konnten die eben auch mal ausbüxen zur Not und dann eben am nächsten Tag ein „Donnerwetter“ über sich ergehen lassen, während es mir in Fleisch und Blut übergegangen war, nur und auch wirklich nur zu kommen, wenn ich einen Ausgehschein hatte. Da ich damals schon sehr beliebt war, versuchten sie mich immer wieder zu überreden, es doch so zu machen wie sie und einfach auch mal so mitzukommen. „Sei doch nicht so ein Angsthase“. Aber ich blieb stur.

Einmal, ich konnte keinen Ausgehschein kriegen, weil mein Herr nicht daheim war, zogen sie sogar alle vor unser Haus und sangen im Chor: „Anna, komm raus, Anna komm raus, Anna komm raus aus deinem Schneckenhaus.“

Da lief ich die Treppe runter bis zur Haustür, streckte den Kopf raus und sagte: „Meine Mutter schläft gerade und hat ganz arge Kopfschmerzen und mein Herr ist gerade weg, den Arzt holen. Ich soll hier bleiben, bis er wieder kommt. Bitte weckt sie nicht auf.“ Da zogen sie unverrichteter Dinge wieder ab.

Das war natürlich gelogen, in Wahrheit hatte ich Angst, unser Herr würde Wind bekommen davon und meiner Mutter die Schuld daran geben irgendwie und sie auspeitschen deswegen.

 

Also, wie gesagt, das mit dem Ponyhof war mir schon sehr wichtig und ich wußte auch, dass ich immer mehr Überredungskünste und Tricks und Finten aufwenden mußte, um meinen Herrn zu becircen und an den begehrten Ausgehschein zu gelangen.

Es war mir nicht entgangen, dass mein Herr durchaus begann, sich für Körperregionen zu interessieren bei mir, die ihm früher gleichgültig gewesen waren. Da strich er mir mal über den Kopf allenfalls, oder er tätschelte meine Wangen.

Seit ich zwölf war und sich die allerersten Rundungen zeigten, machte er es immer häufiger so, wie er es bei meiner Mutter gern tat. Tätschelte mich am Arsch, knetete ihn auch wenig, strich mir über die Brustregion, die damals größtenteils noch nichts anderes war als knochiger Brustkorb, aber meine kleinen Milchzitzen, die standen schon ganz schön frech ab, wenn sie gestreichelt wurden, stachen durch den Stoff, vor allem wenn er dünn war und das Oberteil recht eng.

Und dafür sorgte ich. Meine Mutter mußte ja, zumindest im Haus, immer sexy aufgedonnert rumlaufen. (Draußen gestattete er ihr ein moderateres Auftreten). Aber da sie selten Ausgang bekam (der Herr erledigte auch viele Einkäufe selbst) kannte ich sie eigentlich besonders in den Abendstunden nicht anders als im „Hurenoutfit“ oder im „Fickdress“, wie sie selbst das ironisch nannte. (An den Wochenden natürlich ganztägig, da war dann oft auch ordinärste Reizwäsche angesagt.) Spätestens ab 15.30h, wenn mit der Rückkunft des Herrn zu rechnen war, legte sie alle Blusen, Arbeitskittel, Westen und dergleichen ab, die sie während der Arbeit drübergezogen hatte, trug nochmal „frische Farbe“ auf, das heißt schminkte sich sorgfältig, „Nuttendiesel“ (Parfüm) durfte natürlich auch nicht fehlen. Der Mund hatte übrigens, unabhängig von der jeweiligen Moderichtung, immer blutrot zu sein, unser Herr war ein großer Liebhaber des Fellatio.

Außer gründlichem „Durchknutschen“ und   „Abfummeln“ meines „Müttchens“ oder meiner „Mutte“,  wie der Herr sie dann gerne nannte in meiner Gegenwart („Nicht doch, Herr, die Kleine hört doch zu.“ Mama kicherte. „Ach was, die soll ruhig was fürs Leben lernen“) sah ich allerdings keine sexuellen Akte. Wenn sie ihm unter dem Tisch einen zu blasen hatte, während ich servierte, mit den typischen gurgelnden Würgegeräuschen eines Kehlenficks (die ich damals natürlich noch nicht zu deuten wußte), war sie ja meinem Blickfeld entzogen.  Ich bekam auch nie das Glied meines Herrn zu Gesicht, wie gesagt, im Grunde war das ein  anständiger Herr, den wir da hatten, also zumindest verglichen mit so manchen anderen.

Aber ich kannte seine Schwächen und wußte sie auszunutzen für meine Zwecke, und die hießen „Ausgehscheine, Ausgehscheine und nochmal Ausgehscheine“. (Heute weiß ich natürlich, dass es kein Zufall war, dass ich um so mehr meine kindfrauenhafte Reize spielen lassen mußte, um einen zu ergattern, je appetitlicher ich wurde in seinen Augen. Ich meine, meine Mutter ist ja auch so ein kleiner und zierlicher Typ, das war es halt, worauf er stand. Im Haushalt eines Rubensliebhabers wäre meine Defloration wahrscheinlich nicht zu so einem frühen Zeitpunkt erfolgt.)

Also schneiderte ich einige von den Klamotten meiner Mutter um, da war ich damals schon sehr geschickt drin, machte alles enger und zwei Nummern kleiner, speziell so Hotpants und bauchfreie Tops,   mit dem Segen unseres Herrn übrigens, der dann manchesmal meine Mutter zwang, das Zeug auch anzuziehen, was gelegentlich schon akrobatische Fähigkeiten erforderte von ihrer Seite aus. Und natürlich riß nicht nur hin und wieder eine Naht auf oder der Stoff, bei ihren Versuchen sich reinzuzwängen irgendwie, die viel zu kleinen Teile schnitten dermaßen ein, dass  einmal sogar Blut floß  aus einer  aufgeplatzten Hautpartie. 

Beschwerte sich meine Mutter bei mir und bat mich, alles nicht gar so eng zu machen, so erwiderte ich schnippisch: „Der Herr hat´s mir aber befohlen. Frag´ ihn doch.“ Obwohl es sich dabei meist um Fälle vorauseilenden Gehorsams handelte.

Sie seufzte und schwieg dann, denn einmal hatte ich ihm gesteckt, dass sie mich vorsichtig davon abzubringen versuchte, sein Zimmer im „Kampfdress“ zu betreten. Da fragte er mich ein bißchen aus. Dann ging er in die Küche, wo sie gerade bei der Zubereitung des Abendessens war, haute ihr ein paar runter, die sich nicht anhörten, als seien sie von schlechten Eltern. Dann hörte ich das Kommando: „Zieh dich nackt aus.“

„Ja, Herr“. Kleiderrascheln, verhaltenes Schniefen. Sie wußte wohl, da würde noch ganz ordentlich was nachkommen.

„So, du beschwerst dich also über schmerzende Striemen und aufgeplatzte Haut durch zu enge Kleidungsstücke.“

„Sie sind so eng, Herr, Anna nimmt zuviel Stoff weg und....“

Wieder ein Klatschgeräusch, hörte sich diesmal an wie eine Maulschelle.

„Halt deine Schnauze. Das war eine Feststellung und keine Frage. Dir wird ich Mores lehren.“

Nahm einen großen hölzernen Umrührlöffel und verdrosch sie damit nach Strich und Faden, bis sie überall am Körper blutende Wunden hatte, von roten und blauen Flecken ganz zu schweigen 

„Servier jetzt das Abendbrot!“

„Ja, Herr“

So, in diesem Zustand, nackt und zitternd, aus nicht wenigen Hautwunden blutend, servierte sie uns das Abendbrot. Wortlos, denn sie hatte für den Rest des Tages auch Redeverbot (das es im Hause meines ersten Herrn nicht generell gab), aber ich glaube, sie hätte auch sonst nicht viel gesagt. Ich schreibe „uns“, weil ich durfte mit am Tisch sitzen. In meinem „Kampfdress“ des Abends.

Heute ist mir unverständlich, wie ich meine gute Mutter sehenden Auges einer derartig grausamen Bestrafung überantworten konnte und ich schäme mich sehr dafür. Hat wohl was mit meiner beginnenden Pubertät und der daraus resultierenden Mutter- Tochter- Rivalität um den Hahn im Korb zu tun. So ähnlich werde ich das wohl empfunden haben seinerzeit. Keine Ahnung, ich weiß es nicht mehr, welcher Teufel mich ritt damals.

Es ist aber nur dieses eine Mal passiert, dass ich sie „ans Messer lieferte“, ich schwör´s Euch.

 Sonst habe ich ja im Gegenteil immer versucht, sie zu schützen vor Schlägen und vor allen Dingen den grausamen Auspeitschungen im Strafzimmer. Soviel verstand ich bereits  damals nämlich durchaus: es hat seinen Grund, dass meine tapfere und sehr beherrschte Mutter jedesmal weinte danach, oft genug geradezu haltlos.

Sie selbst war viel zu klug, um mir wegen dieses einen Vorfalls jemals Vorhaltungen zu machen. So resolut sie mir gegenüber sein konnte auf Gebieten, auf denen es der Herr guthieß oder die ihm zumindest gleichgültig waren, so sehr hütete sie sich davor, bei ihren erzieherischen Maßnahmen Einfluß auf mich zu nehmen, der seinen Zielen  oder Ansichten direkt zuwiderlief. Für sie war wohl damals bereits offensichtlich, worauf das alles hinauslief, ich war diesbezüglich eben das Opferlamm, das auf dem Altar der Geilheit des Herrn geschlachtet werden würde. Wie sollte sie mir auch, die ich naiv und völlig unerfahren war,  begreiflich machen, was mir bevorstand?  Während der Herr mich als „sein großes Mädchen“ hofierte. Ich Zwölfjährige saß im sexy Outfit am Tisch, speiste mit dem Herrn und trank Wein, meine Mutter servierte stumm und ergeben. Sie mußte befürchten,  diese neue Rolle würde mir ordentlich  zu Kopf steigen.   Der Herr ermunterte mich in ihrer Gegenwart auch geradezu, mich lustig zu machen über die „altmodische Einstellung“ meiner Mutter in Kleiderfragen, ich sei doch schließlich kein achtjähriges Kleinkind mehr. Sondern eine attraktive junge Dame, die ihre Reize nicht zu verbergen brauche.

In diesem Klima fühlte sie sich natürlich nicht geschützt vor Indiskretionen meinerseits, das hatte sie ja am eigenen Leibe erfahren.

Wie absolut mies ich mit vorkam wegen meines Verrats, und was anderes war es im Grunde ja nicht, hat sie nie erfahren. Wir haben  nie geredet darüber. Oh hätten wir nur, als noch Zeit war dazu! IHR hätte ich mich zu Füßen werfen und sie um Verzeihung anflehen sollen, und nicht dieser blöden Göre Amelia! 

Ich nehme an, es wird ihr das Herz zerissen haben, das alles mit anzusehen und nichts dagegen unternehmen zu können. Aber was hätte sie tun sollen?

 

Nur einmal noch, ganz knapp vor jenem schicksalsschweren Abend, der das Ende meiner Kindheit einläutete, strich sie mir abends nach dem Abhören meiner Lektion aus dem „Kodex“, ich lag bereits im Bettchen, seufzend übers Haar, küßte mein Ohrläppchen und sagte in mein Kichern hinein: „Kind, das mit dem Herrn und dir gefällt mir nicht. Du weißt nicht, was du tust.“

„Oh doch“, erwiderte ich voll frechen Selbstvertrauens, „ich sammle Ausgehscheine und führe fast genau dasselbe freie Leben wie meine frei geborenen Freundinnen auch.

„Anna, sieh mich an.“

Ich hatte mich bereits rumgedreht, weil ich auf der Seite am besten einschlafe.

„Ich bin müde, Mama.“

Sie packte mich bei der Schulter, drehte mich rum und zwang mich, ihr in die Augen zu schauen.

„Anna, ich habe ein ernstes Wörtchen mit dir zu reden!“

„O.k., Mama, schieß los, aber dann laß mich schlafen.“

„Was ich dir sagen will, ist zweierlei- erstens: was immer auch passieren mag in nächster Zeit, du hast keine Schuld daran, ich werde dir nie welche geben und ich hab dich immer lieb und daran wird sich nie was ändern.“

„Und zweitens? Ich bin müde.“

„Und zweitens, Anna, was immer auch passieren mag, der Herr ist dein Herr und bleibt es und du wirst ihm weiterhin mit Respekt und Gehorsam begegnen und alles tun, was er von dir verlangt, was immer es auch sein mag. Du wirst dich gegen nichts wehren und alles mitmachen, was er von dir will. Was immer es ist. Hast du verstanden?“

„Oh Mama, was soll denn schon passieren?“

„Ob du mich verstanden hast?“

„Ja, du hast mich lieb und ich muß dem Herrn gehorchen und alles tun, was er verlangt. Das weiß ich doch.“

Ich warf mich wieder auf die Seite.

„Und jetzt laß mich schlafen.“

Sie küßte mich in den Nacken, unterhalb des Haaransatzes.

„Gute Nacht mein Kind, jetzt schlaf gut und wach gesund und fröhlich wieder auf.“

Wie sie es immer gesagt hat, seit meiner frühesten Kindheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 30

 

In letzter Zeit hatte ich mir angewöhnt, ohne Anzuklopfen einfach hineinzustürmen in das Arbeitszimmer meines Herrn, früher wäre das undenkbar gewesen. Da klopfte ich leise und diskret, wie mich meine Mutter das gelehrt hatte und wartete auf das „Herein“, kam es nicht, wartete ich mindestens weitere drei Minuten, bevor ich das Anklopfen wiederholte.

„Man klopft nicht ungestüm, Anna. Man wartet mindestens drei Minuten mit dem zweiten Mal. Der Herr könnte wichtige Geschäfte haben.“

„Aber Mama, wie soll ich denn wissen, wann drei Minuten um sind?“

Da schenkte sie mir zu nächsten Weihnachten eine lustige Uhr mit Micky- Maus- Zeigern. Also der große Zeiger, das war Micky- Maus, und der kleine die Minnie- Maus. Und dieses kleine dünne „Helferlein“ von Daniel Düsentrieb, das war der Sekundenzeiger. Jetzt wußte ich genau, wann drei Minuten um waren. Meine Mutter schien es auch so zu wissen, sie hatte keine Uhr. Sie wußte aber immer genau, wie spät es war, die Mahlzeiten standen stets pünktlich auf dem Tisch, wie es gemacht hat, ist mir bis heute ein Rätsel.

Die Uhr war trotz des kindgerechten Äußeren kein billiges Stück, der Herr selbst äußerte sich sehr anerkennend darüber, wies mich darauf hin, dass sie „Steine“ habe. Auch wenn ich keine sehen konnte.

In Anbetracht der Tatsache, dass sie keinerlei Taschengeld bekam, muß das ein großes Opfer gewesen sein für sie. Ihre einzige Einkommensquelle waren gelegentliche „Besucher“, meist Arbeitskollegen oder sonstige Bekannte meines Herren, die die Nacht verbringen durften mit ihr. Für umsonst, er nahm kein Geld dafür. So großzügig  war unser Herr, da könnt Ihr mal sehen! 

Waren sie besonders zufrieden mit ihr, gaben sie ihr dennoch gerne ein oder zwei Euros, die wir beide dann mit gewichtiger Miene in ein Sparschwein steckten. Worauf sie sparte, wollte sie mir nicht sagen, aber an Heiligabend erfuhr ich´s  dann ja.

Aber wie gesagt: die Uhr war eigentlich überflüssig geworden, zumindest für diesen Zweck.

Der Herr selbst meinte einmal, da war ich schon dreizehn, als ich sehr lange hatte warten müssen, da er mein Klopfen zweimal überhörte: „Anna, weißt du was, komm doch künftig in mein Zimmer rein, ohne anzuklopfen. DU darfst das!“

Ich strahlte: „Echt, Herr?“

„Echt Anna. Sonst würde ich es nicht sagen. Ich freue mich doch immer, wenn ich mein großes Mädchen sehe.“

Ich rannte zu ihm, schmiegte mich an ihn. Spürte den Stoff seines Anzugs. (Der Herr trug auch zuhause oft einen Anzug, sogar Krawatte, entledigte sich allenfalls mal seines Jackets an heißen Tagen. Hing wohl mit seinem Beruf zusammen, er war Professor für Altertums- Geschichte an der Universität und die sind halt wohl so. So ein bißchen altmodisch, meine ich.)

Also wie gesagt, ich roch nicht nur sein Aftershave, das ich übrigens sehr gerne roch, es war so angenehm herb, wenn Ihr wißt, was ich meine, sondern ich spürte auch den Tweed- Stoff seines Anzugs, als ich mich an ihn schmiegte. An diesem Tag war ich nämlich so gut wie nackt, obwohl es so warm gar nicht war, hatte mich „verrucht und verwegen“ zurecht gemacht.

Den Einwand: „Kind, Anna, du wirst dich erkälten. Zieh dir doch wenigstens was über“, wischte ich beiseite mit einem: „Später, Mama, ich zieh mir bald was Normales an, jetzt geh ich mir erst mal einen Ausgehschein besorgen.“ 

Einen ihre  Miniröcke, enger gemacht und unten rum sehr knapp abgeschnitten und abgenäht. Ein Fähnchen, höchstens zwei Zentimeter breit, das meine langen schlanken Beine höchst vorteilshaft zur Geltung brachte, wie ich fand. Zumal meine Füße in High- Heels steckten, ich wackelte herum auf mindestens drei Zentimetern hohen Plateau- Sohlen, (mit waaahnsinnshohen Absätzen)   mein Ärschlein stand kess heraus. Die Schuhe waren ein Geschenk meines Herrn, eigens maßangefertigt für mich bei  einem Schuhmacher, der Maß genommen hatte an meinen Füßen. (Meine Mutter hatte auch Schuhe der gleichen Machart, aber die konnte ich natürlich nicht tragen, Schuhe kann man ja nicht enger schneidern einfach).

Es war gar nicht so einfach, sich darin halbwegs graziös fortzubewegen, ganz zu Beginn werde ich wahrscheinlich keine allzu gute Figur abgegeben haben auf ihnen, aber ich lernte schnell. („Brust raus und wackel mit dem Arsch, Anna, das ist gut zum Gleichgewicht halten."“ Diesen Rat meines Herrn beherzigte ich, ab da ging´s!)

Oben rum trug ich nix! Gar nix! Nur mein Goldkettchen. (Weihnachtsgeschenk meines Herrn zu letzten Weihnachten.) Unterm Rock übrigens auch nix. Während des Wartens vor seinem Zimmer (wie gesagt, das letzte Mal, dass ich sollte warten müssen) spürte ich einen unangenehm kühlen Luftzug an meiner beinahe noch haarlosen Futt.

Später mußte mich meine Mutter dann auf sein Geheiß hin immer rasieren unten rum. Sie rasierte sich auch selbst an dieser Stelle, schnell und routiniert und sehr gründlich.  Er sich selbst und dann, mit dem selben Messer, vorsichtig und langsam, mich. („Da muß ich nicht extra Seifenschaum aufschlagen, Anna.  Das geht dann in einem Aufwasch.“) Aber  erst als ich so fünfzehn wurde und mir der erste dichtere Flaum wuchs.

Ich möchte gleich betonen, dass mein Herr mich nur einmal vergewaltigt hat, also mein erster, bei meinem jetzigen kann ich´s schon gar nicht mehr zählen, obwohl es strenggenommen meist gar keine richtigen Vergewaltigungen sind, da ich ja von Anfang an mitgemacht habe. Außer wenn er mich „a tergo“ penetriert. (Das ist Latein und heißt „von hinten“ und was das bedeutet, wißt ihr) 

Aber ich mußte öfters mal „halbnackt“ servieren von da an, das heißt entweder oben rum vollständig angekleidet und unten rum nix oder umgekehrt. Das machte ihn heiß. „Subtil“, so nannte er das. Sagt man: „Subtil machen“? Oder ist das falsch?

Aber er hat mich in Ruhe gelassen seitdem, mir höchstens mal einen Finger (nie mehre, da seht Ihr, wie anständig er war und dass er sich zu benehmen wußte im Grunde!) in den Schlitz gesteckt, allerdings bis zum Knöchel, und rumgespielt in mir, aber da ich sowieso keine Jungfrau mehr war, war´s ja auch egal eigentlich, oder?

Die Vergewaltigung hat ihm nämlich echt leid getan im Nachhinein, da wären „die Gäule durchgegangen“ mit ihm, wie er das formulierte.  (Ja, Ihr wollt jetzt mal endlich erfahren, wie das war.  Gleich, im nächsten Kapitel, ich schwör´s. Und wer nicht steht auf Kinderschändung oder sonstwie ein berufliches Interesse nachweisen kann, kann es getrost überspringen. Man braucht´s nicht zum Verständnis der Handlung, ja?  Ha, ha, soll nur ein Scherz sein, o.k.? Lest es ruhig.  Aber „you have been warned“, wie die Angelsachsen sagen. Nur können die diese Geschichte leider gar nicht lesen. Danke, dass  wenigstens Ihr es tut, will ich mal sagen an dieser Stelle.) 

Obwohl das keine schöne Erfahrung war,  auf so brutale Weise zur Frau gemacht zu werden, so hatte ich doch viele Vorteile dadurch.

Die Ausgehscheine kamen praktisch auf Fingerschnippen, darunter nicht wenige 24- Stunden- Scheine, und mein Herr  gab mir nicht nur ein regelmäßiges Taschengeld , sonder stattete mich noch immer zusätzlich mit etwas „Klimpergeld“ aus, wenn ich in die Disco ging. Da ich die abgetragenen Klamotten von meinen Freundinnen bekam, wenn sie sich was Neues gekauft hatten, ging´s mir recht gut finanziell. Zudem ich, wie ich Euch bereits gestanden habe, eine neue Einnahmequelle entdeckte, die gleichzeitig ein Quell nicht endenwollenden Vergnügens war: die Jungs.

Seitdem ich zur Frau geworden und der ersten Schock über die Begleitumstände  überwunden war, verkam ich richtiggehend zur „Fickschlampe“, wie meine Freundinnen das nannten. Aber immer mit absolut bewunderndem Unterton. Sie waren mir treuer ergeben als je zuvor und ich wurde immer mehr  zu dem, was sich seit dem Kindergarten unaufhaltsam  angebahnt hatte: zu ihrer ungekrönten Königin. Wir hielten zusammen auf Teufel komm raus, mit uns legte sich niemand mehr an. „Wer auch nur daran denkt, Annas Ehre und guten Leumund anzukratzen, der hat sein Leben verwirkt.“ Das war unsere offizielle Doktrin, unser Schlachtruf.

Es brauchte aber niemand zu sterben. Keinem, der davon wußte, wäre in meiner Gegenwart  mehr das „S“- Wort über die Lippen gekommen, das meinen rechtlichen Status in der Welt der Erwachsenen bezeichnete. Keiner außer mir selbst und meinem „engsten Kreis“ durfte es in den Mund nehmen. Noch nicht mal gesprächsweise. Ich hätte mich ja betroffen fühlen können. Und in der Zwischenzeit hatte ich nicht nur meine Mädchengang um mich rum,  sondern jeder Junge, den ich rangelassen (beziehungsweise reingelassen) hatte in „meine kleine Honiggrotte“, wäre mit Freuden in die Bresche gesprungen für mich. Die Jungs waren zwar nur Beiwerk, aber sie hatten Muskeln, und einem jeden nahm ich das Versprechen ab: „Wenn mich einer beleidigt, dann machst du ihn kalt, ja? Los, schwör´s!“

Ich ließ sie schwören auf den „Verhaltenskodex“ für Sklaven, den ich mir extra zu diesem Zweck kaufte in einer Buchhandlung, ich konnte ihn mir ja schlecht andauernd entleihen aus der Bibliothek meines Herrn.

Dieses Schwurritual galt bald als „obercool“ und „megawitzig.“

Denn es wußten  nur die wenigsten Bescheid, dass sie eine Sklavin pimperten, und die, die´s wußten, hielten dicht. Ich hatte nämlich die Parole ausgegeben: „Es weiterzuerzählen, dass ich ´ne Sklavin bin, ist genauso schlimm, wie mich so zu nennen.“

Ich und meine Getreuesten, die ich schon so viele Jahre kannte, ausschließlich Mädchen, wir waren die einzigen, die diese Bezeichnung gebrauchen durften in Zusammenhang mit meiner Person.

Manchmal kokettierte ich damit. Wenn ich jemandem einen Gefallen gewährte oder eine besondere Gunstbezeugung, dann sagte ich: „Du kannst frei verfügen über mich. Ich bin deine Sklavin.“

Oder, da ich die Weicheier unter den Typen grundsätzlich ablehnte und mich lieber auf die harte Tour zusammenficken ließ von welchen, die wußten, was sie wollten, nannte ich mich in trauter Runde auch schon mal: „Schwanzsklavin“. Diese Bezeichnung hat aber niemand übernommen, so nannte nur ich selbst mich. (Obwohl; mir wurde zugetragen, man nenne mich hinter meinem Rücken auch hin und wieder: „Schwanzlutscherin“ , dagegen ging ich aber nicht vor. Denn es trifft zu: ich liebe es harte Schwänze in die Fresse gerammt zu bekommen, ich mag ihren Geruch, ihren Geschmack. Ich kaue drauf rum. Ich lecke sie. Auch die Eier. Ich lutsche sie. Ich bade sie in meinem Speichel. Ich lasse mir  das Maul mit Sperma vollpumpen. Mir geht einer ab, wenn das stramme Fleisch  zu zucken anfängt in meiner Mundhöhle und sie mir ihren Saft in die Gesichtsfotze schiessen. Was ich nicht schlucken kann, lasse ich rauslaufen und verreibe es über meinen Brüsten. Vielleicht wachsen sie ja noch davon.  Sperma riecht und schmeckt auch gut. Nach Mann!)    

 

Ich sorgte für Amusement meiner Mädchen. Der absolute „Knaller“ waren dabei meine „Lesungen aus dem Sklavenkodex“.

Waren wir Mädels unter uns, also der „harte Kern“, meine alten Schulfreundinnen und ich, der Joint war schon ein paar Mal gekreist und wir hatten alle auch Alk intus, dann las ich vor aus dem „Kodex“. Verarschte den Text durch die Weise, wie ich ihn betonte, durch Umformulierungen.  Oder ich ließ mich abhören. („Anna, was steht auf Seite 47, 3. Absatz?“ Ich wußte es!) 

Am Ende waren oft alle mehr oder minder betrunken, ich immer minder, auf dem Gebiet war meine Mutter komisch, und das konnte sie ja auch riechen oder merkte es mir an, während das mir den Jungs, na ja, das kann man besser verbergen.

Und wenn´s mal nach Sperma roch in unserem Sklavenquartier: ich glaub, das hat sie gar nicht mehr wahrgenommen, so oft, wie sie dem Herrn einen abkauen mußte. Oder sie nahm an, der Geruch habe sich eingenistet in ihrer Nase, entströme ihren Haaren. Der Herr spritzte ihr gern in´s  Gesicht, in die Haare. Das weiß ich, denn seit meiner Frauwerdung  orgelte er meiner Mutter ohne jede Hemmungen durch, wann immer es ihn überkam, auch wenn ich zugegen war.

Er fickte sie wie ein Schwein in alle Löcher, Schweiß dampfte, Fleisch klatschte auf Fleisch, Sperma spritzte. Und Mama wand sich, stöhnte und schrie heiser, kratzte ihm den Rücken blutig, während er auf ihr lag und seinen Kolben in sie  reinstieß mit der Wucht einer Dampframme. In diesen Momenten war er nicht mehr der Herr Professor, trug auch keinen Anzug mehr.    

Ich hätte gehen können, tat es natürlich auch nach einer gewissen Zeit, aber eben nicht sofort, denn eigentlich interessierte mich das schon, was er so machte mit ihr und wie. Es war widerlich- und faszinierte mich gleichzeitig auf eine schwer beschreibliche Weise

Meiner Mutter war das peinlich, sie sagte: „Anna, geh bitte gleich raus, hörst du, wenn der Herr herfällt über mich. Es ist mir unangenehm.“

Ich grinste, ganz jugendliche Abgebrühtheit.

„Den Eindruck habe ich aber nicht unbedingt, Mama. “

Sie schaute mich an, mit einem ganz komischen Ausdruck. Ich wollte mich gerade entschuldigen für meine Frechheit, da fing sie an zu schreien, und ich habe sie selten schreien gehört, also außerhalb des Bestrafungszimmers oder wenn sie gefickt wurde , mich anzuschreien, meine ich:

„Ich muß doch, Anna, ich muß doch. Weißt du, wie weh eine Auspeitschung tut? Oder der Rohrstock? Das tut so weh, sag ich dir, so weh.“

Dabei stieß sie mich zwei- , dreimal heftig vor die Brust, mit geballter Faust, dass ich erschrocken rückwärts taumelte und beinahe gestolpert wäre.

Sie faßte sich wieder, fügte hinzu mit ruhigerer Stimme:

„Um nicht verdroschen zu werden, würde ich alles tun, alles- außer zulassen, dass meinem Kind ein Leid geschieht.“

Ich muß wohl immer noch ziemlich schockiert geguckt haben, oder es kam ihr zu Bewußtsein, dass sie mich eben gestoßen hatte.

„Anna, komm her.“

Ich trottete rüber zu ihr. Sie umarmte mich. Ich bettete meinen Kopf an ihre Brust. Sie streichelte meine Schultern, mein Haar.

„Es tut mir leid, dass ich eben so heftig war. Ich wollte das nicht.“

„Mama, ich wollte das auch nicht sagen, was ich eben gesagt habe.  Ist mir so rausgerutscht.  Verzeih mir bitte. Aber ich habe wirklich gedacht, es macht dir Spaß mit ihm.“

Ich begann auf einmal zu erahnen, dass das Leben meiner Mutter einer rasenden Fahrt durch einen dunklen Tunnel ähnelte. Einen sehr dunklen Tunnel. Mit verdammt wenig Licht am Ende. Es kam mir zu Bewußtsein, dass ich den Anordnungen des Herrn, meiner Mutter zu helfen bei ihrem täglichen Arbeitspensum, oft zuvorkam in letzter Zeit, indem ich gleich nach den Schulaufgaben (die erledigte ich nach wie vor sehr gewissenhaft, da gab´s nichts!) einen Ausgehschein rausleierte aus ihm, den ich ja in der Regel anstandslos bekam jetzt, möglichst gleich einen für die ganze Nacht.

Ich nahm  mir vor, wieder eine bessere Tochter zu sein, ihr wieder mehr zu helfen, auch ohne ausdrücklichen Befehl. Wieder mehr da zu sein für sie.

 

„Das tut  es doch auch, Anna. Gelegentlich zumindest. Aber wenn du ständig weißt, das Bestrafungszimmer wartet schon auf dich....

Ach Kind, wie beneide ich die freien Frauen.  Auch mal nein sagen zu dürfen, mir ist heute nicht danach. Mein Gott, haben die es gut...“.

Ein verträumter Ausdruck war in ihr Gesicht getreten, sie lächelte.

„Und außerdem, Anna, ist unser Herr kein Perverser. Das ist doch auch schon was. Es gibt so viele Perverse, die kaufen sich eine Sklavin.“

„Mama, ein Perverser, was ist das? Ich weiß, ich hab den Ausdruck schon mal gehört irgendwo, aber ich kann gerade nichts anfangen damit.“

Statt einer Antwort drückte sie mich noch stärker an sich.

„Anna, versprich mir, dass du dem Herrn nie Grund geben wirst, dich zu verkaufen. Du bist jetzt in der Pubertät. Das ist ein gefährliches Alter. Er läßt dir im Moment sehr viel Freiheit, mißbrauche sie von mir aus ein Stück weit, Anna, mein Kind, ich will, dass du deine Jugend genießt. Genieße, solange es geht. Deine Jugend und auch deine Freiheit. Wer weiß, was das Leben noch alles bereithält für dich.“

Sie löste sich etwas von mir, schaute mir in die Augen: „Aber vergiß nie. Du bist eine Sklavin. SEINE Sklavin. Du   GEHÖRST ihm, so wie ich auch. Sei froh, dass er so gut ist zu dir, aber denk immer dran: du bist nicht wirklich frei. Schon morgen kann alles vorbei sein. Du bist seine Sklavin. Du mußt ihm immer gehorchen. Aufs Wort. Sprich es mir nach, Anna!“

„Ja, Mama. Ich bin eine Sklavin. Ich muß dem Herrn immer aufs Wort gehorchen.“

„Gut. Versprich mir, dass du es immer tun wirst. Dass du noch nicht mal im Traum daran denkst, dich ihm jemals zu widersetzen. Bis zu deinem Tod nicht. Versprich es!“

„Ja, Mama, ich verspreche es.“

„Gut!“                 

            

 

 

 

 

Kapitel 31

 

Also an jenem besagten Tag stürmte ich ins Zimmer meines Herrn wie ein Wirbelwind. Ich dachte noch: „Oh, wie schön. Alles silbern.“ Das war der Staub in der Luft, der im Sonnenlicht glitzerte. Hab ich Euch ja gesagt bereits.

Hüpfte meinem Herrn, der sinnend am Schreibtisch saß, gleich auf den Schoß, hauchte ein Küßchen auf seinen Mund. Und noch eins. Und noch eins.

„Hallo, Herr“, schmetterte ich fröhlich.

Ein Lächeln spielte um seine Züge.

„Hallo Anna, mein großes Mädchen.“

„Bin ich nicht viel hübscher als die da?“ Ich wies auf die Abbildungen griechischer Frauenstatuen, die in einem aufgeschlagenem Buch auf seinem Schreibtisch abfotografiert waren. Ich trug mein „Hexen- Outfit“ an jedem Tag, eigentlich „gothic“, aber meine Mutter nannte es nur das „Hexen- Outfit“ und mich „Hexlein“, wenn ich es trug.

„Och, Mama, das heißt doch „gothic“, dieser Kleiderstil, und nicht Hexen- Outfit, das klingt doch doof“

„Ah so? Das finde ich aber gar nicht, Hexlein. Ich finde „gothic“ doof.“ Es war ihr nicht abzugewöhnen, und irgendwann bezeichnete ich es auch so. Das Outfit, übrigens nichts Umgeschneidertes von meiner Mutter, sondern was Abgelegtes von einer meiner Freundinnen, bestand aus einem engen bauchfreien Top (das heißt, ursprünglich natürlich nicht, ich hatte es aber abgeschnitten, und zwar so knapp, dass das untere Drittel meiner Brüstchen darunter hervorlugte, weil ich wußte, darauf steht er, einem knielangen Rüschenrock, halterlosen Netzstrümpfen, flachen Schuhen ,ich hüpfte und rannte besonders gern, wenn ich die anhatte, drehte Pirouetten, kam mir dann vor wie einen richtige Hexe, die fliegen kann, „den Hexentanz aufführen“, wie meine Mutter das folgerichtig nannte. Alles in Schwarz, versteht sich. Wie sich das eben gehört für eine Hexe.

 

Der Herr schlug das Buch zu, also das mit den griechischen Statuen.

„Oh ja, das tust du. Und du bist  auch viel jünger als sie. Die sind nämlich schon viele tausend Jahre alt und stehen nur langweilig in Museen rum.

Ich schnitt eine Grimasse. Museen langweilten mich mit. Mein Herr hatte mich unlängst mitgenommen in eines und ich fand es sterbenslangweilig. Rumrennen durfte man auch nicht. Immer nur die blöden Statuen oder so mit Verzierungen behauene Steine anschauen, das war alles. Andere Kinder, die mit ihren Eltern dort waren, betrugen sich genauso gesittet wie ich. Und sahen auch so aus, als ob sie lieber woanders wären.

Mein Herr peilte aber mein mangelndes Interesse, tat das einzig Vernünftige in dieser Situation, das alle Erwachsenen mit allen Kindern machen sollten an solchen Orten, drückte mir seufzend zwanzig Euro in die Hand für Kuchen und Eis und lieferte mich in der Cafeteria ab.

„Bleib hier sitzen bis ich zurückkomme und benimm dich anständig.“

„Ja, Herr, und danke. Und nix der Mama sagen, ja?“ Die sah es nämlich nicht gerne, wenn ich was Süßes aß vor dem Mittagessen, und sie erwartete uns so gegen ein Uhr zurück.

Er zwinkerte mir zu. „Nein, Anna. Ich schwör´s.“ Weg war er und ich feierte eine der großartigsten Kuchen- und Tortenorgien meines Lebens und langweilte mich kein bißchen mehr.

Als er wiederkam, sagte die Kellnerin zu ihm: „Einen gesunden Appetit hat sie, ihre Kleine, aber sie ist ja noch im Wachstum und kann es vertragen. Und so wohl erzogen ist sie, fast als ob sie eine richtige kleine Sklavin wäre. Ich wünschte, alle freien Kinder wären heutzutage so wohlerzogen wie ihr Töchterchen.“

Wir sagten beide nichts, mein Herr beglich noch ausstehende   1,50 €, gab ihr fünfzig Cent Trinkgeld.

„Danke, mein Herr. Tschüß, meine Kleine. Und bleib so brav.“

Das hatte ich vor, hatte ich doch keine Lust auf  „Streicheleinheiten“ (O- Ton meines Herrn) im Strafzimmer, die er mir angedroht hatte künftig, falls ich nicht „besser parieren“ würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte es allerdings noch nie was anderes gegeben als mahnende Worte.

 

„Schneid keine Grimassen, Anna. Dann bist du häßlich. Gib mir lieber noch einen Kuß.“

Ich wußte, was jetzt kam, da er mich fest an beiden Oberarmen packte und meinen Mund in Richtung auf den seinen zog. Jetzt würde er mir wieder seine speichelnasse Zunge in den Mund stecken, wie er das manchmal versuchte in letzter Zeit. Das fand ich eklig.

Ich sträubte mich ein wenig, jedoch nicht allzusehr, dachte an das Versprechen, das ich meiner Mutter gegeben hatte vor ein paar Tagen, abends vor dem Einschlafen.

„Das ist es also, was die Mama meinte, als sie von etwas sprach, das passieren würde vielleicht“, schoß es mir noch durch den Kopf und setzte ihm, wie gesagt, keinen großen Widerstand entgegen, natürlich auch aus Angst davor, er würde dann seine Drohung wahrmachen und mich doch ins Strafzimmer führen, in dem meine Mutter immer so jämmerlich schrie, wenn sie ihre Prügel bezog.

Außerdem, Sträuben hätte auch nicht allzuviel genutzt, da mein Herr sofort, als er meinen Widerstand bemerkte, mir mit einer Hand an den Hinterkopf griff und meinen Mund  gewaltsam auf den seinen preßte.  Er streckte seine nasse Zungenspitze schon etwas raus, das konnte ich spüren.  Vor Ekel und Widerwillen kniff ich die Augen fest zu und den Mund zusammen.

Er riß mich an den Haaren nach hinten, vor Schmerz und Überraschung stand mein Mund halb offen. Er zerrte weiterhin an meinen Haaren, meinen Kopf rückwärts nach unten, beugte sich über mich, ich konnte sehen, wie sein über mir schwebendes Gesicht mit dem gierigen Mund immer näher kam.

Zwischenzeitlich hatte er fast alle meine Haare um seine  hinter meinem Kopf befindliche Hand gewickelt und übte damit einen stetigen, äußerst schmerzhaften Zug auf meine Haarwurzeln aus. Ich hörte es richtiggehend so leise „krachen“ irgendwie, wenn wieder fünf oder zehn Haare ausgerissen wurden. Das gab dann jedesmal einen stechenden Schmerz, der den scharfen Dauerschmerz, der bereits meine ganze Kopfhaut erfaßt hatte, kurz in den Hintergrund treten ließ.

Mein Mund war zu einem runden Schmerzens- Oh geweitet, aus seiner Perspektive sah das wahrscheinlich recht reizvoll aus. (Zumal ich kalkweiß geschminkt war, mit einem blauschwarzen Lippenstift als Kontrast dazu, ich war ja das Hexlein an diesem Tag.)

Er stürzte sich förmlich drauf, knebelte mich geradezu mit seinem Zungenmuskel ein paar Sekunden lang, schob ihn mir tief rein in das feuchte, weit offenstehende Loch in meinem Gesicht. Hörte auf, an meinen Haaren zu ziehen, begann erstaunlich sanft in meiner Mundhöhle herumzuwerken mit seiner Zunge, ließ jedoch seine Hand noch um meine Haare gewickelt, zur Vorsicht, nehme ich an.

Auch wenn es absolut gegen meinen Willen geschah und ich auch kapierte, dass einen Unterschied machte, ob er, ein über fünfzigjähriger Mann (wenngleich ein auf eine sehr distinguierte Art immer noch gut aussehender, recht schlank,  großgewachsen mit interresanten  Gesichtszügen) meine Mutter „durchknutschte“, wie ich es ja schon oft beobachtet hatte, oder mich, ein dreizehnjähriges Mädchen, eigentlich  fast ein Kind noch, so mußte ich mir doch eingestehen, dass sich das gar nicht mal so übel anfühlte. Zögerlich begann ich, seinen Zungenkuß zu erwidern, wir richteten unsere Oberkörper auf in eine sitzende Position, ich umhalste ihn, er schob seine Hände nach unten, hob meinen Rock an, streichelte meine Oberschenkel. Eine Hand wanderte zwischen meine Beine, drückte gegen meine mit praktischen Feinripp bekleidete Muschi. (Ich war davon ausgegangen, dass man das Höschen ohnehin nicht sähe unter dem Rock, hatte auch vorgehabt, gleich in diesem Outfit, das ich echt cool fand, auf den Ponyhof zu gehen mit meinen Freundinnen. Der Zweck meines Besuchs in seinem Arbeitszimmer war ja ein Ausgehschein zu diesem Zweck, Ihr erinnert Euch.)

Auch dieser Druck fühlte sich keineswegs unangenehm an, ich schloß sogar meine Oberschenkel fest um die zudringliche Hand, kippte mein Becken etwas nach vorn, um ihn noch zu erhöhen.

So saßen wir noch eine ganze Weile auf seinem Schoß, hielt ihn eng umschlungen, wir züngelten miteinander, woran ich immer mehr Spaß fand. Mit meiner kleinen jungfräulichen Liebesgrotte geschah was, sie wurde feucht und warm, die Schamlippen schwollen.

In erregtem Zustand schwellen sie ziemlich, sehen fast aus wie so kleine Apfelhälften, na sagen wir mal Walnußschalen, aber eben von der Farbe und  Glattheit von Apfelhälften. Ich weiß, das ist nicht bei jeder Frau so, bei mir aber schon. Der Kitzler bleibt relativ unauffällig äußerlich, verschwindet geradezu in dem verdickten Geschlechtsteil, wird jedoch wahnsinnig sensibel. Werde ich gefickt, und ich mag´s zwischenzeitlich ja echt heftig, den Kerl auf mir zwischen meinen gespreizten Beinen, reicht alleine der Druck des männlichen Unterkörpers auf meine  nasse Fotz, der sich dem Kitzler natürlich mitteilt, mich abheben zu lassen in den siebten Himmel. Von der Reibung der Stoßbewegungen, die ich auch kraftvoll mag, ja direkt rücksichtslos, während sie ihr „Rohr in mich verlegen“ (bevorzugt ein dickes und langes, das mir „den Muttermund küßt“, wie ich das formuliert habe einmal ) natürlich ganz zu schweigen.

Nur- damals war ich noch nicht ganz so weit oder besser gesagt: meilenweit entfernt davon. Ich war immer noch ein unschuldiges Ding, eine Jungfrau, die noch nie ein männliches  Glied gesehen hatte, schon gar nicht eines im eregierten Zustand. Ich hatte noch nicht mal eine genaue Vorstellung davon, wie im Grunde häßlich, auf alle Fälle ja schon irgendwie furchteinflößend so eine Gurke aussehen kann, besonders wenn sie eine bestimmte Größe und Länge überschreitet. (Heute stehe ich auf dem Standpunkt: size matters; und stehe auch dazu.) Höchstens dass ich mal eine von  Mädchenhand mit Filzstift an die Trennwände  oder Türen der Schultoiletten mehr oder minder gekonnt ausgeführte Darstellung der Sehnsüchte oder auch ersten Erfahrungen meiner Klassenkameradinnen erblickt hatte.    

So war ich also in keinster Weise vorbereitet auf das, was jetzt zukam auf mich und bekam einen nicht gelinden Schreck, als ich auf einmal einer zunehmend größer werdenden und schnell sich verhärtenden Erektion meines Herrn gewahr wurde (dass es sich darum handelte und nichts anderes, darüber war ich mir schon im Klaren!). Ich spürte den wachsenden Druck an meinen Arschbacken, ich saß ja direkt auf seinem Schwanz.

Mit einem erstickten Aufschrei riß ich mich los von ihm, wand mich von seinem Schoß, obwohl er noch versuchte, mich festzuhalten. Er war aber zu überrascht, um es zu verhindern. Ich taumelte zur Wand des Zimmers, dort schob ich mich rücklings vorsichtig Richtung Türe, der Wunsch, nach meinem Ausgehschein zu fragen, war mir gründlich vergangen. Starrte ihn an, meinen Herrn, aus weit aufgerissenen Augen. Der stand seelenruhig auf, entledigte sich seines Jackets und auch seiner Krawatte, hängte beides über die Stuhllehne.

Befahl: „Komm her, Anna, öffne meinen Hosenschlitz und hol meinen Schwanz raus. Du bist jetzt dreizehn. Und absolut fickbar, möchte ich meinen. Du hast mich jetzt lange genug heiß gemacht, du kleines Luder. Deine Klein- Mädchen- Tour nehme ich dir nicht mehr ab. Heute mache ich dich zur Frau, hast du verstanden? Gehorche auf der Stelle!“

Ich schüttelte nur stumm den Kopf,  schob mich Zentimeter um Zentimeter näher an die vermeintlich rettende Tür heran. Ich dachte gar nichts mehr, schon gar nicht an meine Pflicht zu völligem Gehorsam ihm gegenüber.

„Wie, du widersetzt mich mir?“ So drohend hatte ich ihn noch nie gehört.

Ich schüttelte weiterhin ungläubig den Kopf, begann zu weinen. Fuhr aber fort mit meiner Bewegung in Richtung Tür.

Erreichte sie endlich, mir kam es vor wie nach einer Ewigkeit, riß sie auf, wollte herausstürzen.

Jedoch, da stand meine Mutter. Warum, weiß ich nicht. Mag sein, sie hatte meine Schmerzensschreie gehört vorhin, vielleicht stand sie auch jedesmal davor in letzter Zeit, da sie den Braten ja schon länger roch, seitdem ich mich so in Montur warf, um an Ausgehscheine zu gelangen.

Mit ausgestrecktem Arm schob sie mich rückwärts zurück ins Zimmer, berührte mich nur mit zwei Fingern dabei, eine dermaßen stählerne Entschlossenheit im Blick, dass ich wie hypnotisiert war.

„Anna, du wirst jetzt augenblicklich ALLES tun, was der Herr verlangt von dir.“ In  so kaltem Tonfall hatte sie noch geredet mit mir.

Da fiel mir auch ein, dass ich mich des schlimmsten Vergehens schuldig gemacht hatte, dessen sich ein Sklave nur schuldig machen kann: offener Gehorsamsverweigerung. Jetzt würde mich vielleicht nichts mehr retten vor einer schlimmen Bestrafung, was unter Umständen sogar  Sklavengefängnis bedeuten konnte. Dort erwarteten mich mindestens Straffolterungen der übelsten Sorte, inzwischen wußte ich, dass mich meine Mutter mit ihren kindgerechten Schilderungen in „Das ungehorsame Sklavenkind“ noch eher geschont hatte. Solche Dinge geschahen tatsächlich, und noch wesentlich Übleres.

 

Ich fühlte mich so hilflos, dass ich mich am liebsten meiner Mutter in die Arme geworfen hätte. Sie hielt mich jedoch weiterhin auf Armlängen- Distanz, schob mich unaufhörlich Richtung Herr, bis ich das Gefühl hatte, nun steht er hinter mir.

Richtig, da hörte ich auch schon seine Stimme: „Dreh dich um, Anna, und wichs mich! Wird´s bald?“

Meine Mutter packte mich mit beiden Händen an den Schultern und drehte mich um. Mein Herr hatte sein Glied inzwischen selbst herausgeholt, es stand bestimmt zwanzig Zentimeter ab von ihm wie ein knorriger Ast, blaurot, mit pulsierenden Venen, die sich wie Schlangen drumherum wanden, mit dicker, nackter Eichel, aus der eine klare, zähe Flüssigkeit troff vorne raus aus einem kleinen Schlitz. Vor Entsetzen fühlte ich mich einer Ohnmacht nahe. Galt das wirklich MIR, hatte wirklich ICH das ausgelöst?

Auf einmal spürte ich, wie meine Mutter ihre Arme von hinten um mich legte, sich mit ihrem ganzen Körper an mich schmiegte. Sie küßte mich auf die Wange von hinten, aufs Ohrläppchen. Diesmal löste das kein Kichern aus bei mir, dafür war ich viel zu sehr in Angst und Schrecken, ich spürte jedoch, wie sich die Klammer aus Panik, die so langsam von mir Besitz zu ergreifen drohte, lockerte.

„Bitte Herr, bitte verzeihen Sie ihr alles, ihren gesamtem Ungehorsam. Bitte, bitte tun Sie meinem Kind nichts an, ich flehe sie inständig an. Bitte, bitte nicht.“ Sie weinte, während sie dies vorbrachte, was meinen eigenen Tränenfluß nur noch verstärkte  „Anna wird jetzt alles tun, was sie von ihr verlangen. Ich sorge dafür. Und ich werde sie auch streng bestrafen. Aber bitte nicht ins Sklavengefängnis. Auch wenn sie es tausendmal verdient hätte, ich weiß. Aber sie ist doch noch ein Kind. Mein einziges Kind.“ Ihr Weinen verstummte. „Gnade, Herr, ich flehe Sie um Gnade an für sie. Werfen Sie mich ins Sklavengefängnis, ich habe als Mutter versagt. Und nicht dieses dumme Kind, das gar nicht weiß, was es angerichtet hat.“ Diese Worte stöhnte sie mehr, als dass sie sie sprach.

„Hier wird überhaupt niemand ins Sklavengefängnis geworfen und du schon gar nicht, Svenja“, knurrte der Herr. (Habe ich schon erwähnt, dass meine Mutter Svenja heißt? Ich glaube nicht.) „Sie soll nur endlich gehorchen, das ist alles. Dann wird sie auch nicht bestraft, überhaupt nicht, das verspreche ich.“

Meine Mutter gab mir von hinten einen Schubs. Heulend griff ich nach diesem widerlichen Ungetüm, das ich abwichsen sollte, und begann ungeschickt, es zu reiben. Erst mit einer Hand, dann ergriff  ich auf einen erneuten Befehl des Herrn hin mit der anderen seine haarigen Klöten und kraulte sie, während ich gleichzeitig weitermachte an seinem Schwengel. 

Die ganze Zeit über schmiegte sich meine Mutter an mich von hinten. Küßte mich abwechselnd auf die Wange und aufs Ohrläppchen. Wange, Ohrläppchen- Wange, Ohrläppchen, so ging es die ganze Zeit, erst sacht und langsam, dann immer schneller und härter. Ich paßte mich ihrem Rhythmus an, bis das Fleisch heftig zu zucken begann zwischen meinen Fingern und mir das Sperma erst in heftigen Stößen auf mein „Hexchen“- Kleid spritzte und den ganzen Rock besudelte, michig- weiß mit Schlieren drin, dann sanfter durch die Finger ran. Ich konnte nicht aufhören mit Weinen. Dieses Kleid würde ich nie mehr anziehen, sondern es verbrennen. Das schwor ich mir.

Ich fühlte mich benutzt, wie ein Stück Dreck, und war dennoch erleichtert,  da ich meinte, nun sei es vorbei und das sei es gewesen, was meine Mutter gemeint hatte, das passieren würde.  Ich sollte mich irren. Das Schlimmste kam noch!

 

 

 

Kapitel 32

 

Die Vergewaltigung fand in der darauffolgenden Nacht statt.

 

Gleich nach dem Vorfall am Spätnachmittag brachte mich meine Mutter zu Bett, ohne Zähneputzen. Ich heulte und heulte, konnte nicht aufhören. Ich war wie willenlos, sie mußte mich führen. Ich lief zwar noch aus eigener Kraft, doch wenn sie mich nicht mit sanftem Druck geleitet und gezogen hätte, einen Arm um meine Schultern gelegt, mit der Hand des anderen ergriff sie eines meiner Handgelenke, ich wäre dort zu Boden gesunken, wo der Herr sich an mir vergangen hatte.

Vor meinem Bett entkleidete sie mich stehend, zog mir meinen Pyjama an. Ich  befolgte ihre Anweisungen, hob Arme und Beine, wie sie mir befahl, aber wie ein Roboter, wäre selbst  nicht in der  Lage gewesen, mich zu entkleiden.

Dann drückte sie mich ins Bett. Deckte mich zu. Ich rollte mich zusammen zu einem Ball. Sie sagte zu mir: „Du warst ein tapferes Mädchen, Anna. Ich bin sehr stolz auf dich.“

Dann ließ sie mich allein in unserem Sklavenquartier, das wir teilten. (Es wurde nie zugesperrt übrigens, war einfach ein normales Zimmer, auch gab es keine Fesselungsvorrichtungen an den Betten.) Sie mußte dem Herrn ja noch das Abendbrot bereiten und auch noch ihr restliches Arbeitspensum bewältigen, ihm vielleicht noch zu Willen sein, wenn es ihm danach verlangte.

Langsam kroch die Dämmerung ins Zimmer, es blieb sehr still im Haus. Er schien Mama zu verschonen heute mit dem, was er seinen „Abendritt in die untergehende Sonne“ nannte. Langsam versiegten meine Tränen, nur gelegentlich schüttelte mich noch ein Schluchzen. Ich drehte mich auf den Rücken, streckte meinen Arm aus, um mein kleines Lämpchen zu entzünden. Auf dem Bücherbord schimmerten die Rücken meiner Bücher, vielfach gelesen, die Gefährten meiner Kindheit, Stoff meiner Tagträumereien.  Ich starrte an die Decke, seufzte. Was meine Freundinnen jetzt wohl trieben? Bestimmt waren sie jetzt auf dem Reiterhof, amüsierten sich und bedauerten es, dass ich offenbar keinen Ausgehschein bekommen hatte.

Früher als ich es erwartete, hörte ich den leichten Schritt meiner Mutter. Ich setzte mich auf im Bett.

„Der Herr hat mir heute alle unerledigten Pflichten  erlassen. Ich soll mich um dich kümmern, sagt er. Hier, ich hab dir was zum Essen mitgebracht.“

Ich hatte aber keinen Appetit, was sie sehr zu bekümmern schien.

„Anna, wie geht es dir?“ Damit setzte sie sich zu mir an den Bettrand.

Ich wandte den Kopf ab, sagte nichts.

Auch sie schwieg, sagte auch nichts. Umschlang mich wieder von hinten, wie vorhin, drückte sich an mich. Ihre Wange ruhte an meinem Hinterkopf, ich konnte ihren Atem spüren, wenn er vorbeistrich an meinen Haaren, sie leicht zum Zittern brachte.

Irgendwann sagte ich: „Mama, ich möchte jetzt schlafen.“

„Ja, schlaf mein Kind. Und wach fröhlich wieder auf.“ Strich mir übers Haar, küßte mich aufs Ohrläppchen. Das jagte mir einen Schauder über meinen Rücken

 

Mitten in der Nacht wurde ich wach. Ein schwarzer Schatten befand sich im Zimmer. Es war der Herr, er rüttelte meine Mutter wach. Er war nackt, eine hammerharte Erektion stand ab von ihm.

Schlaftrunken wandte ihm meine Mutter ihr Gesicht zu, versuchte ihn anzulächeln, es gelang ihr nicht ganz. „Oh, Herr, so mitten in der Nacht“, murmelte sie, streckte ihre Arme aus nach ihm, wollte ihn in ihr Bett ziehen. 

Er zog ihre Bettdecke runter. „Svenja, verzieh dich auf der Stelle ins Wohnzimmer. Dort bleibst du auch. Von dir will ich ausnahmsweise mal nichts heute Nacht.“

Mit einem Schlag war meine Mutter hellwach, fuhr hoch in ihrem Bett. Ich  war es auch, das Herz hämmerte mir bis zum Halse. Ich stellte mich aber schlafend.

„Herr, bitte....“, begann sie. Er schlug ihr ins Gesicht.

„Du sollst dich verziehen, habe ich gesagt!“

„Ja, Herr. Verzeihung, Herr.“ Sie fuhr in ihre Pantoffeln, extra langsam, wie mir schien, als wolle sie Zeit gewinnen zum Nachdenken. Sie griff nach ihrem Morgenmantel, knotete ihn zu.

„Herr, darf ich bitte kurz mit dem Kind reden? Das wird es auch für Sie einfacher machen, Herr. Bitte erlauben sie es.“

„Meinetwegen. Vielleicht hast du recht.“

Mama kam rüber zu mir. Rüttelte mich, ich tat, als erwache ich eben erst. Ich verspürte unglaubliche Angst. Unkontrolliert ging mein Urin ab, ich pinkelte ins Bett, das erste Mal seit der Kleinkindzeit.  Gottseidank war es nicht viel, trotzdem war meine Hose ganz naß im Schritt, das Leintuch hatte auch was abbekommen.

„Anna, Anna, wach auf. Du mußt jetzt sehr tapfer sein. Der Herr will dich. Er wird dich jetzt nehmen. Geh rüber in mein Bett, leg dich auf den Rücken und mach die Beine breit. Er wird dann über dich kommen. Verkrampf dich nicht. Leg dir ein Kissen unter den Po. Dann tut es nicht so weh. Und mach keine Dummheiten, wie heute nachmittag, hörst du?“

„Ja, Mama.“ Plötzlich war ich ganz ruhig und gefaßt.

„Anna, du bist alles, was ich habe. Um Himmels willen, ich flehe dich an, wehr dich nicht. Ich könnte es nicht ertragen, dich zu verlieren.“ Urplötzlich fing sie wieder zu weinen an, stürzte aus dem Zimmer.

Der Herr schloß ab hinter ihr, ich begann derweil zielstrebig, mir meine Hose runterzustreifen, was gar nicht so einfach war wegen der Nässe. Kroch dann hervor unter der Bettdecke, ich wollte nicht, dass er mein Malheur bemerkte. Noch im Rübergehen strich ich mir mein Pyjama- Oberteil über den Kopf, legte mich in Mamas Bett, wie sie mich geheißen hatte. Wortlos und etwas verwundert beobachtete mich der Herr, hatte so viel Kooperation wohl nicht erwartet.

Kurz darauf kniete der erste Mann, den ich empfangen sollte in meinem Leben, zwischen meinen Beinen. Die Erektion schien noch gewaltiger zu sein als vorhin, wenn das überhaupt möglich ist. Er goß mir etwas Babyöl über die Fotze aus einem mitgebrachten blauen Fläschchen.

 „Das wird es leichter machen für uns beide“, meinte er in direkt fürsorglichem Ton. „Verreib es gut, auch nach innen.“

Ich führte seinen Befehl aus. Bevor ich mich´s  versah, war er über mir, versuchte einzudringen in mich. Es war, als bohre jemand mit einem hoffnungslos stumpfen Messer erbarmungslos herum in einer Wunde. Endlich, endlich war es soweit. Ich spürte, wie etwas zerriß in mir. Schrie  vor Schmerzen laut auf. Dann glitt er in mich, hätte mir jemand eine Pampelmuse hineingeschoben , es hätte nicht mehr weh tun können. Bis zum Bersten gespannt war alles, gewaltsam wurde immer noch mehr stahlhartes Fleisch hineingezwängt in meinen Unterleib mit kreisenden und rhythmisch stoßenden Bewegungen, in meine intimste Stelle, die ich selbst vor den Augen meiner Mutter verbarg üblicherweise. Dann war er ganz drin, lag schwer atmend auf mir, drückte meinen Brustkorb zusammen mit seinem Gewicht. Ich dachte, ich müsse ersticken, jeder Atemzug kostete mich eine große Anstrengung. Dann begann er mich ernsthaft zu ficken. Eben hatte ich noch ängstlich hineingehorcht in meinen nun dumpf pochenden Schmerz da unten, ob noch alles heil sei, als er seine ersten Stöße führte. Als ob mir jemand ein Messer ins Gedärm stoßen würde, so fühlte sich das an. Und der Schmerz wurde schlimmer, mit jedem Stoß. Immer wenn ich dachte: „Jetzt KANN es nicht mehr schlimmer werden“, steigerte er sich immer noch weiter. Weiter und weiter und weiter, erbarmungslos. Ich fürchtete, den Verstand zu verlieren, betete darum, ohnmächtig werden zu dürfen. Beides geschah nicht.

Ich geriet in eine Trance, ein Delir des Schmerzes, hörte mich schreien, schreien, schreien. Verschluckte mich, hustete, soweit das möglich war mir ihm auf mir, schrie weiter wie am Spieß.

 

Auf einmal war alles vorbei, er entleerte sich in mich, rollte sich runter von mir, wobei er meinen einen Arm unsanft quetschte.

Ich konnte meine Beine nicht schliessen, die Hüftgelenke taten beide ziehend weh, ich lag einfach nur stöhnend da, während es unten raussickerte aus mir mir. Blut und Sperma, Blut und Sperma. Aber es schien alles noch intakt zu sein, außer meinem Jungfernhäutchen natürlich.

Nun war ich eine Frau. Nun wußte ich um die Bestimmung der Frauen. Mit einem Mal empfand ich sowas wie Stolz.            

                    

 

 

 

 

                                                  

                        

 

 

                                  

 

 

 

 

 

               

           

                       

Kapitel 23

Kapitel 33

 

Tja, so war das. Das hatte ich gemeint in so ungefähr, als ich Giselle gegenüber äußerte, mein damaliger Herr habe mich mit dreizehn Jahren vergewaltigt. Ihr wißt schon, als wir uns im Cafe über den Tisch beugten, bis sich unsere Gesichter beinahe berührten.

Diese schonungslose Offenheit nahm sie eigentlich erstaunlich gelassen auf. In ihren Zügen malte sich eher Verblüffung über diese unerwartete Wendung des Gesprächs als Entsetzen. Das stellte sich erst so nach und nach ein, als wir beide schon längst wieder auf unsere Stühle zurückgesunken waren. Sie schlug die Hände vor´s Gesicht.

Als sie sie wieder runternahm, schimmerten ihre Augen feucht.

„Anna, das tut mir ja so leid, ich meine, ich habe nicht gewußt...., also wenn ich auch nur geahnt hätte....“

Sie wirkte sehr hilflos in diesem Moment, schien zu erahnen, dass die Geborgenheit ihrer Existenz für mich leider  nur ein unerfüllbarer Wunschtraum war, etwas, das ich nur von Außen kannte. Dass Sklaverei leider nicht nur etwas Abstraktes war, sondern dass sie ihr hier und heute in Fleisch und Blut gegenüber saß an diesem Kaffeehaustischchen,  in meiner Gestalt.

Ich wollte gerade ansetzen zu etwas Tröstendem, legte mir gedanklich sogar ein paar scherzhafte Worte zurecht, als mich ein heilloser Schreck durchzuckte.

„Oh, mein Gott“, schrie ich auf. Leute drehten sich um. Ich schlug die Hand vor den Mund.

„Anna, Anna, was ist denn?“

„Giselle, wie spät ist es?“ Schaute auf meine Uhr. „Ist es wirklich schon viertel nach fünf“

„Aber ja doch, Anna. Da haben wir doch noch viel Zeit. Mach doch nicht so´n Streß jetzt. Du mußt erst um 18.30h wieder zuhause...“, sie rang nach Worten, „...äh ich meine, bei deinem Herrn sein und ich habe dir doch gesagt, dass du nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren mußt, wir nehmen eine Taxe.....“

Ich schüttelte heftig den Kopf, fiel ihr ins Wort.

„Nein, wir haben überhaupt keine Zeit mehr. Und ich bin schon so gut wie im Sklavengefängnis. Ich habe nämlich was vergessen, weißt du.“ Ich war den Tränen nahe.

„Was denn, Anna, was denn? Sag schon!“

Ich zog die Einkaufsliste aus meiner Tasche, Ihr erinnert Euch vielleicht, die, die mir mein Herr gegeben hatte, damit ich auf dem Nachhauseweg ein paar Besorgungen erledigen sollte. Aber ich, ich hatte sie komplett vergessen, hatte einfach nicht mehr gedacht an sie, während ich zusammensaß mit meiner neuen Freundin.

„Hier. Ich soll das besorgen alles. Hab ich nicht mehr daran gedacht, weil wir uns so gut unterhalten haben.“

Giselle betrachtete die Liste mit gerunzelter Stirn, legte sie vor sich auf die Tischplatte.

„Ooch, Anna, das ist doch alles nur unwichtiges Zeugs. Das kannst du doch morgen noch besorgen. Du sagst deinem Herrn eben die Wahrheit. Oder zumindest fast. Also vielleicht nicht unbedingt, dass du nicht mehr daran gedacht hast.

Du hast da halt eine kennengelernt in dem Tanzkurs und dann seid ihr eben noch ausgegangen miteinander, hier, in dieses Cafe, da kann er ja anrufen, ob zwei Mädchen hier gewesen sind, die das und das bestellt haben, ja, und dann habt ihr euch halt festgequatscht und...., hier, Anna, ich geb dir meine Telefonnummern, Festnetz und Handy. Er soll nicht hier anrufen. Er soll MICH anrufen. Ich bin schuld. Ich ganz alleine. Ich hab dich quasi gezwungen, mir Gesellschaft zu leisten. Und weil du eine so gute Sklavin bist, hast du dich eben nicht getraut...“

Sie verstand immer noch nicht.

„Giselle“, entfuhr es mir laut. „Du verstehst nicht. Ich bin eine Sklavin.“

Fuhr erregt fort: „ Ich bin so gut wie tot, weil die einen nämlich tot machen im Sklavengefängnis. Das mit dem Vergessen glaubt mir doch kein Mensch. Und wenn, auch egal, ich darf Befehle nicht vergessen einfach. Das ist Befehlsverweigerung, dafür kommt man ins Sklavengefängnis.  So oder so.“

Wieder drehten sich Leute um. Ein paar mehr diesmal. Das war nicht wirklich schlimm. Also dass jetzt einige mitgekriegt hatten, dass ich eine Sklavin bin. Es gab kein Gesetz, weder ein geschriebenes noch ein ungeschriebenes, das es Sklaven verboten hätte, öffentliche Lokale aufzusuchen. Natürlich war es besser, das nicht an die große Glocke zu hängen. Als Kunden waren wir nicht eben erwünscht, schon gar nicht an einem so vornehmen Ort wie diesem Cafe , das wäre seinem Ruf nicht gerade zuträglich gewesen. Man hätte ja auch keinen Obdachlosen hereingelassen beispielsweise, geschweige denn ihn auch noch bedient, und da gab es auch kein Gesetz dagegen.

Und prompt stand der Kellner an unserem Tisch, der, der uns so aufmerksam bedient hatte vorhin.

„Sagt mal, seid ihr beiden etwa Sklavinnen?“

Giselle warf ihm einen wütenden Blick zu, kramte in ihrer Handtasche, knallte ihren Personalausweis auf die Marmorplatte. Ich habe ja schon erwähnt, dass wir Sklaven keine Personalpapiere im eigentlichen Sinne haben.

„ICH nicht. Und was meine Begleiterin ist oder vielleicht auch nicht, das geht Sie überhaupt nichts an!“

Der Kellner ignorierte das, wandte sich an mich.

„Zeig mal deinen Ausgehschein, meine Kleine“, verlangte er von mir, mit süffisantem Unterton.

„Das wird ja immer schöner“, empörte sich Giselle, „Sie lassen uns jetzt augenblicklich in Ruhe, oder ich will den Geschäftsführer sprechen. Sie sind schließlich hier, um uns zu bedienen und nicht, um uns zu belästigen. Was erlauben Sie sich eigentlich?“

Der Kellner deutete mit einer leichten Verbeugung seinen Rückzug an.

„Gut. Ich entschuldige mich. Aber ihr geht jetzt besser. Die Rechnung geht aufs Haus, ihr braucht nicht zu bezahlen.“

„Wir haben noch nicht mal aufgegessen“, erklärte Giselle mit Würde.

„Also, eßt in Ruhe zuende. Und dann geht bitte, ohne viel Aufhebens zu machen. Du...“, er deutete auf Giselle, „bist uns natürlich weiterhin als Gast willkommen. Aber überleg dir das nächste Mal bitte besser, wen du mitbringst hierher.“

„Es wird kein nächstes Mal geben, Herr Ober“, erwiderte Giselle.

 

Er verbeugte sich noch mal leicht, drehte sich auf dem Absatz um und schritt davon.

Wir saßen da wie die begossenen Pudel. Wer jetzt übrigens meint, andere Gäste hätten in irgendeiner Form Kenntnis genommen von dem kleinen Intermezzo, möglicherweise sogar interessiert gelauscht, der irrt. Es waren schließlich alles wohlerzogene Leute, die hier verkehrten.

Giselle fand als erste die Sprache wieder.

„Hat man Worte..., aber hör zu Anna, was dein kleines Problem betrifft, also deswegen werden wir uns keine grauen Haare wachsen lassen und auch nicht allzu schnell aufbrechen hier, nicht wahr, schon um diesen Kellner- Arsch zu ärgern.“ Sie kicherte boshaft, zog ihr Handy raus, wählte eine Nummer.

„Valentina? Giselle hier. Hör zu, was hat dir meine Mutter noch alles aufgetragen für heute nachmittag?“

Offenbar sprach sie mit der Familiensklavin. Wartete die Antwort ab, die etwas länger ausfiel.

„Also, Valentina, vergiß das alles. Ich erkläre das heute abend meiner Mutter. Nimm dir mal ´nen Zettel und ´nen Bleistift und schreibe die folgenden Dinge auf, die ich dir jetzt diktiere. Ich sag dir auch genau die Geschäfte, wo du es besorgen mußt. Nimm ein Taxi. Anschließend kommst du ins Cafe „Rosenstolz“, wo ich mit einer Freundin bin, und bringst mir die Sachen. Dann bezahl ich den Taxifahrer, der bringt dich auch wieder zurück, und dann hast du immer noch genügend Zeit, wenigstens die wichtigsten Dinge zu tun.“

Vom anderen Ende der Leitung schienen Einwände zu kommen.

„Ausgehschein? Scheiß auf den Ausgehschein, Valentina. Warum sollte dich irgendwer danach fragen, wenn du offenkundig Einkäufe erledigst für deine Herrschaft? Und jetzt hör gut zu und schreib gefälligst mit....“ Sie diktierte ihr alles, was auf dem Einkaufszettel meines Herrn stand. Mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete, wie mir unangenehm auffiel.   Na ja, war mir ohnehin klar, dass sich die Sache mit der Befreiung aller Sklaven noch eine Zeitlang  hinziehen würde, und so lange....

„Wie? Nein, nicht auf meinen Namen. Es ist für einen.... Bekannten meiner Freundin.  Wart mal kurz.“

Sie hielt die Hand über die Sprechmuschel.

„Wie heißt denn dein Herr?“, flüsterte sie mir zu.

Ich sagte es ihr. Nicht, dass er sich mir jemals offiziell vorgestellt hätte, weder damals, als er mir zur Begrüßung in die Fresse schlug gleich, noch zu einem späteren Zeitpunkt. Für mich reichte ja die Anrede: „Herr“.  Aber sein Name stand  auf dem Klingelschild vor dem Hoftor, und da blickte ich drauf heute früh. Irgendwann will man halt schon einmal erfahren, wem man gehört. Wessen Eigentum man ist.

 

„So, das hätten wir. Alles paletti.“ Sie strahlte zufrieden, steckte das Handy wieder weg.

Einerseits war ich sehr erleichtert. Die Geschäftsinhaber konnten ja nicht wissen, wie die Sklavin eines gewissen Herrn Soundso aussah. Und auch wenn ich irgendwann noch mal dorthin geschickt werden sollte: es war ihnen ja auch nicht bekannt, ob dieser gewisse Herr nicht etwa mehrere Sklavinnen hatte. Wenn sie sich überhaupt an eine Sklavin erinnerten, die für ihren Herrn einkaufte.

Andrerseits war es mir gar nicht recht, dass Giselle die ihre  einem solchen furchtbarem Risiko aussetzte für mich.

Ich teilte ihr meine Bedenken mit. „Giselle, ich will nicht, dass eine Andere in den Sklavenknast muß wegen mir. Willst du sie nicht anrufen und ihr sagen, dass sie es doch nicht tun soll? Ich meine, wir beide könnten uns doch auch ins Taxi setzen und...“

„Ach, Annalein. Risiko, welches Risiko? Valentina ist weder tätowiert noch trägt sie einen Fußreif. Die ist sogar schon mal angehalten worden, als sie für mich unterwegs war ohne Ausgehschein, da hat sie einfach gesagt, sie hätte ihren Perser vergessen und alles war o.k..“ Triumphierend blickte sie mich an.

Oh weh, Giselle meinte es zwar nicht böse, aber sie schien keine Ahnung zu haben von der Lebensgefahr, in die sie ihre Sklavin jedesmal brachte damit. Bestimmt hatte ihr ihre Mutter nie eine Geschichte wie die vom „ungehorsamen Sklavenmädchen“ erzählt. Warum hätte sie das auch tun sollen?

Ich wagte aber keine Einwände mehr gegen Giselles generöse Hilfsbereitschaft mir gegenüber. Nahm mir jedoch vor, sie später einmal darüber aufzuklären, wie unverantwortlich das im Grunde war, was sie da tat.

Valentina, eine ungefähr vierzigjährige Frau, südländischer Typus, erschien schwerbepackt kurz vor18.00h, legte mir die Einkäufe zu Füßen, nannte mich „Herrin“. Giselle trat mich unter dem Tisch gegen das Schienbein, als ich den Mund aufmachen wollte, um dieses Mißverständnis zu korrigieren.

Sie rief gerade laut: „Ober, zahlen“ („Denn selbstverständlich zahlen wir, Anna, aber gewiß doch. Wir lassen uns doch nicht beleidigen von diesen Ärschen!“), als es zu einem weiteren kleinen Zwischenfall kam.

Es ging nämlich die Tür auf, eine ältere matronenhafte Frau trat ein und mit einem freudigen Lächeln an unseren Tisch. Es war Giselles Tante Klara, wie sich gleich herausstellen sollte.

 

„Giselle! Na so ein Zufall. Ich lauf da gerade vorbei und denke mir: ja wenn das nicht die Giselle ist. Wie geht´s dir? Und der Mama? Die habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen.“

„Gut, Tante Klara, uns geht´s allen gut. Danke. Und Papa auch. Und Rolf.“

„Rolf“, so wandte sie sich an mich, „das ist unser Hund. Ein Irish Setter, den müßtest du mal streicheln, der hat ein ganz weiches Fell, sage ich dir.“

Giselle schien die Freude ihrer Tante über diese Begegnung nicht ganz zu teilen, wollte offenbar demonstrieren, dass sie in einem Gespräch mit mir begriffen war. Das merkte Tante Klara entweder nicht oder es ließ sie kalt.

„Du pflegst es ja auch voller Hingabe“, meinte sie. „Ihr habt Valentina einkaufen lassen, wie ich sehe. Weiß deine Mutter eigentlich davon? Wahrscheinlich eher nicht, oder?“ Sie drohte Giselle schalkhaft mit dem Finger.

Valentina hatte sich derweil auf alle Viere sinken lassen, ordnete die Einkaufstüten neu an, auf dass sie sich gegenseitig stützten und nicht etwa eine davon umfiele. Sie schien es vermeiden zu wollen,  Tante Klara ihre Anwesenheit mehr als nötig zu Bewußtsein zu bringen.

Die gab ihr auch einen leichten Schlag mit ihrem zusammengerollten Sonnenschirm auf den Rücken.

„Was gibt´s denn da rumzufummeln, dummes Stück. Scher dich raus hier, aber dalli.“

Valentina blickte fragend auf Giselle.

„Ja, Valentina, laß sie stehen so. Ist schon in Ordnung. Geh nur. Und vielen Dank, dass du alles so schnell besorgt hast.“

Valentina trat unter Verbeugungen gegen Tante Klara den geordneten Rückzug an, so schnell wie das der Respekt vor der Herrschaft zuließ.

Einer Sklavin zu danken für geleistete Dienste war  nicht eben ein mustergültiges Beispiel für die Beachtung gesellschaftlicher Gepflogenheiten, entsprechend zog Tante Klara einen Flunsch, als habe sie Zahnweh. Sie war aber wohl vertraut mit den Spleens ihrer Nichte und maß ihnen offenbar keine größere Bedeutung zu, ja nahm sie sogar mit Humor.

„Nächstens lädst du Valentina hierher ein, du kleine Sklavenbefreierin, du! Zuzutrauen wär´s dir!“ Wieder dieses schalkhafte Drohen mit dem Finger. Über diesen abwegigen Verdacht mußten wir alle drei herzlich lachen, auch der Taxifahrer, der hinzugetreten war und sein Geld wollte, grinste.

„Die Dame draußen sagt, sie würden zahlen. Auch für die Rückfahrt.“

„Diese Dame, wie Sie sich auszudrücken belieben, junger Mann“, belehrte ihn Tante Klara, „ist lediglich die Sklavin der Familie dieses entzückenden Mädchens hier.“ Fingerzeig auf Giselle. „Werden fünfzig Euro reichen?“

„Aber dicke“, brummte der Fahrer.

Gegen den Protest Giselles bestand Tante Klara darauf, das Taxi zu bezahlen.

„Geben Sie ihr das Rausgeld, nehmen Sie sich drei Euro Trinkgeld.“

„Danke sehr, die Dame.“

„Und vergessen Sie nicht, ihr eine Quittung auszustellen“, rief sie ihm noch hinterher, als er fast schon draußen war.

 

Erhitzt von ihrem guten Werk reichte mir Tante Klara eine schweißnasse kleine Patschhand, die ich zögerlich ergriff.

„Hallo, mein Kind. Du schaust ja auch ganz entzückend aus. Ach, ihr jungen Leute...Ich bin übrigens Giselles Tante Klara, du darfst Tantchen zu mir sagen. Wie heißt du denn?“

„Anna“, brachte ich hervor, mit einem Kloß im Hals. Hoffentlich bekam der Kellner nichts mit von dieser Unstatthaftigkeit und hielt es für seine Pflicht, Tante Klara ins Bild zu setzen.

„So, Anna heißt du also? Das ist ja ganz entzückend. Anna ist immer gleich. Von vorn und von hinten.“ Sie lachte perlend über diesen geistreichen Witz, diesmal alleine.

„Sag, Anna, woher kennst du denn meine kleine Giselle? Seid ihr gemeinsam auf dem Gymnasium?“

Der Kloß in meinem Hals saß ziemlich fest, so langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Ein Sklave muß sich im Zweifelsfall immer als solcher zu erkennen geben, (also nicht gegenüber der Öffentlichkeit, aber im persönlichen Kontakt), und der Strafkodex ließ keinen Zweifel daran, dass die Erregung oder Unterstützung eines diesbezüglichen Irrtums nicht gerade ein Kavaliersdelikt ist, Strafrahmen abhängig von den Begleitumständen und den dahinter steckenden Absichten.

Gut, ich hatte früher selber andauernd verstoßen dagegen, aber das schien Lichtjahre her zu sein.  Jetzt kroch Angst in mir hoch, lähmende Angst.

„Nein, Herrin....ich meine, Tantchen“, korrigierte ich mich sofort, jedoch zu spät.

„Herrin, sie nennt mich Herrin, habt ihr das gehört“, lachte das Tantchen, „das ist ja ganz entzückend!“ Sie nahm es für eine Anspielung  auf ihren Scherz von vorhin, also auf den, dass es Giselle zuzutrauen wäre, Sklavinnen ins Cafe einzuladen.

Ich grinste mühsam.

„Nein, Herrin“, wiederholte ich meinen „Spaß“, „ich habe nur den Realschulabschluß.“  (Das war doch eigentlich eine Absicherung, wenn der jetzt nahende Kellner das Mißverständnis ein für alle Mal aufklären würde. Durch diese Titulierung hatte ich mich ihr doch eigentlich als Sklavin zu erkennen gegeben, oder?)

Jetzt stand er wieder an unserem Tisch. Griff einen freien Stuhl vom Nebentisch, schob ihn Tantchen unter ihren voluminösen Hintern.

Die machte sich noch nicht mal die Mühe, ihn auch nur anzuschauen, hielt ihren Blick weiter auf mich gerichtet.

„Danke, junger Mann. Und bringen Sie mir bitte einen Cappuchino und eine Schwarzwälder Sahne- Kirsch.“

„Sehr wohl“. Er entfernte sich.

„So, nur den Realschulabschluß?“, sprach sie gedehnt. Ihre Begeisterung für mich flaute etwas ab, des Eindrucks konnte ich mich nicht erwehren.

„Komm schon, Tante Klara“ mischte sich da Giselle wieder in unsere Unterhaltung, „wenn du wüßtest, unter was für widrigen Umständen sie ihren Schulabschluß machen mußte, du würdest sie bewundern dafür. Und sie hat auch einen wirklich guten, nicht wahr, Anna?“

„Eins Komma sieben“, preßte ich hervor. Es entsprach der Wahrheit. Ich bezweifelte allerdings dennoch sehr, ob ich auch nur ihre Füße hätte küssen dürfen, wüßte sie tatsächlich Bescheid über die „widrigen Umstände“. Dachte mir schon ein paar Lügengeschichten aus für den Fall, dass sie Näheres erfahren wollte.

Das tat sie aber nicht.

„So? Na, das ist doch ganz ordentlich, junge Dame. Besser die eins Komma sieben unter Fach und Dach als den Spatz in der Hand“, witzelte sie.

„Aber jetzt sagt: woher kennt ihr euch denn?“

„Aus dem Bauchtanzkurs, Tante Klara,“ antwortete Giselle.

„Ach richtig, du machst ja einen Bauchtanzkurs jetzt. Hm, verrückte Sache. Wir haben noch den Wiener Walzer gelernt in meiner Jugend. Rechts herum und auch links herum. Bis zum Abschlußball mußte das eine jede beherrschen. Ich hatte den Bogen schon nach der dritten Stunde raus. Ach, ihr jungen Leute.....“

Sie begann den Donauwalzer zu summen, während der Kellner den Cappuchino und die Torte vor ihr arrangierte.

Er fragte auch uns formvollendet höflich, ob wir noch etwas wünschten. Unser kleiner Disput von vorhin schien völlig in Vergessenheit geraten zu sein.  Giselle verneinte und wiederholte ihren Wunsch nach der Rechnung. 

„Kinder, ihr wollt doch nicht etwa schon gehen und eure alte Tante Klara alleine zurücklassen?“, kam es enttäuscht von dieser.

„Bestellt euch doch noch was. Ich lade euch ein.“

„Nein, Tante, so leid es mit tut. Ein andermal gerne, aber heute geht es nicht. Anna hat einen sehr strengen Vater, mußt du wissen, und sie muß schon um 18.30h wieder daheim sein. Sie muß ihm noch im Haus helfen. Er ist früh verwitwet, weißt du, und Anna hilft ihm viel, führt praktisch den Haushalt“, setzte sie frei improvisierend hinzu.

„Oh, das ist aber recht von dir, mein Kind. Dass es so was noch gibt heutzutage. Zu meiner Zeit, da war das natürlich selbstverständlich, aber die jungen Leute heute... Schön, dass du nicht so bist.“

Sie schaute auf ihre Uhr, die golden funkelte am dicken Handgelenk. Nebst etlichen Armreifen des selben Materials.

„Dann bist du ja fast schon zu spät dran, es ist ja schon in fünf Minuten halb.“

Mir fiel das Herz in die Hose. Das war nicht mehr zu schaffen.  Auch mit einer Taxe dauerte es mindestens eine halbe Stunde bis zum Haus meines Herrn. Giselle telefonierte hektisch nach einer solchen mit ihrem Handy. Die ganze Zeit kam immer nur das Besetztzeichen bei der Taxizentrale. Sie warf mir verzweifelte Blicke zu.

Lähmung und Starre krochen hoch in mir. Das Grauen der Nacht im Stehsarg kam wieder. Ich dachte an den Prügelbock, die Peitschen. An dieses gräßlich nackte Metallbett zum „Ohnmächtig- Prügeln.“ Würde ich diesmal „drauf“ müssen? Elektroschocks. Auf solchen Betten verpassen sie ihren Opfern auch Elektroschocks in den Sklavengefängnissen. Allerdings hatte ich noch kein Elektroschock- Gerät gesehen bei meinem Herrn. Möglicherweise bewahrte er es ja auch in einem Schrank auf. Sie sind ja nicht groß.

Von der Taxi- Zentrale diesmal eine Bandansage. „Wir sind im Moment leider völlig überlastet. Der nächste freie Mitarbeiter wird ihren Anruf entgegennehmen. Bitte legen sie nicht auf.“

Die Minuten krochen. Beruhigende Musik und immer wieder die selbe Ansage aus dem Handy.

Gottseidank war wenigstens Tante Klara vollauf mit ihrer Torte beschäftigt und wollte keine Konversation machen.

„Kinder, das kostet ja ein Heidengeld, wenn ihr das Handy die ganze Zeit anlaßt. Macht es doch aus und probiert es in einer halben Stunde noch mal. Ihr Vater wird Anna schon nicht gleich den Kopf abreißen, wenn sie sich mal verspätet ein bißchen. Er wird sie doch nicht behandeln wie eine Sklavin“, meldete sie sich endlich wieder zu Wort. Wo vor kurzem sich noch ein Trumm von einem Tortenstück erhoben hatte, befanden sich nur noch Krümel und Sahnereste.

Immer noch diese Musik und die Bandansage... Inzwischen waren bestimmt zehn Minuten vergangen. Panik breitete sich aus in meinen Eingeweiden, krallte sich im Unterbauch fest, ich hatte das Gefühl, mir gleich in die Hose zu machen.

Plötzlich stand, wie aus dem Nichts, der Taxifahrer von vorhin neben uns.

„Tut mir leid, die Damen, dass ich stören muß. Aber ich bin ja vorhin durch die halbe Stadt gefahren. Und dann noch das Nachhause- Bringen, also es fehlen noch zwei Euro fünfzig.“

Er war  doch ein wenig erstaunt, der Gute, mit welcher Euphorie seine nächste „Fuhre“ sein Aufkreuzen begrüßte.

 

 

 

 

 

Kapitel 34

 

Sie hat einen Ausgehschein bis 18.30h, jetzt ist sie bereits eine Viertelstunde überfällig und immer noch kein Zeichen von ihr. Macht sie einen Fluchtversuch? Das glaube ich eigentlich nicht. Das wäre so töricht, vor allen Dingen jetzt, wo sie was zu verlieren hat. Ihre Ausgeherlaubnis und ihre Tanzstunden, ein gewisses Vertrauen mithin, das ich mittlerweile in sie setze. Von der WSSC- Tätowierung und dem GPS- Fußring ganz zu schweigen. Ein Kind wüßte, dass ein solchermaßen ausgestatteter Sklave keine Chance auf ein Entkommen mehr hat.  Und Anna ist kein Kind mehr. Und sehr intelligent obendrein.

Dass die Tanzschule eine Tarneinrichtung der Anti- Sklaverei- Liga ist, glaube ich ebenfalls nicht.

Was soll ich tun? Falls sie wider Erwarten doch einen Fluchtversuch unternimmt, wäre es natürlich hilfreich, die Polizei möglichst früh zu verständigen. Aber ich glaube es nicht. Vielleicht hat sie den Bus verpaßt, wäre ja möglich.  Mit dem Bus braucht man schon so eine dreiviertel  Stunde hier heraus, es gibt einen durchgehenden von Stuttgart aus.

Ich  hole mir den Fahrplan. Mal sehen:  eigentlich hätte sie den um 17.32h nehmen müssen, planmäßige Ankunft 18.15h, zehn bis fünfzehn Minuten Fußweg, da sie ja was zu schleppen hat an Einkäufen. Jede Minute Verspätung wollte ihr mit drei Ohrfeigen quittieren. Das geht jetzt natürlich nicht mehr. Den Ochsenziemer und dann Schläge,  bis sie sich einscheisst. In den Stehsarg will ich sie eigentlich nicht mehr sperren, der ist nur noch ein Drohrequisit, schade eigentlich um die handwerklich aufwendige Arbeit. Aber wie gesagt; wenn sie mir in den Wahnsinn oder die geistige Umnachtung flieht, bevor ich noch ordentlich meinen Spaß gehabt habe mit ihr, bin ich ja der Dumme letzten Endes.

Also der nächste Bus ab Stuttgart ginge um 18.32h. Wäre sie also mit einer Stunde Verspätung hier. Also doch bewußtlos hauen? Hm, nee. Da muß sie dann wohl erst mal ins Krankenhaus für einige Tage. Vielleicht sogar eine Woche. Das kostet Geld, mein Geld erst mal, da ich für sie noch keine „Ausfallzeit- Versicherung“ abgeschlossen habe, die so was mit abdeckt. Die Prämien sind einfach zu hoch, da der Versicherungsfall relativ häufig eintritt.

 

Gegen 19.15h höre ich ein Motorgeräusch. Ich schaue aus dem Fenster. Und traue meinen Augen kaum.  Ein Taxi fährt vor, hält wohl, da es nicht wieder auftaucht an der anderen Seite der Umfriedungsmauer. Es läutet. Ich laufe zum Tor, öffne es.

Anna steht davor, mit Tüten behangen, und noch so ein Gör. Klein und zierlich, eine echte Augenweide. Im Prinzip so richtig was für einen Kinderschänder wie mich.  Auch sie hat in jeder Hand eine Einkaufstüte. Im Hintergrund steht das Taxi mit abgestelltem Motor, der Fahrer hat die Scheibe runtergekurbelt, raucht eine, winkt mir lässig zu. Ich beachte ihn nicht.

Das Gör stellt eine Einkaufstüte auf den Boden, reicht mir eine Hand, die ich ergreife.

„Hallo, ich bin die Giselle. Ich kenne Anna vom Bauchtanzkurs her. Darf ich mit reinkommen?“ Sehr gepflegte Aussprache, kultiviertes Selbstbewußtsein.  Das ist keine Sklavin, nein, ausgeschlossen. Eher schon Hoch- und Geldadel. Möglicherweise sogar Geistesadel. Spielt bestimmt Klavier und all so´n Zeugs. Eigenes Reitpferd, Ihr wißt schon, was ich meine. Gegen Atomkraft. Zumindest ziert ein „Atomkraft- Nein Danke!“ – Button ihre stonewashed Jeansjacke mit Label. Selbstverständlich kein Anti- Sklaverei- Spruch, das wäre ja illegal. Obwohl sich natürlich viele Youngsters nicht entblöden, genau deshalb rumzulaufen mit einem. So wie andere, sagen wir mal, ein Hakenkreuz tragen. Eines dieser durchgestrichenen, die trotzdem illegal sind, weil wir hier in Deutschland leben und Hakenkreuze in allen Formen unzulässig sind. Auch durchgestrichene.

Aber die Kleine hier ist sicherlich gegen Sklaverei, sonst würde sie nicht mit Anna rumziehen, ihr noch beim Tütentragen helfen. Das sind sie doch gerne, diese jungen Gestopften, während ihnen zuhause die Sklaven von Mami und Papi die goldenen Löffel in die Münder schieben.

(Übrigens- damit wir uns nicht mißverstehen. Auch ich bin gegen Atomkraft. Aber das ist ja wohl was anderes!)

„Ja gerne“, heuchle ich. Gottseidank habe ich den Ochsenziemer nicht in der Hand. Ursprünglich wollte ich ihn ja mitnehmen zum Tor, um Anna gleich mal seelisch zu foltern ein bißchen mit dem Anblick. Gegenüber dieser Elfe aus einem Reich ohne Not und Existenzangst wäre er aber eindeutig deplaziert. Direkt barbarisch. „Aber wartet dein Taxi nicht?“ „Das kann warten. Ich zahl ja schließlich dafür.“ Geldadel, klarer Fall.

Anna sagt kein einziges Wort, denkt also offenbar an das Redeverbot. Das gefällt mir. Schaut mich an aus großen Augen, ihre Hände zittern leicht. Sie hat Angst, das ist offensichtlich. Das gefällt mir noch besser. Sie beißt auf ihrer Unterlippe herum. Als sie merkt, dass ich sie beobachte, hört sie auf damit, versucht erst, mich scheu anzulächeln, senkt dann demütig den Kopf. Diese kleine Befreiungsaktivistin scheint ihn ihr also nicht vollständig verdreht zu haben, ich wußte doch, Anna ist im Grunde ein sehr vernünftiges Kind. Intelligent eben.

„Ja gut, dann kommt doch mal rin in die gute S-tube“ sage ich, wie die Norddeutschen es tun, mit spitzem „S“.

Die Kleine, wie hieß sie doch gleich, ach ja, Giselle, verdreht die Augen, versucht Blickkontakt herzustellen zu Anna.

Diese starrt sie nur an mit beschwörender Miene, schüttelt leicht den Kopf, als wolle sie sagen: „Provozier ihn nicht, bitte, provozier ihn bloß nicht.“

Gut, Scherz auf ländlichem Niveau nicht gut gelaufen. Vielleicht war es doch ein Fehler, die Großstadt zu verlassen, um hier langsam zu verbauern.

Ich versuche, Terrain wiederzugewinnen, indem ich nach Giselles Tragetüten greife. „Komm, laß mich die tragen, bitte.“

Sie überläßt mir die beiden Tüten. Und greift sich zweie von Annas. Die will sie erst gar nicht hergeben, schüttelt wieder so leicht den Kopf, läßt sie dann aber doch fahren. Wir gehen ins Haus. Giselle und ich voran, Anna hinterher.

Unterwegs frage ich Giselle: „Was ist denn eigentlich schiefgelaufen. Warum hast du sie mit dem Taxi herausgebracht? Was kriegst du dafür?“

Sie will nichts, gar nichts. Das sagst sie sehr energisch, ich insistiere wohlweislich nicht.

Sie tischt mir irgendeine Räuberpistole auf, ich höre gar nicht so genau hin. Erstens kann ich mir das in den Grundzügen sowieso denken, man hat sich wahrscheinlich festgequatscht irgendwo, möglicherweise sogar bei Giselle daheim, vielleicht auch in einem Cafe, und darüber die Zeit vergessen, und zweitens fasse ich den spontanen Entschluß, mich doch mal als Hobby- Folterer zu betätigen ein wenig heute nacht, ungeachtet meiner fehlenden Sachkunde, und Anna noch bevor der Hahn kräht zur Ablegung eines vollen Geständnisses zu bewegen.

Ich hatte nämlich heute nachmittag, während Anna weg war, wieder diesen einen Handwerker da, Ihr wißt schon, diesen einen, der auch den Stehsarg gebaut hat, Gottseidank war er kurzfristig verfügbar wegen einer Terminabsage, und der hat mir zwei  bis drei Änderungen eingebaut im Folterkeller. Und ich brenne darauf, sie auszuprobieren. 

Also jedenfalls, wenn man Giselle glauben darf, ist es ein Wunder, dass der Himmel über dem fernen Stuttgart so normal und friedlich daliegt. Das sollte man nach all den dramatischen und schrecklichen  Ereignissen, die sie so schildert und die es schier unmöglich machten, die Bushaltestelle zu erreichen ohne Dschungelkämpferausbildung, nicht erwarten. Eher schon die sieben Reiter der Apokalypse. Atompilze und so in die Richtung.

Ich nicke trotzdem dazu, als wäre das alles das Normalste von der Welt, streue nur hin und wieder ein „Ach was?“ ein. Falls das ein wenig sarkastisch klingt bisweilen, fällt es Giselle nicht auf.

Im Haus angekommen, schicke ich Anna in die Küche, Tee bereiten. Giselle hätte gern einen Tee, ich schließe mich dem an. Kaffee wäre mir zwar lieber gewesen, ich möchte Giselle gegenüber aber den Eindruck erwecken, als wäre ich ein rücksichtsvoller Herr, der seiner Sklavin keine unnötige Arbeit aufbürden möchte, wie sie das wahrscheinlich von zuhause kennt.

 

„Wow, das sind aber viele Bücher“, staunt sie, im Wohnzimmer angekommen.

„Ja, weißt du, es ist abends still hier und es gibt auch nicht so viele Zerstreuungen wie in der Stadt. Da lese ich viel.“

„Und das schöne Schachspiel. Ist das Alabaster?“

„Ja. Ich ziehe Alabaster Marmor vor, weißt du. Ich finde, das Licht scheint so schön hindurch, wenn man es gegen das Helle hält. Nimm ruhig eine Figur und probier es mal.“

Sie tut es ausgiebig und es sieht aus, als gefiele ihr der Effekt sehr.

„Schön. So eines will ich auch mal haben.“

„Nun, in einem halben Jahr ist doch bereits wieder Weihnachten“, schmunzle ich, „oder vielleicht hast du ja bald Geburtstag.“

„Geburtstag ist eher als Weihnachten“, lacht sie.

„Na siehst du!“

„Ja, aber sind die nicht sehr teuer?“

„Ach, weißt du, eines aus Holz ist natürlich billiger, aber die Welt kosten sie auch nicht gerade.“

Gesprächspause.

„Und- ist das nur Dekoration oder spielen Sie auch?“

„Aber klar spiele ich. Hat sie dir das nicht erzählt?“

„Wer?“

„Anna“

„Wie? Spielen Sie etwa gegen Anna?“

Ich merke, wie ich langsam durchkomme bei ihr mit dem positiven Image eines Sklavenhalters, der seine Sklavin als Mensch sieht in erster Linie.

„Aber ja doch. Sie ist sehr gut. War in ihrer Schulmannschaft, hat den Schulpreis gewonnen.“

„Und das stimmt wirklich? Sie spielen Schach mit ihr?“

„Ja, warum sollte ich das denn nicht tun? Findest du das etwa falsch?“

„Nein, ich finde es sogar großartig. Ich habe mich auch gleich prima verstanden mit ihr. Wir haben uns heute nachmittag gleich unsere Freundschaft gestanden“, verkündet sie gewichtig.

Aha. Nun, das werde ich unterbinden künftig.  Sag tschüß Tanzstunden, tschüß Ausgang, Anna. „Du Früchtchen kommst jetzt mal richtig unter die Knute. Dazu laß ich dich nicht springen, dass du dir gleich seelischen Beistand anlachst.“ Wie gut, dass Giselle nicht Gedanken lesen kann.

„Weißt du, Giselle, Leute, die ihre Sklaven nicht als Menschen ansehen, als ihresgleichen, sind Idioten in meinen Augen.“

So denke ich wirklich. Wer der Herr ist und wer der Knecht, das ist doch Zufall. Und wie schön, dass ein richtiges leidensfähiges, sensibles, intelligentes, zerbrechliches  Menschlein wie Anna mir in die Hände gegeben, mir ausgeliefert ist.

„Ich glaube, Anna sieht Sie zu negativ. Ich finde Ihre Einstellung eigentlich o.k. nach allem, was Sie so sagen“

„Ach? Was hat sie denn gesagt über mich.“

„Nein, mißverstehen Sie mich nicht, bitte. Ich will auch nicht, dass Sie  Anna schlechter ansehen jetzt, weil Sie vielleicht denken, sie würde sie schlechtmachen. Das ist nicht wahr, wirklich. Es ist nur so, ach, ich weiß auch nicht, wie ich das sagen soll, ich hatte das Gefühl, als wir uns vorhin unterhielten, Anna und ich, dass ich da irgendwie gespürt habe, als ob sie das erste Mal seit längerem wieder richtig frei und glücklich und sie selbst wäre. Aber das ist nur so ein Bauchgefühl, vielleicht täusche ich mich ja auch.“

„Hm, das was du da sagst, das macht mich jetzt direkt betroffen. Vielleicht sollte ich mit Anna mal reden drüber.“

„Ja, das sollten Sie wirklich tun, finde ich.“

Oh ja, das werde ich. Möglicherweise drehe ich die Daumenschrauben ganz allmählich immer enger, während der Erörterung dieses Themas. Oder ich verpasse ihr Elektroschocks.

Ich habe nämlich heute nachmittag einen ganz interessanten Chat gehabt in einem Internetforum. Unter diesen ganzen Aufschneidern und Spinnern, die die Folterforen heimsuchen (und natürlich nicht nur die), gibt es ganz vereinzelt hochkarätige Leute, ich vergleiche sie mit weißen Raben. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser daran, am Anfang dieser Generalbeichte, zu der meine Erzählung immer mehr wird, habe ich dieses Bild schon einmal gebraucht.  Es könnte sein, dass ich an einen solchen geraten bin. Sachkompetenz und diabolische Phantasien, Junge, Junge, dem möchte ich nicht in die Hände fallen. Aber er kann mir vielleicht weiterhelfen bei meinem Problem: wie foltere ich Anna?

Das einzig Dumme ist nur, wie alle wirklich guten Leute hat er wenig Zeit, wir bleiben in Kontakt, er wird mir Tips geben per E- Mail, per Telefon, aber ich soll nicht zuviel riskieren anfangs.

„Sie können sie schon mal antesten so ein bißchen, aber mehr so die klassischen Sachen. Sonst stirbt sie Ihnen womöglich unter den Händen weg und Sie sind der Gelackmeierte. Bestimmte Dinge probieren Sie vielleicht besser an Schweinehälften, wenn Sie die mit zu hoher Voltzahl grillen beispielsweise, können Sie sie immer noch aufessen hinterher. Dazu würde ich Ihnen nicht raten bei Anna, bevor das Kannibalismusverbot nicht gefallen ist.“ Dahinter hatte er so ein Lach- Smily gesetzt.

Man kann gut reden mit ihm, wirklich. Wir telefonierten. Ich sprach das Folterverbot an. Er lachte nur. Echt Gefolterte können Sie sogar zum Einkaufen schicken unbesorgt, meinte er. Die verstummen irgendwann, vertrauen sich von sich aus keinem Menschen mehr an.

Ich sprach meinen inneren Zwiespalt an, Anna auf der einen Seite schwer foltern zu wollen, bis zum Tod idealerweise, sie mir auf der anderen Seite aber als hündisch ergebene Sexsklavin halten zu wollen, so lange es nur geht. Bei gleichzeitiger seelischer Schwingungsfähigkeit. Wenn das überhaupt geht.

Tja, wenn sie mal tot seien, bliebe nur noch Leichenschändung. Davon rate er bei der herrschenden Gesetzeslage allerdings fast genauso ab wie vom Kannibalismus. Seelische Schwingungsfähigkeit- auch so ein Problem: Leute, die der womöglich wiederholten oder gar regelmäßigen Folter unterlägen, stumpften ab. Das sei nur natürlich. Man könne ihnen da nur längere Ruhephasen geben, die für die Betroffenen auch wirklich als völlig folterfreie Intervalle ausgewiesen würden und wo sie sich hundertprozentig verlassen könnten drauf. 

Foltern und Verfügbarkeit: gar kein so großes Thema. An der Folter zerbrächen in erster Linie nur Individuen, die noch nicht genügend konditioniert wären.

Eine vollständige Abrichtung im Sinne einer echten Vollversklavung, und das sei es ja, was ich mir auf der einen Seite ersehnte bei Anna, wenn er mich richtig verstehe (ich bejahte), brächte immer eine völlige Selbstaufgabe und Identifikation mit dem Befehlsgeber mit sich. So was nenne man „induzierten Masochismus“, der, im Unterschied zum „echten“, immer wieder „aufgefrischt“ werden müsse, da er erlernt sei.

In diesem Zustand kann das Objekt Lust empfinden, wenn es dem Willen und den Launen des Befehlsgebers unterworfen und ausgeliefert ist. In dieser Verfassung  sei Folter am ehesten möglich, ohne dass die Objekte daran zerbrächen. Gleichzeitig wirke sie als Verstärkung des vorerwähnten erlernten Masochismus.

Also der Kreis schließe sich damit gewissermaßen. Aber eine gewisse Abstumpfung des Objekts sei trotzdem unvermeidlich, das sei nun mal nicht zu ändern.

„Auch  ist eine echte Vollversklavung nicht einfach zu erreichen, mein Lieber.  Angstbesetztes Anpassungsverhalten ist noch kein Masochismus. Lediglich eine Voraussetzung, ihn vielleicht zu erreichen eines Tages. Angst spielt natürlich eine große Rolle im Konditionierungsprozeß. Wie Demütigungen, Erfahrungen vollständigen Ausgeliefertseins, sexueller Mißbrauch etc.“

Diese komplexen Regelbeziehungen wären für den Laien in der Tat kaum beherrschbar. Er rate dringend zu der Investition in eine professionelle Sklavenschule, Mindestdauer sechs Wochen.

„Was, so schnell kann das gehen unter Umständen?“

„Unter Umständen, ja. Vom Rest sind viele bereits nach acht Wochen soweit.“

Ja Gottverdammich, das wäre ja direkt noch im Bereich des Möglichen mit dem Rest meines Erbes.

„Gut. Einen Schritt nach dem anderen. Jetzt lassen Sie sie erst mal profimäßig abrichten, auch wenn´s nicht billig ist. Dann trete ich auf den Plan. Ich tu´s für Gotteslohn.“ Wir lachten.

Wie gut, dass Giselle nicht Gedanken lesen kann. 

 

 

 

 

Kapitel 35

 

Ich habe Giselle mit einem prächtigen Bildband über die St. Petersburger Eremitage versorgt, den sie „supertoll“ fand und in den sie sich auch sogleich vertiefte.

„Ich geh mal eben nach Anna gucken, wo sie bleibt. Vielleicht benötigt sie ja Hilfe.“

„Soll ich nicht mitkommen? Ich könnte ja auch was helfen.“

„Nein, nein, das ist doch nicht nötig. Außerdem bist du ja mein Gast. Wahrscheinlich ist sie ja auch gleich fertig, ich schau mal nur so für alle Fälle.“

„O.k.“

Anna ist jetzt schon verdächtig lange mit dem Bereiten des Tees zugange. Eine Viertelstunde, was treibt sie nur die ganze Zeit?

Sie soll sich mehr beeilen gefälligst. Schließlich soll sich Giselle nicht festsetzen hier, ich möchte sie eigentlich so schnell als möglich hinaus komplimentieren  wieder.

In der Küche ist Anna gerade damit beschäftigt, kunstvoll Sahnekleckschen auf Kuchenstücke zu verteilen. Sie summt dabei vor sich hin. Den Donauwalzer. Komisch.

Der Rest- Teekanne, Kandiszucker mit Zuckerzange,  ein Kännchen mit Kondensmilch, diese dünnen Tassen nebst den passenden Untertassen und Kuchentellern für zwei Personen, steht alles schon auf einem Tablett bereit. Natürlich auch die Löffelchen und Kuchegabeln.

Sie trägt ihre Serviererinnen- Uniform. Schleife der Zierschütze adrett gebunden über ihrem kleinen Knackarsch. Appetitlich sieht sie aus, meine Kleine. Nichts fehlt oder ist in Unordnung, selbst das weiße Kellnerinnen- Krönchen sitzt akkurat im Haar.

Dennoch überkommt mich kurz Ärger. Deswegen hat sie so lange gebraucht also, sie hat sich noch umgekleidet vorhin ohne ausdrücklichen Befehl, statt sich zu sputen. Dann fällt mir noch rechtzeitig ein, dass es sich dabei ja um eine allgemeine Anordnung von mir handelt, wie sie Gästen aufzuwarten hat, wenn  nicht ein explizit anderslautender Befehl erging. Im Grunde zeigt das, wie sehr sie sich bemüht, meinen Anordnungen nachzukommen.

 

Als sie meine Gegenwart bemerkt, bricht das Summen abrupt ab. Mit konzentriertem Gesichtsausdruck, die Zungenspitze zwischen die Lippen geschoben, kleckst sie weiterhin mit der Sahne rum.

Ich klatsche in die Hände, mache das „Komm- mal- her“- Zeichen mit dem Zeigefinger.

Gleich kommt sie folgsam angetrabt, stellt sich einen halben Meter vor mir kerzengerade auf, Hacken zusammen, die Arme hält sie seitlich nah am Körper. Kopf gerade aus. Kaut rum auf ihrer Unterlippe.

„Anna !“

„Ja, Herr?

„Stell drei Gedecke auf´s Tablett. Du ißt mit uns.“

Erstaunte Augen. „Ja, Herr.“

 

„Herr?“

Eigentlich ist unsere Konversation zum Zecke der Befehlserteilung vorbei und sie hat strenggenommen wieder Redeverbot.

Ich winke sie wieder heran. Sie stellt sich erneut auf vor mir, in der gleichen Haltung wie vorhin.  Macht ihr Ohrfeigengesicht, weiß offenbar, dass sie eigentlich gar nichts hätte sagen dürfen.

Nur- diesmal muß ich es ihr durchgehen lassen. Ohrfeigen klatschen, Giselle könnte es hören. Auch andere Bestrafungsmethoden, wie zum Beispiel das sehr schmerzhafte Ausreißen kleiner Haarbüschel in der Schläfengegend, verbieten sich. Das dauert nämlich, bis man die in der Hand hält, die Haare, vorher muß man recht heftig ziehen und reißen, weil die Haut in diesem Bereich ein Stück weit mitgeht und die Haare fest sitzen. Anna jammert jedesmal ziemlich während dieser Prozedur. Also das geht auch nicht.

Von daher ignoriere ich ihren Fauxpas.

Stumm starrt sie mich an, bittend. Öffnet den Mund halb zum Sprechen, es kommt aber kein Laut über ihre Lippen.

„Nun red schon.“

„Danke, Herr, danke, dass ich reden darf.“
Pause.

„Herr?“

„Ja, was ist  denn?  Raus mit der Sprache, Giselle wartet auf den Tee.“

Sie drängt sich auf einmal an mich, legt mir leicht die Arme um den Hals, reibt ihren Unterleib rhythmisch gegen mein Glied. Sie tut es sehr konzentriert, schaut mich nicht an dabei. Lernen sie das in ihrem Bauchtanzkurs? Dann ist es direkt schade, dass ich sie da nicht mehr hingehen lassen kann.

Mein Glied versteift sich schnell.
„Herr, die kleine Anna wollte nur sagen, wie sehr leid es ihr tut, dass sie sich so verspätet hat. Die kleine Anna bittet Sie ganz arg um Entschuldigung deswegen und bittet um eine milde Strafe. Bitte strafen Sie mich mild, ja? Die Giselle hat mich um meine  Gesellschaft gebeten, und da habe ich mich nicht getraut „Nein“ zu sagen. Und später kam dann noch diese Tante von ihr, ich meine in dieses Cafe, in dem wir saßen, und da mußte ich auch noch bleiben.“

Das klingt zwar wesentlich plausibler als Giselles Lügenmärchen, aber die Wahrheit ist es natürlich auch nicht.

Sie umarmt mich jetzt ganz fest, schmiegt ihre weiche Anna- Wange an meine. „Strafen Sie mich mild, ja? Vielleicht nur fünf mit der Hundepeitsche, Herr, geht das bitte? Oh bitte, bitte, biiitte“, bettelt sie. Wendet ihren Kopf, sucht meinen Mund.

Das hatten wir doch schon mal, ganz zu Anfang, als sie noch neu war  in meinem gastlichen Etablisment. Ich dachte, das hätten wir hinter uns. So kann man sich täuschen. Sieht so aus, als hätten so gewisse radikale Ansichten über die Freiheit aller Menschenkinder doch stärker abgefärbt, als es zuerst den Anschein hatte.  Oder als sollte mein neuer „peronal advisor on slave matters“, wie ich ihn so nenne bei mir, recht behalten.                                    

Angstbesetztes Anpassungsverhalten ist eben doch keine echte Unterordnung. Na ja, die Kosten für den Tanzkurs spare ich jetzt ja, noch nicht mal eine Stornogebühr ist fällig nach der ersten Stunde. Sie gilt als Schnupperstunde. Da ist die Differenz zu sechs bis acht Wochen Sklavenschule schon drin, auch wenn  selbst diese Summe ein gewaltiges Loch reißt in meine eiserne Finanzreserve.

 

Ich mache mich los, schiebe sie vorsichtig weg von mir. Keine Schläge, kein Rumgeschubse heute abend, mit Giselle nebenan.

 

„Anna, ich verspreche dir nur, dass du keine Schläge erhalten wirst für diesmal. Aber bestraft wirst du. Wenn du mir hilfst, Giselle unauffällig  möglichst schnell loszuwerden, wird sie weniger hart ausfallen, deine Tortur. Bist du damit einverstanden?“

Sie nickt. „Ja, Herr.“

„Ich möchte nicht, dass sich meine Methoden rumsprechen, was ich hier in meinen vier Wänden anstelle mit dir, geht niemand etwas an. Schon gar nicht irgendwelche vorlauten kleinen Befreiungsaktivistinnen und Anti-Sklaverei-Liga- Sympathisantinnen,   verstanden?“

Anna weicht alle Farbe aus dem Gesicht. Bingo! Sie kann  ja  nicht wissen, inwieweit mir Giselle ihr Herz ausgeschüttet hat im Wohnzimmer.

Gut, ich meinerseits bin allerdings auch nicht im Bilde darüber, was ihr Anna alles anvertraut hat über mich während des intimen  Zusammenseins in diesem Cafe.

Mit der Klärung dieser Frage beschließe  ich allerdings noch zu warten, bis sich Giselle verabschiedet hat, bis ihre Freundin Anna  unter der Folter zu völliger Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe zurückfindet.  

Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, setze ich noch eines drauf, sage mit wölfischem Lächeln: „Und das ist sie doch, unser kleines Oberschichten- Kind, nicht wahr?“

Anna nickt eifrig, stotternd sprudeln die Worte nur so raus aus ihr: „Ja, Herr, das ist sie. Die hat keine Ahnung vom Leben, von Recht und Unrecht, der ist es völlig egal, was Sie bezahlt haben für mich, der ist das doch gleichgültig,  und ich durfte ja nichts sagen dagegen, als sie solche Reden geschwungen hat, weil das steht mir doch nicht zu als Sklavin, Herr, einer Freien gegenüber, meine ich, auch wenn ich alles für  ganz schrecklich falsch...“

Mit einem leichten Schlag des Handrückens auf ihren Mund bringe ich ihren Redefluß zum Schweigen.

Mehr will ich gar nicht wissen im Moment.

„Gut, wir gehen jetzt rein. Du wirst dich ganz natürlich benehmen und etwas Konversation machen mit ihr. Rede über Schach und dass du besser spielst als ich. Stimmt ja auch. Den Rest überläßt du mir, kapiert?“

„Ja, Herr. Soll ich sie nicht doch bitten, zu gehen, weil ich mich nicht wohl fühle? Oder weil ich müde bin? Ich als ihre Freundin...“ , erschrocken hält sie inne, das hat sie nicht ausplaudern wollen.

„Laß nur, Anna, ich weiß ohnehin Bescheid. Die ist halt sehr redselig, deine Freundin.“

Anna sinkt förmlich zusammen in sich, wie eine Marionette, der man die Fäden durchgeschnitten hat. Läßt den Kopf hängen.

„Herr?“ würgt sie hervor, tonlos.

„Ja, Anna!“, herrsche ich sie barsch an, „was ist den JETZT noch?“

„Herr, darf ich sie nicht bitte doch immer mal wieder sehen gelegentlich. Ich meine, sie könnte mich doch besuchen kommen und wir reden nur unter ihrer Aufsicht miteinander....“

Mit einer Handbewegung schneide ich ihr das Wort ab. Dass da immer noch das Problem wäre mit unbeaufsichtigten Treffen im  Tanzkurs, dessen endgültiges „Aus“ für sie ich ihr noch nicht mitgeteilt habe, scheint sie nicht zu bedenken im Moment.

Ich tätschle ihre Schulter: „Mal sehen, Anna, mal sehen. Ich denke, wir finden schon eine Lösung. Je mehr du mir jetzt mithilfst, sie schnell loszuwerden heute abend, aber das überläßt du letztlich mir, machst nur Konversation, um so häufiger werde ich das auch gestatten.“

Ich greife nur ungern zu direkten Lügen, hier ist es aber geboten, um das Verfahren abzukürzen ein wenig.

„Ja, Herr, ich werde Ihren Befehl befolgen. Entschuldigen Sie bitte meine Impertinenz von eben.“

Na, die kennt aber Worte, meine kleine Anna. So was!

 

 

 

 

Kapitel 36

 

Giselle ist immer noch ins Betrachten vertieft, es sieht nicht danach aus, als ob sie sich gefragt hätte, wo wir denn so lange bleiben. Wahrscheinlich hat sie nicht einmal gemerkt, dass wir noch mindestens eine Viertelstunde brauchten, um endlich mit dem Teeservieren zu beginnen. Ich trage das schwerere Tablett mit den Utensilien, Anna eine zweites mit den Kuchenstücken.

„So, da wären wir. Du hast dich doch hoffentlich nicht gelangweilt. Hat  noch gedauert ein bißchen. Anna und ich, wir haben uns noch verkünstelt mit dem Kuchen, haben so Sahnekleckse drauf gemacht“

Giselle blickt auf. Ihr Blick bleibt hängen an Annas Aufzug. Sie zieht die Augenbrauen nach oben. Legt den Bildband weg.

„Nein, ich habe mich überhaupt nicht gelangweilt. Das ist ein prima Bildband, den Sie da haben, tolle Reproduktionen. Aber Anna, sag mal, wie läufst DU denn rum?“

Ich weiß jetzt nicht, worauf sich diese Frage konkret bezieht. Meint sie die Hausmädchentracht als solche? Aber so ungewöhnlich ist das doch nicht, dass Sklavinnen so was tragen, ich meine, selbst Zimmermädchen in Hotels tragen sowas, und das sind Freie.

Oder meint sie das arg kurze Röckchen?

Anna blickt mich hilfesuchend an, weiß nicht, was sie sagen soll.

Ich doch auch nicht, und wenn, könnte ich es ihr doch nicht soufflieren, verdammt noch mal. Sie soll  in Dreiteufelsnamen einfach reden, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.

Giselle kommt uns zuvor. Schlägt kichernd die Hand vor den Mund, die Augen funkeln fröhlich.

„Ich meine  dieses Röckchen, Anna. Da sieht man ja die Haare auf deiner...., na du weißt schon.“ Sie lacht fröhlich und unbeschwert. „Anna, Anna, du bist mir vielleicht ´ne Marke. Du wirst deinem alten Herrn noch völlig den Kopf verdrehen, wirst schon sehen.“ Na, so  alt bin ich denn doch wieder auch nicht!

„Wirklich, Sie sollten es ihr verbieten, das ist ja direkt unanständig“, spricht sie, an mich gewandt. „Anna, du bist pervers.“

Mit hochrotem Kopf stellt Anna das Tablett ab, beginnt den Tisch zu decken.  Flink hilft ihr Giselle, während ich Tee einschenke, die Kuchenstücke verteile. Anna will sich extra setzen, auf einen Sessel, nicht aufs Sofa.  Giselle nimmt einfach ihr Geschirr, stellt es neben ihres.

Wir setzen uns.

„Guten Appetit“, sage ich.

„Danke, gleichfalls.“ Giselle.

Anna ist immer noch puterrot, versuchte im Hinsetzen, ihr Röckchen nach unten zu zerren ein wenig, natürlich vergebens.

Gutgelaunt stößt Giselle Anna an. „He, war doch nicht so gemeint eben. Ich weiß doch, dass du ein wenig, na sagen wir mal, frühreif bist.“

Anna beißt die Lippen zusammen, wird noch röter, Tränen kullern über ihre Wangen. Giselle ist so perplex, dass sie die Kuchengabel fallen läßt. Sie nimmt Anna in die Arme, drückt sie fest an sich. Gibt ihr einen dicken Kuß auf die Wange.

„Du, ich entschuldige mich bei dir. Tausend Mal. Sag, was ich tun soll, damit du mir verzeihst. Ich tu´s, hundertprozentig!.“

Da Anna immer stärker weint, in sich zusammengesunken, wird Giselle immer aufgeregter, rüttelt Anna sacht bei den Schultern. „Hey, Anna, ich sag doch, dass es mir total leid tut. So total wie noch nie was in meinem Leben. Echt hey. Ich hätte das nie sagen dürfen, was ich eben gesagt habe, schon gar nicht in Gegenwart deines Herrn.“ Anna gibt ihr keine Antwort, wird von Schluchzern geschüttelt.

Verzweifelt blickt Giselle auf mich.

„Bitte, Sie müssen wissen, dass ich von Anna eine total hohe Meinung habe, ich wollte doch nur rumflachsen eben. Bitte sagen Sie ihr doch, dass Sie nie geglaubt hätten, ich hätte das ernst gemeint.“

„Giselle, ich möchte, dass du jetzt gehst“, stößt Anna auf einmal hervor.

„Was? Aber Anna, wir sind doch Freundinnen. Du, ich hab dich so total lieb, als ob wir uns schon mindestens tausend Jahre kennen würden.  Und nicht erst ein paar Stunden. Anna, ich werde meinem Vater sagen, dass er dich kaufen soll für mich. Egal, was dein Herr verlangt, mein Vater wird dich kaufen. Wir haben das Geld, Anna, bitte glaube mir, und dann lasse ich dich frei, Anna.

Ich lasse dich frei, hundertprozentig! Aber bitte schick mich nicht so weg jetzt, sag, dass du mir vergibst. Bitte!“

Na, bei diesem Verkauf Annas, da habe ich ja wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden. Soviel Geld hat dein Vater gar nicht, als dass er mir das Vergnügen, dass mir Annas Degradierung auf einen subhumanen Status noch bereiten wird, abkaufen kann.

Außerdem, er wird die sentimentalen Überspanntheiten seines Töchterchens zwar sicherlich mit väterlichem Wohlwollen betrachten, aber ihr jeden Tag für teures Geld eine neue Sklavin zu kaufen, die einen Tag später als freier Mensch aus dem Haus spaziert, das dürfte selbst den reichsten Mann in den Ruin treiben auf Dauer. Das alles behalte ich selbstverständlich für mich feinstill.

 

Anna wird ruhiger, macht sich frei aus Giselles Umarmung. Diese sitzt neben ihr, und wenn je ein Mensch todtraurig und von tiefer Reue erfüllt dreingeguckt hat, dann sie.

„Giselle“, bringt Anna hervor, in einem hohen Diskant. „Du verstehst einfach nicht. Ich bin eine Sklavin, SEINE Sklavin.“ Deutet auf mich.  „Selbst wenn dein Vater mich kaufen wollte, aber warum sollte er das tun, überleg doch mal, du spazierst da zuhause rein und sagst, he, kauft mir eine, ich möchte sie freilassen....“ Sie schüttelt nur den Kopf, schnieft. Giselle reicht ihr ein Taschentuch. Anna schneuzt sich.

„Anna, er wird dich kaufen. Wenn er mir das abschlägt, bin ich nicht mehr seine Tochter.“

„Träum weiter“, denke ich, „du hast sehr viel zu verlieren. Und dein Daddy ist mit Sicherheit auch nicht reich geworden durch karitative Werke.“

„Träum weiter, Giselle“, vernehme ich Annas Stimme, „aber bedenke:  du hast Einiges zu verlieren.  Würdest du wirklich bis zur letzten Konsequenz gehen wegen mir? Frage dich das selbst, Giselle. Und dein Vater, der wird sein Geld auch nicht verschleudern, denke ich“

„So, du denkst, das ist nur so eine Laune von mir, die Laune eines reichen Görs, das ist es doch, was du denkst, oder? Dass mir Geld wichtiger wäre als Freundschaft. Wenn du so wenig von mir hältst, also dann weiß ich auch nicht...“

Das Ende einer schönen Freundschaft, schmunzle ich zufrieden in mich hinein.

Anna hält sich die Ohren zu.

 

„Giselle, du kapierst einfach gar nichts. Ich habe nur zwei Menschen lieb gehabt in meinem Leben. Einer davon war meine Mutter. Meinen Vater habe ich fast nie gesehen, mein Herr hat ihn fast ständig ausgeliehen an seinen Bruder, damit er ungestörter meine Mutter pimpern konnte. Und der wollte sowieso nichts von mir wissen, hat mir mal gesagt, er hätte mich zeugen müssen, weil es ihm befohlen wurde. Und als ich fünfzehn war, wurde er sowieso verkauft.

Und der zweite Mensch, Giselle, den ich echt liebhabe, das bist du, Giselle. Ich schwör´s, bei allem was mir heilig ist. Als  ob du meine Schwester wärst. Glaub mir´s, ja?“

Giselle machte den Mund auf, wollte was sagen.

Nun, das war ja psychologisch alles sehr interessant, was ich da an authentischem Material zu hören bekam. Die beiden schienen meine Anwesenheit völlig vergessen zu haben. Recht so, sprecht euch aus.

„Nein, Giselle, laß mich ausreden, bitte, ja? Ich bin doch überhaupt nicht sauer mit dir, kapier das doch, da gibt´s nichts zu verzeihen.  Sicher, deine Bemerkungen waren jetzt nicht so taktvoll, aber was soll´s! Das geht mir doch am Arsch vorbei, also da habe ich schon Schlimmeres ausgehalten, glaub´s nur.“

„Ich weiß“, dachte ich, „aber wart´s mal ab, was noch alles kommt.“

„Nein, Giselle, es ist wegen ihm.“ Sie deutete auf mich, warf mir einen Blick flammenden Hasses zu. 

„Nur weiter so, ich mag es, wenn ihr so richtig in Wallung geratet“, grinste ich in mich hinein.

„Das Schwein will mich fertigmachen und er wird es auch schaffen. Der verkauft mich auch nie, nicht für eine Million Euro. Dazu hat er viel zu viel Vergnügen daran, mich ganz langsam zu erledigen. Er ist kein Mensch, Giselle, er sieht nur so aus wie einer.“ Erschöpft brach Anna ab.

 

Verwirrt schaute Giselle zu mir. „Ja, sind Sie denn wirklich so ein böser Mensch?“, fragte sie mich ratlos. Verzweifelt heulte Anna auf, barg ihren Kopf in den Armen. Ließ sich seitlich aufs Sofa fallen, mit angezogenen Beinen. Als sei sie ein Kind, das sich zurück wünscht in den Mutterleib. Ihr ganzer Körper bebte wieder vor Schluchzen. 

Statt einer Antwort berührte ich Giselle leicht am Arm.

„Tut mir leid, dass das jetzt alles so geendet hat“, sprach ich leise. „Aber ich möchte dich bitten, jetzt zu gehen. Du siehst, Anna geht es nicht gut.“

„Ja, aber gibt es denn nichts, was ich noch tun könnte?“

„Nein, ich glaube nicht. Sie braucht jetzt Ruhe. Und ich bin ja da und kümmere mich um sie. Sie wird die Nacht an einem ruhigen Ort verbringen, glaube mir, und morgen werde ich mich mal ganz lange  unterhalten mit ihr.“

„Ja, aber warum sagt sie denn all diese häßlichen Sachen über Sie?“, wisperte sie verzweifelt.

„Ich glaube, ihr Vorbesitzer, dass war sicherlich ein ziemlicher Teufel. Ich habe ihn ja kennengelernt, bei den Verkaufsverhandlungen. Ein Kind weg zu verkaufen, einem Kind seine Mutter wegzunehmen, das mußt du dir mal vorstellen. Er wollte sie partout loshaben, hat sie vergewaltigt, seit sie  dreizehn war, unglaublich! Aber bitte, sie ist ja „nur“ eine Sklavin, da ist das ja legal“, schnaubte ich mit gut gespielter Empörung. („Mein Gott, an dir ist ein großer Mime verloren gegangen“, schmeichelte ich mir in Gedanken)

„Wahrscheinlich wurde sie zu alt für seine Zwecke“, fuhr ich fort. „Er konnte sie nicht mehr gebrauchen. Ich habe noch versucht, Annas Mutter  mit zu erwerben, obwohl ich auch nicht so wohlhabend bin, weißt du, aber da war nichts zu machen. Sie soll mir noch ein Neues werfen, das waren seine Worte. Da habe ich wenigstens Anna gerettet, er hätte sie vielleicht sogar umgebracht, wer weiß? Diesen Perversen ist allerhand zuzutrauen.“

„Ja, das hat mir Anna erzählt, sie hat was erzählt von einer Vergewaltigung, aber nur von einer. Und sonst wäre das ein guter Herr gewesen.“

„Giselle, hast du schon mal was von Verdrängung und Übertragung gehört?“, fragte ich sie. „Das sind Begriffe aus der Psychologie.“

„Ja“, meinte sie. „Ich weiß aber nicht genau, was das ist.“

Ich schielte rüber zu Anna. Sie war immer noch in ihrer fötalen Haltung,  atmete ruhig, schlief den Schlaf völliger seelischer Erschöpfung . Heute würde es wohl nichts mehr werden, sie würde die Nacht tatsächlich hier an diesem ruhigen Ort verbringen.

Ich stand auf, deckte sie fürsorglich zu mit einer Decke. Nachher, wenn Giselle weg war, bekäme sie auch noch Fußeisen.

 

„Also gut, ich will versuchen, es dir zu erklären. Ihr Herr war seelisch ihr Vater für sie, ihr richtiger hat sie ja abgelehnt, wie sie uns mitgeteilt hat.“ „Ja, stimmt.“

„Also, der war aber auch sehr grausam zu ihr. Hat sie vergewaltigt und was er sonst noch mit ihr angestellt hat, wissen wir nicht. Oder hat sie dir was erzählt?“ Giselle schüttelte den Kopf.

„Weil sie aber dringend einen Vater gebraucht hat, mußte sie das so gut als möglich verdrängen, indem sie ihn idealisierte, wie´s halt nur ging. Verdrängtes will aber immer nach oben, der Druck dieses Unmenschen, der für sie der Vater war seelisch,  war aber zu stark.

Jetzt ist sie bei mir. Sie möchte den Vaterersatz, so nenne ich ihn mal, aber weiterhin behalten. Also stattete sie MICH ein Stück weit mit den verdrängten Eigenschaften aus. Das nennt man Übertragung. Und weil ich halt nie eigene Kinder hatte, konnte ich nicht so gut umgehen damit anfangs, habe verletzt reagiert. Deswegen bin ICH jetzt mehr oder minder der Unmensch für sie , der eigentlich ihr Vorbesitzer ist. Aber jetzt habe ich das ziemlich gut durchschaut, was sich da abspielte, und versuche, meine Fehler wieder gut zu machen, nicht mehr verletzt zu reagieren und Vertrauen aufzubauen bei ihr. Aber das ist natürlich ein langwieriger Prozeß, wenn man so viel hinter sich hat wie Anna.“

Das schien Giselle alles einzuleuchten, mit warmen und dankbaren Augen blickte sie mich an, während ihre kleine Freundin auf dem Sofa ruhig schlief.  Der Sturm hatte sich gelegt.

Ich gab ihr noch meine Telefonnummer, das heißt meine alte, zur Sicherheit noch mit einem Zahlendreher drin, jedoch mit meiner jetzigen  Vorwahl. Falls es da mal irgendwie noch  Ärger oder Rückfragen geben sollte deswegen, konnte ich mich auf Zerstreutheit herausreden und meinen kürzlichen Umzug mit Wechsel der Telefonnummer. Darüber schrieb ich: „Annas Herr“, um meine Anonymität zu wahren.

Giselle las den Zettel.

„Danke“, sagte sie. „Ich kenne ihren Namen selbstverständlich. Anna hat ihn mir gesagt.“ Und unter „Annas Herr“ schrieb sie den Namen auf dem Klingelschild.  Den des verblichenen Vorbesitzers dieses Anwesens, den der grüne Rasen deckt.

Unter dem ich  auch die Rechnungsstellung  telefonisch vereinbart hatte für die Waren, die Anna besorgen mußte für mich.  (War kein Problem, die Postanschrift stimmte.) Arme kleine Närrin Anna. Da war ich doch schlauer gewesen als sie.

Das war natürlich alles kein wirklicher Schutz davor, dass Giselle oder ihre Familie nicht doch rankamen an mich, wenn  sie es darauf anlegten. Es war nicht gerade eine Geheimdienstoperation, was ich da abzog. Aber es würde die Sache doch erschweren. Und ich wünschte von dieser Seite aus keine Belästigung mehr, falls es sich vermeiden ließe.

  

Giselle würde ihr Leben weiter leben, vielleicht wusch ihr ja auch ihr Vater oder sonst ein verantwortungsbewußter Mensch in ihrer Familie mal ordentlich den Kopf, wenn sie anfing mit ihrer „Anna“- Heulgeschichte.

Wenn sich dann beim Versuch einer Kontaktaufnahme erst mal scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten ergaben, würde sie es bald aufstecken.  Hoffte ich zumindest.

 

Nach dem vorsichtigen Anlegen der Fußfesseln, während dem sie zwar ein paarmal zuckte, aber nicht erwachte; einmal murmelte sie: „Mama, hör auf. Nicht kitzeln“, schaltete ich noch mal den Compi ein und checkte die Mails.

Es befand sich eine darunter von meinem „personal advisor“, mit ein paar der versprochenen Tips. Ich druckte sie gleich aus, dann legte auch ich mich zu Bett.

 

 

 

 

 

Kapitel 37

 

 

Am Morgen erwachte ich früh, fühlte mich frisch und ausgeruht, hatte Hunger und Kaffeedurst. War aber auch ein anregender Abend gewesen gestern. Das Leben schrieb doch die besten Geschichten. Solche Dialoge- einfach unbezahlbar! Sowas kriegt kein Autor hin, höchstens ein sehr guter. (Anmerkung des Verfassers: verstecktes Eigenlob.)

Es gibt so Tage, die beginnen dermaßen perfekt, dass nichts ihren Verlauf trüben wird. Passend dazu zwitscherten die Vögel laut, hier draußen gibt es jeden Morgen ein Frühkonzert durch Mutter Natur in den warmen Jahreszeiten, nicht so wie in der Stadt, wo man höchstens mal eine Amsel pfeifen hört. Oder das Tschilpen von Spatzen, die sich irgendwo unsichtbar streiten um ein paar Brotkrumen.

Passend dazu lugte schon die Sonne durch die Ritzen der Fensterläden (jawohl, das ist so ein richtig altmodisches Haus, das ich geerbt habe, mit grünen Fensterläden statt so langweiliger grauer Jalousien), malte dünne leuchtende Streifen auf den Teppich.  Es versprach ein herrlicher Tag zu werden. Man sollte ihn am Baggersee verbringen und nicht im fensterlosen Folterkeller!

 

Beschwingt stand ich auf, fuhr in meine ledernen Hauspantoffeln, schlüpfte in meinen Morgenrock.

Ging pfeifend ins Wohnzimmer, schlug spielerisch die Hundepeitsche im Takt dazu.

Dort war Anna auch schon aufgewacht, saß auf dem Sofa, vornübergebeugt, die verschränkten Arme fest gegen den Leib gepreßt.

„Guten Morgen, Anna. Hast du gut geschlafen auf dem Sofa?“

Sie nahm keine Kenntnis von mir, erwiderte meinen Morgengruß nicht, blieb einfach so sitzen, wie sie war, in ihrer zerknautschten Kellnerinnen- Uniform, die Haare wirr, das Zier-„Krönchen“ schief auf dem Kopf.

Vorsichtig, um sie ja nicht zu erschrecken, legte ich die Hundepeitsche auf den Tisch, ließ mich neben sie gleiten auf das Sofa, legte sacht einen Arm um ihre Schultern, rüttelte sie leicht, so wie Giselle das gestern getan hatte.

„He, Anna, ich habe dir einen guten Morgen gewünscht. Schau mal, die Sonne lacht, und du guckst so finster.“ Ihr damaliger  Gesichtsausdruck kann nämlich nicht anders als als „verstört“ bezeichnet werden.

Erst reagierte sie wieder nicht, warf sich mir dann mit einem plötzlichen Aufheulen an den Hals.

„Oh Herr, ich bin ein böses Sklavenmädchen, ein böses Sklavenmädchen, und jetzt komme ich in das Sklavengefängnis, das Sklavengefängnis....“

Sie war in eine Art Singsang geraten, sprach ohnehin mehr zu sich selbst als zu mir.

Sie verschränkte ihre Arme wieder vor der Brust, wiegte den Oberkörper leicht hin und her. „Ins Sklavengefängnis, Sklavengefängnis....“

„Anna, jetzt hör mal...“

Keine Reaktion, immerhin hörte sie auf mit dem Singsang, saß auch wieder still da. Schaute geradeaus.

Ich faßte sie unters Kinn mit zwei Fingern, dreht ihren Kopf langsam zu mir. Nicht gewaltsam, nein, im Gegenteil- eher zärtlich fast.

„Anna. Dir ging es nicht gut gestern abend. Wir reden nicht mehr drüber, ja? Kein Mensch will dich ins Sklavengefängnis stecken deswegen, o.k.?“

Das hätte mir gerade noch gefehlt. Dort würden sie sie mir ja hin machen, und ich war jetzt fest entschlossen, den durch meinen Freund und Ratgeber, meinen „personal advisor“, Ihr wißt schon, vorgegebenen Weg zu gehen.

Unglauben in ihren Augen. Sie glaubte mir kein Wort mehr. Na ja, verständlich, aber sie würde schon noch merken, dass ich die Wahrheit sprach diesmal.

„Anna, ich meine es ernst. Du kommst nicht ins Sklavengefängnis. Ehrlich nicht. Ich schwör´s!“ Zwinkerte ihr zu. „Es war nur ein böser Traum gestern abend, jetzt ist Morgen, die Sonne scheint und hat ihn vertrieben.“

Da wurde sie mit einem Mal wieder ganz vertrauensselig, kuschelte sich mit einem Aufseufzen lächelnd an mich.

„Was soll ich zuerst machen, Herr? Ihnen einen blasen oder das Frühstück bereiten? Oder wollen Sie mich vielleicht in den Arsch ficken danach? Soll ich mir die Rosette einfetten schon mal?“

„Anna, jetzt kämmst du dich erst mal, und zieh auch dieses zeknautschte Ding aus.“ Ich wies auf ihr Outfit, in dem sie ja geschlafen hatte. „Du streifst dir einfach deinen Bademantel über, wir frühstücken dann erst mal und zwar gemeinsam. o.k.?“

„Ja, Herr.“

Behende sprang sie auf, wollte schon losstürmen. Ich konnte sie gerade noch festhalten an einer Hand. Sie wäre sicher gestürzt, es war ihr offenbar entfallen, dass sie noch die Fußeisen trug. Oder sie hatte es noch gar nicht bemerkt.

„Halt, halt, Anna, nicht so hastig. Warte. Ich muß doch erst noch diese Dinger aufschließen.“ Zog den Schlüssel aus der Tasche meines Morgenmantels.

 

 

 

 

 

 

Kapitel 38

 

Das Frühstück verlief harmonisch, Anna war mit meiner Erlaubnis sogar in den Garten hinausgehuscht, um ein paar Blumen abzuschneiden.

Die standen jetzt in einer Glasvase auf dem Frühstückstisch und leuchteten gelb.

Anna hatte auch Redeerlaubnis, von der machte sie aber nicht viel Gebrauch; um mich immer wieder verliebt anzustrahlen, dafür brauchte sie ihren Mund nicht. Nur ihre Augen.

Den Mund benötigte sie ohnehin, um sich mit gutem Appetit große Mengen reinzuschaufeln. Sie nahm schon zum dritten Mal nach vom Müsli.  Sollte sie. Die nächsten zwei bis drei Tage würden ja echt hart werden für sie, da konnte eine „Grundlage“ nicht schaden.

Während der Folter essen- das geht schon deswegen schlecht, weil da der Magen nichts annimmt in der Regel. Im Gegenteil, die kotzen alles Unverdaute dann wieder hoch meist ab einem bestimmten Zeitpunkt. Auch so ein unverzichtbarer Hinweis von meinem persönlichen Ratgeber.

Das hieße also, ich könnte diesen herrlichen Tag getrost noch am Baggersee verbringen, während ich Anna im Haus beschäftigen wollte. Sie bekäme Eßverbot, dann wäre bis zum Abend alles durchgeflutscht in den unteren Teil des Vedauungstrakts. „Sie muß sich ja nicht ankotzen unbedingt,“ dachte ich mir, „oder am End gar noch mich!“

Ich überlegte, ob ich ihr zur seelischen „Abschreckung“ (so wie man Eier abschreckt!) nicht gleich reinen Wein einschenken sollte über meine finsteren Pläne, entschied mich denn doch dagegen. So stabil war sie erstens  noch nicht und zweitens hatte sie fast schon so was wie ein moralisches Anrecht auf einen unbeschwerten Tag vor ihrer ersten echten Folterung. Ich wischte mir den Mund ab mit der Serviette.

„Anna!“

„Ja, Herr?“

„Ich gehe heute an den Baggersee und bin so um sieben wieder zurück. Mach hier inzwischen alles picobello sauber, alles außer dem Folterkeller, hörst du?“ Im Folterkeller, da warteten ja ihre Überraschungen. „Und Abendbrot steht auch auf dem Tisch, aber pünktlich, verstanden?“

„Ja, Herr.“

Sie begann den Frühstückstisch abzuräumen.

Während ich meine Schwimmsachen zusammenpackte, hörte ich sie glücklich und zufrieden vor sich hinträllern, dieweil das Geschirr leise in der Spüle klirrte.

Ich streckte noch mal den Kopf in die Küche, bevor ich ging.

„Ach ja, Anna, bevor ich es vergesse. Eßverbot für den Rest des Tages, gell? Nicht dass du mir zu fett wirst.“

Demütig gesenktes Haupt über dem Schmutzgeschirr.

Leise Stimme.

„Ja, Herr. Verzeihung, dass ich so viel gegessen habe.“ 

 

 

 

 

 

Kapitel 39

 

Abends holte ich dann nach, was ich am Morgen noch aufgeschoben hatte. Ihr reinen Wein einschenken.

Sie wartete mir mustergültig auf während des Essens, nackt, nur im Höschen, wie ich es befahl. Als ich fertig war, wollte sie wieder abräumen. Ich ergriff sie bei beiden Handgelenken, hinderte sie daran.

„Anna, setz dich. Ich habe mit dir zu reden.“

Gehorsam setzte sie sich auf ihren Allerwertesten, mir gegenüber.

„Anna, ich habe dir versprochen, dass dein gestriger Ausbruch keine Folgen nach sich ziehen wird und dabei bleibt es.“

Sie deutete auf ihren Mund, ob sie sprechen dürfe.

„Sprich schon. Du hast Redeerlaubnis.“

„Danke, Herr, vielen Dank. Danke, dass Sie mir eine solche Gnade gewähren. Danke, lieber Herr.“

„Aber dein einstündiges Zuspätkommen gestern, das lasse ich dir nicht durchgehen.“

Sie erschrak. In ihrer grenzenlosen Erleichterung darüber, nicht ins Sklavengefängnis zu müssen, war das wohl völlig in den Hintergrund getreten.

„Geh in den Folterkeller, Anna.“

Sie war totenblaß.

„Aber, lieber Herr“, hauchte sie, „Sie haben mir doch versprochen, mich nicht zu prügeln.“

Kuck mal an, daran erinnerte sie sich also noch.

„Mal abgesehen davon, dass das strenggenommen für gestern galt, Anna, werde ich dich auch tatsächlich nicht prügeln. Und jetzt geh, sonst bekommst du doch noch zehn mit dem Ochsenziemer wegen versuchter Befehlsverweigerung.“

Sie stand auf, mußte sich mit beiden Händen an der Tischplatte abzustützen, um hochzukommen überhaupt.

Schlich in Richtung Folterkeller.

„Etwas schneller gefälligst, wenn´s geht.“

„Ja, Herr. Und Entschuldigung, dass ich so langsam gegangen bin.“   

 

 

 

 

 

 

  

       

  

 

 

     
                 

 

         

      

             

                      

Kapitel 23

Kapitel 40

 

Ich bin in den Folterkeller hinuntergegangen, wie er es mir befahl.

 

Zuerst dachte ich ja, er wolle mich nackt haben beim Servieren, um sich aufzugeilen bei meinem Anblick, um ein wenig zu wichsen oder um mich zu benutzen nach dem Essen. Wie ich beides inzwischen ja gewöhnt bin. Manchmal bitte ich nach dem Essen auch mit den Augen um seine Erlaubnis, ihm einen abzukauen, gewährt er sie mir mit einer Handbewegung, rutsche ich zwischen seine Beine und nehme seinen Schwanz in den Mund. 

Ich bin echt gut inzwischen darin, wie Ihr wißt, kam ich sowieso nicht ganz ohne „Vorkenntnisse“ in sein Haus. Da mir das Schwanzlutschen seit jeher gelegen hat und seiner auch sehr schön ist, glatt und ebenmäßig und nicht zu klein, so ganz anders als die knorrige Gurke meines ersten Herrn, bereitet es mir eigentlich Vergnügen, ihn mit immer erfindungsreicheren  und raffinierteren Methoden zum Abspritzen zu bringen. Nur mit dem Mund, versteht sich, mit den Händen kraule ich allenfalls seinen Sack, streiche die Innenseite der Oberschenkel auf und ab.

Gelegentlich packt er auch meine Haare, so wie mein erster Herr  bei diesem ersten erzwungenem Zungenkuß meines Lebens, und führt meinen Kopf. Oder er hält ihn  an den Haaren fest, damit ich ihn nicht bewegen kann, und fickt mich ohne viel Federlesens gleich ins Maul. Rücksichtslos und hart, so wie ich das mag. 

Er sieht auch so eigentlich recht passabel aus, mein Herr, so dass man im Grunde sagen kann, ich habe direkt Glück gehabt. Diesbezüglich.

Wie viele Sklavenmädchen, darunter noch viel jüngere als ich, werden aufgekauft von widerwärtigen alten Lüstlingen und Lebegreisen.  Manche kaufen sich sogar Kinder. Andere machen ihrem Lustobjekt eines, weil sie einen Erben wollen, bevor alles dem Fiskus verfällt.

Irgendwie wäre es mir sogar recht, sollte mein Herr mir sein Kind in den Bauch ficken. Das Gesetz verbietet Abtreibungen deswegen und das frei geborene Kind hat ein verbrieftes Recht auf seine Mutter bis zu seinem einundzwanzigsten Lebensjahr. Ein guter Schutz davor, willkürlich verkauft zu werden. Oder davor, ins Sklavengefängnis zu kommen.

 

Doch ich schweife ab.

Er stand zu seinem Wort, es gab keine Schläge für mich diesmal. So ganz hundertprozentig sicher war ich mir da allerdings nicht, als ich mich nach unten schlich. Schon etwas beklommen. Was würde er anstellen mit mir? Was Schlimmes? Oder er haute mich doch durch einfach, ich hatte ja schließlich keinen Anspruch darauf, dass er sich erinnerte an sein Versprechen.

 

Gut, beklommen ist jetzt vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck. Ich verspürte schon ein äußerst mulmiges Gefühl in der Magengegend, als ich die Kellertür öffnete, das Licht anknipste und folgsam die Treppe hinunterstieg. Fast wäre es mir lieber gewesen, er hätte mir fünfundzwanzig mit dem Ochsenziemer in Aussicht gestellt. Was hatte er nur vor? Diese Ungewißheit hatte was Zermürbendes.

Andrerseits, und ich glaube, Ihr merkt das, war ich relativ gefaßt. Nicht obwohl, sondern weil es jetzt soweit war. Noch war er zwar nicht bei mir, aber ich schon mal befehlsgemäß unten an der Stätte meiner kommenden Qual. Der Rest- nur noch eine Zeitfrage.

Gestern, als wir klingelten am Hoftor, ich ihn dann höfliche Worte wechseln hörte mit Giselle, da verspürte ich wirkliche Angst. Auch weil er wegen Giselle die Schale seines Zornes nicht gleich ausgießen konnte über mir. Die ganze Taxifahrt raus zu ihm hatte ich Zeit gehabt, mich zunehmend zu fürchten vor dem, was  mich erwartete. Da half kein ablenkendes Geplaudere Giselles, auf das ich immer weniger einging, je näher wir unserem Bestimmungsort kamen. Ich war innerlich von der Beschaffenheit eines Mürbekekses, wenn Ihr mir dieses Bild gestattet, als wir ankamen. Jetzt nicht.

 

Meine völlige Ergebenheit, ja Devotheit ihm gegenüber entsprang nicht nur Gefügigkeit, teilweise war sie direkt berechnend. Das war es, was das „ungehorsame Sklavenmädchen“ immer tat, wenn das kam, was „kommen muß“, wie meine Mutter das gerne formulierte. Und das „ungehorsame Sklavenmädchen“ war auch so eine Zuspätkommerin,  wie ich.

 

Unten angekommen fielen mir gleich ein paar Neuerungen auf. Zuerst ließ ich meinen Blick aber in Richtung „Stehsarg“ schweifen. Gottseidank- verriegelt und verrammelt. Das war natürlich keinerlei Garantie, dass er nicht doch beabsichtigte, ihn zu benutzen. Wäre er aber offen gestanden, so wäre das ohne jeden Zweifel so gewesen. Ich beruhigte mich doch etwas, mir kam zu Bewußtsein, dass sich mein Herzschlag ziemlich beschleunigt hatte auf dem Weg nach unten.

Jetzt entspannte ich mich wieder ein wenig. Würde schon nicht so schlimm werden. Hoffentlich.

Mir kam der Gedanke, mich ihm zum Sex anzubieten. Wie wärs, wenn ich das Höschen auszog und mir unten reinschob in meine Dose, nur so mit einem Zipfelchen, das noch rausguckte? Bestimmt würde ihn das geil machen und dann....

Ich verwarf es aber wieder gleich. Die Erfahrung lehrte, dass ihm so nicht beizukommen war, wenn eine Bestrafung anstand. Und verdient hatte ich eine, sogar redlich, das gestand ich mir ein.

Mein Blick wanderte weiter.

Da gab es einen neuen „Reitbock“, zum Strafsitzen auf einem Dreikantholz. Solide gearbeitet, so, dass man sich keine Spreiße einziehen konnte. Dann noch eine einfache Zinkwanne, wohl zum Kopfuntertunken. Sie war solide mit dem Erdboden vermauert, wohl um ein Umkippen zu verhindern, falls ich zappelte, wenn wir „Ertränken“ spielten, wie schon einmal.  Davor eine Holzplatte, die gespickt war mit kleinen Holzstiften. Da hatte ich wahrscheinlich darauf zu knien, wenn es ihm einfiel, diese wirklich grausige Tortur noch mal zu vollziehen an mir. Wenigstens waren diese kleinen Stifte oben weich abgerundet und nicht spitz etwa. Also kein Nagelbrett im engeren Wortsinne, auch wenn es ein bißchen aussah wie eines.

Oh Gott, bitte nicht, bitte nicht die Wasserfolter, mach, dass er mich doch haut, bitte, bitte. Ich erblickte die vertrauten Riemen, Peitschen und sonstigen Schlaginstrumente, wie sie ordentlich in Reih und Glied dahingen an ihren Haken. Von ihnen ging direkt etwas Tröstliches aus. Immerhin wußte ich, was mich erwartete bei ihrem Gebrauch, auch wenn es manchmal kaum auszuhalten war.  

Daneben, sie hingen an einem Holzbrett an der Längswand, befand sich ein solider neuer Werkzeugschrank aus Aluminium, gesichert mit einem dicken Vorhängeschloß. Welche Schrecken sich in ihm verbargen, darüber wollte ich lieber nicht spekulieren.

 

Mit einem Mal spürte ich die Hände meines Herrn von hinten auf meinen Schultern. Ich hatte ihn gar nicht kommen gehört.

„Es ist soweit, kleine Anna. Zieh dein Höschen aus und die Schuhe.“

Er sagte es nicht laut oder in einem Befehlston, beinahe sanft sagte er es. Dennoch durchzuckte mich ein jäher Schreck. Die Knie wurden mir weich, hätte er mir nicht von hinten unter die Achseln gegriffen und mich gehalten, ich wäre zu Boden gesunken. So aber stützte er mich, ließ mir Zeit, bis die Panikattacke abklang. Knetete derweil meine Brüstchen, auch dies durchaus zärtlich. Die Nippel fingen an, sich zu versteifen. Vielleicht doch den Versuch, ihn zum Sex rumzukriegen? Nein, das brachte nichts, machte ihn nur noch ungehaltener.

Also machte ich mich nach ein paar Minuten wieder vorsichtig frei von ihm.

„Danke, Herr, es geht schon wieder. Danke, dass Sie mich gehalten haben. Ich werde jetzt ihrem Befehl gehorchen und mich vollständig nackt ausziehen. Vielen Dank noch mal.“

Bekanntlich kann man zwei Dinge gar nicht oft genug tun der Herrschaft gegenüber: um Verzeihung bitten und sich bedanken. Am besten fünfzig Mal in der Stunde, noch eine Lektion des „ungehorsamen Sklavenmädchens“, das eigentlich so ungehorsam gar nicht gewesen war, wenn ich es mir recht bedachte. Also zumindest nicht letztendlich.

 

Ich zog mir das Höschen aus. Was hatte er nur vor? Setzte mich zum Schuheausziehen auf den kalten Zementboden, so als sei ich noch zu schwach, um das im Stehen zu tun.

Während ich noch rumnestelte an ihnen, ging er zu dem Alu- Schrank, zog einen kleinen Schlüsselbund aus der Hosentasche, suchte und fand den Schlüssel für das Vorhängeschloß, öffnete es. Mit einem metallischen Quietschen schob er die Schranktüren auf.

Was um Gottes Willen würde er dort rausholen? Jäh hatte ich wieder Herzrasen, ich konnte richtiggehend spüren, wie mein Puls zu stolpern anging durch die abrupte Beschleunigung, nach ein paar Sekunden gab sich das wieder. Das Herz hämmerte weiter, in rasendem Tempo.  Jetzt war ich doch froh, dass ich saß, zumal sich eine leichte Übelkeit auszubreiten begann in mir, ein Schwindelgefühl.

Was er aber in der Hand hielt, als er wieder zurück kam zu mir, nicht ohne vorher die Türen wieder sorgfältig verschlossen und auch verriegelt zu haben mit dem Vorhängeschloß (Gott sei Dank, keine weiteren bösen Überraschungen aus diesem unheilverkündendem Schrank), waren lediglich zwei stählerne Handschellen.

Er hielt sie mir hin, sie standen beide offen.

„Na, noch nicht fertig mit den Schuhen?“

„Gleich, Herr, gleich“, beeilte ich mich zu versichern, striff sie mir gewaltsam von den Füßen, obgleich das weh tat.

„Soll ich mich selber fesseln, Herr? Sagen Sie mir bitte, wie, ja?“

Er reichte mir die Hand, half mir auf. So langsam normalisierte sich mein Herzschlag wieder etwas.

„Laß nur. Vielleicht lege ich sie dir besser selber an“, brummte er. „Streck beide Arme aus, Hände etwas auseinander.“

„Ja, Herr.“ Ich tat ohne Umschweife, wie mir befohlen.

An jedes Handgelenk kam eine, der freie, noch offenstehende Ring baumelte jeweils herunter. Mit konzentrierter Miene legte er sie ganz fest an, drückte sie zu um meine Gelenke, bis sie einschnitten und es anfing, wirklich weh zu tun. Ich konnte jetzt schon spüren, wie die Blutzirkulation beeinträchtigt wurde. Bemühte mich jedoch, mir nichts anmerken zu lassen, hielt die Luft an, bis der Schmerz erträglicher wurde.

Er gab mir einen leichten Schubs.

„Rüber da.“

„Ja, Herr.“

Ich lief in Richtung auf die linke Querwand in die angewiesene Richtung. Dort, war mir vorhin gar nicht aufgefallen, befand sich eine neue Stange aus Aluminium oder Eisen ziemlich unmittelbar unter der Decke. Sie war vielleicht fünfzehn Zentimeter darunter montiert, wäre sie aus Holz gewesen, hätte man sagen können, eine Reckstange. Nur dass man an ihr keinen Überschwung machen konnte, ja sich noch nicht einmal hochziehen daran, da sie sich eben zu knapp darunter befand, also unter der Decke, meine ich.

„Bleib stehen!“ Jetzt redete er ziemlich entschieden, wußte anscheinend genau, was er vorhatte, während ich noch im  Dunkeln tappte, mir fieberhaft überlegte: „Was hat er nur vor? Was soll das alles?“

„Ja, Herr. Ich befolge Ihren Befehl.“

„Schnauze, Anna. Wenn du mich verhohnepipeln willst, gibt’s Elektroschocks. Ich habe mir nämlich so einen Viehtreiber zugelegt, du weißt schon. So einen, der starke Stromschläge austeilt, verstehst du? Liegt drüben im Schrank. Ich kann ihn wieder aufmachen und das Teil rausholen, wenn du glaubst, du müßtest hier frech werden, du Jungfotze, du.“

Nichts hatte mir ferner gelegen, eine sinnlos aufsteigende Angst hatte mir mein Geplappere eingegeben.

Die wurde nicht gerade geringer bei seinen Worten.

„Verzeihung, Herr, lieber Herr, bitte verzeihen Sie mir, ich flehe Sie an...“, heulte ich los, wollte mich ihm schon zu Füßen werfen, brutal  riß er mich an einem Arm wieder nach oben, den er gerade noch zu  packen bekam. Mein Flennton schien ihn dennoch zu überzeugen, dass mir nicht der Sinn nach irgendwelchen Respektlosigkeiten stand oder gar nach Ungehorsam.

Er deutete nach oben, auf die Stange.

„Da wirst du dich jetzt festhalten, kapiert? Ich helfe dir dabei.“

„Ja, Herr.“

Er umfaßte mich bei der Taille, hob mich mühelos nach oben, bis ich die Stange zu fassen bekam. Ließ mich los. Da baumelte ich nun, es war nicht unangenehm, wie früher im Turnunterricht beinahe.

War das alles? Oder was kam jetzt? Vielleicht doch nur der Ochsenziemer oder Rohrstock. Eine Welle der Erleichterung durchflutete mich.

Er zerrte einen Hocker aus der Ecke heran, den hatte es früher auch nicht gegeben im Keller. Stieg schnaufend darauf, er war eben nicht mehr der Jüngste. Griff nach oben, legte den offenen Fesselungsreif der einen Handschelle um die Stange, drückte ihn zu, man konnte das Rätschgeräusch der Arretierung hören, als er einrastete und etwas zusammengedrückt wurde. 

Dann wiederholte er die selbe Prozedur auf der anderen Seite mit der zweiten Handschelle.

Verstaute den Hocker wieder in der Ecke.

Ich muß wohl ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut haben, obwohl das Bild natürlich unzutreffend ist, da ich ja splitternackt war,  ihr erinnert Euch.

Jedenfalls betrachtete er mich mit höhnischem Grinsen, während ich da so hing, nun an die Stange gefesselt, während er mein Ärschlein knetete, das sich genau in der richtigen Höhe befand, sehr geschickt  für diesen Zweck.

„So, kleine Anna, gute Nacht denn. Und schlaf besser nicht ein, sonst läßt du die Stange los. Dann hängst du an den Handschellen. Und das tut ganz schön aua, da reißen dir die Hände ab, und zwar gaaanz langsam“, meinte er sarkastisch, meine Sprechweise imitierend. „Ich laß das Licht an, ja? Damit du mir schön munter bleibst, ja?“

Wieder war es unverkennbar, dass er mich nachäffte, sich lustig machte über mich.

Die Frage: „Wie lange muß ich so bleiben, Herr?“, traute ich mich nicht zu stellen, fürchtete die Antwort.

Er konnte aber Gedanken lesen offenbar.

„Wie lange du so hängen wirst, weiß ich auch noch nicht. Je weniger du schreist, und das wirst du, glaub mir, um so kürzer. Vielleicht nur heute nacht, vielleicht auch noch morgen, vielleicht drei Tage. Wenn du zu unruhig bist, lasse ich dich verfaulen an der Stange, hast du das verstanden?“

„Ja, Herr.“

Ich nahm mir vor, keinen Mucks zu tun. Warum auch? So schlimm war es nun wieder auch nicht. Sicher, die Zeit würde mir lang werden, auch fror ich jetzt schon, der Keller war recht kühl, ich hatte auch  keinerlei Möglichkeit, den Zeitverlauf abzuschätzen, ohne Uhr, in der Stille, und dem gleichmäßig hellen  Schein der Beleuchtung.

Aber ich kannte das Ende meiner Strafe ohnehin nicht, also was soll’s, dachte ich mir. Ich würde es schon durchstehen irgendwie.

„Gut“.

Damit lief er die Treppe hoch, schloß von außen die Kellertür, verriegelte sie ein paarmal, ich hörte, wie seine Schritte sich entfernten.

Es war totenstill, ich vernahm nur meine eigenen leisen Atemzüge. Hörte das Blut in den Ohren summen.

Da hing ich nun. Na ja. Fror etwas stärker, aber es war nicht unerträglich.

Ich versuchte, mir etwas Bewegung zu verschaffen, indem ich hin und her schaukelte, dachte, das hilft vielleicht gegen das Frieren. Es brachte aber nichts, außerdem riß es unangenehm in den Schultergelenken, ich ließ es wieder sein.

Hing so da. Fror stärker. Spürte den dumpfen Schmerz in den Handgelenken, da, wo die Handschellen einschnitten. Oh Gott, ich hing ja erst zwei Minuten da und es begann jetzt schon, sich echt Scheiße anzufühlen.

Wenn ich nur Klimmzüge machen könnte. Ich meine, ich bin in der Lage dazu, schaffe mehr als mancher Junge, auch wenn man mir das vielleicht gar nicht zutraut. Denn ich bin eben nicht nur leicht, sondern auch ziemlich zäh und sehnig. Das würde mich sicher aufwärmen.

Ich versuchte es vorsichtig, um mir ja nicht den Kopf gegen die Decke zu rammen. Das hätte mir gerade noch gefehlt.

Es war sehr anstrengend, da ich ja nicht richtig hochkam. Immerhin wurde mir wärmer dabei. Ich ließ es trotzdem nach vier Malen wieder sein. Zu anstrengend, außerdem taten mir jetzt die Arme weh, ein unangenehmes Ziehen. Die Handschellen schnitten immer stärker ein, wie gesagt, ich hing ja nicht an ihnen, aber sie waren einfach zu fest angezogen. Ich spürte, wie meine abgeschnürten Hände anfingen, pelzig zu werden. Darunter dieses brennende Band aus Schmerz. Das konnte ich nicht aushalten. Er mußte kommen und mich wieder runternehmen.

Ich könnte ihm doch vorschlagen, ohne Handschellen da oben hängen zu bleiben, bis er mir wieder erlaubte, runterzukommen. Er könnte doch beispielsweise Mehl ausschütten unter mir, da sähe man die Fußabdrücke, wenn ich zwischendurch verbotenermaßen losließe. Das wäre doch eine Lösung, oder? Da könnte er doch darauf eingehen, warum nicht?

Zaghaft begann ich zu rufen, laut traute ich mich nicht: „Herr, Herr, bitte kommen Sie. Ich kann es nicht aushalten.“

Schweigen. Ich hing und die Minuten rannen.

„Herr, Herr, bitte, ich flehe sie an. Ich kann es nicht aushalten. Ach bitte, so nehmen Sie mich doch wieder runter. Ich werde  auch immer ganz brav sein und ihre brave kleine Anna.“ Lauter diesmal. „Ich schwör´s, aber bitte wieder runternehmen, ja? Bitte, Herr.“

Stille.

Ach, er hörte mich doch gar nicht. Und wenn, er hatte meine Strafe festgesetzt, wenn ich jetzt rief, würde alles nur noch schlimmer.

Ich wußte nicht, was ich tun sollte. Begann aus lauter Verzweiflung zu weinen. Das konnte er doch nicht tun. Mich eine ganze Nacht dieser Tortur aussetzen. Fünfundvierzig Minuten wären ja schon schlimm gewesen. Oder von mir aus eine Stunde. Das wäre auch noch gegangen. Aber nicht die ganze Nacht. Oder noch länger.

Bestimmt meinte er es nicht so. Bestimmt kam er gleich und nahm mich wieder runter, prügelte mich noch mal ordentlich durch und das war´s dann. Oh, Gott, mach dass es wahr wird!

Lautlos flossen meine Tränen, tropften auf den Boden unter mir.

So verging einige Zeit, mir kam es vor wie eine Ewigkeit. Meine Hände fühlten sich gar nicht gut an. Taub und kraftlos. Es trat auch noch ein neues Problem hinzu. Meine Handflächen wurden schweißnaß an  der Aluminiumstange, ich bekam den scheußlichen Eindruck, ich könnte abrutschen.  Ich mußte mich doch mit aller Kraft festhalten, den Druck der Hände intensivieren, sonst passierte es, das Schreckliche, das ich unter allen Umständen vermeiden mußte, dass ich abrutschte. Ich glaubte zwar nicht daran, dass meine Hände abrissen, wie er mir prophezeit hatte. Aber dass sie irreparablen Schaden nähmen, möglicherweise amputiert werden müßten, wenn ich das zuließe, daran zweifelte ich nicht. Die Schmerzen wagte ich mir gar nicht auszumalen. Wußte er überhaupt, was er tat? Oder WOLLTE er mich verstümmeln? Das konnte nicht sein, er wußte nur ganz sicher nicht, was er tat.

In meiner Not, meiner abgrundtiefen Verzweiflung, die sich meiner bemächtigt hatte, fing ich laut an zu schreien.

„Hilfe, Hilfe, Hilfe! Hilft mir denn keiner?“ Richtig schrill schrie ich, meine Stimme hallte von den Wänden wieder.

Wie lange ich so geschrien habe, weiß ich nicht. Immerhin gab mir das Schreien unerwartete Kräfte, ich packte wieder fester zu, spürte auch meine Hände wieder mehr. Das Schmerzband um die Handgelenke ließ auch nach irgendwie. Darüber hinaus machte ich die Entdeckung, dass ich mich auch nur mit einer Hand festhalten konnte eine Zeit lang, das gab mir die Gelegenheit, die andere abzulösen von der Stange, sie zu bewegen, sie an danebenliegenden  Bereichen der Stange halbwegs trockenzuwischen um  dann wieder erneut zuzupacken. Dann Hängen an beiden, dann Pause für die andere Hand. Jetzt heulte ich nicht mehr, sah eine schwache Chance, unter Aufbietung all meiner Kräfte durchzuhalten irgendwie. Durchhalten, durchhalten, durchhalten, das war alles, worauf es jetzt ankam.

Plötzlich stand mir das Bild meiner Mutter vor Augen. Auch sie hatte ihr ganzes Leben lang durchgehalten. Die Zähne zusammengebissen und durchgehalten. Und mir noch eine halbwegs schöne Kindheit beschert. Ich wollte mit einem Male nicht, dass dieser Sadist, der sich mein Herr nannte, den Sieg davontrug über meine Mutter. Sie hatte mich großgezogen,  und er wollte mich zerstören.  Mit welchem Recht eigentlich? Nur weil unser vertrottelter Geschichtslehrer was gefaselt hatte immer von der Sklaverei als Institution (Institut, so nannte er das . So ein Idiot!), verwurzelt im tiefsten Bereich der menschlichen Geschichte oder so ähnlich. Diese Wut, die ich in mir hochkommen ließ gegen meinen früheren Geschichtslehrer,  gab mir zusätzliche Kraft. Jawohl, wenn ich ihm jemals begegnen sollte auf der Straße, dann würde ich ihm ins Gesicht sagen, was für ein Trottel er doch ist. In aller Öffentlichkeit. Das wäre mir in dem Moment grad egal.

Während ich da hing mit schmerzenden Armen  im Schein der Kellerbeleuchtung. Völlig hilflos.

Oh Gott, ich stehe das nicht durch. Mein Körper fühlte sich zentnerschwer an, zog mich erbarmungslos nach unten, ein reißender Schmerz in meinen Schultergelenken kam mir erst jetzt so richtig zu Bewußtsein. War der vorher schon dagewesen? Meine Arme taten so weh, die Hände waren wieder pelzig und kraftlos. Erbarmungslos schnitten die Handschellen ein. Als wären sie aus dünnem Draht, der ständig enger gezogen wurde. Ich heulte laut auf, mein Körper bedeckte sich mit einem dünnen Schweißfilm. Ich zitterte und fror erbärmlich.

Es war keine Kraft mehr in mir, weiterhin zu schreien. Also wimmerte ich. Wieviel Zeit wohl vergangen sein mochte? Oh Gott, bitte mach, dass alles nur ein Alptraum ist. Bitte mach, dass ich aufwache und ich liege in meinem Bettchen und Mama kommt und sagt: „Aufstehen, Anna. Zeit für die Schule.“ Und küßt mich aufs Ohrläppchen.

 

Ich hänge und ich hänge und kann die Hände nicht mehr wechseln, ich habe nicht mehr die Kraft, an einer Hand zu hängen.

 

Eine Art Agonie bemächtigt sich meiner, mit buchstäblich zusammengebissenen Zähnen versuche ich nur noch eines: durchzuhalten, unter allen Umständen. Nicht loslassen. Durchhalten. Ich denke nicht mehr an die Zukunft, auch nicht mehr an die Vergangenheit, an die bei allen beliebte Anna, die ich mal gewesen war, an die „Fickschlampe“, zu der ich mutierte im Anschluß an meine erste Vergewaltigung. Ich bin  nur noch ein frierendes Bündel, durchjagt von ziehenden Schmerzen, die Arme, der gesamte Rücken, alles schmerzt. Die Hände taub. Immerhin, sie tun nicht mehr weh. Krallen sich auch um die Stange, wie von selbst, als könnten sie nie mehr loslassen.

 

Oh Gott, es muß doch aufhören. Es muß doch aufhören.

 

Das tut es aber nicht. „Oh Fallada, der du da hangest“, das ist aus einem Märchen, das handelt von einem abgeschlagenem Pferdekopf, der hing an der Wand einer Scheune, mehr weiß ich nicht mehr von dieser Geschichte, nur, dass da immer ein Mädchen kam und mit dem Pferdekopf redete und zu ihm sprach: „Oh, Fallada, der du da hangest.“  Früher, wenn mir meine Mutter das vorlas, da war ich immer dieses kleine Mädchen, und ich dachte mir noch: „Schon komisch, mit einem abgeschlagenen Pferdekopf zu reden“, aber jetzt fühle ich mich eigentlich eher wie der Pferdekopf. Ein großes, hallendes Gefäß, in dem die stummen Schreie meiner Qual hin und her geworfen werden, hin und her, und immer lauter werden, immer lauter, zunehmend alles andere zudecken, meine Erinnerungen, meine Gedanken, alles.

Mein Kopf ist zwar nicht abgeschlagen, überdeutlich spüre ich meinen Körper, wie er, taub, schmerzend und nutzlos, erbarmungslos nach unten gezerrt wird von der Schwerkraft. Oh, wenn doch jetzt nur einer käme und ihn abschnitte, was für eine Erlösung wäre das. Nur noch Kopf zu sein und an der Wand zu hängen, wie Fallada....

Was denke ich nur für wirres Zeug? Werde ich jetzt verrückt? Nein, ich darf nicht verrückt werden, wenn ich verrückt werde, dann lasse ich vielleicht los. Und das darf ich nicht. Unter keinen Umständen, nein. Niemals.

 

Ich konzentriere mich auf meinen Körper. Er ist von einem Schweißfilm bedeckt und fühlt sich kalt an. Wie abgestorben. Nein, er ist NICHT abgestorben, er wird nur gefoltert, das ist alles. Irgendwann wird die Folter ein Ende haben, aber in meiner momentanen Situation ist  „irgendwann“ nur ein anderes „Wort“ für „nie“. Oh Gott, ich träume das doch bloß. Es ist bestimmt nur ein Alptraum. Bitte, lieber Gott, mach, dass ich aufwache und alles nur geträumt habe.

 

Es ist aber kein Alptraum. Und wenn, dann ein höchst realer. Zunehmende Atemschwierigkeiten bringen mir das zu Bewußtsein. Oh Mist, ich kann nicht mehr richtig atmen. Warum nur? Oh, Hilfe! Warum hilft mir denn keiner? Jeder Atemzug wird zum Kampf, meine Lungen wollen sich einfach nicht mehr richtig mit Luft füllen. Mit Anstrengung hebt und senkt sich der Brustkorb bei jedem Ein- und Ausatmen, das löst scheußliche, stechende Kreuzschmerzen aus. Meine ganzen Arme fühlen sich jetzt taub an, auch die Schultergelenke. Meine Hände kann ich kaum mehr erahnen. Halte ich mich überhaupt noch fest? Ich konzentriere mich darauf, WILL meine Hände spüren. Ja Gottseidank- sie klammern sich weiterhin mit eisernem Griff um diese Stange. Die ganze Welt, sie ist geschrumpft auf diesen Keller, auf diese Stange, und neben dem Weiteratmen ist meine gesamte Existenz darauf reduziert, nicht loszulassen, mich festzuhalten.

 

Schmerz und Qual, ein hohes Sirren in den Ohren, bunte Punkte tanzen mir vor den Augen. Ich spüre, wie sich Schweiß an den Fußsohlen in Tropfen sammelt, hinabfällt auf den Boden. Das kitzelt. Ich schließe die Augen, da sie zu brennen beginnen. Auch an der Stirne hat sich Schweiß angesammelt, die Augenbrauen können ihn nicht mehr aufhalten. Ich höre mich stöhnen. Atme weiter. Halte die Augen geschlossen. Die bunten Punkte kann ich immer noch sehen. Ich habe Durst.

 

Ich verliere vollständig jedes Zeitgefühl, fühle mich wie in einer Raumkapsel, die jenseits dieses Universums für sich dahintreibt. Mit mir als einziger Insassin. Nur noch Qual. Furchtbare Qual. Sie hört nicht auf. Wird es nie mehr.

 

Irgendwann hat er mich wieder runtergenommen. Mir den Hocker hingeschoben und mir raufgeholfen.

Es war noch ein zweiter Mann bei ihm, der hat irgendwas zu ihm gesagt, erklärte ihm was, während sie mich abnahmen. Ich war viel zu benommen, um irgendwas zu verstehen. Bekotzte mich von oben bis unten, als sie im Begriff waren, mich auf den Boden zu betten. Dann wurde es dunkel um mich.

 

 

 

Kapitel 41

 

 

Die arme kleine Närrin hat natürlich gedacht, sie wäre von Gott und der Welt verlassen, während sie da so hing. Von Gott vielleicht und von der übrigen Welt sicherlich, so viel ist gewiß, aber nicht von mir.

Im Folterkeller befindet sich nämlich auch ein Kameraüberwachungssystem, das mir Bilder auf meinen PC legt. Wie in der Küche. Nur das dieses hier nicht sichtbar ist, gut getarnt hinter Raumblenden. Wie mir mein „special advisor“ sagte, SOLL das Opfer einer Folterung durchaus das Gefühl haben, sich mit seiner Qual in einem Zustand der Isolation zu befinden, abgeschnitten von jeder Hilfe und von jedem Mitleid. Reduziert auf sich selbst und auf seinen Folterer, den einzigen, der es erretten kann. Indem er die Folter beendet. Wenn und wann immer es ihm paßt.

Wen es interessiert: Anna hat über fünf Stunden durchgehalten, ein Wert, den mein „advisor“ als „sensationell“ bezeichnete.

Er hat mir auch geraten, die „Kreuzesabnahme“ mit zwei Personen durchzuführen, da das Objekt möglicherweise von der Konsistenz einer Gummipuppe sei währenddessen. Auf Anna traf das nicht zu, sie verlor erst das Bewußtsein, als wir sie auf den Boden legten. Wir, das ist mein bewährter Handwerker, dieser Keller- Umbauer, dem Anna und ich all die schönen Spielsachen verdanken, und ich. Liebenswürdigerweise erklärte er sich bereit, auch noch in der Nacht zu kommen, wenn ich ihn anriefe.

„Da will ich nichts dafür, ne Flasch Bier, wenn Sie welches dahaben, ich hocke ohnehin halbe Nächte vor dem Computer und wir beide sind ja gut im Geschäft“, meinte er nur, als ich die Frage der Bezahlung anschnitt.  Die hat er auch bekommen, seine „Flasch Bier“, ich meine, die stand ihm redlich zu.

Zumal er mir auch noch gute Tips gab, während wir uns um Anna kümmerten.

„Die Stange, die ist aus Alu. Da schwitzt sie, während sie sich festhält. Da könnte sie abrutschen, verstehen Sie? Da müssen Sie was drumwickeln, ein Tuch oder so, dort, wo sie sich festhalten soll. Und die Handschellen- nicht mehr so fest anziehen das nächste Mal.“

Das hatte ich alles  gar nicht richtig bedacht.   

 

 

 

 

Kapitel 42

 

                               

   

Ich wachte in meinem Bett wieder auf. Nicht angefesselt. Mit mörderischem Durst und schmerzenden Armen und Schultern. Kein Kreuzweh mehr, ich konnte auch wieder atmen. Die Hände immer noch taub und ganz blaurot geschwollen.

Ich fing an zu weinen, ich konnte nicht anders. Lange flossen meine Tränen, bis sie endlich versiegten. Dieser Durst, dieser schreckliche Durst!

Mein Blick fiel auf die obligatorische Flasche Sprudel, die mein Herr auch diesmal nicht versäumt hatte, hinzustellen.

Ich versuchte, sie zu ergreifen, da ich mich vornüber beugte dazu, hätte ich ums Haar das Gleichgewicht verloren und wäre beinahe aus dem Bett gefallen.

Auch meine Bemühungen, sie aufzuschrauben, mißlangen. Sie entglitt meinen Händen und landete polternd auf dem Boden.

Vor Verzweiflung heulte ich auf.

Da wurde von draußen der Schlüssel in der Tür herumgedreht, die Tür öffnete sich und mein Herr trat ein.

„Aufgewacht?“

Ich nickte stumm.

„Du darfst reden.“

„Danke, Herr. Ja, Herr.“

„Durst?“

„Ja, Herr.“

„Warte, ich helfe dir.“

 

Er griff sich die Flasche Mineralwasser, drehte sie auf. Dass es erst etwas schäumte und spritzte, als er sie offen hatte, schien ihn nicht weiter zu stören.

Er setzte sich an den Bettrand. Hielt mich wie einen Säugling im Arm, als er mir zu trinken gab. Ich verschluckte mich ein paar Mal, geduldig wartete er ab, bis ich ausgehustet hatte.

Ich empfand echte Dankbarkeit, fühlte mich wohl und geborgen in seinen Armen. Kuschelte mich näher an ihn.

Als er mir zum Abschluß die Rosette einfettete und lang in den Arsch fickte, gab ich keinen Ton von mir. Obwohl mir diesmal einfach alles weh tat, und nicht nur mein Poloch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 43

 

 

 

 

Die nächste Zeit sah eine in jeder Beziehung tadellos bemühte (und in ihrem Bemühen auch erfolgreiche) Anna. Sie war auch keineswegs „versteinert“, noch schien sie übermäßig ängstlich. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit strahlte sie mich an, mit jenem Leuchten in den Augen, wie es gemeinhin nur Verliebten zu eigen ist. Unsere Beziehung war in eine neue, erfolgreiche Phase getreten. Sah so aus, als wäre sie entweder doch disponiert für Unterwürfigkeit, obwohl es anfänglich alles andere als das den Anschein gehabt hatte und auch ihre, na, nennen wir es mal „Eigenmächtigkeiten“, während ihres ersten Ausganges legten durchaus andere Schlüsse nahe, oder aber mein „personal advisor“ lag eben doch nicht immer so hundertprozentig richtig. 

Ich trat deswegen in eine Korrespondenz mit ihm und er war gerne bereit, mir das Zutreffende meiner Beobachtungen zu bestätigen.

„Es steht mir nicht zu, mein Lieber“, so schrieb er wörtlich, „die Korrektheit Ihrer Beobachtungen in Zweifel zu ziehen. Vermutlich haben Sie  tatsächlich so was wie einen Durchbruch erzielt bei ihr. So was kommt vor, bei der Eigensinnigkeit des Objekts, die sie mir allerdings auch recht glaubwürdig geschildert haben, praktisch aber eher selten. Ich halte es dennoch für durchaus im Rahmen des Möglichen. Aber bitte sind Sie nichtsdestotrotz auf der Hut. Rückfälle sind nämlich durchaus an der Tagesordnung in solchen Fällen wie dem ihrer Anna. Ich will nicht unken. Doch seien Sie gewarnt.“

O.k., er verfügte über mehr Erfahrung als ich.

Also entschloß ich mich, das „Verhör“ über die Ereignisse während ihres Ausgangs noch fortzusetzen, wie es ohnehin meine ursprüngliche Absicht gewesen war. Wenngleich die Art der zur Anwendung kommenden „Verhörpraxis“ das während der Applizierung der Folter unmöglich gemacht hatte.

Aber erst mal ließ ich sie an der langen Leine laufen. An der sehr langen Leine. Also zumindest für meine Begriffe.

 

„Anna“, so eröffnete ich ihr eines Morgens nach dem Frühstück, als sie mich mit den Augen darum bat, mir einen blasen zu dürfen, „du hast ab jetzt kein generelles Redeverbot mehr. Nur noch, wenn ich es dir erteile.“

Wieder ein Grund, mich anzustrahlen. Eigentlich hatte sie ja ein bezauberndes Lächeln. Sollte man vielleicht viel öfters hervor kitzeln.

„Danke, Herr. Vielen Dank“, war alles, was sie darauf erwiderte. Ganz in meinem Sinne, zeigte es mir doch, dass sie zwischenzeitlich ihre Zunge im Zaum zu halten verstand. Sie wurde eben immer mehr zu einer echten Vollsklavin, meine kleine Anna, und denen braucht man keine Fesseln mehr anzulegen in mannigfacher Art und Weise. Weil sie im Kopf verankert sind, deswegen nicht. Normalerweise übernehmen ja so was die Mütter, schien aber bei Anna, die, wie ich von ihrem Vorbesitzer wußte, ja bei der ihren aufgewachsen war, nicht so ganz geklappt zu haben. Nun, dafür befanden WIR uns auf einem erfolgversprechendem Weg, Anna  und ich. 

 

Also wie gesagt, die Tage flossen dahin in ungetrübter Harmonie. Oder wie schon die alten Lateiner sagten: „Dominus imperat, servi obtemperant.“ Das ist aus einer meiner ersten Lateinstunden während der Schule seinerzeit und heißt: „Der Herr befiehlt und die Sklaven gehorchen.“

 

Das Verhör würde also in einer humanen Form stattfinden.

Sie selbst lieferte mir den Einstieg dazu, ungefähr einen Monat später.

Wir saßen abends zusammen und spielten Schach. Sie war am Gewinnen, wie nicht anders zu erwarten, obgleich ich die Schwierigkeitsstufen für Anfänger am Trainingsprogramm meines Computers schon längst hinter mich gebracht hatte.

Da begann sie:“ Heeerr“, mit jenem langgezogenem Singsang, den sie am Leibe hatte, wenn sie was im Schilde führte.

„Ja, Anna?“

„Ach, Herr, ich weiß nicht.... Herr, können wir es nicht so machen, wenn ich gewinne, ficken Sie mich nur in die Muschi oder das Gesicht (diese Ausdrucksweise hatte sie von mir übernommen, da sie wußte,  ich stehe auf Obszönitäten), und nur wenn ich verliere, ficken Sie mich auch noch in den Arsch und ich krieg meine Kacke gequirlt?“ (Letzteres auch ein Zitat von mir selbstredend.)

„Wie du meinst, Anna.“ Na gut, Arschfick gestorben für heute, wenn nicht noch ein Wunder geschah. Die pflegen sich aber selten zu ereignen, wenn man bereits drei Figuren im Rückstand ist. 

 

„Anna!“

„Ja, Herr?“ Unschuldsvoller Augenaufschlag, während sie ihren Läufer um ein scheinbar harmloses Feld nach vorne bewegte  in Richtung auf die ohnehin schon stark dezimierte Schar meiner Getreuen. Schien mir irgendwie auf meine Dame abzuzielen, wenn ich mir auch nicht ganz schlüssig war, was sie eigentlich bezweckte damit.

„Verarsch mich nicht, Anna. Du wolltest doch was anderes sagen eben.“

Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum, hielt die Augen gesenkt.

„Raus mit der Sprache. Sonst geht’s in den Keller. Zehn mit dem Rohstock. Oder wieder´n bißchen Abhängen vielleicht?“

„Nein, Herr, ich will’s ja sagen, ich will’s ja sagen“, beeilte sie sich zu vergewissern.

„Also?“

„Ach, Herr, die kleine Anna, die war doch immer gaaanz brav in letzter Zeit, ja, Herr?“ Piepsige Kleinmädchenstimme, die hatte sie sich so angewöhnt seit jenen fünf Stunden an der Stange. 

Ich grinste: „In letzter Zeit schon. Deswegen hat sie ja auch in letzter Zeit keine Dresche gekriegt.“

„Danke, Herr, danke, dass sie finden, dass ich brav war. Herr, was ich fragen wollte....“

„Jetzt frag schon! Du bekommst übrigens fünfe mit dem Rohrstock nachher, weil du so lange rummurkst und das anfängt, mich aufzuregen. Erinnere mich dran, sie dir verabreichen vor dem Einschließen. “

„Ja, Herr. Verzeihung, Herr.“ Wieder die Unterlippe, auf der kaute sie wieder rum, meine ich.

Wollte sie mich am Ende wirklich zum Narren halten? Ich konnte es mir zwar nicht recht vorstellen, so ganz sicher war ich mir aber manchmal nicht bei ihr.

„Rede, in Gottes Namen. Sonst bekommst du zehn.“

„Ja, Herr. Noch mal Verzeihung, Herr: also ich wollte fragen, ob ich nicht mal wieder Ausgang haben könnte. Darf ich nicht wieder in diese Tanzstunden, Herr? Ich soll doch Ihre Gäste gut unterhalten. Ich werde auch kein Wort mehr wechseln mit Giselle, Herr, ihr nur sagen, dass mir das streng verboten ist und sie dann links liegen lassen auf ewig, ich schwör´s.“

„Aah, ja, Anna“, erwiderte ich gedehnt, „über dieses Thema wollte ich sowieso noch mal ein Wörtchen reden mit dir. Vielleicht nachher im Keller, ja?“, imitierte ich ihre Sprechweise, „vielleicht willst du mir dann endlich die Wahrheit erzählen darüber, wie das alles war mit deinem Zuspätkommen. Hm, was meinst du?“

 

Sie wurde blaß. Machte eine fahrige Bewegung mit der Hand, stieß ein paar Schachfiguren um.

„Ach nein, Herr“, stotterte sie, „bitte, das wird nicht nötig sein. Ich gebe alles zu. Alles.“ Machte ihr Flenngesicht.

„Was denn, Anna?“, fragte ich lauernd.

„Die Giselle und ich, wir waren beide in einem Cafe, und dann hat sie mir erzählt, dass sie gegen Sklaverei ist und dass ich doch fliehen soll und sie fälscht zuhause Ausgehscheine und ich soll ihr doch meinen geben, dass sie sie noch besser fälschen kann, und dann würde sie mir helfen oder ihr Vater würde mir helfen und mich freikaufen und sie hätten auch einen Hund, mit ganz weichem Fell, den könnte ich dann immer streicheln. Wenn ich frei wäre, meine ich...“

Na ja, so im Großen und Ganzen mochte das sogar der Wahrheit entsprechen. Also tendenziell wenigstens.

Daher ließ ich sie noch eine Zeit lang weiterstottern, nur dass ihre Tante gewissermaßen zu den Gründungsmitgliedern der Anti- Sklaverei- Liga zählen soll, nahm ich ihr denn doch nicht so ganz ab. Als sie endlich fertig war, nicht ohne mir unter echten Tränen zu versichern, dass sie nie auch nur im Traum daran gedacht hätte, zu fliehen, und heute weniger denn je (Aha!), schob ich seufzend das Schachbrett zu Seite.

„Ach, Herr, die Figuren, ich habe sie vorhin umgestoßen versehentlich. Bitte verzeihen Sie. Ich weiß noch, wie sie standen und...“

Ich beugte mich über den Tisch und schlug ihr mit dem Handrücken auf den Mund. Ziemlich hart.

„Jetzt hältst du mal deine Schlabbergosch, Anna. Du hast kein Redeverbot, also zumindest noch nicht, aber jetzt läßt du mich auch mal was sagen, verstanden?“

„Ja, Herr. Verzeihung, Herr“, schniefte sie. Ihre Schultern zuckten, aber sie gab sich erkennbar Mühe, leise zu heulen. Die Hände hielt sie im Schoß gefaltet.

 

Im Grunde amüsierte mich die ganze Situation ja königlich, auch wenn ich das schlecht zeigen konnte.

Also da regen sich diese Feministinnen (und die Feministen, dieses elende Verräterpack) immer darüber auf, dass Eva sich in der Bibel von der Schlange verführen läßt, und vergessen darüber ganz die zweite Negativfigur, Judas Ischariot, unzweifelhaft ein Mann und mithin Gleichstand. Aber hier hatten wir Anna, die gerade ihre beste Freundin verriet (die ihr wirklich hatte helfen wollen), und das nicht zum ersten Mal, ganz wie Petrus den Herrn auf dem Ölberg. (Nanu, so gut kamen wir doch nicht weg in der Bibel, wir Männer, während die Frauen bis zuletzt ausharrten am Kreuz, den Leichnam sogar abnahmen, wenn mich nicht alles trügt. Einbalsamierten und so, wie das halt Brauch war damals.  Wenn das der Papst wüßte.)

Immerhin hatte ich Anna durch mein beherztes Eingreifen davor bewahrt, ihr Seelenheil noch weiter zu gefährden. Wer weiß, wessen sie die arme Giselle noch alles bezichtigt haben würde....

 

Ich entschloß mich, noch ein bißchen „Spinne“ zu spielen. „Spinne und Fliege, die im Netz zappelt“, wie die vollständige Bezeichnung lautet für diese Form der Abendunterhaltung.

 

„Also, Anna. Wir lassen die Partie diesmal mit Remis enden, einverstanden? Wer weiß, ob du dich noch richtig erinnerst, wie die Figuren standen.“

„Einverstanden, Herr“. Ein scheues Lächeln. Sie hatte sich wieder gefaßt.

„Puuh, da habe ich ja noch mal Glück gehabt, was, Anna?“

„Nein, nein, Herr, Sie werden immer besser. Wer weiß, vielleicht habe ich die Figuren ja absichtlich umgestoßen. Weil ich Angst vor Ihnen habe“, scherzte sie.

Angst hast du freilich vor mir. Sollst du auch. Aber ganz gewiß nicht wegen meiner Schachspiel- Künste.

„O.k., Anna. Sag mir mal, was du heute denkst über Giselle. Ganz ehrlich. Ob sie immer noch deine Freundin ist.“

Sie dachte nach.

„Ganz ehrlich, Herr?“

„Ja, Anna, ein ehrliches und aufrichtiges Geständnis will ich hören.“

„Und ich werde auch nicht geschlagen deswegen?“

„Anna, Aufrichtigkeit bestrafe ich nie. Nur Lügen.“

„Also.“ Sie gab sich einen Ruck. „Ja, Herr, ich glaube immer noch, dass sie meine Freundin ist. Weil sie mich mag und weil sie mir helfen wollte. Und weil ich sie mag. Aber ich glaube, dass sie mir mehr geschadet als genützt hat, weil sie mir Flausen in den Kopf setzen wollte und damit daran schuld ist, dass ich bestraft werden mußte.“ Schnell setzte sie hinzu: „Und jetzt bitte nicht schlagen, Herr.“

Warum sollte ich das tun? Schließlich wollte ich ja ihre Seele beherrschen in erster Linie. (Gut, ihr weh tun, sie zum Heulen bringen natürlich auch, aber alles zu seiner Zeit)

„Keine Bange, Anna. Das, was du da eben gesagt hast, das was du heute den ganzen Abend gesagt hast, gefällt mir so gut, dass ich dir sogar die fünf mit dem Rohrstock erlasse, die noch ausstehen.“

 

Wieder dieses strahlende Jungmädchenlächeln. Welcher Mann würde da nicht schwach? („Sei auf der Hut. Sei bloß auf der Hut“, mahnte mich eine innere Stimme. Ich beschloß aber, sie zu ignorieren für dieses Mal.)

Anna stand auf, kam rüber zu mir. Täuschte ich mich oder schob sie die Brüstchen nicht diskret ein wenig nach vorn? Wackelte sie nicht ganz verhalten mit ihrem Ärschlein, kaum merklich- aber immerhin?

Vielleicht lag ich aber tatsächlich daneben, denn eigentlich nahm sie  ganz sittsam Platz neben mir, zog sogar ihren Minirock nach unten im Niedersetzen.

Blickte mir voll in die Augen. „Herr, da ich ja nicht gewonnen habe: soll ich mir die Rosette gleich einfetten oder machen wir das erst zum Schluß mit dem Scheißequirlen?“

 

Das Thema „Ausgang“ war vom Tisch. WIE endgültig, das wollte ich ihr jetzt nicht anvertrauen, das hätte die romantische Stimmung, die uns beide ergriffen hatte, womöglich zerstört.

Und ich LIEBE es, meine kleine Anna- Sau in ALLE Löcher zu ficken, bis sie quietscht. Wenn auch sie so richtig bei der Sache ist, meine ich. Ich glaube, das könnt Ihr nachvollziehen. 

 

Kapitel 44

 

 

 

Er fängt an, meine mitgebrachten Klamotten verkaufen, all meine schönen Sachen. Ich würde sie nicht mehr benötigen, da sie nicht nuttig genug seien für unsere abendlichen Zusammensein und ich ohnehin hinausgewachsen wäre aus ihnen, bis ich das nächste Mal das Grundstück verlassen dürfte. Denn ich bin jetzt eine Haussklavin für die nächsten Jahre. Ich muß verrückt gewesen sein, als ich annahm, Giselle anschleppen zu können. So wie früher eine meiner Freundinnen mich gelegentlich besuchen kommen durfte bei meinem ersten Herrn. Er ist nicht mein erster Herr;  sondern sehr, sehr streng.

Ich muß froh sein, dass mir nicht Schlimmeres blüht wegen all meiner Verfehlungen. Ich muß froh sein, noch unter den Lebenden zu weilen. Genau dieser Sorte von Fehlverhalten versuchte meine Mutter vorzubeugen mit ihrer gesamten Erziehung, jetzt sehe ich erst ein, wie wichtig all das war. Ich habe offenbar nichts kapiert, eigentlich noch weniger als Giselle, denn ICH bin ja als Sklavin geboren und hätte wenigstens die gröbsten und blödesten Fehler vermeiden müssen, wenn mir etwas an meinem Wohlergehen liegt. Habe ich aber nicht. Da braucht nur so ein ahnungsloses (wenngleich wohlmeinendes) Geschöpf wie die Giselle daherzukommen, und schon denke ich, ich wäre so frei wie ehedem, als ich das große Wort schwang im Kreise meiner Freundinnen. Als meine Sklaverei überwiegend aus Ausgehscheinen bestand. Was für eine Narretei, so habe ich also meiner Mutter all ihre Bemühungen gedankt! Ich schäme mich wirklich und nehme mir fest vor, künftig bei allem immer daran zu denken, was Mama wohl davon halten würde. Und ihre Ansicht darüber, wie  einem strengen und unnachsichtigem Herrn zu begegnen ist, kenne ich zur Genüge.

„Alles hinnehmen und keinen Grund zur Klage geben, Anna. Bedingungsloser Gehorsam. Denk immer dran, wenn du mal zu einem solchen Herrn kommen solltest. Wenn du dann immer noch so ein kleiner Wildfang bist wie heute“, bei diesen Worten strich sie mir über die Haare, seufzte dabei „dann sehe ich schwarz für dich.“

„Und oft“, so fügte sie noch hinzu, „vertraut dir gerade eine strenge Herrschaft nach ein paar Jahren ganz schön, wenn du sie von deiner bedingungslosen Unterordnung überzeugt hast, und du hast ein ganz angenehmes Leben, wenn auch mit wenig Freiheiten.“

„Ja, Mama, du hattest ja so recht“, so leiste ich innerlich Abbitte, „und ich war eine komplette Närrin.“

Es ist klar, dass ich alles andere als gehorsam war und er keinen Grund hat, mich für eine ergebene Sklavin zu halten, auch wenn ich mir in letzter Zeit, eingedenk meines Vorsatzes, alle Mühe gebe, ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen.     

Er wird mich auch zum Abrichten weggeben, in eine Sklavenschule, ich weiß, das habe ich mir selber zuzuschreiben, es bringt nichts, wenn ich dieser Erkenntnis ausweiche. Hoffentlich schaffen sie es dort, mir meine letzten Reste an Widersetzlichkeit auszutreiben. Das wünsche ich mir wirklich, ich will jetzt, dass die alte (und gefährlich naive) Anna stirbt ist und ersetzt wird durch eine neue, der Gehorsam zur zweiten Natur geworden ist.  Bis dahin will ich mich sehr anstrengen, nicht noch einmal auf so gefährliche Abwege zu geraten wie unter dem Einfluß Giselles.

Denn- wenn ich mich nicht „gut führe“ bis dahin, geht’s gleich in´s „Ergastulum“, wie die alten Römer das Sklavengefängnis nannten (und es traditionsbewußte Menschen wie er bis heute tun), damals schon ein Ort des Schreckens. So hat er es mir angedroht, aber  daran glaube ich nicht so recht. Ich denke, er will mich nicht zerstören lassen oder auch nur quälen und strafen durch Andere. Letzteres bereitet ihm selbst Vergnügen und tut es auch ausgiebig seit jenem mißglückten Ausgang, der ihn offenbar von der Notwendigkeit strikter Maßregelungen überzeugt hat. Jeder Protest dagegen ist mir vollständig vergangen.

Beim geringsten Anlaß, unter Umständen reicht schon ein Haar, das mir beim Zopfflechten entgangen ist und das absteht von meiner straff gekämmten Frisur (ist ihm meist lieber, als wenn ich mein Haar offen trage), setzt es Ohrfeigen, Maulschellen, neuerdings auch Fausthiebe auf die Brust (sehr schmerzhaft) oder das bewährte, noch schmerzhaftere, Reißen an den Schläfenhaaren. (Ausreißen tut es sie mir nicht mehr, er befürchtet, sie könnten nicht mehr nachwachsen. Außerdem hat das auch sehr geblutet bei einer Gelegenheit.)

Mindestens ein Mal monatlich ist Auspeitschung, nur damit ich nicht vergesse, „wer der Herr ist“ (als ob ich das könnte!), egal ob ich was verbrochen habe oder auch nicht, bei Bedarf auch öfters.  Das heißt also im Schnitt alle zwei bis drei Wochen „über den Bock“. Letzthin verlor ich das Bewußtsein während einer „Sitzung“, (aber nur kurz), obwohl ich doch nur über den Bock geschnallt war und das „Bett“ noch auf „den Verlust seiner Jungfräulichkeit“ wartet, wie er das nennt. Aber er hatte meine Füße zusammengebunden und sie, während ich bäuchlings auf dem Lederpolster des „Bocks“ lag, mittels eines Flaschenzugs, der sich neuerdings auch im Folterkeller befindet, nach oben gezogen, bis sie senkrecht ausgestreckt waren, die Fußflächen nach oben wiesen mithin.

Dann bekam ich die erste Bastonade meines Lebens, fünfzehn mit dem Rohstock über die blanken Fußsohlen. So stelle ich mir die Hölle vor, es war dermaßen schlimm, dass die Erinnerung daran unvollständig ist, und obwohl ich es selbst, inzwischen mehrfach, erlebt habe, kann ich mir die damit einhergehenden Schmerzen nur bis zu einem gewissen Grad ins Gedächtnis zurückrufen. Es war auf seine Art genauso schrecklich wie der „Stehsarg“ oder „Ertränken spielen“, die sogenannte „Wanne“. Mit deren Hilfe  weckte er mich auf übrigens wieder auf, tunkte meinen Kopf in kaltes Wasser, das mir natürlich auch in die Lunge drang. Das brachte mich zurück aus der gnädigen Schwärze der Ohnmacht in die  grausige Realität.

Foltern scheint ihn sexuell anzuregen. Noch im Keller vergewaltigte er mich äußerst brutal auf dem Fußboden, während ich unbewußt, ich war immer noch halb von Sinnen, schwache Abwehrbewegungen vollführte, und schleifte mich dann an den Haaren in mein Zimmer. Genauer gesagt, er zerrte mich da hin, ich rutschte nämlich überwiegend auf den Knien bei der Zurücklegung dieses Weges, da es mir fast unmöglich war, mit meinen geschwollenen Füßen aufzutreten.

Nach jeder Bastonnade dauert es Tage, bis sie wieder ihre normale Form annehmen, obwohl ich recht bald wieder laufen kann, schön vorsichtig halt die erste Zeit. Dafür verspüre ich, seit meine Fußsohlen immer wieder Bekanntschaft mit dem Rohrstock machen,  öfters ohne erkennbaren Anlaß eine scheußliches Stechen in ihnen, bevorzugt nachts, das sich gelegentlich bis zu den Waden hochzieht. Es gibt nichts, was ich tun kann dagegen, nach zirka fünf bis zehn Minuten klingt es jedoch meist von selber wieder ab.

Ein kaltes Fußbad wäre sicherlich hilfreich, nachts bin ich aber ja eingesperrt, da ist nichts zu machen. Cést ca! So ist das Leben. Meines wenigstens.

 

Doch zurück zu jenem Abend. Im Zimmer war mein Martyrium, wie Ihr Euch wahrscheinlich denken werdet, mitnichten zuende.

Auch nach dem ersten Mal im Keller hatte er eine Dauererektion, die sich während der nächsten Stunden so gut wie nicht legen sollte. Mit ungeminderter Vehemenz verging er sich an mir, das war wirklich eine nicht enden wollende Kette viehischen Mißbrauchs, alles andere, was ich so bezeichnet hatte, war in Wahrheit nur ein Vorgeplänkel gewesen, wie ich jetzt erkannte. Er machte es so brutal wie möglich und hörte und hörte nicht auf. Immer wenn sein Glied ein wenig erschlaffte und ich zu hoffen wagte: „Gott sei Dank, jetzt ist es vorüber“, so war das nur eine kurze Atempause, bevor er das nächste Mal in mich drang und mich fickte, dass mir Hören und Sehen verging. Ich meine, ich mag’s ja heftig, das wißt ihr, aber ein Mindestmaß an Rücksichtnahme, ein Quentchen an Zärtlichkeit benötige ich schon, um selber auf Touren zu kommen. Er ließ mir aber noch nicht mal die Zeit dazu, mir seinen Saft aus der Fotze zu wischen, den er literweise in mich reinpumpte, wie es mir vorkam, das war auch gut so, diente er doch als natürliches Gleitmittel. Stundenlang hämmerte er seinen Schwanz praktisch nonstop rein in mich, bis alles grotesk geschwollen war da unten und mir schon eine Berührung weh tat. Wie oft er mir Gewalt antat, weiß ich nicht. Mir schien es endlos.

Auch in den wenigen Pausen hatte ich auf meinem Bett zu verbleiben. Er kettete mich nicht an, verschloß noch nicht mal mehr die Tür, er wußte wohl, dass ich nicht mehr in der mentalen Verfassung war, einem Befehl von ihm zuwiderzuhandeln, selbst während seiner Abwesenheit.

Zwei bis drei Mal verschwand er aus meinem Zimmer für vielleicht zehn bis fünfzehn Minuten jeweils, ich hörte die Kühlschranktür gehen, immerhin brachte er auch mir eine Packung kalter Milch mit beim letzten Mal, da war es schon zwei Uhr in der Früh auf meinem Wecker.

Ich lag tränenlos auf dem Bett und fühlte irgendwie nichts mehr, war innerlich wie betäubt, meine ich, ich wartete nur darauf, dass er zurückkäme und die „Sache“ weiterginge.

Das tat sie auch. Nachdem ich etwas von meiner Milch getrunken hatte, dankbar (Gott, tat das gut!), nahm er mir die Packung aus der Hand, stellte sie auf dem Boden ab, kniete sich auf meinen Brustkorb und rammte mir sein inzwischen wieder eisenhartes Glied zur Abwechslung mal nicht unten rein (auch hier empfand ich neben einer großen Erleichterung echte Dankbarkeit ihm gegenüber, es tat doch so weh inzwischen, penetriert zu werden), Gottseidank, sein Prügel fickte nur zwischen meinen Brüstchen hin und her. Das Resultat befriedigte ihn scheinbar nicht sonderlich, also griff er sich meine empfindlichen Michzitzen, riß meine kleinen Jungmädchtitten rücksichtslos  nach oben an ihnen und schob sie derb möglichst weit zueinander, um sie so gut wie das eben ging als Ersatz für meine Fotze zu gebrauchen.  Da er sie sehr fest hielt und zwischen sie rammelte wie ein Geistesgestörter, tat das wirklich weh, es fühlte sich an, als ob sie gleich abreißen sollten. Schwach versuchte ich, ihn an den Handgelenken wegzuzerren von mir, er ließ auch tatsächlich kurz los, aber nur im mir mit aller Kraft ein paar runterzusemmeln, dass ich die sprichwörtlichen Sternchen sah.

„Du willst wohl in den Stehsarg, du kleine Hurenfotz1“

Erneut griff er grob nach meinen Nippeln, die zwischenzeitlich durch die brutale Behandlung aussahen wie Himbeeren.

Schrill schrie ich auf, als er sich wieder seinen Tunnel aus nicht sehr reichlich vorhandenem Fett- und Drüsengewebe baute, den er benötigte, um einen befriedigenden Tittenfick durchziehen zu können. Das geschah auch mit der vorherigen Heftigkeit, ich hörte irgendwann auf zu schreien und stöhnte nur noch, er auch, aber vor Lust.

Irgendwann explodierte er mitten in mein Gesicht, ein Schwall klebrig- heißen Spermas klatschte auf mich und besudelte es. Ich konnte spüren, dass sogar in den Haaren was hing. Dann erst lockerte sich sein Griff, er ließ meine Titten los, kam schwer atmend zu liegen neben mich.

Ich mußte die Augen geschlossen halten, da auch sie von dieser schleimigen, rasch erkaltenden Schicht bedeckt waren. Das ganze Gesicht hatte was abgekriegt. Er hatte mein schönes Antlitz geschändet, das ich immer mit Wohlgefallen im Spiegel betrachtete beim Kämmen, dem Aufbringen des Make up, an dessen Anblick ich mich erfreute seit jenen Tagen, als mein erster Herr begonnen hatte, mir Komplimente deswegen zu machen, die sich sehr aufrichtig anhörten. Die Ebenmäßigkeit meiner Züge, das Edle und Erotische in ihnen inspirierte ihn zu wahren poetischen Meisterwerken, mit denen er seine Bewunderung für meine Schönheit kundtat. Und jetzt das- ekliger Schmodder, der doch in die Fotze gehört oder meinetwegen in den Arsch, von mir aus auch ins Gesicht nach einem Mundfick, aber doch nicht darauf!  Alles in mir empörte sich dagegen, ich wagte aber nicht, mich abzuwischen, hätte auch gar nicht gewußt, womit.

So lag ich also ruhig neben ihm mit schmerzenden Brüsten, während er mir entspannt und zärtlich die Muschi kraulte. Auch wenn das weh tat, ich hätte ihm dennoch gerne gesagt, wie sehr ich mich darüber freute, dass er wieder lieb zu mir war. Konnte es aber nicht, da auch der Mund bedeckt war von einer Schicht seines  Spermas. So viel ich davon auch schon geschluckt haben mochte im Lauf meines Lebens, vor diesem kalten Schmand ekelte mir und ich preßte die Lippen fest aufeinander.

Ich spürte, wie mir die widerliche Substanz langsam zwischen die Brüste zu laufen begann, zäh über die Backen floß und auf das Leintuch herabtropfte.

Nach einer Weile wälzte er sich aus dem Bett und erhob sich, ich merkte, wie sich die Matratze etwas hob, die sein Gewicht zusammengedrückt hatte.

„Ich geh dir Kleenex aus der Küche holen, damit du dich abwischen kannst. Anschließend duschst du dich gründlich und vergiß auch das Haarewaschen nicht. Dann schließe ich dich ein für die Nacht.“

Mit so wenig Lippenbewegung als möglich brachte ich ein „Ja, Herr. Danke“ hervor. Trotzdem rannen mir ein paar Tröpfchen dieses Schleimes, der mich bedeckte, in die Mundhöhle, was einen Würgereiz auslöste, den ich jedoch gleich unter Kontrolle bekam.

 

Später, nach dem Einsperren, als ich allein im Bett lag und endlich weinen konnte, sah ich die Rücken meiner Kinderbücher im Schein meines Lämpchens schimmern.  Meine Gefährten über so viele Jahre, sie hatten alles mit angesehen und nichts von dem, was in ihnen stand, hatte mir in irgendeiner Weise helfen können oder bedeutete auch nur den geringsten Trost. Hanni und Nanni- so ein Scheiß. Genauso gut könnte ich sie wegwerfen, sie sprachen nicht mehr zu mir. 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 45

 

Die nächsten Wochen verbrachte ich einerseits wie in Trance, gab aber selten Anlaß zur Unzufriedenheit, das heißt, kassierte endlich weniger Schläge, weil ich  mich andrerseits sehr darauf konzentrierte, ihm alles recht zu machen und aufs Wort zu gehorchen. Ich entwickelte geradezu hellseherische Fähigkeiten, seine Wünsche und Stimmungen vorwegzuahnen. Da sich jedoch  Vergewaltigungen, die der ersten kaum nachstanden (sie gingen aber in der Regel deutlich kürzer), immer mehr zur vorherrschenden Form der Sexualität entwickelten zwischen uns, war ich darum nicht weniger Brutalität ausgesetzt insgesamt. Nur einer anderen Form. Oder vielmehr, der Schwerpunkt lag anders, zumal sich seine sadistischen sexuellen Gelüste immer mehr hineinverlagerten in meine monatlichen Auspeitschungen und sonstigen Bestrafungen, sollte mal eine nötig werden. Ich gab mich keinen Illusionen über die Tatsache mehr hin, dass mein Herr ein echter Sadist war, ein Perverser, der die strenge Abstrafungen zwar durchaus auch gezielt als ein Instrument zum Brechen meines Willens nutzte, insofern geschah nichts Unübliches oder worauf ich als Sklavin nicht gefaßt sein müßte, vielmehr lag es ja sogar in meinem Interesse, diese Episode so rasch wie möglich hinter mir zu lassen und zu einer echten Vollsklavin zu werden. Auch war es nicht selten, junge Sklavinnen wie mich auf die harte Tour „zuzureiten“, um sie zu einem  perfekt an ihren Herrn angepaßtes Sexspielzeug zu formen, auch das durchaus in meinem Interesse. Es ist immer von Vorteil, die sexuellen Vorlieben seines Herrn genau zu kennen und entsprechend zu bedienen.  Aber mir wurde klar, dass er genau das ist, was man einen „Perversen“ nennt, vielleicht nicht zu hundert Prozent aber doch zu siebzig oder achtzig.

Es gab sie nämlich noch, diese Nächte wie aus einer anderen Welt, in denen wir ganz normalen Sex miteinander hatten. Da dann keiner von uns beiden den Wunsch nach der härteren Gangart verspürte, konnten wir uns in ihnen einem Rausch an Zärtlichkeit hingeben, den wir früher so nicht kannten und der fast schon tantrische Qualitäten hatte für mich. Ich erlebte ungeahnte Orgasmen, obwohl oder gerade weil ich natürlich immer noch sehr berührungsempfindlich war an gewissen Stellen durch die vielleicht gerade mal zwei oder drei Nächte zurückliegende letzte Vergewaltigung.

Ich muß auch sagen, dass er mich zwischendurch zeitweise völlig in Ruhe ließ, bis zu fünf oder sechs Tage am Stück, bevor er wieder was von mir wollte. Dann konnte es aber auch passieren, dass ich zwei oder drei Tage hinterer einander „fällig“ war, bestand das jetzt nur aus Vergewaltigungen, war das natürlich hart. Ich fand aber heraus, dass es ab einem bestimmten Moment einer solchen „Kraft- und- Herrlichkeitsnacht“ (seine Ausdrucksweise) durchaus zu einem Stimmungsumschwung bei ihm kommen konnte, erfaßte ich den und leitete ihn geschickt über auf anderes Terrain, so endete, was als Zwang und gewaltsamer Übergriff begonnen hatte, als die zärtliche und hingebungsvolle Nähe zweier Liebender.

 

Es wäre also alles eigentlich ganz erträglich gewesen, zumal es auch Lockerungen auf anderen Gebieten gab, desto mehr, je besser ich parierte wie ein dressierter Hund. Und als einen solchen empfand ich mich schon noch hin und wieder, obwohl ich  immer seltener aufbegehrte innerlich. Äußerlich nie mehr. War ganz brav und gefügig, ließ alles stehen und liegen, wenn er mit dem Finger schnippte oder nach mir pfiff und rannte an. („Ja, Herr? Sie befehlen?“)  Auf die Weise wurde auch mein Name immer entbehrlicher im Alltag.

Aber wir waren bei den Lockerungen: das generelle Redeverbot wurde nie mehr eingeführt, wahrscheinlich nicht zuletzt deshalb, weil ich mich an das Vorbild meiner Mutter erinnerte und nicht mehr den Fehler beging, in weibliche Schwatzsucht zu verfallen.

Auch durfte ich jetzt ohne Zuteilung essen, was und wieviel ich wollte, wurde aber wöchentlich gewogen (nackt!) auf einer Präzisionswaage, mehr als 100 Gramm Gewichtszunahme bedeuteten unweigerlich Prügelbock, Hängen oder Strafsitzen. Ich war mir selbst die kritischste Rationiererin von Nahrung und ernährte mich sicherlich um Klassen gesünder und bewußter als die meisten meiner Altersgenossinen.  

Eine andere Erleichterung meiner Lebensbedingungen war, dass jetzt während seiner Abwesenheitszeiten keine Türen mehr abgeschlossen wurden, mit Ausnahme des Hoftores, versteht sich, und der Toiletten. Ich weiß nicht warum, aber aufs Klo durfte ich nach wie vor nur mit seiner Erlaubnis. Seine Begründung, ich solle nicht auf dem Klo rumhocken und mir die Muschi reiben, sondern fleißig arbeiten, leuchtete mir nicht ganz ein. Schließlich war das Arbeitspensum meist so bemessen, dass es mit der äußersten Anstrengung noch eben zu bewältigen war. Den ganzen großen Garten habe ich, neben meiner Arbeit im Haus, komplett neu angelegt nach seinen Anweisungen, ohne dass er mir ein einziges Mal eine Hilfe an die Seite gegeben, geschweige denn sich selbst dazu herabgelassen hätte. Wer je ein Beet umgegraben hat mit dem Spaten oder eines neu angelegt hat, der versteht, dass mir die Gartenarbeitstage ziemlich verhaßt waren.

O.k., ich hatte relativ viele Schonungstage, nach Abstrafungen, nach Vergewaltigungen, mit deutlich reduziertem Pensum. Ich hatte den Eindruck, er wolle meine Arbeitskraft, meinen Körper  in jeder Beziehung vollständig ausbeuten, aber mich nicht mit aller Gewalt hin machen. Gegen die über so viel „Rücksichtnahme“ aufkeimende Dankbarkeit ihm gegenüber war ich machtlos. Es stimmte nämlich, andere Herrschaften verschlissen ihre Sklaven regelrecht, päppelten sie kurz vorm Zusammenklappen notdürftig wieder etwas auf mit verbesserter Kost und Schonung, um sie dann weit überteuert an leichtgläubige Zeitgenossen weiterzuverkaufen. Und sich mit dem ergaunerten Gewinn neue, belastbare zuzulegen.

Die selbe Sorte Mensch, der man auch keinen Gebrauchtwagen abnehmen sollte, wenn Ihr wißt, was ich meine.

 

Es war natürlich völlig irrelevant, was ich wollte. Er befahl die Arbeit und ich hatte sie auszuführen. Ansonsten Prügel oder Schlimmeres. Ohne Gnade und ohne dass irgendwelche Einwände von mir auch nur Gehör gefunden hätten.

 

Aber dass ich mich im nun Haus und auf dem Grundstück frei bewegen durfte, empfand ich als eine große Wohltat. Vor allen Dingen unter der Woche, während seiner Abwesenheitszeiten. Irgendwie gab mir das ein Gefühl von Freiheit, vor allen Dingen an Schonungstagen. Es war natürlich absolut undenkbar, auch nur einen Schritt vor das Anwesen zu tun. Ich wußte, dass er mich als Haussklavin hatte registrieren lassen (kostete übrigens eine ganz schöne Gebühr an diese Firma, die mir den Ortungsfußreif verpaßt hatte, wie er mir sagte), dafür wäre aber auch sofort eine Gr0ßfahndung nach mir angelaufen, kein noch so gut gefälschter Ausgehschein hätte mir weiter helfen können. Haussklaven können nämlich gar keine ausgestellt bekommen, bis die Herrschaft ihren Status wieder ändert. Die Herrschaft teilt dem Überwachungsunternehmen auf den Quadratzentimeter das erlaubte „Bewegungsareal“ mit, beim heutigen Stand der Satellitentechnik kann das sehr exakt überwacht werden. Es wäre nicht nötig gewesen, mich einzusperren hinter Stacheldraht und Hoftor, ich war so oder so eine Gefangene ohne jede Aussicht auf ein Entkommen. Seine Gefangene. Er hatte das Urteil gesprochen, gegen das es keine Berufung gab - mehrjährige Haft auf seinem Grundstück. Wenn ich Glück hatte, würde es irgendwann in ferner Zukunft mal wieder einen Ausgang geben für mich. Vielleicht zum Einkaufen. Wenn nicht, dann hatte ich halt lebenslänglich und es gab nichts, rein gar nichts, was ich hätte tun können dagegen.  Da half nur Gehorsam, Gehorsam und noch mal Gehorsam- vielleicht überlegte er es sich dann irgendwann mal wieder anders und ich dürfte mal raus wieder aus diesen paar Quadratmetern, die er mir als Lebensraum zugewiesen hatte.

Irgendwie war ich sogar froh über die stacheldrahtgekrönte Hofmauer, das dicke Tor mit dem soliden Schloß. All das symbolisierte das Ende meiner Freiheit, verstellte mir den Blick auf die Welt. Wären die Grenzen unsichtbar gewesen, ich weiß nicht, ob ich der lockenden, drängenden Versuchung zu fliehen wider alle Vernunft auf Dauer hätte standhalten können.

So war der Fall eindeutig- hier waren meine paar Quadratmeter „Freiheit“, dort waren die Mauer und das Tor, das war die ganze Welt für mich und es war so und nicht anders. Das dahinter war genauso unerreichbar wie eine ferne Galaxie und für mich rückte es sehr schnell in den Bereich des Irrealen.

Nicht, dass ich nicht davon geträumt hätte hinauszukommen in die Welt. In meinen Tagträumereien  sah mich durch die Lande schweifen, zu Fuß, auf dem Fahrrad. (Oh ja, Fahrrad fahren kann ich, das haben sie uns in der Grundschule beigebracht, ich war auch im Verkehrskindergarten mit und beherrsche die wichtigsten Verkehrsregeln!  Nutzloses  Zeug jetzt.)

In der Bibliothek meines Herrn schmökerte ich, wenn es meine Zeit gestattete, bevorzugt in Atlanten oder Bildbänden über ferne Länder oder ich las in den Berichten großer Entdecker oder Reisender, wenn es meine Zeit gestattete. Dazu setzte ich mich in seinen ledernen Lesesessel. Er ist ja nicht da, und wird es nie erfahren, dachte ich bei mir. 

Manchmal wünschte ich fast, er würde mich noch häufiger vergewaltigen, als er es ohnehin tat, weil ich dann mehr Schonungstage und somit mehr Zeit hätte, mich wegzuträumen. Allerdings wollte ich das nicht wirklich, weil Schonungstage gab es nur nach besonders brutalen oder langandauernden Vergewaltigungen respektive Abstrafungen, und da war ich auch rein psychisch manchmal nicht in der Lage, mich Träumereien hinzugeben. Ich fand aber heraus, dass ich an solchen Tagen, an denen ich tatsächlich, ich gesteh´s, rabenschwarze Gedanken hegte, bis zu dem, meinem Leben selbst ein Ende zu setzen, wenn ich also vollständig verzweifelt war und nicht mehr wußte, wozu das alles noch mitmachen und mich ständig so quälen, mißhandeln und mißbrauchen lassen, ich Trost finden konnte in anderen Büchern. Ich las Georg Büchner, Guy de Maupassant, Edgar Allen Poe, Kafka, Paul Auster, den hatte er im Original da, mein Herr, und wenn ich eines kann, dann Englisch. Er hatte auch englischsprachige  Zeitungen oder Illustrierte rumliegen, aber aus Zeitgründen konnte ich die nur überfliegen.

Das soll jetzt nicht den Eindruck erwecken, als hätte ich ein Leben in eitlem Müßiggang geführt. Nichts könnte der Wahrheit weniger entsprechen, das wißt Ihr. Und wenn ich Schonung hatte, dann war ich in der Regel so fertig, dann hatte ER mich so fertig gemacht und so komplett und tief gedemütigt und verletzt, dass ich kaum noch „piep“ machen konnte.  Ich brauchte die Lektüre aber, sie war buchstäblich meine Lebensretterin. Also schleppte mich in die Bibliothek, stapelte meine Lieblingswerke um mich, ließ mich in den Ledersessel sinken und las, las, las.

 

Eines Tages war ich so versunken, dass ich den Zeitpunkt seines Nachausekommens verpaßte. Oder er war einfach etwas früher zurückgekommen, was weiß ich. Das Abendbrot war schon komplett vorbereitet (das hatte ich ihm in jedem Fall hinzustellen, Schonung hin oder her), ich war bereits in meiner Serviererinnentracht, perfekt geschminkt und frisiert, als ich mich noch mal hinsetzte, mir noch ein paar Bücher mitnahm und zu lesen anfing.

Auf einmal hörte ich das Klappen der Haustür. Ein heilloser Schreck durchzuckte mich. Oh Gott, er war schon in der Halle. Er pfiff auf den Fingern, dass hieß, dass ich SOFORT zu ihm kommen müßte, ihm aus dem Mantel zu helfen und den Schuhen, ihm die Hausschuhe hinzustellen hatte. Oh Gott, ich stand nicht in der Halle und erwartete ihn, wie sonst. Wie befohlen. Sonst wartete ich lieber auch mal zwanzig Minuten in der Halle, wenn er sich verspätete, als es zu riskieren, nicht von ihm angetroffen zu werden dort zu seiner Begrüßung.

Und jetzt war ich hier, im Wohnzimmer, (wo sich ja auch die Bibliothek befand, Ihr erinnert Euch) und mußte doch noch die Bücher zurückstellen. Das hätte aber zu lange gedauert, er hatte sein System, ein falsch stehendes Buch wäre ihm unweigerlich aufgefallen.

Schon ertönte ein zweiter Pfiff, gefolgt von einem SEHR ärgerlichen Ruf: „Anna, wo steckst du denn, du kleine Hurenfotz?“

Jetzt war guter Rat teuer. Ein falsch stehendes Buch würde ihm höchstwahrscheinlich auffallen. Aber fehlende? Er hatte doch so viele. Nicht sofort, zumindest.

Also schnappte ich mir die Bücher und ließ sie hinter den kleinen Gobelin- Paravent gleiten, der außerhalb der kalten Jahreszeit den (funktionstüchtigen) offenen Kamin abdeckte. Da lagen sie erst mal gut. Wie gut, dass der Staubwedel griffbereit war. Den nahm ich mir und hastete zum Bücherregal, um die Bücher etwas zusammenzuschieben, dort, wo die Entnahmelücken waren.

Keine Sekunde zu früh, mit zornrotem Kopf betrat mein Herr die Bibliothek, in Socken und im Mantel. Ich war derweil eifrig mit dem Staubwedel an den Büchern zugange und befreite sie dermaßen heftig vom Staub, dass tatsächlich kleine Wölkchen aufstiegen.

Bei seinem Eintreten wandte ich mich ruckartig um, als sei ich sehr überrascht. Eine große Angst hatte sich meiner bemächtigt, immer wenn ich ihn im Haus wußte, lag sowieso die Angst über mir wie eine dunkle Wolke, sofort war mir klar, dass ich einen Fehler gemacht hatte. „Ein rückhaltloses Geständnis“, wie er das nannte, das wäre das einzig Richtige gewesen. Dafür war es nun zu spät, ein derartiges Hintergehen mit versteckten Büchern KONNTE ich nicht zugeben, oder vielmehr, es war NICHT zu spät. Ich hatte so was wie eine rettende Idee.

Sofort eilte ich zu ihm, kassierte meine obligatorischen Ohrfeigen, die nur so klatschten.

„Anna, wo warst du? Weißt du nicht, wie spät es ist?“

Er packte meine Titten und quetschte sie unnachsichtig. Sie waren noch sehr empfindlich von gestern nacht, er hatte mich in die Brüste gebissen ein paar Mal, so dass es mir nicht schwer fiel, loszuflennen.

„Herr, Herr“, heulte ich, „ich möchte ein Geständnis ablegen.“

Er hörte auf, an meinem Gesäuge rumzuschrauben. Knallte mir lieber noch ein paar.

„So, was denn?“

„Herr“, schniefte ich, sehr überzeugend, wie ich fand, „ich möchte gestehen, dass ich in einem Buch gelesen habe während dem Abstauben und deshalb die Zeit ihres Kommens verpaßt habe.“

Ich sank auf die Knie vor ihm, das war auch ein wirksamer Schutz vor weiteren Ohrfeigen. Meine Wangen  brannten wie Feuer, in den Ohren vernahm ich wieder dieses hohe Sirren, ich wollte einfach keine weiteren mehr. Sollte er befehlen, mich zu erheben, war nichts zu machen. Aber vielleicht zog er es ja vor, die Missetäterin knien zu sehen. So hatte es den Anschein. Jedenfalls erging keine Anordnung, so dass ich erst mal in meiner Position verbleiben konnte.

 

„Was“, meinte er, ungläubig lachend, „du liest während der Arbeitszeit und noch dazu in meinen Büchern?“

Arbeitszeit, das war ja alle Zeit, außer wenn wir abends beisammen saßen. (Oh ja, das taten wir noch dann und wann, wir spielten auch noch Schach miteinander, das waren dann Stunden, da hatte ich keine Angst vor ihm, oder wenigstens keine so starke, so als ob da ein anderer Mann säße und gar nicht er. Beim „richtigen“ Sex fürchtete ich mich auch nicht vor ihm.) Oder wenn ich in meinem Bett lag vor dem Licht aus.

 

Ich senkte den Kopf. „Ja, Herr, es ist mir dieses eine Mal passiert. Ich bin schuldig und gestehe es. Bitte strafen Sie mich.“

„Nur dieses eine Mal?“

„Ja, Herr, ich schwör´s. Ich gestehe es und bitte um meine Bestrafung.“ (Darum zu bitten, das hatte ich mir gerade selber ausgedacht. Erschien mir irgendwie cleverer, als um Gnade zu flehen. Außerdem machte es ja doch keinen Unterschied- wenn er mich strafen wollte, dann tat er es ohnehin, egal was ich sagte. Und es unterstrich mein aufrichtiges Schuldbewußtsein und meine echte Reue, das macht sich doch gut, oder?)

„Hm- ich weiß nicht, ob ich dir glauben soll. Ich denke, du lügst und bist obendrein einfach faul und pflichtvergessen. Ist es nicht so, Anna? Steh auf und schau mir in die Augen!“

„Ja, Herr, sie haben recht. Ich habe gelogen. Ich habe immer wieder in Ihren Büchern gelesen heimlich.“ Mir war jetzt dermaßen zum Heulen zumute, dass ich mich diesem Impuls hemmungslos überließ. Ich drängte mich an ihn, umarmte ihn, rieb meinen Unterleib gegen den seinen. „Bitte verzeihen Sie mir. Verzeihung, Verzeihung, Verzeihung“, flehte ich. Eine maßlose Verzweiflung hatte sich meiner bemächtigt, Verzweiflung gepaart mit Furcht.

 

Er machte sich los von mir, schob mich von sich. Sanft, nicht gewaltsam.

„Nun, Anna, das ist ja schön, dass du endlich aufhörst, mich zu belügen. Welche Strafe schlägst du denn vor, soll ich verhängen über dich?“

Nun war ich perplex. Das hatte er noch nie gefragt.

„Ich weiß nicht, Herr. Es steht mir nicht zu, das zu entscheiden. Ich bitte nur darum, nicht zu hart bestraft zu werden.“ Dies brachte ich mit meiner Kleinmädchenstimme vor, senkte demütig den Kopf. Mir war aber auch wirklich sehr verzagt zumute.

 

„Was hältst du davon, Anna, überhaupt nicht bestraft zu werden?“

Oh nein, was sollte das nun wieder? Welches Spiel spielte er mit mir?

„Herr, ich bitte um meine Bestrafung.“

Er grinste ironisch. „Das ist nicht dein Ernst, Anna. Du lügst schon wieder. In Wahrheit willst du nicht, dass ich dir weh tue. In deinem Inneren hast du nichts weiter als nackte Angst davor und hoffst, tun und lassen zu können, was du willst, ohne Konsequenzen für dich.“

Ich wußte immer noch nicht, worauf dieses Gespräch hinaus wollte, ich wußte nur eines: ich durfte ihn auf keinen Fall  reizen durch Widerspruch.

„Ja, Herr, ich gestehe es.“

Er pachte mein Ohrläppchen, zog meinen Kopf spielerisch ein wenig  hin und her daran.

„Anna, Anna, Anna, was fange ich nur an mit dir? Manchmal weiß ich einfach nicht mehr weiter. Du lügst und drückst dich vor der Arbeit, seit du hier bei mir bist. Sag mir, warum ist das so? Warum parierst du nicht einfach und bist mir treu ergeben? Warum kriegen Andere für ihr Geld gute Sklaven und ich dich. Hm, sag mir das.“ Er ließ mein Ohrläppchen wieder los.

Ich sank erneut auf die Knie vor ihm. Rutschte rüber zum Kamin. Angelte die Bücher hinter dem Paravent hervor.

„Herr, es ist alles noch viel schlimmer. Ich habe mir nicht nur eines, sondern viele Bücher genommen und mich sogar in Ihren Sessel gesetzt, um sie zu lesen. Ich bin eine böse und verstockte und ungehorsame Sklavin und ich möchte mich bessern und schaffe es doch nicht. Manchmal denke ich, es klappt, aber dann schaffe ich es einfach nicht.“

 

Er muß die Aufrichtigkeit dieser Worte gespürt haben. Jedenfalls kam er rüber und tätschelte meinen Kopf.

Er ging sogar in die Hocke, so dass sich unsere Gesichter auf gleicher Höhe befanden.

„Siehst du, Anna, jetzt bist du ehrlich. War das so schwer?“

„Ja, Herr, es war schwer.“

„Warum, Anna?“

„Weil ich Angst habe vor Ihnen, Herr. Weil ich mich vor der Bestrafung fürchte.“

 

Er erhob sich wieder. Tätschelte mir erneut den Kopf. Seufzte.

„Anna, du mußt in erster Linie vor dir selber Angst haben. Dass du es nicht schaffen könntest, eine hundertprozent ergebene und loyale Sklavin zu werden. Ich will dir doch nur helfen dabei, merkst du das denn nicht?“

 

Ja, ich verstand. Jetzt verstand ich es. Wie war es nur möglich gewesen, dass ich das nicht hatte sehen können? Er half mir hinein in die vollständige und totale Ergebenheit in seinen Willen. Nicht Unterordnung war es, was eine gute Sklavin ausmachte, sondern Ergebenheit.  Damit war es nicht länger nötig, meinen Willen zu überwinden, denn er löste sich auf wie Rauch im Wind, wenn ich das nur wirklich wollte.  Wenn ich alle meine Kraft darauf verwendete, nicht länger anzukämpfen gegen IHN, sondern gegen mich selbst, gegen jeden noch so kleinen Impuls der Widersetzlichkeit oder der Illoyalität, könnte SEIN Wille endlich triumphieren IN MIR. Ich empfand mit einem Mal keine Angst mehr.

 

Nun wußte ich auch die Antwort.

„Herr, bestrafen Sie mich, wenn, wann und wie Sie er für richtig befinden“, murmelte ich demütig.

 

Diese Nacht gab er mir den ersten Tiefe- Kehlen- Fick meines Lebens.

 

Es war gar nicht so schwer. Zuerst gab er mir Öl zum Gurgeln. Dann  mußte ich mich rücklings auf den Prügelbock legen und den Kopf „überstrecken“, wie man sagt, das heißt Kopf und Hals ragten über die Unterlage  hinaus und hingen leicht nach unten.

Er stand hinter mir mit geöffnetem Hosenschlitz, stolz ragte sein Glied heraus. Ich öffnete den Mund- weit, wie er es mir befahl.

„Du schließt deinen Mund nicht, Anna. Ich werde die Eichel an deinem Rachen ansetzen, noch vor der Brechschwelle, du entspannt deinen Halsmuskulatur. Zu diesem Zweck werde ich dir mit einer Hand in den Nacken greifen und dich stützen, sobald ich meinen Schwanz in deinem Mund habe, mit der anderen Hand fasse ich ihn an der Wurzel, um ihn zu führen. Dann ramme ich ihn dir in den Hals, es geht ganz schnell, du wirst sehen.“

 

Ich hatte keine Angst. Es war SEIN Wille.

 

Er machte es sehr geschickt. Ein kurzer Brechreiz, ein sehr heftiger allerdings, als wolle mein Magen alles wieder auswerfen, was er jemals zu sich genommen hatte. Eine Sekunde lang eine unbeschreibliche Übelkeit. Ein versuchtes Aufbäumen meines gesamten Oberkörpers. Das aber nicht weiter ins Gewicht fiel, da er Novizinnen bei der Entjungferung ihrer Kehle immer gut vertäut, wie er mir später anvertraute. Wenn sie dann geübter sind, sei das  nicht mehr vonnöten.

Dann war er drin. Fickte mich vorsichtig und kraftvoll zugleich in den Hals. Seine haarigen Eier schlugen sacht gegen meine Stirn im Rhythmus seiner Stöße. Speichel lief mir übers Gesicht, tropfte zu Boden, da mein Mund immer noch weit offen stand. Meine Kehle umfing seinen Schaft, nicht meine Mundhöhle wie beim Blasen. Mit jedem vorsichtigen Stoß drang er tiefer in mich ein, bis ich seine Lenden an meinen Zähnen spürte. Ich hörte das „glack- glack“- Geräusch, wenn ein männliches Glied in der engen und elastischen Speiseröhre eines Frauenhalses rhythmisch hin und her geschoben wird. Meines Halses. Ich hörte meinen HERRN stöhnen, als es ihm kam.

 

Ich war glücklich und stolz, ihm solchermaßen als Gefäß für seine Lust dienen zu dürfen. Ganz ausgeliefert. Ganz verletzlich. Ganz ergeben.                

 

           

             

 

 

 

 

 

 

       

     

     

 

 

 

Anna

Kapitel 46

 

 

Der Wecker klingelt, wie jeden Morgen, als sei nichts gewesen. Bald werde ich  hören, wie er den Schlüssel im Schloß herumdreht und meinen nächtlichen Einschluß beendet. Dann muß ich ihm wieder zu Diensten sein, wie jeden Tag. Das heißt sein Frühstück vorbereiten, nach draußen eilen, die Zeitung hereinbringen, wenn sie schon da ist, servieren, danach meist einen Blowjob für ihn und Samenschlucken für mich... Oder er führt mich nochmals zurück in mein Zimmer und vergewaltigt  mich. Brutal wie immer. Wenn ihm der Sinn danach steht. Ist er bereits fertig angekleidet fürs Büro, meist nur Blasen. Morgendliche Zwangsficks sind nicht die Norm unter der Woche. Gottseidank. Kommen aber schon vor natürlich.

Viel vorzubereiten, um ihm appetitlich gegenüberzutreten, ist nicht. Schließlich serviere ich meist nackt. Eigentlich neben, versteht sich, Zähneputzen, sorgfältiges Frisieren und Schminken. Hochhackige Schuhe. Er mag keine Morgenschlampen, ihr erinnert euch.

In meinem  Kopf dreht sich alles. Der Hals schmerzt und mir ist übel. Meine Gefühle sind in heilloser Konfusion. Oh mein Gott, was war das nur gestern Abend? Beim bloßen Gedanken daran, auf welch widernatürliche Weise der Herr mich gestern benutzt hat, verspüre ich einen heftigen Würgereiz und brennende Scham. Den Würgereiz kriege ich mühsam unter Kontrolle, das Schamgefühl nicht. Bitte, lieber Gott, mach, dass er mir das kein zweites Mal antut. „Nur vergewaltigen, ja? Bitte, lieber Gott“, versuche ich einen Deal mit meinem Schöpfer zu schließen. Aber Gott läßt sich auf keine Deals ein, hat unser Relilehrer gesagt immer. Scheiße, wofür ist er dann überhaupt gut, wenn er einem nie hilft, nicht ein kleines bißchen. Wozu hat er mich dann überhaupt gemacht, wenn es im so komplett egal ist, was ich alles durchmache? 

Meine gestrige Gemütsverfassung ist mir nun nicht recht geheuer. Und doch verspüre ich noch etwas von dem Frieden in mir, den ich empfand, als ich mich so vollständig in seinen Willen ergab. Soll ich mich selbst aufgeben, ist das der Weg? Könnte ich es überhaupt durchhalten, jahrzehntelang anzukämpfen gegen ihn, diesen Mann, dem ich gehöre, kann ich die ständigen sadistischen Bestrafungen auf Dauer ertragen, ohne irgendwann vollständig zu zerbrechen? Ich weiß es nicht, Mama hat sich  nie selbst aufgegeben. So viel steht fest. Wie sie wohl meinen Verkauf verkraftet hat? Bestimmt ist sehr hart für sie. Sie sagte ja mal, sie würde es nicht ertragen können, mich zu verlieren.

Plötzlich durchzuckt mich ein schlimmer Gedanke. Giselle hatte ein Handy. Ich hätte Mama anrufen können. Sie geht tagsüber oft ans Telefon, wenn der Herr nicht zuhause ist. Bestimmt hätte sie eine solche Gelegenheit im umgekehrten Fall genützt. Ich bin am Boden zerstört. Was für eine miserable, lieblose Tochter bin ich nur! Nur mit Mühe kann ich die Tränen zurückhalten. Verzweiflung macht sich in mir breit.

Da- der Schlüssel dreht sich im Schloß. Ein lautes Klopfen gegen die Tür.

„Anna- Frühstück und Zeitung. Aber dalli! Und Reizwäsche, du servierst in Reizwäsche, verstanden? “

„Ja, Herr. Wie Sie befehlen!“, rufe ich, laut, damit er mich auch ja hört durch die geschlossene Tür. Ich will nicht, dass er rein kommt und mich so sieht, ungeschminkt, die Haare noch wirr vom Schlaf. Seine Schritte entfernen sich.

Der Befehl mit der Reizwäsche gibt mir ein paar Minuten, meine Trödelei vielleicht aufzuholen irgendwie. In fliegender Hast mache ich mich zurecht. Im Schritt offenes Höschen. Netzstrümpfe. High Heels. Büstenhebe. Ordentlich Farbe ins Gesicht, ein vulgäres Rot auf die Fresse. Einen dezenteren Ton auf die Nippel und die Aureolen. Die Schamlippen male ich auch an ein bißchen, ziehe das Höschen hinten zwischen die Arschbacken, zwischen denen ich es festklemme, damit vorne alles schön freiliegt. Nuttig eben. So wie er mich wohl haben will. Zum Schluß noch Maiglöckchenparfüm. Das rieche ich gerne. Der Herr auch

 

So haste ich Richtung Küche. Doch halt, Mist. Die Zeitung, ich muß ja noch über den Hof und schauen, ob die Zeitung schon gekommen ist.

Also zurück. Wie soll ich das nur machen? In High Heels über den Hof. Das geht nicht, und wenn, dann nur langsam.

Ein Pfiff aus der Küche. „Anna, du Fotze! Komm endlich! Frühstück servieren.“

„Ja, Herr. Sofort, Herr!“ Auf dem Absatz kehre ich sofort um, eile zurück zur Küche.

Soll ich lügen? Sagen, sie wäre nicht dagewesen, die Zeitung? Nein- keine unnötigen Lügen mehr. Lieber eine Strafe in Kauf nehmen als mich erneut bei einer Lüge ertappen lassen. Er steckt mich noch ins Sklavengefängnis wenn ich nicht endlich zu dem  werde, wofür er sein Geld ausgegeben hat. Zu einer absolut ergebenen Sklavin, treuer als ein Hund. Dazu will er mich machen und dazu werde ich werden müssen, wie konnte ich heute morgen nur daran zweifeln wieder?

Ich verspüre starke Angst, als ich ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehe. Das heißt, er sitzt. Ich stehe, schaue ihm ins Gesicht und traue mich nicht, was zu sagen. Der Kaffee läuft schon, den hat er sich selber aufgesetzt. Auf dem Küchentisch liegt der Rohrstock. Er deutet nur auf die Tischplatte.

„Fünfzehn“; stellt er mit ruhiger Stimme fest.

Ohne zu zögern streife ich mein Höschen in die Kniekehlen und lege mich bäuchlings über den Tisch. Aus Zeitgründen verdrischt er mich heute gleich hier.

Ich bekomme meine wohlverdiente Abreibung derart heftig, dass mir Hören und sehen vergeht. Mit bösartigem Zischen sausen die Hiebe klatschend in schneller Folge auf meinen entblößten Allerwertesten.

Seine Wut auf mich ist absolut verständlich. Wie konnte ich es wagen, ihn schon wieder warten zu lassen? Nach allem, was ich mir geleistet habe? Ich beiße die Zähne zusammen und gebe trotz der infernalischen Schmerzen außer einem gelegentlichen Wimmern  keinen Laut von mir.

Endlich sind die fünfzehn voll, in meinem striemenbedeckten Hintern summt und sticht es vielerorts unangenehm. Überwiegend fühlt er sich aber ganz taub an. Und naß. Er blutet aus aufgeplatzten Hautpartien.  Als ich mich wieder aufrichte, setzt plötzlich der Schmerz ein. Als ob mir der Arsch wegplatzen wollte, so fühlt sich das an. Tränen laufen mir über die Wangen und wieder beiße ich die Zähne zusammen, um nicht aufzuschreien. Das Höschen bleibt auf sein Geheiß unten, da es dann das Blut aufnimmt, das mir immer wieder die Schenkel herabrinnt.

Ängstlich bediene ich ihn mit äußerster Akkuratesse, sehr bemüht, auch nur das Herabfallen eines Tropfens Kaffee zu verhindern beim  Einschenken.

Dies scheint er auch zu bemerken und wohlwollend aufzunehmen, jedenfalls unterbleiben vorerst weitere Strafmaßnahmen.

Nur zum Schluß, ich habe ihm bereits in sein Jackett geholfen und wir stehen uns gegenüber, semmelt er mir noch ein paar runter, aber nur mit normaler Stärke. 

„Hast du mir nicht noch etwas zu sagen, Anna?“

Ich war so stolz, ihn doch noch so gut bedient zu haben, trotz nicht nachlassender Schmerzen, dass ich doch glatt vergessen habe, mich zu entschuldigen. Wie konnte ich selbst diese Selbstverständlichkeit vergessen? Ich Idiotin! Wie gut, dass er mich nur normal abwatscht. Da fällt es mir, im Gegensatz zu früher, als es mich immer Überwindung kostete, „mein Sprüchlein aufzusagen“, leicht  diesmal.

„Herr ich möchte mich sehr entschuldigen für mein Zuspätkommen und dass ich die Zeitung vergessen habe und bedanke mich auch artig für die Strafe, die ich erhielt.“ Ich mach einen Knicks, bei dem sich mein Arsch wieder anfühlt wie ein Hornisssennest. Aber das ist die befohlene Form, in der ich mich zu bedanken habe für Abstrafungen seit neuestem. Der Wortlaut ist auch befohlen.

Er schaut mich etwas überrascht an, als ob er gar nicht an die fehlende Zeitung gedacht hätte, hält es aber offenbar nicht für opportun, darauf einzugehen.

„Nur damit eines klar ist, kleine Anna- Fotz, das war nur wegen heute.“

„Ja, Herr. Und noch mal danke, Herr.“

In meinem Magen bildet sich ein Knoten. Es wird irgendwann eine richtige Bestrafung geben wegen meines früheren Ungehorsams und meiner Lügen, das ist klar. Ich habe sie verdient, das weiß ich. Trotzdem würde ich alles auf der Welt darum geben, sie zu vermeiden. Doch es ist meine eigene Schuld, dass es nächstens zu einer erneuten Strafsitzung im Keller kommen wird. Warum habe ich nicht aufs Wort gehorcht, warum habe ich auch noch gelogen und war so frech, einfach in seinen Büchern zu lesen?

Innerlich  erneuere ich meinen Schwur, ihm keinen Widerstand mehr entgegenzusetzen und eine gute Sklavin zu werden. Eine sehr gute.

 

 

 

KAPITEL 47

 

 

Ich bin doch erstaunt, wie gut so manche im Grunde ja simplen Tricks funktionieren, die ich von meinem „personal advisor“ bekomme. Zum Beispiel die Sache mit der Reizwäsche, die sie an jenem Morgen noch anziehen sollte, scheinbar einer meiner spontanen Eingebungen folgend.  Dadurch konnte sie kaum vor mir in der Küche sein, bereit, aufzuwarten, wie es ihre Pflicht gewesen wäre. Zur Bedienung bei den Mahlzeiten oder wenn ich nach Hause komme abends hat sie mich bereits zu erwarten im jeweils angeordnetem Outfit. 

Sie hatte also keine Chance an jenem Tag, zumal ich den Kaffee, um auf Nummer Sicher zu gehen, schon anschaltete, bevor ich ihr den Befehl erteilte....

Die arme Kleine war ganz zerknirscht, schon wieder meinen Anordnungen zuwider gehandelt zu haben.   

Seit diesem, ich geb’s zu, barbarischem Durchprügeln, das sie mit hinreißender Unterwürfigkeit über sich ergehen ließ, (und das mir viel Freude bereitete, es hatte so was, sagen wir mal, Elementares), hat sie direkt was von einer kleinen Heiligen. St. Anna, gibt’s die schon?

Kleiner Wermutstropfen: es ging ihr so schlecht danach, dass sie über zwei Wochen mehrfach einen Arzt benötigte, zum Verbinden, wegen Schmerzen, Übelkeit und Fieber. Ich ließ nicht meinen Hausarzt kommen, vor dem war´s mir dann doch zu peinlich, wie ich sie zugerichtet hatte.

Aber letztendlich hat’s gewirkt: still, konzentriert, sehr bemüht, SEHR gehorsam und flink, das sind so Vokabeln, die mir einfallen seitdem, wenn ich an sie denke. Meine kleine Anna, mein Ficktier, mein Vergewaltigungsopfer, meine Sklavin. 

Ich beschließe, unsere abendlichen Beisammensein wieder aufzunehmen.

Druck aufbauen, nicht nachlassen, dann Wohlverhalten belohnen, ohne nachsichtig zu werden, wie mein „advisor“ das bezeichnet, der mich letzthin in einer Mail als ein „Naturtalent“ im Sklavenabrichten bezeichnete. (Vielleicht sei sogar die Sklavenschule überflüssig geworden.) Er riet mir auch, die ausstehende Folterung über ihr schweben zu lassen wie ein Damoklesschwert. Um jeden Gedanken, jede Gefühlsregung an ein Aufbegehren möglichst gar nicht erst aufkommen zu lassen. Sie gelegentlich daran erinnern, ihr einen weniger inhumanen Verlauf in Aussicht stellen, wenn sie zwischenzeitlich keinerlei Anlaß zur Unzufriedenheit gibt. (Er wäre übrigens gerne dabei, ich habe ihm zugesagt. Arme Anna!)

Doch wir waren beim humanen Part.

Nachdem ich sie eines Nachmittags mal wieder, wie so häufig in letzter Zeit, auf  ihrem Bettchen in einer Art und Weise geschändet hatte, die sie schluchzend zurückließ (sie vergräbt dabei das Gesicht in den Händen und weint leise vor sich hin, nur die Schultern zucken gelegentlich), eröffnete ich ihr: „Heute abend spielen wir Schach. Oder möchtest du lieber einen Film sehen?“

Sie hob den Kopf, schaute mich an aus einem verquollenen und geröteten Gesichtchen. Schien nicht gleich zu verstehen. Gut, der Themenwechsel war jetzt schon ein wenig abrupt, war ich doch unmittelbar zuvor über sie hergefallen wie ein wildes Tier und hatte mich mindestens zwanzig Minuten lang derartig vergangen an ihr, dass es allen Menschenrechten Hohn spricht.  (Hat sie auch keine, als Sklavin.)

„Wie..., wie...., ich meine, was befehlen Sie, soll ich anziehen dafür, Herr?“, brachte sie schließlich hervor. Sie war  noch halb am Flennen.

„Was du willst, ich lege dir was zur Auswahl hin.“

Sie nestelte in der Tasche ihrer Jeans, die noch um ihre Knöchel gewickelt war. Ich hatte sie einfach nach unten gerissen. Holte ein Papiertaschentuch hervor, schneuzte sich. Lächelte mich scheu an, wie nur sie es kann.

„Danke, Herr, danke. Ich möchte Schachspielen. Ich freu mich schon drauf.“ Ihr Lächeln wurde immer breiter. Sie wirkte sehr froh, dass sie heute offenbar nicht mehr mißhandelt werden sollte. 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 48

 

Abends war sie nicht so lustig und entspannt wie früher bei solchen Gelegenheiten. Schach spielte sie nervös und unkonzentriert, ich ließ sie absichtlich gewinnen, weil ich mir sage, dass jeder Mensch was braucht, auf das er stolz sein kann. Sonst verzweifelt er so, dass er am Ende depressiv oder suizidal wird. Obwohl der existentielle Druck, unter dem sie stand bei mir, dem ja bis zu einem bestimmten Grad auch entgegenwirkt bekanntlich. Stellt sich das Gefühl der Hoffnungslosigkeit allerdings zu sehr ein, ist der Ofen natürlich irgendwann aus. Einsichten, zu denen mich mein advisor stürmisch beglückwünschte. („Das kann ich hundertprozentig unterschreiben, mein Lieber, hundertprozentig. Handeln Sie danach.“)

Ich hatte keinen leichten Stand an jenem Abend, sie war offenbar schon recht traumatisiert und schien in einem Zustand permanenter Furcht vor mir zu leben.

Wenn ich da an den lebenshungrigen Teenie dachte, den man vor wenigen Monaten zu mir brachte- also ein wenig Stolz empfand ich schon auf meine autodidaktische Könnerschaft. (O.k., an dieser Stelle auch einen ausdrücklichen Dank an meinen „advisor“.)  Ich hatte mein Spielzeug  nicht zerbrochen, es funktionierte immer besser und gehorchte, sehr gut sogar.

Sie saß lieb da in ihren recht konservativen Klamotten, die sie sich rausgesucht hatte, aß auch mechanisch was von den Snacks auf dem Tisch, Erdnüsse und so, wozu ich sie ausdrücklich ermunterte. Von sich aus sprach sie aber kein Wort, antwortete einsilbig, wirkte geistesabwesend und irgendwie bedrückt.

„Bist du traurig, Anna?“ Sie biß auf ihre Unterlippe. Ein zaghaftes Nicken.

„Sag mal, würdest du dich wohler fühlen, wenn ich dir verspreche, dich heute nicht mehr zu vergewaltigen und dir auch nicht weh zu tun heute abend, dir noch nicht mal eine runterzuhauen?“

„Wir...., wir haben keinen... Sex mehr heute?“

„Nein, ich verspreche es. Du mußt mir nur einen runterwichsen, bevor wir uns schlafen legen. Das ist alles, du kannst dich drauf verlassen. Ich vergewaltige dich frühestens morgen abend wieder, das ist amtlich.“

Zur Besiegelung dessen wollte ich sie in den Arm nehmen und ihr einen Kuß auf die Wange geben. Sie wurde stocksteif, versuchte abzurücken von mir. „Nein, bitte, Herr, sie haben es doch versprochen.“

Ich ließ sie los, etwas verstimmt. So wenig traute sie also meinem Wort.

Sie war auch selber ganz erschrocken über sich. Hob abwehrend einen Arm, hielt ihn schützend vor´s Gesicht. „Bitte nicht schlagen, bitte nicht schlagen, ich wollte nicht respektlos sein eben, ich schwör´s und...“

Ich fiel ihr ins Wort: „Keinen Sex, keine Vergewaltigung, keine Schläge heute abend. Wie ich dir versprochen habe. Ich will mich einfach nur mal wieder unterhalten mit dir. Sag, was dir einfällt, dafür wirst du nicht bestraft, weder heute noch ein andermal.“

„Ich..., ich darf tatsächlich sagen, was ich will?“

„Ja.“

„Alles, wirklich alles?“

„Ja, sagte ich doch.“

Es war unerläßlich, ihr gelegentlich mal eine Atempause zu gönnen, außerdem interessierte mich, wo sie mental wirklich stand, welche Fortschritte ihre Vollversklavung tatsächlich gemacht hatte.

Das Ergebnis sah so aus:

„Herr, wenn ich weiterhin so... zum Sex gezwungen werde, dann bringe ich mich um“, wisperte sie, „ich halte es nicht mehr aus. Bitte, bitte nicht mehr vergewaltigen. Nicht mehr so oft. Bitte, bitte.“

Es war, als sei mit einem Mal alle Kraft aus ihr gewichen wie die Luft aus einem Ballon. Sie ließ sich einfach gegen mich fallen, in sich zusammengesunken blieb sie gegen mich gelehnt sitzen.

Schöne Bescherung. Dennoch- zwei gute Seiten hatte die Sache:

Erstens war es gut, dass sie es mir gesagt hatte. Solche Äußerungen sind immer ernst zu nehmen, und tot wäre sie mir zu gar nichts mehr nütze und nur ein Totalverlust. Und es war für mich vielleicht auch wichtig zu erkennen, wo ICH stand: dass ich nämlich drauf und dran war, das Augenmaß zu verlieren und es zu übertreiben.  Zwei bis drei Mal die Woche ohne Gnade vergewaltigt zu werden, wie mir das in letzter Zeit zur lieben Gewohnheit geworden war  - das war zu heftig für so ein junges und zartes Ding wie sie; auch sie braucht ein Mindestmaß an Zuwendung und Verständnis, ich kann sie nicht die ganze Zeit wie einen Gegenstand behandeln, dachte ich, auch wenn sie genau das ist. Als meine Sklavin.

Das zweite, was mich denn doch beruhigte, war, dass jede Form des Aufbegehrens oder gar der Empörung über ihr Schicksal ausblieb. Sie appellierte an mich, an mein Herz, an mein Erbarmen, an was immer auch, aber sie bat-  sie forderte nicht, sie wurde nicht länger wütend auf mich, auf die Ungerechtigkeit des Lebens; sie hatte resigniert und sich abgefunden. Sie akzeptierte mich als die letzte Instanz. Gut so.

Das mußte doch belohnt werden. Am besten, indem ich den Mißstand abstellte, der für sie wahrscheinlich tatsächlich unerträgliche Ausmaße angenommen hatte.

„Anna, was hältst du davon, wenn ich dich nur noch alle vierzehn Tage auf die harte Tour rannehme  und dir auch einen Tag vorher Bescheid sage, damit du weißt, du bist mal wieder fällig? Ich hab mich dran gewöhnt inzwischen und ich brauch das und ganz kommst du nicht drum herum, das brauchst du gar nicht denken. Aber das wäre dann doch ein bißchen so, als ob wir in den Keller gehen zur Bestrafung. Da weißt du doch auch vorher Bescheid, dass da was ansteht.“

Sie richtete sich auf- und küßte mich lang und innig. Nun, es sah so aus, als sollte ich für meinen edelmütigen Teilverzicht auf die brutale Tour anderweitig weidlich entschädigt werden. Das hatte ich ohnehin sehr vernachlässigt in letzter Zeit, das Zärtliche. Offen gesagt fing dieses Gewaltsame ohnehin an, mir ein bißchen zum Hals rauszuhängen, ich hatte mich übersättigt gewissermaßen, und es war schon o.k., mit ihrer Hilfe ein wenig loszukommen davon.

Nach ungefähr fünfzehn Minuten trennten sich unsere Münder wieder.

Sie blickte mich an. Strahlend.

„Oh, Herr, das wäre schön. Zweimal im Monat, das halte ich eher aus.“

Was sie nicht wußte: dann würde es voraussichtlich eben ein bißchen länger gehen, da ich dann ja auf Entzug war gewissermaßen. Aber mit der Erörterung dieser Perspektive wollte ich sie jetzt nicht langweilen.

„Herr?“ Sie begann ihre Bluse aufzuknöpfen.

„Ja, Anna?“

„Herr, bitte schlafen Sie mit mir. So wie früher, meine ich. Ich vermisse es so und ich will auch gaanz lieb und zärtlich sein und ihn sogar in meine Kehle nehmen, wenn es sein muß, ja? Ach bitte.“ Sie beugte sich erneut rüber zu mir und machte einen Kußmund. Ich akzeptierte ihr Angebot und es wurde eine schöne Nacht, die, wie ich denke, uns beiden gut getan hat. Den Kehlenfick, den sie mir als Köder hingehalten hatte, fand sie dann zwar nach wie vor nicht „so arg toll“, („Bitte, lieber Herr, wir können es ja auch ohne das machen, ja?“)  aber in dem Punkt blieb ich hart. Versprochen ist versprochen.

Sie kniete gerade zwischen meinen Beinen und blies mir einen, als ich sie am Hinterkopf packte und ihr meine Instruktionen gab. „Weit auf, Anna, weit auf. Entspann dich. Dann schluck ihn. Er kommt- jetzt!“ Mit diesen Worten rammte ich ihn ihr rein. Sie schluckte ihn gut und ich fickte sie in den Schlund, wie sich das gehört.

 

 

 

Kapitel 49

 

 

 

Ich weiß, ich muß froh sein, dass er mich jetzt nur noch alle zwei bis drei Wochen vergewaltigt, also noch weniger, als er gesagt hat,  und ich bin es ja auch und ich danke ihm auch immer wieder ausdrücklich dafür. Aber es ist immer so schrecklich und wenn er mir am Tag zuvor Bescheid sagt, möchte ich am liebsten sterben. Er ist dann jedesmal wie ein reißender Wolf und ich fühle mich wie ein armes kleines Lamm.

Ich versuche, ihn zu besänftigen. Nichts wirkt. Nicht die Kleinmädchenstimme, kein zärtliches Lächeln, kein Weinen, kein Flehen. Er fällt über mich her, meist nach dem Abendessen, das habe ich dann schon in irgendeinem  sexy Nuttenoutfit zu servieren, und ich erlebe bis zu zwei Stunden lang eine Mischung aus Achterbahn- und Geisterbahnfahrt. Er besudelt mich und meine Selbstachtung als Frau, er degradiert mich zum Spielzeug seiner animalischen Triebe und gewaltsamen Impulse, manchmal ist es im Ansatz sogar geil irgendwie, aber seine Brutalität zerstört diesen Ansatz. Er tut mir weh. Sehr weh sogar. Ich heule laut, versuche sogar gelegentlich, mich ein bißchen zu wehren, in meiner Not, in meiner  Pein. Er lacht nur darüber, so viel stärker als ich, wie er ist, macht es ihn nur noch geiler.

„Ja, wehr dich nur, du Luder, kratz nur, beiß, wenn du dich traust.“

Haut mich in die Fresse, reißt mir büschelweise Haare aus. Verdreht mit den Arm, bis es im Schultergelenk knackt.

Ich schreie und heule, so laut ich nur kann: „Aua, aua, niiiicht Herr, aua. Ich tu alles, ich tu alles.“ Ich beginne zu kreischen.

Er haut mir die Füße weg, ich knalle auf den Boden, schlage mit dem Kopf hart auf. Sehe Sternchen. 

Gleich hechtet er sich auf mich, dass die Rippen knacken, versucht mit seiner geschwollenen Männlichkeit einzudringen in mein Kackloch. Verzweifelt presse ich den Schließmuskel zusammen, doch ich spüre schon, es wird nicht nutzen. Wir sind beide schweißbedeckt, der Schweiß wirkt wie ein Gleitmittel und erleichtert es ihm. Sobald er die Eichel drin hat, stößt er seine Lanze in ihrer ganzen Länge kraftvoll rein.

„AUUUAAA!“ Es tut so weh, so irrsinnig weh. Gnadenlos pimpert er mich in meine Arschfotze, wie er das nennt. („Du hast drei Fotzen: eine zwischen den Beinen, eine Arschfotze und eine Gesichtsfotze und du bist selber eine, Anna, damit du klar siehst.“ So hat er es mir mal erklärt im Anschluß an eine echt üble Vergewaltigung.)

Irgendwann beginnt meine Kacke aus dem gewaltsam geweiteten Loch zu fließen. Er macht dennoch weiter, bis er fertig ist.

Die Scheiße darf ich ihm dann vom Schwanz und auch vom Boden lecken. Eine Atempause, über die ich froh bin, auch wenn ich mich währenddessen beinahe übergeben muß und er mich verhöhnt oder mit nicht wiederzugebenden Ausdrücken belegt.

Denn dann geht es gleich unvermindert weiter. Dass ich nicht sonderlich sauber bin nach dem Arschfick und auch aus dem Mund stinke, ekelt ihn offensichtlich nicht. Fast meine ich, es turnt ihn an.     

 

Ich habe auch schon mal versucht, mich zu verstecken, einfach unauffindbar zu sein, als der gräßliche Abend kam. Das fand er lustig, begriff es als Teil des „Spiels“. Suchte mich lachend, bis er mich fand. Danach ging´s los.

Auch das hatte übrigens keine weiteren Konsequenzen für mich, dass ich versuchte, mich meiner Vergewaltigung zu entziehen. Außer der, dass ich mir schon am Morgen des bewußten Tages seither so ein lila Band mit einem kleinen Glöckchen dran umbinden muß. Damit er mich leichter finden kann.

Das Glöckchen hat er von einem Osterlamm aus Schokolade.

Deswegen meinte ich vorhin, er ist ein Wolf und ich ein Lamm.

 

Oh, Gott, wenn er mir das nur ersparen würde! Das wird er aber nicht tun, ich weiß es.

Sonst ist es eigentlich auszuhalten, seit ich gelernt habe, zu parieren.

Ich habe nur Angst wegen der Abstrafung, die noch kommen wird wie das Amen in der Kirche und mit der er sich offenbar sehr viel Zeit läßt. 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 50

 

 

Wir kriegen Besuch. Am Abend zuvor erhalte ich meine Instruktionen.

„Anna!“

„Ja, Herr?“

„Morgen nachmittag werden uns drei Herren besuchen...“

Ich kann es mir denken „...mit denen du schlafen wirst“; vollende ich in Gedanken den Satz für ihn. 

„.... wenn denen danach ist, gehst du in die Kiste mit ihnen, verstanden?“

„Ja, Herr.“ Was soll ich anderes sagen? Hoffentlich sehen sie halbwegs anschaulich aus und hoffentlich sind sie nicht allzu brutal, ficken werden sie mich in jedem Fall, so viel ist klar.

„Sie haben aber auch alle eine Sklavin dabei. So ungefähr in deinem Alter. Damit du auch mal Unterhaltung hast und jemand anderen siehst, habe ich die extra drum gebeten. Ihr dürft im Hof ein Planschbecken aufbauen und euch auch sonst vergnügen, ihr werdet alle arbeitsfrei bekommen dafür. Na, was sagst du dazu?“ 

Was ich davon halten soll, weiß ich allerdings nicht so recht. Es ist Hochsommer, schwül- warm, die Aussicht auf einen freien Nachmittag, oder wenigstens auf ein paar freie Stunden für mich selbst beziehungsweise mit diesen Mädchen, die ich freilich nicht kenne, verlockt mich schon. Ich fühle mich in der Tat zunehmend einsam in letzter Zeit, fange schon an, mich in Tagträumereien zu verlieren, führe in meinem Kopf endlose Dialoge mit meiner Mutter oder einer meiner früheren Freundinnen, erkläre ihnen meine Situation, bitte sie um Hilfe und Rat. Seltsamerweise reden sie tatsächlich zu mir, beinahe als ob sie wirklich anwesend wären. Mama erläutert mir zum wiederholten Male die Notwendigkeit totaler Unterordnung, ganz so wie sie wirklich geredet hat, ich höre ihren geduldigen Tonfall, das Ermahnende und auch das Besorgte  in ihrer Stimme. Meine Freundinnen sind irgendwie enttäuscht von mir und ich weiß, in der Wirklichkeit könnte ich ihnen nichts erklären. Gar nichts. Weder ihnen die Hölle schildern, durch die ich gegangen bin und, als nahezu völlig rechtlose Haussklavin,  immer noch gehe, noch begründen, warum ich nicht versuche, dem allen zu entkommen irgendwie. Wenn ich ihnen jetzt vor die Augen träte, wir hätten uns nichts mehr zu sagen und ich würde ihre Achtung verlieren höchstwahrscheinlich. Weil sie frei sind und ich bin es nicht. Das ist zwar nicht meine Schuld, aber in den Dialogen in meinem Kopf läuft es immer wieder darauf hinaus, dass sie nicht verstehen können, warum ausgerechnet ich, die von ihnen die ganze Schulzeit über bewunderte Anna, nun eine willfährige und gehorsame Sklavin bin, die jeden Mißbrauch erduldet und alles, aber auch buchstäblich alles, lammfromm hinnimmt. So schwer es mir fällt, mir das einzugestehen- ich bin fast froh, sie nie wieder sehen zu können und dass mir dieses ungläubige Staunen über das, was aus mir geworden ist, gepaart mit zunehmender Verachtung über meine Schicksalsergebenheit, nur in meinem Kopf entgegenschlägt, und dass sie nie erfahren werden, zu was ich geworden bin.

Es ist gut, dass ich andere Sklavinnen kennenlernen soll, denen gegenüber brauche ich mich wenigstens nicht zu rechtfertigen. Die sind mehr oder weniger in der selben Lage wie ich und auch wenn ich Zweifel daran hege, ob das ausreicht für eine Freundschaft oder wenigstens Kameradschaft, so freue ich mich dennoch darauf, sie kennenzulernen.

 

„Danke, Herr. Was soll ich anziehen, wenn die kommen?“

„Was Sommerliches, Anna, und drunter deinen Bikini, ich leg dir dann alles raus. Du bereitest ein kaltes Büfett vor und vergiß nicht, ordentlich Bier in den Kühlschrank zu legen, und wir bedienen uns dann selbst.“

„Ja, Herr. Nochmals danke.“

 

Ich kann mir schon denken, dass unser Vergnügen nicht ganz ungetrübt ablaufen wird. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass der Anblick vierer blutjunger Mädchen im Bikini seine anregende Wirkung auf die Herren nicht verfehlen wird, aber was soll’s? Ob nun mein Herr seine Palme schüttelt bei meinem Anblick oder ob wir für alle vier die Wichsvorlage sind an jenem Nachmittag, macht nun wirklich keinen Unterschied. Auch steht natürlich zu erwarten, dass wir die Abendunterhaltung bilden werden. Besser, als wenn alle nur über mich herfallen.

 

 

 

 

 

 

Kapitel 50

 

Was Sommerliches, hat er gesagt. Heißt im Klartext wohl Hotpants und so ein bauchfreies Top, wie er es eben gerne hat.

Doch- weit gefehlt diesmal: ich darf mir selber was raussuchen von meinen Kleidern, er hat noch nicht alle verkauft. Als er den Kleiderschrank aufmacht und ich sehe, wie viele schon weg sind von meinen schönsten Klamotten, spüre ich, wie mir die Tränen in die Augen steigen. Ich bezwinge mich aber und greife mir eine weitgeschnittene weiße Bluse aus dünnem Baumwollstoff. Die habe ich gern getragen, früher, als ich noch anziehen durfte, was ich wollte. Sie hat lange Ärmel, die am Oberarm mit silbrigen Bändern leicht gerafft sind, unter den Brüsten ist auch so eine Einschnürung, ich finde, das sieht so ein bißchen aus wie eine griechisches Gewand oder vielmehr: wie die Tracht eines Burgfräuleins im Mittelalter. Ich wollte ja nicht immer „knapp“ rumlaufen und den Jungs die Köpfe verdrehen, in die Schule wäre ich ohnehin nie so gegangen, das hätte Mama nicht erlaubt.

Dazu will ich mir einen knöchellangen grünen Rock nehmen, der Herr gestattet es aber nicht und besteht auf einem dieser superknappen Stretch- Minis, die er für mich besorgt hat. Na ja, auf die Beine schlägt er mich höchstens mal mit der Hundepeitsche, da sieht man kaum Striemen. Wenigstens erlaubt er mir halbwegs bequeme Sandalen, die haben so dicke Korkplateaus als Sohlen, sind also sexy genug und auf Dauer nicht solche Folterwerkzeuge für die Füße wie High Heels.

In der Auswahl der „Untenrums“, ich soll ja gleich einen Bikini tragen, bin ich allerdings kein bißchen frei: der Herr befiehlt, mir eine Neuerwerbung (wahrscheinlich extra für diesen Zweck angeschafft) anzuziehen.  Sie besteht überwiegend aus dünnen Stoffdreiecken, die kaum das Nötigste verhüllen. Das „Höschen“ hat im Schritt beständig die Tendenz, sich zusammenzurollen und zwischen den Hügeln meiner Schamlippen zu verschwinden. Die schwellen doch so leicht, bei der geringsten Erregung!

Während des Anlegens spüre ich, wie mir die Schamröte ins Gesicht steigt. Zu allem Überfluß stelle ich fest, dass die Bluse doch ziemlich durchsichtig ist- und so soll ich dann unsere Gäste begrüßen gleich? Wie ein Nuttchen?

Ich muß mich doch sehr über mich selbst wundern und kann gerade noch ein Lachen verkneifen. Unsere Gäste? SEINE Gäste.

Und was habe ich denn geglaubt? Das sind doch Männer, die kommen, und wenn ich von Männern eines weiß, dann das: sobald sie eine schöne Sklavin ihr eigen nennen, und erst recht wenn sie auch noch jung ist, und ihnen sitzt nicht irgendein Eheweib oder sonstiges weibliches Wesen im Nacken mit seinen Besitzansprüchen, dann muß die sich  rausgeputzen wie eine Barbie- Puppe. Oder ein Flittchen. Oder gleich wie eine Straßenhure. Das war wahrscheinlich zu allen Zeiten so, die Männer sind nun mal so, und kaum sind sie dem Spielzeugeisenbahn- Alter entwachsen, wollen sie was Fickbares, das seinen Arsch vor ihnen rumschwenkt, möglichst lecker verpackt, versteht sich. Nur bei den freien Frauen, da dürfen sie’s halt nicht so offen zugeben.  So viel zur „historischen Kontinuität“, auf der mein Geschichtslehrer immer so rumgeritten ist.

Dieser Geschichtslehrer hat mich übrigens, auch nicht unterschwellig, mit irgendeiner Form der Geringschätzung behandelt. Für ihn war ich eine seiner Schülerinnen und erst jetzt weiß ich, welch hohes Maß an professioneller Neutralität mir gegenüber das von seiner Seite aus erforderte. Auch die anderen Lehrer schienen oft zu vergessen, dass ich neben vielleicht zwei bis drei anderen im Gymnasium eine Unfreie war.  O.k., ich war eine gute Schülerin und der Lehrauftrag gestattete ohnehin nicht, irgend jemand erkennbar zu bevorzugen oder zu benachteiligen, aber ich meine, war das nicht toll? Ich hatte keine Angst den ganzen Tag, so wie jetzt, und ich erinnere mich, dass ich in Deutsch sogar mal einen Aufsatz schrieb, in dem ich das System der Sklaverei prinzipiell in Frage stellte und trotzdem eine sehr gute Note dafür bekam, weil er halt gut geschrieben war. Mit einer gut aufgebauten Argumentation und so. Das müßt Ihr Euch mal vorstellen! Ich meine, ist das nicht unglaublich? Und alles noch gar nicht so lange her und doch fast verschwunden hinter einem hohen Berg an Angst, Einsamkeit und Schmerz und Demütigung und Selbsterniedrigung bis zum Geht- nicht- mehr und...

„Anna, träum nicht!“ Der Herr rüttelte mich am Arm.

„Nein, Herr. Entschuldigung, Herr“

„Du hast noch viel zu tun. Und vergiß auch nicht, dieses Planschbecken aufzupumpen!“

„Nein, Herr, das werde ich nicht. Bestimmt nicht. Und noch mal Entschuldigung.“

Vor dem Aufpumpen graut mir jetzt schon. Das „Planschbecken“ hat olympische Ausmaße und wer gedacht hat, der Herr hätte sich etwa in Unkosten gestürzt und einen Kompressor gekauft, der hat sich geschnitten. Es gab eine manuelle Pumpe und die Anna. Das war der Kompressor. 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 51

 

Ganz so schön, wie ich es mir erhofft hatte, begann der Nachmittag dann doch nicht. Nach der Schufterei des Vormittags, schließlich war ja viel vorzubereiten, stand nach dem Eintreffen der Gäste erst mal das Servieren von Begrüßungsdrinks und –häppchen auf dem Programm. Für die Herren, versteht sich.

Das Ganze fand statt in der Eingangshalle, derselben, in der ich auch angekommen war seinerzeit und erste Bekanntschaft mit meinem neuen Leben schloß. Mein Gott, wenn ich geahnt hätte, wie grundlegend sich alles wandeln sollte, ICH mich wandeln sollte...

Aber wir waren beim Servieren des Stehimbisses zur Begrüßung. Ich, entgegen der ursprünglichen Planung, denn doch in meiner Hausmädchen- Tracht, mit beiden Händen ein großes und schweres Tablett balancierend, die Herren ständig mit einem Lächeln zum Zugreifen auffordernd.

(„Du quatschst nicht, Anna, lächle und biete Sekt und Schnittchen an. Wenn die da sind, hast du Redeverbot, bis eure Freizeit beginnt. Verstanden?“ „Ja, Herr“. So waren seine Instruktionen.)

Selbstverständlich wagt auch keines der drei Mädels, die mitgebracht wurden, auch nur einen Mucks zu tun.

Die Herren unterhalten sich über uns, über unsere sexuelle Dienstbarkeit und wie oft sie es uns benutzen, ich bin nicht glücklich darüber, dass die Männer nun über meine „Deep-throat- Technik“ Bescheid wissen. Außerdem ist es mir auch peinlich.

Werden sie das auch versuchen? Werden sie dabei so gekonnt vorgehen wie mein Herr?

Grenzenlose Erleichterung durchflutet mich, als dieser weiter redet.

 „Aber das laßt ihr mal schön sein, ihr Lieben. Ich will nicht, dass ihr sie mir noch kaputtmacht.“

Seine Gäste versichern ihm lachend, sie hätten da doch nie daran gedacht. Nicht im Entferntesten. Aber nicht doch.

„Das wäre doch Mißbrauch!“, meint Einer.

Hochgezogene Augenbrauen.

„...deiner Gastfreundschaft“, vollendet er seinen Witz.

Ich lächle und serviere wie befohlen, meine Leidensgenossinnen, die ich doch so begierig bin, kennenzulernen, halte sich mit einer Miene, wie sie nur lebenslange Knechtschaft hervorbringt, immer in der Nähe ihrer Herrn. Wo immer diese hingehen, sie folgen ihnen gesenkten Hauptes, die Hände sittsam gefaltet. Das heißt die Kleinste nicht, die hat sie hinter dem Rücken, sie trägt stählerne Handschellen. Ich schätze sie auf ungefähr vierzehn. Im Gegensatz zu den beiden älteren ist sie vollständig nackt und wird von ihrem Herrn an einem ledernen Hundehalsband geführt, was mich schockiert. So was habe ich noch nie gesehen. Sie hat einen unterentwickelten Kinderkörper mit schmalen Hüften, der Brustkorb wie der eines Knaben, völlig flach ohne den Ansatz einer Brust und mit winzigen Brustwarzen. Ihre langen Beine sind noch ganz dünn, wie Stecken, sie trägt so griechische Sandalen, deren sich überkreuzende Bänder bis unterhalb der Knie reichen.

„Sie scheut noch“, erklärt ihr Herr den anderen, „ich richte sie gerade ab, längere Abwesenheitszeiten von ihrer Mutter, die mir auch gehört, und Berührungen zu tolerieren. Ihr alle könnt mir übrigens helfen dabei. “

Das lassen sich die Anderen nicht zweimal sagen. Die Männer scharen sich um das gefesselte Kind, das schwache Laute der Überraschung und Angst von sich gibt.  Da es vollständig hinter den Männern verschwindet, ist von außen nicht erkennbar, was sie alles mit ihm anstellen, aber es ist klar, dass sie das kleine Mädchen hemmungslos begrapschen und abfummeln. Immer wieder kommt ein leises „Nein“ oder ein „Bitte nicht“ eines verzagten Stimmchen aus dem Kreis.

Ich stehe etwas abseits mir meinem Tablett, die beiden Älteren, sie mögen so um die siebzehn oder achtzehn sein, halten sich hinter den Rücken ihrer Besitzer.

Da die Aufmerksamkeit vollständig von uns abgelenkt ist, können wir es riskieren, uns mit Blicken abzuschätzen.

Um es gleich zu sagen- sie sind mir nicht sonderlich sympathisch. Auf den ersten Blick sehen sie eigentlich ganz nett aus, beide eher kleinwüchsig, die Eine schlank mit so Birnentittchen, das kann man ganz gut sehen unter ihrem Top, das ziemlich eng anliegt, die andere mit weiblichen Rundungen an den richtigen Stellen, auch sie wirkt nicht füllig. Beide haben etwas rundliche Gesichter, die ganz Schlanke darüber mittellanges Braunhaar, die etwas Rundlichere darüber einen, wie ich das beurteile, naturblonden Bubikopf. Beide ausstaffiert wie Straßenhuren vom Babystrich, Miniröckchen, jedoch ungeschminkt (wir sollen ja noch ins Wasser nachher), na ja, halt so ähnlich, wie ich mich präsentieren sollte ursprünglich.

Aber diese Fressen, will sagen: ihr Lächeln- du meine Güte. Honigsüß und verderbt zugleich, während sie mir frech in die Augen starren. Mir ist sofort klar, dass diese Beiden mitnichten willenlose Roboter sind, dass sie einen Weg gefunden haben, totale Unterwerfung und blinden Gehorsam, die sie sicherlich schon mit der Muttermilch aufgesogen haben und im Gegensatz zu mir auch nie was anderes kennenlernen durften,  zu vereinen mit einer Abgebrühtheit, einer Kaltschnäuzigkeit, die mir direkt unheimlich ist. Verglichen mir ihnen komme ich mir vor wie ein Säugling, zumindest wenn es sich darum handelt, ein perfekt benutzbares Objekt zu sein, das möglichst wenig Angriffsflächen bietet. DIE wissen sich, wiederum im Gegensatz zu mir, sicherlich ganz gut zu schützen vor dem Zorn ihrer Herrn und Bestrafungen. Ich wünschte, ich wäre wie sie, und gleichzeitig graut mir davor.

Jetzt neigt die Eine sich der Anderen zu (die Rundliche der Schlanken) und wispert ihr kurz was ins Ohr, für mich unhörbar und für ihre Besitzer, wie es den Anschein hat, auch.

Jetzt grinsen sie unübersehbar höhnisch und starren weiterhin in meine Richtung.

Ich stehe da mit meinem Tablett und komme mir blöd vor. Die Beiden kennen sich schon, das ist offensichtlich, und haben ihr Urteil gefällt über mich: dass ich nicht durchchecke und total ahnungslos bin. (So wird es im Laufe des Nachmittags dann eine von ihnen mir ganz offen ins Gesicht sagen, ich habe vergessen, welche. Ist ja auch egal.) Jedenfalls nehme ich mir vor, mich an die Kleine zu halten. Die sah lieb aus irgendwie. Hoffentlich ist sie nicht zu verstört, bis die Herren fertig sind mir ihr.

 

Irgendwann tragen sie sie an allen vier Gliedmaßen auf den Wohnzimmertisch, den ich zu diesem Zweck noch schnell freiräumen muß von Zeitschriften.

 

Oh mein Gott, wollen sie sie vergewaltigen?

Aber nein, ihr Herr befiehlt ihr, die Beine unters Kinn zu ziehen und leckt ihr vor aller Augen das Arschloch aus, mit starrer Miene und knallrotem Kopf, den Blick zur Decke gerichtet,  läßt sie es über sich ergehen. Mein Herr wichst zu diesem Anblick. Die Anderen grölen vor Lachen und sparen nicht mit Bemerkungen.

„Du Sau!“ „Frißt ihr die Scheiße aus dem Arsch, ich fass´ es nicht“. Und dergleichen. Wie Männer halt reden, wenn sie unter sich sind. Und das sind sie ja auch. Wir Sklavinnen zählen schließlich nicht.     

 

Irgendwann haben wir dann auch „frei“ und sind es auch alle, von Kleidung, meine ich, also nix von wegen Bikini, für keine von uns. Es wird sicher angenehm werden, im Wasser zu sein, wir haben auch einen Sonnenschirm und Getränke.

Die Kleine, Yvonne, ist nicht mehr gefesselt, dafür trägt die Rundliche, Dana, jetzt Fußeisen. Aus rostfreiem Chrom, mit einer Verbindungskette, die ihr mittellange  Schritte gestattet.

„Die habe ich noch nicht lang und ich glaube, das ist ein Luder“, erklärt ihr Herr den Anderen, „auf die muß ich achtgeben. Die tut zwar immer so, aber die hat’s faustdick hinter den Ohren. Könnt ihr mir glauben.“ Verständnisvolles Nicken und Schmunzeln.

Mir ist zwar schleierhaft, wie sie abhauen sollte. Erstens wären wir Restlichen verpflichtet, sie daran zu hindern bzw. Alarm zu schlagen, sollte sie so verrückt sein, es zu versuchen und außerdem: wie bitteschön soll sie denn nackt über den Stacheldraht kommen, der die Mauer krönt, falls Ihr das vergessen haben solltet. No chance, meiner Ansicht nach. Und ohne Kleider ist man ja auch ein bißchen auffällig, glaube ich, wenn man entkommen will.

Aber was soll’s, es geschieht selbstverständlich, wie ihr Herr das möchte und ich würde mir lieber die Zunge abbeißen, als ein Wort über meine Lippen kommen zu lassen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 50

 

„Ihr habt frei jetzt. Amüsiert Euch schön.“ So die Worte meines Herren. „Ja, heizt euch richtig an, ihr kleinen Schlampen“, so ein anderer, „wir kommen euch dann holen, wenn wir euch brauchen.“

Darauf wir im Chor: „Danke schön.“ Was soll man sonst sagen?

Anheizen? Was meinte er damit. Ich denke, wir sind hier, um uns abzukühlen. Also im Pool (na ja, dem überdimensionierten Planschbecken), meine ich. Egal. Hauptsache, ich kann mal wieder mit anderen Menschen zusammensein, darüber bin ich wirklich sehr froh. Wir werden schon auskommen miteinander und vielleicht habe ich die Beiden ja völlig falsch beurteilt, das kann man doch so auf die Schnelle gar nicht, jemand richtig beurteilen, oder? 

Wir sehen uns an, während die Herren davonschlendern, lachend und redend und rauchend. Sie werfen keinen Blick zurück und gehen ins Haus.

Kaum sind sie außer Sichtweite, schnappt sich Yvonne, also die Kleine, eines der Handtücher (die haben wir natürlich auch) und beginnt, sich darin einzuwickeln. Sofort reißt es ihr Dana , das ist die Rundliche, ihr erinnert euch, wieder weg. Yvonne will noch danach haschen, aber Dana ist schneller, wedelt ihr vor der Nase rum damit.

„Na los, hol’s dir doch, hol’s dir doch! Faß, faß!“, höhnt sie, während sich Yvonne vergeblich müht. Die Schlanke mit den Birnenbrüsten, deren Namen ich immer noch nicht weiß, beobachtet die ganze Szene sichtlich amüsiert und wirkt etwas enttäuscht, als Yvonne recht schnell aufgibt und wieder nackt rumsteht wie wir anderen auch.

Dana läßt das Handtuch auf den Boden fallen.

„Los, heb es auf“, fährt sie Yvonne an. Yvonne tut es. „Leg es auf den Stapel, da wo du es her hast. Aber ordentlich zusammengefaltet.“ Yvonne folgt auch dieser Anordnung, wirft mir dabei einen resignierten Blick zu und zuckt mit den Schultern, als wolle sie sagen: „Es ist besser so.“

Ich kann nicht glauben, was sich doch direkt vor meinen Augen abspielt.  Das darf doch nicht wahr sein!

Unvermittelt redet mich  die Schlanke an: „Hübsche Tittchen hast du. `n bißchen klein halt.“ Sie will mir an die Brüste fassen, ich schlage ihr auf die Finger.

„Laß das!“

„O.k., o.k., wußte nicht, dass du so empfindlich bist. Man wird sich doch noch vorstellen dürfen. Wie heißt´n du überhaupt?“

„Anna“

„Anna, die Sklavensau!“, ergänzt Dana.

Ich ignoriere das.

„Und du. Wer bist du?“, frage ich die Schlanke.

„Sie heißt Fickmaschine“, wirft Dana ein.

„Jetzt halt mal das Maul“, entgegne ich ihr, „ich rede mit ihr und nicht mit dir.“

Wende mich wieder der Schlanken zu.

„Also, sag schon. Wie heißt du?“

„Sagte SIE doch bereits“, sie deutet auf Dana, „ich heiße Fickmaschine, hast du was auf den Ohren?“

Yvonne ist neben mich getreten, ergreift meine Hand.

„Ihr Herr nennt sie oft tatsächlich so, Anna, aber eigentlich heißt sie Bettina“.

Ich lasse es zu, dass Yvonne weiterhin meine Hand hält. Im Grunde finde ich sie ganz sympathisch.

„Ihr Herr nennt sie tatsächlich so, aber eigentlich heißt sie Bettina“, äfft Dana Yvonne gehässig nach, „halt bloß die Fresse, du, wenn wir mit Anna reden, sonst kriegst ´n paar geknallt.“ Yvonne drängt sich näher an mich.

Jetzt wird es mir zu bunt. Mit was für Proleten haben sie mich da zusammengesperrt?

„Laßt sie und laßt mich in Frieden. Hier kriegt überhaupt niemand irgendwelche Schläge, was hat sie euch denn getan, dass ihr so gemein zu ihr seid“, nehme ich Yvonne in Schutz.

Eigentlich bin ich unglücklich. Ich wollte, dass es ein schöner Nachmittag wird, und jetzt dieser Streit. Warum nur?

 

„Achtung, dein Herr kommt“, zischt Dana Bettina zu.

Tatsächlich, er tritt gerade aus dem Haus und läuft in unsere Richtung. Vielmehr, er schwankt etwas, wahrscheinlich ist er angetrunken. In der Hand hält eine Reitpeitsche. Es ist die meines Herrn, die, mit der ich oft genug verdroschen werde.

 

Sofort stürzen sich Dana und Bettina in eine enge Umarmung und tauschen heftige Zungenküsse aus. Ach- so war das also gemeint mit dem „Anheizen“ vorhin. Wir sollen wohl eine Lesbennummer abziehen nachher als Teil der Abendunterhaltung. Ich verspüre eine leichte Übelkeit bei dem Gedanken daran. Ich will das nicht.

Um überhaupt irgendwas zu tun und nicht nur dumm in der Gegend herumzustehen, greife ich mir einen aufgeblasenen Wasserball, der in ein paar Metern Entfernung herumliegt und werfe ihn Yvonne zu. Die fängt ihn und wirft ihn zurück, so dass wir als in ein Ballspiel vertieft scheinen, als Bettinas Herr ankommt.

Er betrachtet das Schauspiel, das wir vier bieten, eine Zeitlang sinnend, holt seinen schlaffen  Schwanz aus der Hose, spielt etwas herum damit, steckt ihn dann wieder weg, macht, ohne ein Wort gesagt oder irgend jemand etwas getan zu haben, wieder kehrt und stapft zum Haus zurück.

Yvonne und ich hören auf damit, uns den Ball zuzuwerfen. Auch Bettina und Dana küssen sich nicht mehr, halten sich aber weiterhin umschlungen. Zwei frech grinsende Köpfe wenden sich uns zu. Yvonne eilt zu mir und ergreift erneut meine Hand.

„Na, sie mag dich ja.“ Wieder Dana. „Knutsch sie doch ab. Sie steht drauf, glaub mir. Aber sei vorsichtig, wenn du ihr einen Finger reinschiebst unten. Die ist nämlich noch Jungfrau, soviel ich weiß.

Stimmt’s oder hab ich recht, Yvonne: dich hat noch keiner angestochen?“

Die senkt den Kopf und sagt nichts.

„Laß sie doch endlich in Ruhe“, erwidere ich an ihrer statt.

„Laß sie doch selber reden, du dumme Nuß. Die hat doch ihr Maul nicht nur zum Mösenschlecken“, kommt es prompt zurück.

„Die will aber nicht, merkst du das denn nicht?“

„Puuh, das Prinzeßchen möchte sich nicht unterhalten mit mir. Na so was!“, macht Dana

Ich fasse Yvonne bei  den Schultern.

„Komm. Setzen wir uns da drüben hin unter den Sonnenschirm.“

„O.k.“

Wir lassen Dana und ihre Freundin einfach stehen und laufen rüber zum Sonnenschirm, wo ich auch Gartenstühle und einen Tisch aufgestellt habe. Auf dem Tisch sind gekühlte Getränke und Gläser. Wir setzen uns, ich schenke uns ein.

„Sag mal, Anna“, beginnt Yvonne, „findest du mich jetzt deswegen blöd, weil ich noch nie..., na du weißt schon?“

„Aber nein, wie kommst du denn da drauf. Wie alt bist du überhaupt?“

„Vierzehn. Aber ich blase meinem Herrn seit letztem Jahr einen und ich werde immer besser, sagt er“, verkündet sie stolz.

„Komm, genug von dem Thema. Mit vierzehn hast du noch Zeit, „das da“ kennenzulernen, und ich will auch gar nicht wissen, zu was dich dein Herr sonst noch so zwingt.“

„Ja, anfangs war es so eklig. Er läßt es mir in den Mund laufen, dieses weiße warme Zeugs da, und ich muß alles schlucken und wenn nur ein Tropfen daneben geht, gibt’s Haue und manchmal....“

„Stop“, unterbreche ich sie, „ich habe dir doch gesagt, dass ich davon nichts hören will.“

Sie schlägt die Hand vor den Mund.

„Entschuldige bitte, ich bin schon still.“

In dem einsetzenden Schweigen ist zu hören, wie sich im Pool eine veritable Wasserschlacht entwickelt. Ihrem Gekreische und Gelächter nach zu urteilen, scheinen die beiden viel Spaß zu haben.

„Anna?“
„Ja?“

„Darf ich dich mal was fragen?“

„Frag nur.“

„Du hast doch überall Striemen und blaue Flecken. Wirst du viel gehauen.“

„Ja, das werde ich.“

„Ich auch. Aber ich glaub, nicht so arg wie du.“

„Yvonne, können wir uns nicht über was anderes unterhalten? Weißt du, das ist nichts, worüber ich so gerne rede.“

Wieder Schweigen.

„Über Sex willst du nicht reden und wie wir bestraft werden auch nicht, worüber denn dann?“, mault sie. „Willst du vielleicht ins Wasser gehen, Anna?“

„Nein. Ich kann die beiden nicht leiden, weißt du.“

Yvonne ergreift wieder meine Hand, blickt mich verschwörerisch an.

„Ich mag sie auch nicht, Anna. Sie sind immer so gemein zu mir. Ich sitze viel lieber mit dir zusammen und wir unterhalten uns. Das macht Spaß, weil du so nett bist. Und danke fürs Helfen vorhin. Hoffentlich besucht mein  Herr deinen noch oft, damit wir uns oft sehen können.“

„Ja, ich finde auch, dass es Spaß macht, sich mit dir zu unterhalten. Was liest du denn gerne?“, versuche ich Konversation zu machen.

Yvonne wird puterrot und läßt meine Hand los, senkt den Kopf.

Au Backe, da bin ich ja schön ins Fettnäpfchen getreten. Natürlich ist sie Analphabetin, nicht jede Sklavin ist so privilegiert wie ich, die in die Schule gehen durfte. Bevor mir noch was einfällt, wie ich die Situation entschärfen könnte, sagt sie einfach: „Ich kann nicht lesen. Warst du in der Schule, Anna? Kannst du es?“

„Ja.“ Ich weiß nicht warum, aber in dem Moment ist es mir direkt peinlich.

„Oh, wie schön“, freut sich Yvonne, „dann kannst du es mir doch beibringen. Und ich bringe es dann Mama bei. Würdest du das tun? Ach bitte.“

Hm. Unter diesen Aspekt habe ich das noch gar nicht gesehen.

„Bitte, bitte, bring’s mir bei“, quengelt Yvonne, sie ist ganz aufgeregt und rutscht auf ihrem Stuhl hin und her. „Ich kann dir zwar nichts zahlen, wir haben kein Geld, aber kannst du’s nicht für umsonst machen, ich meine, jetzt wo wir uns schon so gut unterhalten haben?“

Ich muß lächeln und mir ist auf einmal, als hätte ich eine kleine Schwester bekommen. Ich habe einen Kloß im Hals.

„Nein, nein, ich habe nie dran gedacht, da was zu nehmen dafür. Ich will es dir auch gerne beibringen. Aber ich habe keine Stifte. Ich müßte in mein Zimmer gehen und Stifte und Papier holen, aber ich trau mich nicht. Ich will nicht ins Haus und an den Herren vorbei, verstehst du?“

Das tut sie. „Auf keinen Fall, Anna. Sie werden uns sowieso noch holen kommen, wenn sie uns weh tun oder euch Ältere ficken wollen.“ Ein Schauder läuft ihr über den Rücken.

„Ich hab eine Idee, Yvonne. Können wir nicht... Erde nehmen? Aus dem Beet da drüben. Ich habe es erst heute vormittag gießen müssen, und wenn ich einen Stecken nehme, kann ich die Buchstaben auf die Servietten malen. Vielleicht schaffst du es, sie unter deine Kleider zu stecken und mit heim zu nehmen. Nachher, wenn ich abräume, hilfst du mir und wir verstecken sie in deinen Kleidern wo. Zuhause mußt du dann üben.“

So machen wir es. Es funktioniert gut. Um die Erde noch ein wenig anzufeuchten, nehme ich einfach Saft.

Ich zeige ihr das „A“, das „B“, das „C“ und so weiter bis zum „J“, Yvonne hat ihre Zungenspitze zwischen die Zähne geschoben, so konzentriert ist sie,  als auf einmal Wassertropfen von oben auf die Serviette fallen und das „J“ zerlaufen lassen.

Ich wende mich um. Hinter mir steht Bettina über mich gebeugt und wringt ihr nasses Haar aus. Ich habe sie gar nicht kommen gehört, so versunken waren wir in unsere Tätigkeit. Dana ist natürlich auch da und beginnt die Servietten mit den anderen Buchstaben an sich zu raffen. Sie wird sie wohl zerreißen wollen, wie ich vermute, jedenfalls klingen ihre Worte nicht gerade freundlich.

„Ah, die Frau Professor hat eine Schülerin bekommen, sieh mal an. Da tue ich euch ja noch einen Gefallen, wenn ich das Beweismaterial vernichte, ihr blöden Säue. Ihr Idiotinnen wollt wohl, dass wir alle noch bestraft werden heute.“

Ein Zorn übermannt mich, als Idiotin brauche ich mich nicht titulieren zu lassen, nicht von dieser Schlampe. Wutentbrannt will ich ihr mit der flachen Hand auf den Rücken hauen, als ich sehe, dass er überall von dünnen weißen Linien und Narben bedeckt ist, kreuz und quer laufen sie und künden von entsetzlichen Auspeitschungen mit Wunden bis tief ins Fleisch. Vielleicht war sie schon im Sklavengefängnis. Dort benutzen sie so dünne Stahlkabel für so was dem Vernehmen nach. Oder auch dickere gelegentlich.

Ich lasse die Hand wieder sinken, meine Wut ist so schnell verraucht, wie sie gekommen ist.

Dana hat das aus den Augenwinkeln bemerkt. Sie läßt die Servietten, die sie bereits in der Hand hielt, wieder sinken und dreht sich zu mir.

„Na los, schlag doch zu, das wolltest du doch. Ich habe schon Schlimmeres ausgehalten, ob du’s glaubst oder nicht.“

„Das sehe ich“, murmle ich tonlos. Irgendwie bleibt mir die Stimme weg.

Dana zieht sich einen Stuhl heran und setzt sich neben mich.

„Hör zu, Anna. Tut mir leid, wenn wir vorher nicht so nett zu dir waren....“

„Und zu Yvonne“, erinnere ich sie.

„Ja, o.k., von mir aus. Zu Yvonne waren wir auch nicht nett...“

„Das sind wir eigentlich nie!“, trumpft Bettina auf, greift sich Yvonnes noch halbgefülltes Glas und trinkt es in einem Zug leer.

„Hee...“, will Yvonne protestieren, besinnt sich dann aber eines Besseren.

„Bettina, halt’s Maul“, schnauzt Dana sie an, „und benimm dich. Du hast es hier mit gebildeten Leuten zu tun, du Dummfotze.“

Bettina guckt zwar recht verdutzt, entschließt sich aber offenbar, sich nicht mit Dana anzulegen und lacht gezwungen über deren  Scherz, greift sich einen Stuhl und setzt sich etwas abseits.

„Also, Anna, was ich sagen wollte“, wendet sich Dana wieder mir zu, „sorry, dass wir nicht so nett zu dir waren...und zu Yvonne, das war nicht so gemeint, wir wollten halt ein bißchen lustig sein, aber das jetzt, das ist ernst: du kannst ihr nicht lesen und schreiben beibringen. Ihr Herr will das nicht. Hat dein Herr einen Folterkeller?“, fragt sie mich unvermittelt.

„Ja.“

„Siehst du. Und da gehen wir heute noch hin, und zwar alle miteinander, wenn das rauskommt. Kapierst du das?“

„Ja“, erwidere ich betroffen. Sie hat recht und ich habe mich in der Tat wieder wie eine Idiotin verhalten. Bloß weil ein Kind  von mir Lesen und Schreiben lernen will und mich das rührt- dabei liegt es  doch auf der Hand, dass es ihrem Herrn möglicherweise gar nicht recht ist. Sonst hätte er sie doch zur Schule gehen lassen, zumindest die ersten paar Klassen.

„Also...“, Dana gießt grinsend Saft über den Servietten aus.“ Da hat jemand ein Glas umgestoßen und wir mußten die Servietten nehmen, um die Sauerei wieder aufzuwischen. Alle klar?“

Da ertönt vom Haus der Pfiff einer Trillerpfeife. Danas Kopf fährt herum. „Mein Herr. Er pfeift... Ich muß..., und zwar sofort. Bis dann, Mädels.“

Sie springt auf und sprintet los, spurtet hoppelnd zum Haus, so schnell das ihre Fußfessel zuläßt.

Dort warten ihr und mein Herr auf sie. Mein Herr packt sie am Arm und führt sie hinein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 51

 

„Was wollen die nur von ihr?“, fragt Yvonne mich.

„Kind, woher soll ich das wissen?“, raunze ich zurück, plötzlich etwas gereizt, obwohl ich schon so eine Ahnung habe, was mein Herr, der sie ja am Arm packte und ins Haus führte, von ihr wollen könnte. Ich entschließe mich aber, diese Vermutung Yvonne nicht mitzuteilen.

„Anna, warum bist du sauer auf mich? Hätte ich das nicht fragen sollen?“

„Weil du so saublöde Fragen stellst“, meldet sich Bettina wieder zu Wort. Ich blicke rüber zu ihr, will ihr schon eine entsprechende Antwort verpassen, als ich sehe, dass alle Farbe aus ihrem Gesicht gewichen ist und sie stocksteif auf ihrem Stuhl hockt. Hat sie Angst? Mitleid mit ihrer Freundin?

„Bettina, komm her, setz dich zu uns.“

Sie kommt auch tatsächlich gleich rüber, setzt sich neben mich.

„Was sie wohl mit ihr machen?“, wundert sie sich, dessen nicht eingedenk, dass sie diese Frage, aus Yvonnes Mund, eben noch für „saublöd“ hielt.

„Wir werden es bald erfahren“, seufze ich.

„Gib mir Saft“, sagt sie zu Yvonne. „Bitte.“

Yvonne füllt ein Glas und schiebt es zu ihr rüber. „Danke.“

Dann sitzen wir und schweigen alle drei, jede hängt ihren Gedanken nach.

Dann hören wir Schreie aus dem Haus. Zwar gedämpft durch die Mauern und die Entfernung, aber unverkennbar Danas Schreie. Dazwischen wieder Stille, dann wieder diese Schreie, mal leiser, mal lauter.

Plötzlich läßt Bettina ihren Kopf auf den Tisch sinken. Ich glaube, sie weint. Ich lasse sie gewähren und warte, bis es so aussieht, als ob sie sich wieder in der Gewalt hat. Nach einer Zeit hebt sie ihren Kopf wieder und blickt mich aus verheulten Augen an.

„Glaubt bloß nicht, dass Dana das nicht aushält. Die steckt das weg. Ich schwör´s euch. Die war schon im Sklavengefängnis, müßt ihr wissen.“ Sie greift sich eine Serviette und wischt sich die Augen trocken. „Und glaubt auch nur nicht, dass ich eben geflennt habe. Ich hab eine Allergie, das ist alles. Ich heule nie.“

Wir widersprechen ihr nicht.

„Sag, Bettina, weshalb war Dana im Sklavengefängnis?“, will Yvonne wissen.

Bettina scheint zu überlegen, ob sie sie einer Antwort würdigen soll, tut es dann aber.

„Weiß nicht. Sie redet nicht drüber. Ich weiß nur, dass sie früher einem reichen Herrn mit vielen Sklaven gehörte und dann ins Sklavengefängnis kam und dann hat sie ihr neuer Herr gekauft.“

 

 

 

 

Kapitel 52

 

 

Irgendwann hören die Schreie auf und irgendwann werden wir alle ins Haus gerufen. Wir gehen rüber, ich führe Yvonne an der Hand. Bettina, die nichts mehr geredet hatte seit ihrer Auskunft an Yvonne, hält sich auch an meiner Seite.

Im Haus herrscht eine alkoholgeschwängerte Stimmung. Das läßt leider nicht Gutes erwarten. Yvonne muß jetzt meine Hand loslassen, ich merke, dass es ihr schwer fällt. Wir stehen nackt im Wohnzimmer und haben Angst. Von Dana keine Spur. Von meinem Herrn auch nicht. Vorerst nimmt  niemand Notiz von uns, die Herren sitzen am Wohnzimmertisch, der mit leeren Bierflaschen überladen ist, und spielen Skat.

„Du“, winkt mich einer schließlich zu sich heran.

Ich gehe sofort zu ihm, bleibe einen halben Meter entfernt von ihm stehen.

„Ja, Herr?“

„Näher ran, du kleine Stinkfotze“

„Ja, Herr. Entschuldigung, Herr.“

Ich tue, wie er mir geheißen hat, obwohl mich der von ihm ausgehende Biergeruch ekelt und ich auch Angst vor ihm habe.

Er schaut aus trüben Augen auf.

„Du bist doch die Anna?“, fragt er mich mit schwerer Zunge.

„Ja, Herr.“

„Also, dein Herr hat gesagt, du sollst in die Küche gehen und ein warmes Abendbrot bereiten. Du sollst dir eine mitnehmen. Welche willst du?“ Alle lachen dröhnend über diesen „Scherz“, das Wörtchen „willst“ ist offenbar äußerst zweideutig für sie.

„Darf ich die Yvonne mitnehmen, Herr?“

Bettina wäre mir wahrscheinlich eine größere Hilfe, aber ich will Yvonne vor dieser betrunkenen Horde Männer schützen.

„Meinetwegen.“ Er gibt mir einen Klaps auf den Po. „Zischt ab.“

„Ja, Herr. Danke, Herr.“

Ich mache kehrt und winke Yvonne, dass sie mir folgen soll.

„Halt!“

Ich kehre sofort um, stehe wieder vor ihm. Mein Gott, bitte, laß mich möglichst schnell in der relativen Sicherheit der Küche sein. Dort werde ich mir auch meine Hausmädchentracht anziehen, komme, was da wolle, und wenn ich hinterher geprügelt werde deswegen. Aber es ist mir einfach unerträglich, weiterhin nackt vor diesen Männern herumzustehen. Ich muß immer an die Massenvergewaltigung dieses einen Herrenabends denken, die ich ans Bett gefesselt über mich ergehen lassen mußte, und das hier sieht schlimmer aus.  Von Betrunkenen spontan vergewaltigt zu werden, ohne meinen Herrn in der Nähe, der noch die Einhaltung irgendwelcher Regeln oder Grenzen verlangt, ist wahrscheinlich übler als selbst das, was mein Herr mir regelmäßig antut. Aber er ist wenigstens nüchtern dabei und hat die volle Kontrolle über sich.

Aber jetzt stehe ich vor diesem Betrunkenen und überlege: „Ist das dein nächster Vergewaltiger?“

„Hiergeblieben“, kommandiert er. „Erst die leeren Flaschen abräumen. Und neue bringen. Das heißt, nee, du gehst und holst neue, du weißt, wo die Küche ist. Abräumen sollen die anderen. Oder nee, ihr bringt dann alle neue.“ Sehr klar sind seine Anweisungen nicht mehr.

„Ja, Herr. Sofort Herr.“

Yvonne und Bettina sind schon zur Stelle, beginnen den Tisch abzuräumen. Ich schnappe mir auch eine paar Flaschen, das Leergut soll ja auch erst mal in die Küche.

„Kommt mit“, sage ich zu Bettina und Yvonne, „ich zeig euch, wo die leeren Bierkästen sind.

Wir verschwinden in die Küche.

Dort sind wir erst mal erleichtert, weil wir der unmittelbaren Gefahr entronnen sind. Ich weise auf die Ecke, in der die Bierkästen stehen. „Hier rein“. Dann gebe ich meine weiteren Anordnungen, ganz wie früher, als ich noch meine „Mädchenbande“ um mich rum hatte.

„Bettina, wir beide bringen ihnen jetzt frisches Bier, Yvonne geht da nicht mehr raus, verstanden?“

„Aber wenn sie sich fragen, wo sie bleibt?“

„Werden sie nicht. Außerdem muß sie Kartoffeln schälen.“

„O.k.“

Das Bringen und vor allen Dingen das Einschenken des Biers verläuft ohne nennenswerten Zwischenfälle. Natürlich wandern Männerhände unsere Körper auf und ab, einmal versuchen sogar Finger, in meine Vagina einzudringen, geben aber auf halbem Wege wieder auf und ziehen sich zurück.

Gern überlasse ich Bettina zwar nicht ihrem Schicksal, aber dennoch husche ich erleichtert zurück in die Küche, nicht ohne Umweg über die Garderobe, wo ich rasch meine Uniform aus dem Schrank nehme und unter den Arm klemme. Dann, wie gesagt, ab in die Küche.

Dort wartet schon Yvonne auf mich und ist ganz verzweifelt.

„Anna, wo warst du so lange? Ich hatte so Angst. Ich konnte auch keine Kartoffeln finden und mit dem Schälen anfangen, wie du gesagt hast. Was, wenn mich jemand kontrolliert hätte?“

Dann fällt ihr Blick auf das Bündel unter meinem Arm.

„Was ist denn das, Anna? Du willst dich doch nicht etwa anziehen?“

„Doch. Ich würde dir auch gerne eine von meinen Uniformen geben, aber die sind  zu groß für dich.“

„Anna, Anna“, heult Yvonne entsetzt auf. „Tu´s nicht. Ich bitte dich inständig. Wir haben Befehl, nackt zu sein. Dem kannst du dich doch nicht einfach widersetzen. Tu´s bitte nicht.“ Sie fällt mir schluchzend um den Hals.

Natürlich. Sie hat ja so recht. Was um Gottes Willen war nur in mich gefahren? Bin ich denn vollständig verblödet?

„O.k., ich tu´s nicht, ich tu´s schon nicht“, versuche ich Yvonne zu beruhigen, die immer lauter heult und die ich nur mit Mühe von mir weg bekomme. Ich schäme mich sehr vor ihr für mein hirnrissiges Verhalten. Kleinlaut stopfe ich meine zusammengefaltete Uniform in einen Vorratsschrank, hinter einen Stapel Konservendosen. Der Höhenflug des Kommandogebens von eben ist mir gründlich vergangen. Selbst ein Kind wie Yvonne weiß mehr über das Sklavendasein als ich. Das heißt, eigentlich habe ich’s ja gewußt, es nur eben mal wieder vergessen momentan.

Yvonne ist die Sklaverei in Fleisch und Blut übergegangen. Mir offenbar nicht. 

 

 

 

 

Kapitel 53

 

Während wir so arbeiteten, die kurzfristige Zubereitung eines warmen Abendessens für mehrere Personen ist ja keine leichte Sache, merkte ich, wie ich nach und nach wieder stieg in Yvonnes Ansehen. Sie bekam mit, dass ich mich auskenne in solchen Dingen und dass sie noch lernen konnte von mir. Trotzdem ließ ihr meine offenkundige Ahnungslosigkeit auf dem Feld des Überlebens keine Ruhe.

„Du, Anna, sag mal..“

„Ja, was ist denn?“

Sonderlich begeistert war ich nicht, dass sie reden wollte mit mir, wo es doch so viel zu tun gab und ich meine Konzentration eigentlich zusammenhalten mußte. Wenn da was schieflief oder die Herren zu lange warten mußten, dann bedeutete das Strafkeller, keine Frage. Und eine Strafsitzung stand ohnehin  noch an, gelegentlich stellte der Herr mir einen weniger grausamen Verlauf in Aussicht, wenn ich  mir „keinen, aber auch nicht den allergeringsten Ungehorsam“ zuschulden kommen ließe bis dahin. Ich dachte mit Unbehagen an meine Uniform, die sich ja absolut nicht dort befand, wo sie sich befinden sollte. Und jetzt wollte Yvonne auch noch quatschen mit mir und ich vermasselte womöglich was mit dem Abendessen. Ich war aber viel zu froh, mal wieder jemand zum Reden zu haben und noch dazu so jemand Netten wie Yvonne, als dass ich dem Gespräch von vornherein ausgewichen wäre.

„Du warst doch immer eine Sklavin, oder, Anna?“

Blöde Frage.

„Ja, klar. Wie du. Wie wir alle.  Man wird so geboren, hast du das nicht gewußt? Also ich habe mich bestimmt nicht freiwillig dazu gemeldet, falls du das meinst.“

Ein wenig Sorgen machte mir die Kameraüberwachung in der Küche. Auch so ein Detail, das ich nicht bedacht hatte. Klar, momentan hatte mein Herr andere Dinge zu tun, als vor dem Monitor zu hocken. Aber was, wenn er Aufzeichnungen anfertigte und die sich zumindest ausschnittsweise ansah? Dann war ich geliefert, wenn er gerade in die entscheidenden Abschnitte reinsah. Rausholen mußte ich die Klamotten ja auch noch. Was sollte ich nur tun? Alles gestehen, bevor es rauskam? Zum Teufel, im Moment hatte ich andere Probleme, zum Beispiel Yvonnes Fragen zu beantworten.

„Nein, Anna, das meine ich doch gar nicht. Aber es soll ja Herrschaften geben, die halten ihre Sklaven wie Freie, besonders die Kinder. Die dürfen zur Schule, haben Ausgehscheine, Taschengeld und alles. Also ich wollte dich fragen, ob du es auch so gut hattest früher, weil du scheinst immer zu vergessen, dass du gehorchen mußt.“

Wieder war es mir irgendwie peinlich, davon zu reden. Irgendwie hatte ich das Gefühl, sie vielleicht zu beschämen oder neidisch zu machen, wenn ich ihr von meinem unverdienten Glück und gutem Leben bei meinem ersten Herrn erzählte.

Trotzdem sagte ich ihr die Wahrheit.

„Ja, mein erster Herr hat mich eigentlich eher als Kind behandelt und nicht so sehr als Sklavin. Aber vielleicht ist es besser, man ist immer eine, und muß sich nicht erst später dran gewöhnen, das ist nicht einfach, sage ich dir. Außerdem war ich gar nicht richtig frei, sondern nur so halb. Eine Sklavin war ich trotzdem.“

„Aber du bist zur Schule gegangen?“

„Ja. Weißt du doch schon.“

„Und du hattest Ausgehscheine nur so zum Vergnügen. Zum Spazierengehen und so?“

„Ja, hatte ich.“

„Durftest du auch über Nacht wegbleiben?“

„Ja, gelegentlich. Aber erst, als ich älter war. In deinem Alter noch nicht.“

„Und- wurdest du geschlagen?“

„Nein, das heißt nur mal ganz selten von meiner Mutter. Aber Sklavenarbeit mußte ich leisten, und das nicht zu knapp. “

„Oh, trotzdem hattest du’s gut! Wie ich dich beneide. Wie war das, so frei zu sein? Wie war die Schule?“

„Schön war´s, Yvonne, schön. Aber das wäre jetzt auch bei meinem ersten Herrn vorbei, weil ich jetzt kein Kind mehr bin.“

„Und von der Schule. Erzähl mir von der Schule. Erzähl mir. Was du gemacht hast, wenn du einen Ausgehschein hattest nur zum Vergnügen. Warum hat dein Herr dich verkauft?“

„Yvonne, hör zu, wir müssen arbeiten. Ich vergesse vielleicht, dass Sklaven gehorchen müssen, aber du denkst nicht an die Arbeit. Ich kann dir jetzt nicht alles erzählen, aber wir sehen uns doch bestimmt wieder. Jetzt wird nicht mehr gequatscht und rühr das mal um hier!“

„O.k.“

 

Fünf Minuten später.

„Du, Anna?“

„Was ist denn jetzt schon wieder?“

„Aber du versprichst mir, dass du mir alles erzählen wirst. Alles, ja?“

„Ja, ich versprech’s dir.“ Aber nur das Schöne, dachte ich mir. Nur das Schöne und höchstens ein Quentchen vom Häßlichen.

Wir sollten uns nie wieder sehen, Yvonne und ich, und heute bedaure ich es sehr, dass ich ihre Sehnsucht nach Erzählungen aus einer Welt, nach der sie offenbar so dürstete, nicht besser gestillt habe. Ich hoffe, es geht ihr gut und ihr sind all die schlimmen Dinge erspart geblieben, die ich durchgemacht habe, vor allen Dingen die, die dann nach diesem Zeitpunkt meiner Unterhaltung mit ihr bald kommen sollten und die ihr noch erfahren werdet, wenn ihr diese Geschichte weiterlest.   

 

 

 

 

 

Kapitel 54

 

 

In nur dreissig Minuten hatten wir ein ganz anständiges Abendessen hingezaubert, packten alles auf Tabletts.

„Meinst du, wir können jetzt servieren, Anna?“

„Ich glaub schon. Das beste wird sein, ich geh mal fragen. Du bleibst hier. Und wehe, du rührst was an!“

Sie schüttelte nur stumm den Kopf.

„Dann ists ja gut. Hier gibt´s übrigens auch Kameraüberwachung.“

Ich deutete nach oben in die Ecke mit der Kamera. „Komm also auf keine dummen Gedanken, hörst du?“

Entsetzt starrte mich Yvonne an.

„Was, hier gibt´s ´ne Kamera? Anna, weißt du, dass du ins Sklavengefägnis kommen kannst für das, was du getan hast? Du läufst hier mit deinen Klamotten rein, obwohl du nicht durftest, und dann versteckst du sie auch noch und dein Herr muß sich nur die Aufzeichnung ansehen und weiß alles und du bist tot“, jammerte sie, „Anna, liebste Anna, was hast du nur getan?“

Völlig gebrochen sank sie auf einen Küchenschemel.

Mir war betreten zumute.

„Yvonne, mir wird schon was einfallen“, meinte ich lahm. „Komm, laß uns das Essen servieren.“

„Nichts da!“ Yvonne sprang auf, einen flammenden Ausdruck in den Augen. “Wir müssen planen. Schnell. Wenn die Kamera jetzt ein Mikro hat, sind wir allerdings beide erledigt. Das riskiere ich, obwohl es so dumm wie sonst was ist. Aber ich helfe dir. Du hast mir geholfen und jetzt helfe ich dir.“

Es stand außer Frage, dass ihre Bereitschaft, etwas für mich zu tun, in keinem Verhältnis zu dem stand, was ich für sie getan hatte. Ich hatte sie nur ein bißchen in Schutz genommen gegen andere Sklavinnen. Was sie machte, stand im „Strafkodex“ unter „Beihilfe“ oder gar unter „Verschwörung“. Sie spielte buchstäblich mit ihrem Leben. Kein Sklave darf einem anderen beistehen gegen die Herrschaft, dafür wanderte man, außer in minder schweren Fällen, direkt ins Ergastulum. War dies ein solcher? Ich zermarterte mein Gehirn. Fiel mir vielleicht ein vergleichbarer Fall aus dem „Kommentar“ ein?

Yvonne zermarterte ihr Gehirn auch, allerdings wie sie mir helfen könnte.

„Anna, es bleibt nichts anderes übrig. Du mußt dir deine Dienerinnentracht anziehen. Schnell. Du sagst, mein Herr (richtig, der Betrunkene war ja ihr Herr) hätte sich so mißverständlich ausgedrückt, nein, das geht nicht.... Anna, wie servierst du das Abendessen normalerweise?“

„In meiner Tracht. Aber heute ist nicht normalerweise....“

„Papperlapapp! Heute ist normalerweise. Hast du zumindest gedacht. Wegen warmen Abendessen uns so. Du wolltest es ein bißchen feierlicher servieren.“

Das war noch nicht mal so abwegig. Bei größeren Essen servierte ich normalerweise nicht nackt, nur dass mein Herr das diesmal nicht angeordnet hatte. Aber vielleicht hatte er es ja sogar und Yvonnes Herr hatte nur vergessen, es mitzuteilen, besoffen wie er war....

„Anna, träum nicht. Los, zieh dir das Zeug an. Dafür kriegst du wahrscheinlich Prügel, bis du aus der Nase blutest, aber alles besser als Sklavengefängnis.... Was trägst du normalerweise zum Kochen?“

„Nicht die Tracht. So einen Arbeitskittel.“

„Na, dann ist ja alles wunderbar. Deswegen hast du das Zeugs erst mal in einen Schrank geräumt. Damit es keinen Spritzer abbekommt.“

Ich folgte ihrer Anweisung. So schnell es ging. Flugs war ich fertig.

„Yvonne. Ich stehe in deiner Schuld. Das weißt du. Ich weiß nicht, wie ich das jemals wieder...“

„Papperlapp. Gut siehst du aus.“ Sie beäugte mich kritisch. Rückte das Krönchen in meinem Haar noch ein bißchen zurecht. „O.k. Besser so. Raus jetzt. Essen servieren.“

„O.k.“

Wir schulterten jede ein schweres Tablett, ich konnte mich nur wundern über die Kräfte, die in diesem zarten Körper steckten. Und über ihre resolute Art, als es galt, mir beizustehen. DAS war eine Freundin! Keine Träumerin wie Giselle. Ein Kind noch und schon sowas wie meine Lebensretterin. Kaum vorstellbar, das sie noch vor kurzem an meiner Hand gelaufen war. Wir liefen los.

Ich voran. Im Gang fiel mir noch was ein und ich blieb stehen. Yvonne wäre ums Haar in mich reingelaufen und bremste abrupt.

„Scheiße, Anna, lauf, das Tablett ist schwer.“

„Sekunde, Yvonne. Ich muß dir noch was sagen. Weißt du, es könnte sein, dass mein Herr Dana vergewaltigt hat und das es ihr nicht gut geht, wenn wir reinkommen. Bitte bereite dich darauf vor. Vielleicht vergewaltigt er noch Bettina oder auch mich, hoffentlich dich nicht, aber wenn, dann wehr dich um Himmelswillen nicht und...“

„Scheiße, was erzählst du mir da? Er vergewaltigt dich? Scheiße, Scheiße, Anna, so´ne Scheiße aber auch. O.k., ich weiß jetzt Bescheid. Ich wehr mich übrigens nie, ich will noch´n Weilchen leben. Alles klar? Und jetzt lauf endlich. Ich kann dieses Mist- Tablett kaum mehr halten.“

Wir also rein. Mein Herr sitzt auch am Tisch. Ruhig. Glaube nicht, dass er viel getrunken hat. Bettina und Dana stehen neben den Stühlen ihrer Herren, Dana hat eine dicke Backe und Bißspuren in der linken Brust. Klarer Fall- mein Herr hat es getan. Arme Dana. Sie wirkt aber gefaßt, cool direkt, wie nicht anders zu erwarten war von ihr. Ich bewundere ihre Haltung. Wie sie dasteht- so unberührbar. Wie eine Königin. Als ob alles, was ihrem Körper widerfährt, ihre Seele rein ließe. Bei näheren Hinsehen bemerke ich allerdings ein stetiges Zittern ihrer Knie, das sie offenbar nicht unterdrücken kann. Wenn sogar SIE geschrien hat während ihrer  Vergewaltigung, dann muß mein Herr ja echt bestialisch vorgegangen sein, um ein paar Grade härter, als bei mir. Arme Dana!

Wir setzen die Tabletts auf die Anrichte.

Ich gehe zu meinem Herrn, er schaut mir stumm in die Augen, macht aber keine Bemerkung über meinen Aufzug. Ich schlage den Blick nieder. Er hat gesagt: „Redeverbot, bis ihr Freizeit habt.“ Vielleicht gilt das aber jetzt auch wieder, jetzt, wo die Freizeit vorüber ist. Außerdem schnürt mir sein Anblick die Kehle zu und auch meine Knie fühlen sich mit einem Mal an wie Pudding, so sehr fürchte ich mich mit einem Mal vor ihm. Was er Dana alles angetan hat! Wenn ich doch nur aufs Klo könnte. Es kostet mich alle Willenskraft, mir nicht ins Höschen zu pissen.

„Was ist“, fragt er mich übellaunig, „los, red schon! Du hast kein Sprechverbot mehr.“

„Danke, Herr, danke dass ich reden darf“. Ich habe meine Sprache wiedergefunden. „Herr, dürfen wir mit dem Servieren beginnen?“

Er wendet sich an die Anderen: „Na, fertig mit dem Kartenspielen? Können wir was essen?“ Zustimmendes Gemurmel.

„Ja, hören wir auf. Essen wir was. Zusammenzählen können wir nachher. Das Fotzengeschwader soll anfangen.“

Ich drehe mich um, deute auf die Anrichte: „Dana, Bettina- Tischdecken! Yvonne- in die Küche. Bier holen!“

Ich will Yvonne aus der Schußlinie haben.

Mit flinken Händen decken die Beiden den Tisch, ich tranchiere derweil an der Anrichte.

Mein Herr wendet sich an Yvonnes Herrn.

„Sag mal, hast du meiner Anna- Fotz  gesagt, dass sie sich was anziehen soll?“

Angst und Panik fahren mir in die Eingeweide, ich weiß nicht, wie ich mich auf den Beinen halten soll. Oh mein Gott, bitte mach, dass er „Ja“ sagt, bitte, bitte.

Der Angesprochene hat den Kopf nach vorne sinken lassen und auf seine Arme gelegt, er reagiert nicht.

Mein Herr lacht:“ Total besoffen der Kerl.“ Er rüttelt ihn an der Schulter: „He, Karl, aufwachen, es gibt Abendessen. Die Fotzen wollen den Tisch decken.“

Karl (so heißt er also) erhebt schwerfällig den Kopf.

„Wasss iss?“, lallt er, „wo sin´ ´nen hier Fotzen? Ich figg´se alle!“

Jetzt erkenne ich ihn wieder. Er war unter denen, die mich damals vergewaltigten, im Anschluß an diesen Herrenabend, als ich auf meinem Bett festgebunden wurde.

Rauhes Lachen aus Männerkehlen. Wir Mädels lachen natürlich nicht mit. Stumm verrichten wir unsere Arbeit. Yvonne ist inzwischen mit frischem Bier aus der Küche zurückgekehrt und steht ratlos herum.

„Hier, stelle sie hier auf die Anrichte. Öffne sie, schenk in frische Gläser ein. Aber langsam. Damit du immer was zu tun hast. Du gehst nicht an den Tisch.“ Yvonne blickt mich dankbar an.

„Dana, du stellst die Gläser dann auf den Tisch. Räum auch die benutzten ab.“

„Ja, Anna.“

Die kann Yvonne dann später in die Küche bringen und spülen. Schön gründlich.

 

 

 

Kapitel 55

 

 

Der Tisch ist gedeckt, mit Bettinas Hilfe habe ich serviert. Yvonne habe ich, wie geplant, mit dem Spezialauftrag „Gläserspülen“ in die Küche geschickt. Es sind viele Gläser, da ich ihr eingeschärft habe, beim Einschenken jedesmal ein frisches Glas zu nehmen, was sie beherzigte. Die benutzten kann sie natürlich nicht einfach in die Maschine stellen, das würde eine dreiviertel Stunde brauchen, das entsprechende Spülprogramm.

Dana arrangierte im Hintergrund die Speisen auf die Teller, richtig künstlerisch tat sie das, sie kann das, denke ich bewundernd. Der Hauptgrund ist aber, dass ich auch sie vom Tisch weg haben will, das unvermeidliche Begrapsche und Befummeln will ich ihr ersparen, nach allem, was sie durchgemacht hat.

Die Herren essen jetzt.

„Also, Karl, was ist jetzt. Hast du meiner Fotz jetzt gesagt, sie soll sich was anziehen oder nicht? Ich hab´s ihr nicht befohlen.“

Diesmal bleibe ich gefaßter. Was kann mir schon groß passieren? Eine ordentliche Tracht Prügel eben. Allenfalls zusätzlich ein paar Stunden an der Stange im Keller oder auf dem Reitbock. Was soll´s!

Dazu sollte ich Euch vielleicht auch noch was Unglaubliches erzählen. Ihr erinnert euch bestimmt an diese Idee mit dem Mehl, das man unter mich ausstreuen könnte, wenn ich an der Stange hängen muß. Die ich hatte, als ich das erste Mal dieser Tortur unterzogen wurde. Damit man meine Fußabdrücke sieht, wenn ich verbotenermaßen loslasse zwischendurch.

Also- ich habe es meinem Herrn vorgeschlagen, an einem unserer gemütlichen Abende. Und er ist darauf eingegangen! „Du bist ganz schön clever“, pfiff er sogar anerkennend durch seine Zähne.

Das bestärkt mich in meinem Eindruck, dass er bei aller Grausamkeit und Neigung zur Gewalttätigkeit, bei allem sexuellen Sadismus, letztlich doch kontrolliert und überlegt vorgeht. Und er trinkt auch sehr mäßig, streckenweise gar nichts, das ist ein weiterer Pluspunkt. Ich möchte nicht so einen Trunkenbold  zum Herrn haben wie Yvonne. Obwohl der sie nicht vergewaltigt, was wiederum für ihn spricht. Aber möglicherweise ist er impotent.

Wie gesagt- in dem Moment verdränge ich alle schlimmeren Möglichkeiten, die meine Eigenmächtigkeit nach sich ziehen könnte und klammere mich daran, dass mein Herr die Sache als nicht so schlimm ansehen wird, spätestens, wenn ich ihm mit meiner Ausrede komme. Ganz ruhig warte ich die Antwort von Karl, Yvonnes Herrn, ab.

Der ist immer noch sturzbetrunken.

„Wasss meins´ du? Weisss nicht, wasss du dagegen has´. Sieht doch niedlich aus, dein Hässchen.“

Das Unfaßliche geschieht. Mein Herr, der doch sonst so beharrlich darin ist, jedem möglichen Ungehorsam von  mir auf die Schliche zu kommen, gibt sich zufrieden damit! Er scheint es so zu interpretieren,  dass es Karl so angeordnet hat während seiner Abwesenheit, ohne sich abzusprechen zu können mit ihm.

Ich könnte losflennen vor Erleichterung. Ich bin durchgekommen mit meinem Ungehorsam. Nichts wird mir deswegen passieren, gar nichts.

Danke, lieber Gott. Danke, danke, danke. 

 

 

 

 

 

Kapitel 56

 

Weiter gibt es eigentlich von diesem Abend kaum mehr was zu berichten. Sie wollten keine Lesbennummer sehen, an der ich beteiligt gewesen wäre. Die Aufforderung, sich gegenseitig „die Mösen auszuschlecken“, erging nur an Dana und Yvonne. Beide stürzten sich auch sofort ohne erkennbaren Hemmungen in einen schamlosen Zungenkuss, Yvonne wand sich und rieb ihre Möse an Danas Oberschenkel, an dem eine feuchtschimmernde Spur Lustschleim zurückblieb. Während des Mösenschleckens quiekte sie dann immer wieder vor Lust. Es stimmte also, was Dana vorhin über sie behauptet hatte. Yvonne mochte das. Das tat meiner hohen Meinung von ihr aber keinen Abbruch und ich mochte sie auch nicht weniger deswegen. Es ist bekannt, dass sich viele Sklavenmädchen, aber auch ausgewachsene versklavte Frauen, in lesbische Beziehungen stürzen, um ihr Elend und die ganze Brutalität, der sie ausgesetzt sind, besser ertragen zu können, um Trost zu finden bei einer Geschlechts- und Leidensgenossin.

Ich wünschte mir nur, Yvonne und ich würden einem Herrn gehören. Auch über Dana und Bettina dachte ich jetzt nicht mehr so streng. Wir vier das Eigentum eines Herrn und täglich zusammen- das wäre doch was.

Später, Danas und Yvonnes Herr hatten sich bereits trunkenheitshalber verabschiedet, was insbesondere auf letzteren zutraf, und selbstverständlich ihren lebenden Besitz mitgenommen, mußten Bettina und ich noch Liebe machen mit meinem und ihrem Herrn.

Dazu hatten wir uns beide mit gespreizten Beinen nebeneinander auf das französische Bett meines Herrn zu legen und dann benutzten die Herren uns abwechselnd, wie oft, weiß ich nicht mehr. Beide waren aber zärtlich und rücksichtsvoll dabei, und ich fing an, Vergnügen dran zu finden und mein Eindruck war, Bettina auch. Sie fickten uns, bis die Bettfedern quietschten und wir auch.

Als sie mal alle beide draußen waren, Pause machen, stieß mich Bettina mit dem Ellenbogen kichernd in die Seite: „He, Anna, alte Fickhure, die sind ganz schön rallig, was?“

„Kannste laut sagen, Schlampe“, lachte ich.

                                  

   

 

              

 

 

 

  

      

             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

               

 

 

         

 

 

Kapitel 23

Kapitel 57

 

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und macht einem schönen Herbst Platz. Ich habe kein so schlechtes Leben mehr und gehorche mit immer größerer Selbstverständlichkeit. Meine frühere Existenz wird immer undeutlicher in meiner Erinnerung und ich finde, das ist gut so. Warum soll ich mich quälen? Bringt ja doch nichts.

Außerdem besorgt das ja auch der Herr, das mit dem Quälen, meine ich. Nach wie vor tut er mir Gewalt an immer wieder, aber nicht so arg wie anfangs, fast so als hätte er sich etwas übersättigt daran. Dafür dauern die „Sessions“ aber länger, und das ist auch hart. Sehr hart, ich kann Euch sagen. Da muß ich aber durch, hilft alles nichts.

Sonst halt die üblichen Backpfeifen dann und wann, im Hintergrund wartet der Keller, in den es aber nicht runtergeht im Moment. Ausreichend Grund, zu parieren also, in der Hauptsache ist es aber so, dass ich es zunehmend aus Gewöhnung tue inzwischen. Und weil ich aus meinen Fehlern gelernt habe. Er ist der Herr und ich die Sklavin, so ist die Ordnung der Dinge und daran wird sich nie etwas ändern bis zu meinem Tod oder bis er mich verkauft und dann habe ich eben eine neue Herrschaft.

Manchmal möchte ich noch meine Tagträumereien heraufbeschwören, es gelingt mir aber immer schlechter und eigentlich habe ich auch immer weniger das Bedürfnis danach, wenn ich ehrlich bin. Wozu von Dingen träumen, die vorbei sind und doch nie wieder kommen? Sinnlos.

Nur an Mama denke ich noch gelegentlich und das gibt mir dann jedesmal einen Stich. So einen Schmerz in der Herzgegend, Ihr kennt das vielleicht.

Da ich aber viel arbeiten muß und der Herr mich darüber hinaus auch recht häufig halbe Nächte lang benutzt, bin ich doch in so was wie einem konstanten Müdigkeitszustand und der legt sich wie ein Schleier über meine gesamte Wahrnehmung, ich muß meine Kräfte einteilen, „first things first“, also die täglichen Pflichten und die korrekte Ausführung der Befehle haben Vorrang. Das ist wohltuend, lindert das doch alle Schmerzen, die seelischen vor allen Dingen, die ich empfinde über den endgültigen Abschied von geliebten Menschen und meinen recht- und hoffnungslosen Zustand. Noch bin ich ein junges Mädchen, aber meine Perspektive ist sonnenklar: arbeiten und gehorchen, den Rest meines Lebens. Bis ich eine alte Frau bin, bis ich sterbe. Mehr ist nicht. Ich bin eine Sklavin. Punkt.

Das heißt, eines ist eben doch noch: Sexspielzeug sein.

Wie gesagt, er benutzt mich halbe Nächte lang, kann offenbar nie genug bekommen von meinem Körper, davon, mich in alle Löcher zu ficken. Und- wißt ihr was? Ich auch nicht! Also dass er mich benutzt, meine ich, wenn er das auf mehr oder minder normale Art und Weise tut. Was ja meist der Fall ist jetzt.

Das ist mein Trost und meine Freude: gefickt zu werden; ein langes, zärtliches Vorspiel und dann fickt er mich heftig durch und entleert sich in mich. In die Fotze, den Enddarm, den Mund, in Gottes Namen auch in die Kehle (wenn es sein muß, diesbezüglich ermuntere ich ihn nicht gerade). Spritzt rein in das immer aufnahmebereite Gefäß meines Körpers.

Ich liebe es. Bin im Grunde genauso unersättlich wie er. Das ist etwas, das uns verbindet, meine Knechtschaft überwindet ein Stück weit und mich in gewisser Weise auf eine Ebene hebt mit ihm. Während dieser Stunden. Obwohl ER natürlich letztlich bestimmt, wann und wie und wie lange wir es tun. Und ich selbstverständlich auch keine Möglichkeit habe, mich zu verweigern, wenn ich mal keine Lust drauf  verspüren sollte. Weil ich zu müde bin, beispielsweise.

Weil ich das weiß und weil ich darüber hinaus gut beraten bin, „Einsatz“ zu zeigen (ich habe nicht vergessen, wie mein erster Herr meine Mutter mal mitten in der Nacht ganz erbärmlich durchprügelte, ich habe Euch erzählt davon, höchstwahrscheinlich, weil sie es daran mangeln ließ) mache ich jedes Mal von vornherein voll mit und bisher hat mich auch jedesmal innerhalb kürzester Zeit die Lust übermannt. Aber meist will ich es ja sowieso genauso wie er von Anfang an.

In mir stellt sich so ein Gefühl ein, dass mein Leben jetzt in geordneten Bahnen verläuft. Natürlich beileibe nicht so, wie ich es gestalten würde, wenn ich frei wäre, aber da ich immer weniger an meine Person und die Freiheit denke, also zumindest nicht in einem Atemzug gewissermaßen, ist das schon o.k.

Dann, eines Abends, bekam er Besuch von einem einzelnen Herrn, den ich nicht kannte. Ein Besuch, der mein Leben, der mich grundlegend ändern sollte. Der Herr hat ihn mir sogar angekündigt vorher.

Aber davor passierte noch was Anderes, auch eine Ankündigung.  

 

 

Kapitel 58

 

„Anna!“

Sofort eile ich zu ihm. Stelle mich gesenkten Hauptes auf vor ihm, die Hände vor dem Schoß gefaltet, wie ich es diesen Sklavenmädels abgeguckt habe.

„Ja, Herr?“

„Du kommst nächste Woche zur weiteren Abrichtung in eine Sklavenschule. Am Mittwoch wirst du abgeholt. Hier ist ein Merkblatt, was du alles mitzubringen hast. Lies es aufmerksam.“

„Ja, Herr.“

Ich bin am Boden zerstört. „Sklavenschule“; das hört sich so harmlos an. Ist es aber nicht. Ich weiß nichts Genaues darüber, nur die üblichen Gerüchte und dass Du da als Mensch reingehst und als Zombie wieder raus. Das erste Mal seit langem denke ich wieder an Flucht, nicht ernsthaft natürlich, aber der Gedanke schießt mir schon durch den Kopf, wenngleich ich ihn sofort wieder verwerfe. „Fliehen“, das ist ein Synonym für „Sterben“, soviel habe ich schon verinnerlicht.

„Ist noch was? Was stehst du noch herum? Geh weiterarbeiten!“

„Nein, Herr. Ich meine, ja, also nein, es ist nichts und ich arbeite gleich weiter. Aber darf ich mich mal ganz kurz setzen bitte?“ Meine Knie fühlen sich wacklig an.

Er haut mir eine runter. „Geh arbeite, habe ich gesagt.“

„Ja, Herr. Entschuldigung bitte, Herr“, schniefe ich und verziehe mich. Noch nie ist es mir so schwer gefallen, mich zu konzentrieren und meine Arbeit zu verrichten wie an diesem Nachmittag. Gottseidank geht  auch dieser mal vorüber und der Abend auch und ich werde endlich eingeschlossen.

Ich liege auf meinem Bett und bin immer noch wie betäubt. Was habe ich nur falsch gemacht? Warum nur soll ich an diesen schrecklichen Ort geschickt werden, wo sie dich nur quälen, quälen, quälen, bis du nicht mehr weißt, wer du bist? Was werden sie da anstellen mit mir? Leide ich nicht schon hier genug?

Und immer wieder dieselbe Frage: warum, warum, warum?

Ich zermartere mein das Gehirn und finde die Antwort nicht. Ich habe doch immer gehorcht in letzter Zeit, immer, immer, immer. Ich war gut im Bett und hab viel gearbeitet. Sehr viel. Widerspruch gibt´s schon lange nicht mehr, egal was er will von mir oder befiehlt. Was will er denn noch? Ich weiß es nicht.

Irgendwann muß ich dann doch eingeschlafen sein, denn ich werde davon wach, dass er neben meinem Bett steht und mich haben will.

Selbstverständlich mache ich gleich die Beine breit, gieße mir ordentlich Babyöl über die Muschi, so schnell kann ich nicht feucht werden. Und er hat´s eilig, seiner Erektion nach zu urteilen. Er steigt auch gleich rüber über mich und fickt mich. Zum Schluß klatscht er mir ein paar Ohrfeigen runter, von denen ich vollständig wach werde.

„Gib dir gefälligst mehr Mühe, sonst verkaufe ich dich. Du liegst da wie ein Brett.“

Das geht alles so schnell, dass ich immer noch mit gespreizten Beinen daliege, als er mich ins Gesicht schlägt. Ziemlich grob übrigens. Da springe ich aus dem Bett und renne aus dem Zimmer, die Tür hatte er ja nicht abgeschlossen hinter sich.

 

 

 

Kapitel 59

 

 

Nach einer Zeit kommt sie wieder zurückgeschlichen, schließt leise die Tür und läßt sich neben mich ins Bett gleiten, schmiegt sich an mich.

„Bitte, Herr“, ist alles, was sie sagt. Ich erwidere nichts darauf, irgendwann sind wir beide eingeschlafen. Wir schlafen lang, bis in den Vormittag, was aber nicht weiter tragisch ist, da ich gerade Urlaub habe.

Sie muß schon vor mir wach geworden sein, denn als ich aufwache, hat sie die Augen offen,  hält mich umarmt. Ich bekomme ein Küßchen auf die Wange.

„Bitte, Herr, schicken Sie mich nicht weg.“

„Das entscheide immer noch ich, Anna.“

„Ich hab aber so Angst davor. Bitte nicht wegschicken. Ich will bei Ihnen bleiben. Bitte, bitte.“

Ein wenig ungemütlich ist mir schon, ihre Zärtlichkeit, ihr hilfloses Flehen rühren mich, ich will es nicht leugnen. Nur- ich kann mir das Heft schlecht aus der Hand nehmen lassen, erst recht nicht, nachdem sie bereits solche Fortschritte gemacht hat wie in letzter Zeit. Andrerseits ist jetzt Fingerspitzengefühl angezeigt. Ich glaube nicht, dass dies einer der möglichen Rückfälle ist, vor denen mich mein „advisor“ warnte, es ist vielmehr eine echte Verzweiflungsreaktion. Sie hat- zu Recht- Angst vor dem, was sie erwartet, und sie weiß nicht, warum es geschieht.

Also seufze ich erst mal, es hilft aber nichts, irgendwann muß ich mich doch bequemen, zu antworten.

„O.k., Anna, hör zu. Du verstehst wahrscheinlich nicht, warum ich dich zum Abrichten schicke.“

Sie nickt eifrig. „Ja, Herr, das ist es. Ich versteh´s nicht. Ich war doch immer gehorsam. Und das gestern Nacht, Herr, ich weiß auch nicht...“

„Vergiß es Anna. Geschenkt. Du wirst nicht bestraft dafür. Vielleicht sollte ich dich einfach weniger schlagen, jetzt, wo du nicht mehr ganz so renitent bist.“

Sie schaut mir intensiv in die Augen. „Bitte Herr, und ich will noch viel braver werden und nie wieder ungehorsam sein, nie wieder, ich schwör´s.“

„Also hör zu Anna, ich habe da einen, na sagen wir mal, Freund, der berät mich so ein bißchen, wie wir dir deine Widerborstigkeit austreiben können. Ist ja nicht so ganz einfach, wie du selber zugeben mußt.“

Wieder ein ernsthaftes Nicken. „Ja, Herr, ich weiß und ich schäme mich auch dafür. Und danke, dass ich nicht bestraft werde wegen gestern nacht, obwohl ich es verdient hätte.“

„Gut, die Sache ist die: dieser- Freund, der meinte halt, jetzt wäre der Zeitpunkt, deinen Willen ein für alle Mal und endgültig zu brechen.“

Anna ist ganz kleinlaut.

„Aber Herr, darf ich denn nicht ein klitzekleines bißchen auch noch selber was wollen? Ich gehorch doch trotzdem und werd´s auch immer tun in Zukunft, ich schwör´s wirklich. Aber bitte nicht dahin schicken.“ Sie ist den Tränen nahe, man kann es hören.

Die Sache ist die, dass die Entscheidung noch gar nicht hundertprozentig gefallen ist. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass mein „advisor“- nun haltet Euch fest- der Inhaber einer Sklavenschule ist und seine virtuelle Anwesenheit in den entsprechenden Chatrooms des Internets hauptsächlich geschäftlichen Interessen dient. Auf diese Weise hofft er in erster Linie, an Aufträge zu kommen, und nur als möglicher Nebeneffekt möchte er auch gerne als Privatmensch, nach Feierabend gewissermaßen, an echten Folterungen partizipieren.

Weil er mich so gut leiden kann, hat er mir´s gestanden. Normalerweise tut er das nicht, und wenn er dann, sagen wir mal, zwei bis drei Sklavenschulen empfiehlt, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass die Wahl dann  auf seine fällt, wenn er sie geschickt genug als die letztendlich geeignetste anpreist. Ohne die Entscheidung seines Chatpartners in irgendeiner Form beeinflussen zu wollen, versteht sich. Und aufgrund seiner Sachkompetenz (auch ich habe ihm ja viel zu verdanken, die erfolgreiche Arbeit mit Annas bisher so geglückter Abrichtung ist zur Hälfte sein Verdienst, mindestens) findet er Viele, die sich austauschen mit ihm, wenn sie Probleme mit ihren Sklaven haben. 

„Na, du (wir sind schon seit längerem beim „Du“) bist mir aber ein Schlawiner“, lache ich ins Telefon.

„Warum denn? ICH überzeuge die Menschen wenigstens, bevor ich ihnen eine Dienstleistung verkaufe, auch wenn sie´s nicht wissen, dass ich sie soeben von mir überzeugt habe, wenn sie sich für meine Schule entscheiden“, lacht er zurück. Er nennt natürlich üblicherweise nicht seine wahren Namen seinen Chatpartnern gegenüber.

„Und keiner kommt auf den Gedanken, dass dem so sein könnte? Wirklich keiner?“

„Nein. Ich bin für die schon viel zu lange der vertrauensvolle Kummeronkel. Das vermutet dann echt keiner mehr. Ist so, glaub mir. Aber du sollst es wissen, weil ich dich mag.“

„Oh, danke, nett von dir.“

Wir haben dann noch weiter über Anna geplaudert, und zum Schluß meinte er noch, er würde gerne mal am Wochenende zu mir kommen (unentgeltlich, aus Freundschaft, versteht sich), um sich selbst ein Bild zu machen. (Also nicht wegen der Folterung, die wir aber vielleicht trotzdem irgendwann mal durchziehen würden, wenn ich Anna nicht mehr „haben“ wollte.) Ich solle ihr aber ruhig schon mal erzählen, dass sie wegkäme in eine Sklavenschule, rein, um ihre Reaktion zu beobachten. Das wäre doch schon mal aufschlußreich, aber nur im Kontext weiteren psychologischen „Abtestens“ an besagtem Wochenende. Also wenn sie lieber bei mir bleiben wolle statt von mir weg zu kommen für eine Weile, sei das nicht zwangsläufig negativ zu bewerten.

Nur- jetzt sehe ich mich das erste Mal seit längerem wieder in eine echte Debatte mit Anna verwickelt, und auch wenn sie es mit Küßchen und Schmollmund und Sack- Kraulen macht- sie will eine Zusicherung von  mir, dass sie bleiben  darf und nicht weg muß. Das sagt sie zwar nicht ständig, doch es ist offensichtlich, dass  sie die ganze Zeit nur darauf hinaus will.

Als sie mir auch noch an den Schwanz greift und ihn mit spitzbübischem Lächeln zu massieren beginnt, schiebe ich ihre Hand beiseite.

„Anna, es reicht.“

„Ja, Herr. Verzeihung, Herr. Aber bitte schicken sie mich trotzdem nicht weg an diesen Ort, ja?“ Sie schmiegt sich wieder ganz fest an mich.

Ich mache mich frei, schwinge mich an den Bettrand, bleibe dort sitzen. Sofort sitzt Anna neben mir, umhalst mich mit beiden Armen, beginnt, an meinem Ohrläppchen zu knabbern.

„Also gut, jetzt hör mal zu, Anna. Am Wochenende wird dieser Freund von mir kommen, dem gehört die Sklavenschule nämlich zufällig. Der wird so Gehorsamkeitstests mit dir machen, und wenn du die bestehst, dann mußt du vielleicht gar nicht dorthin.“

„Ich werde  sie bestehen, Herr, ich werd´s, ich schwör´s. Sicherlich bestehe ich sie.“

Sie läßt sich rücklings aufs Bett fallen, spreizt die Beine, strahlt mich an.

„Bitte Herr. Bitte ficken. Bitte die kleine Anna ficken.“

Den Gefallen tue ich ihr nur allzugern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 60

Unter der Woche telefoniere ich auch irgendwann mal wieder mit Karl, warum, ist mir entfallen, wahrscheinlich ohne besonderen Grund, wie man halt mit einem Kumpel telefoniert. Im Verlauf des Gesprächs erwähne ich, eher so nebenher, dass ich es nicht so gut finde, wenn er Anna sagt, sie solle sich anziehen, obwohl ich Nacktheit befohlen habe. Wenigstens hätte er sich absprechen können mit mir.

„Aber das habe ich doch gar nicht!“

„Karl, hör zu. Das hast du. Du hast doch selber gesagt an jenem Abend....“

„Nein, das mußt du mißverstanden haben. Ich war zwar besoffen und weiß nicht mehr im Einzelnen, was ich alles gesagt habe, aber ich würde doch nie deiner Sklavin einen Befehl erteilen, glaub mir. Sie gehört dir und nicht mir und das würde ich nie tun, echt.“

„Ja o.k., o.k., aber du hattest doch tatsächlich ganz ordentlich einen in der Krone und deswegen brauchen wir uns doch nicht streiten, vielleicht ist es dir ja nur so rausgerutscht und so schlimm ist das doch nicht, bitte krieg das doch nicht in den falschen Hals, ich mein ja bloß.“

„Moment mal, wart mal bitte.“

Ich höre ihn rufen: „Yvonne!“

Nach einer Zeit, leiser, Yvonnes Stimme: „Ja, Herr?“

Das Geräusch einer Ohrfeige.

„Annas Herr ist am Telefon und möchte wissen, wie das war, warum sie sich ihre Dienerinnentracht angezogen hat an dem Abend, als wir bei ihrem Herrn waren.“

Wieder die ängstliche Stimme Yvonnes, zögerlich: „Ich...ich weiß nicht, Herr. Sie wollte es halt. Ich glaub sie dachte irgendwie, sie müßte das.“

Karl, zu mir: „Wart mal, bleib dran, ich prügle die Wahrheit schon noch raus aus ihr.“

Er legt den Hörer neben das Telefon, aber ich kann dennoch ganz gut hören, was sich abspielt.

„Hol den Rohstock!“

„Nein, Herr, bitte, ich lüg doch nicht und...“

Ein klatschendes Geräusch.

„Den Rohrstock. Oder möchtest du wieder Bekanntschaft schließen mit den Daumenschrauben.“

Eine Zeit lang nur das Summen der stehenden Telefonverbindung, dann unverkennbare Angst- und Schmerzensschreie, unterbrochen von Karls: „Und so.... und so... und so...., ich prügel dich windelweich, du Luder, und so...., und noch einen, sag endlich die Wahrheit, du kleines Miststück...“

Schließlich lautes Weinen und Flehen: „Aufhören, Herr, aua, das tut so weh, ich sag alles, ich sag alles, ich sag alles, aber aufhören, bitte.“

Dann ist Karl wieder dran, schweratmend: „O.k., ich glaube, du hast es mitgekriegt, sie wird dir jetzt sagen, wie es wirklich war.“

Er reicht den Hörer offenbar an Yvonne weiter.

„Herr, hören Sie“, flennt sie ins Telefon, „ich will es gestehen. Anna wollte ungehorsam sein und ich habe ihr auch noch geholfen, weil ich dachte, sonst werden wir beide bestraft und....“

Karl reißt ihr den Hörer aus der Hand.

„So, hast du´s gehört? Hoffentlich glaubst du  mir jetzt. Und jetzt entschuldige mich, jetzt muß ich ein gewisses verlogenes Mitstück durchhauen, bis es pißt. Tschau.“ Und legt auf. Im Hintergrund höre ich gerade noch ein entsetztes: „Nein, bitte, Herr....“

Das alles erschüttert mich schon. So viel zu Annas angeblichen „Fortschritten“. So ein Luder aber auch! Ist ungehorsam und lügt und verstellt sich, dass sich die Balken biegen, sobald man ihr nur den Rücken zudreht. Nicht zu fassen! Na warte, die soll was erleben!

Bevor ich mich aber zu übereilten Schlüssen hinreißen lasse, sehe ich mir noch mal die Aufzeichnungen der Küchenkamera des betreffenden Abends an und finde Yvonnes Worte vollauf bestätigt, auch ohne Ton. Was ich sehe, ist eindeutig.

Ich beschließe dennoch, in dieser kritischen Situation keinen Schritt mehr ohne meinen „advisor“ zu unternehmen, der mal wieder so recht behalten hatte, schreibe ihm eine Mail und sage Anna nichts.

Unter einem Vorwand haue ich sie noch am selben Abend zwar mit der Hundepeitsche durch, gehe jedoch erst mal nicht weiter, obwohl ich sehr erbost bin. Ich glaube, das versteht Ihr. Sie soll  keinen Verdacht schöpfen. In seiner prompten Antwort empfahl mir mein „advisor“ nämlich dringend, das Überraschungsmoment nicht zu verspielen. Wir würden sie dann gemeinsam in die Zange nehmen, die ganze Sache hätte „auch ihre Vorteile“ und man könne „sehr viel machen daraus.“ Ich solle vertrauen auf ihn, er habe da wirklich Erfahrung. Das tue ich. Voll und ganz.   

 

 

Kapitel 61

 

Bloß weil das Bier nicht kalt genug war, hat er mich echt übel mit der Hundepeitsche verdroschen. Das ist sehr schmerzhaft und auch so demütigend. Ich muß sie holen, ihm geben, um Verzeihung bitten für meine Verfehlung und um meine Strafe. Rock hoch, Höschen runter, über den Tisch und dann vertrimmt er mich. Aber wie. Es ist so schlimm. Wenn er den Rohstock nimmt, tut es zwar noch mehr weh, aber das ist wenigstens ein „ernsthaftes“ Schlaginstrument für Menschen. Mit einer Hundepeitsche! Als ob ich selber einer wäre! Alles in mir revoltiert dagegen- aber da liege ich wieder, spüre einen kühlen  Luftzug am Arsch, und dann die Schmerzen. Die Schläge und die Schmerzen. Endlich ist es vorbei. Endlich. Mir rinnen die Tränen über die Wangen, auch wegen der erlittenen Erniedrigung, die aber wohl zu so einer Strafe einfach dazugehört. Dennoch bin ich stolz auf mich, weil ich während der gesamten Prozedur keinen Mucks von mir gegeben habe.

Ich sage mein „Sprüchlein“ auf.

„Herr, ich bitte Sie noch mal um Verzeihung für meinen Fehler und danke artig für die Hiebe.“ Mache meinen abschließenden Knicks. (Das Allerneueste. Muß ich jetzt.)

Höschen hoch, den Rock runtergestreift, das war´s. Die Peitsche kommt wieder an ihren Platz und ich bediene weiter.

Somit war es eigentlich eine gute Woche, bis dann der Samstag kam, der Samstag, der darüber entscheidet, ob ich weg muß oder nicht.

Schon in der Nacht zuvor konnte ich kaum schlafen, so angespannt war ich. Regelrecht nervös. Was kann er nur wollen von mir, dieser Unbekannte, vor dem ich ein vages Grauen empfinde?

Inhaber einer Sklavenschule- das ist sicher böser Mensch. Ich will auf alle Fälle so gehorsam sein wie nie in meinem Leben und auf den leisesten Wink achten. Soll ich ihm von vornherein Folge leisten oder warten, bis  man mir das mitteilt? Ich weiß es nicht, ich werde einfach abwarten, was passiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 62

 

Der Nachmittag des Besuches ist gekommen. Auf Geheiß des Herrn warte ich schon seit einer halben Stunde am Hoftor, das ausnahmsweise mal offensteht. Ich kann die Landschaft sehen, wie sie sich im Sonnenlicht erstreckt. Ach, ich könnte einfach hineingehen....

Ein paar Mädchen so in meinem Alter radeln vorüber. Sie werfen mir Blicke zu. Als sie meine Hausmädchentracht sehen, wenden sie die Köpfe wieder ab. Für sie ist wohl alles klar. Was ist das, das so wenige Mitleid mit uns empfinden können? So viele profitieren von uns, unserer Arbeit, und trotzdem sind wir nur Luft für die meisten Freien. Und schon sind sie vorbeigeradelt.

Und ich stehe und warte auf den Besuch, vor dem ich mich fürchte. Je länger ich warte, desto mehr fürchte ich mich.

Schließlich fährt ein teuerer Wagen vor, parkt am Straßenrand. Ein markant aussehender Herr entsteigt ihm. Schließt ab und kommt auf mich zu. Das Herz klopft mir bis zum Halse.

„Guten Abend, Sir. Mein Name ist Anna, Sir, ich bin die Haussklavin“ (So hat der Herr gesagt, soll ich ihn zur Begrüßung ansprechen.) Mache meinen schönsten Knicks. Ringe mir ein Lächeln ab. Öffne das Hoftor noch weiter, als es ohnehin schon offensteht.

Er schreitet an mir vorüber ohne mich zu beachten.

Ich schließe das Tor hinter ihm, sperre es aber nicht ab, ganz wie der Herr gesagt hat. Als ich fertig bin, man muß ja beide Torflügel zuschieben, hat „er“ schon den halben Weg zum Haus zurückgelegt. Ich haste hinterher, wage aber nicht, ihn zu überholen, da er in der Mitte des Weges läuft, und auch wegen des Spazierstockes in seiner Hand. Mit dem möchte ich nicht Bekanntschaft schließen. Vor der Haustür angekommen, stehen wir beide einen Moment etwas unschlüssig. Ich halte bereits den Haustürschlüssel, den ich eigens zu diesem Zweck ausgehändigt bekam, in der Hand. Komme aber nicht an das Schloß ran, weil er ja davor steht. Schließlich habe ich einen Einfall, reiche ihm den Schlüssel hin: „Bitte, Sir“. Er schlägt ihn mir aus der Hand, er fällt zu Boden.

„Du Trampel. Heb ihn auf. Sofort!“

„Ja, Sir. Entschuldigung, Sir.“

Ich bücke mich, um seiner Aufforderung nachzukommen, was ich selbstverständlich auch ohne diese gemacht hätte. Da saust mir sein Spazierstock ins Kreuz, mit aller Kraft. Ein stechender Schmerz durchfährt mich, so stark, dass ich einen Aufschrei nicht unterdrücken kann. Der hört auch nicht gleich auf, der Schmerz. Wird zwar schwächer, aber hört nicht auf.

Mühselig richte ich mich wieder auf, eine Hand ins Kreuz gedrückt. Das verschafft etwas Linderung.

„Steh gerade, Hure!“

„Ja, Sir.“ Irgendwie schaffe ich es, und auch der Schmerz ebbt ein wenig ab.

„Sir, ich wollte doch nur....“

Ein Blick aus seinen kalten grauen Augen bringt mich zum Schweigen.

„Verzeihen Sie bitte nochmals....“, murmle ich und kann endlich die Tür aufschließen, da er jetzt zur Seite tritt.

Drinnen erwartet uns der Herr, und Erleichterung durchflutet mich. Gottseidank, der Herr. Da traut „er“ sich sicherlich nicht noch mal, mich einfach zu schlagen. Die Stelle, an der er mich getroffen hat, fühlt sich immer noch ganz taub an. Ich nehme den Mantel des Besuchers ab(er trägt einen leichten Overcoat, obwohl es für September ungewöhnlich warm ist) und den Spazierstock, bringe beides in der Garderobe unter. Stelle mich, in tadelloser Haltung und meinem Herrn zugewandt, neben diesem auf, erwarte weitere Anweisungen.

Der ignoriert mich erst ein mal: „Da bist du ja,  Friedrich. War viel Verkehr?“ (So, Friedrich heißt er also. Nicht ganz der passende Name.)

„Ging so. Ich bin spät weggekommen. Wenn man einen Betrieb hat, ist man dessen Sklave...“, seufzt er. „Ich bitte um Entschuldigung wegen der Verspätung.“

„Aber das macht doch nichts, Friedrich, macht überhaupt nichts“, wehrt der Herr ab.

Friedrichs (so nenne auch ich ihn insgeheim, seinen Nachnamen werde ich wohl nie erfahren) Blick fällt wieder auf mich. Ich schlage die Augen nieder, die Kälte, die von diesem Blick ausgeht, jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken. Kalte Abschätzung und eine kalte Entschlossenheit. Man könnte auch sagen, Grausamkeit.

„Soll sie so servieren?“

„Aber ja, sieht doch putzig aus so, meine kleine Sklavenfutt, meinst du nicht?“

Friedrich schweigt.

„Aber wenn du willst, zieht sie selbstverständlich auch was Anderes an. Wie hättest du sie denn gern?“

„Nackt.“

Nicht nur mir bleibt die Spucke weg. Auch mein Herr ringt einen Moment lang um Fassung, hat sich jedoch gleich wieder in der Gewalt. Es ist nicht das Bemerkenswerte, dass sich eine Sklavin  vor  Fremden auszuziehen hat, aber erstens äußert ein Gast einen solchen Wunsch nicht schon gleich in der Eingangshalle, bevor er das Haus seines Gastgebers noch richtig betreten hat gewissermaßen, und zweitens überhaupt etwas diskreter vielleicht. Ein guter Gastgeber schlägt ein solches Ansinnen aber natürlich unter keinen Umständen ab.

„Also, Anna, du hast gehört. Runter mit den Klamotten. Und zwar fix!“

Der Sir erhebt die Hand.

„Darf ich das übernehmen, bitte?“

„Aber ja, Friedrich. Wenn es dem Zweck deines Besuches dient.“ (Meinen Gehorsam zu testen, Ihr erinnert Euch.)

„Danke.“ Er winkt mich zu sich heran. Ich fange bereits an, mir das Kleid an den Schultern nach unten zu zerren, obwohl es mir unsäglich peinlich ist, mich so einfach mir- nichts- dir- nichts auszukleiden vor einem Fremden, als ich eine fange. Und zwar keine von schlechten Eltern. Sie hinterläßt so ein hohes Sirren im betroffenen Ohr und hat höllenhaft weh getan. In mir verstärkt sich der Eindruck, es hier mit einem Experten im Zufügen von Schmerzen zu tun zu haben. Sowohl der Stockschlag vorhin als auch die Ohrfeige jetzt waren auf maximale Wirkung berechnet und doch ist der Schmerz schnell wieder abgeklungen.

„Willst du noch eine?“

„Nein, bitte nicht, Herr“, sage ich schnell. „Bitte, was habe ich falsch gemacht?“

„Ich bin nicht dein Herr, du dumme Fotze.“ Jetzt klatscht er mir doch noch eine weitere runter. Aua, die brennt wie Feuer, schlimmer als die vorherige.

„Ja, Sir. Verzeihung, Sir.“

„Zu deiner Frage: frag mich gefälligst vorher, wie du dich auskleiden sollst. Schnell oder langsam. Vielleicht will ich ja auch ´n Striptease, du dumme Sau!“

„Ja, Sir. Noch mal Verzeihung, Sir. Sir, wie wollen Sie, dass ich mich auskleide?“

„Runter damit, und zwar möglichst schnell.“

„Ja, Sir.“

Also doch! Hoffentlich bestehe ich diese Gehorsamkeitsprüfung, und es sieht aus, als habe sie schon angefangen. Ich möchte nicht in seiner Sklavenschule landen. Wirklich nicht.

Bald stehe ich nackt vor ihm. Ich wende den Kopf zum Herrn.

„Herr, soll ich die Kleider gleich....?“

„Nein, laß nur. Laß sie einfach auf dem Boden liegen.“

„Zieh dir deine Strümpfe und Schuhe wieder an!“

„Ja, Sir!“ Ich tue wie geheißen. Stehe wieder vor ihm.

„Maul auf!“ Ich sperre den Mund auf. Er spuckt mir rein. Einen dicken Fladen. Wie widerlich!

„Maul zu. Schluck es runter, du Drecksau!“

Ich komme auch dem nach, obwohl mich unsäglich ekelt.

„Maul noch mal auf! Los!“

Oh mein Gott! Aber selbstverständlich habe ich keine andere Wahl, als es sofort wieder zu tun.

Mit zwei Fingern der rechten Hand faßt er mir hinein. Ich schmecke Schweiß und Nikotin. Mit geübtem Griff packte er meine Zunge und zerrt sie aus dem Mund. Das tut so weh, so weh, mein ganzer Kopf schmerzt mit einem Mal davon, und es löst einen starken Brechreiz aus. Ich würge und würge und wünschte, ich könnte endlich kotzen, doch es kommt nichts. Endlich läßt er wieder los. Endlich. Würgereiz und Kopfweh hören schlagartig auf, es verbleibt nur eine leichte Übelkeit.

„Beine breit!“

Es folgen noch eine intensive vaginale und rektale Inspektion, für letztere hat er so dünne Plastik- Untersuchungshandschuhe einstecken. Beide lasse ich wie in Trance über mich ergehen, obwohl er mit drei Fingern (auch hinten!) erbarmungslos und tief in mir rumbohrt. Dann ist auch das überstanden.

„Schön eng, beide Löcher, ich muß schon sagen. Kompliment. Verkaufst du sie mir?“, spricht er zu meinem Herrn.

Der schüttelt nur lächelnd den Kopf und trägt ansonsten einen Gesichtsausdruck zur Schau, als habe er eben dem Weihnachtsmann höchstpersönlich beim Bescheren der Geschenke zugeschaut.

„Heb das auf und schmeiß´ es weg.“ Mein Herr deutet auf den mit meinem Kot verschmierten Einmal- Handschuh, der auf dem Boden liegt.

„Ja, Herr.“

Der Sir wieder: „Und dann ziehst du dich wieder an und kommst nach ins Wohnzimmer. Trödel nicht!“ „Ja, Sir.“

Beide ziehen ab.

Der Sir zum Herrn: „Ich hab´s mir überlegt. Du hast selbstverständlich recht. Sie sieht süß aus in ihrem Outfit und außerdem wäre es doch recht unzivilisiert, sie nackt servieren zu lassen.“ Und weg sind sie.

Ich lasse meinen angestauten Tränen freien Lauf. Oh Mist! Frisur in Unordnung und jetzt versaue ich auch noch mein sorgfältiges Make- up. Muß ich alles wieder richten auf die Schnelle. Aber das eben war einfach zu heftig.

Das kann ja heiter werden. Ich befinde mich immer noch im Vestibül, die Prüfung hat noch nicht mal richtig begonnen wahrscheinlich, und er schafft´s jetzt schon, dass ich mich fühle wie ein Stück Dreck.

Ich erkenne ganz klar, wie relativ alles ist im Leben. Mein jetziger Herr ist schlechter als mein erster, aber verglichen mit dem da....    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 63

 

Das hat alles doch etwas länger gedauert, mit den Haaren und dem Make- up und so, Ihr wißt schon. Scheißen mußte ich auch noch, zumindest glaubte ich das. Seit er mit den Fingern hinten drin in mir herumgefuhrwerkt hat, verspüre ich einen ständigen Stuhldrang. Also mußte ich auch noch aufs Klo und ich drückte und drückte, aber es kam dann nur ein klitzekleines bißchen was. Ist wohl eher eine Reizung der Schleimhaut der Kot- Ampulle, die mir den Drang suggeriert. (Ampulle, so heißt dieser Teil des Enddarms, Ihr seht, ich habe aufgepaßt in Anatomie, oder Anna- Tomie, wie meine Freundinnen immer sagten, unsere Anatomie- Puppe war nämlich weiblichen Geschlechts.)

Schließlich betrete ich das Wohnzimmer.

„Ah, da ist sie ja, unsere ewige Zuspätkommerin“, scherzt mein Herr. Mir wird bang. Ich lächle entschuldigend. „Die Frisur, Herr. Verzeihung.“

„Wahrscheinlich auch beim Anziehen getrödelt. Herkommen!“ Der Sir erhebt sich aus seinem Sessel. Ich stelle mich auf vor ihm und mache mich wieder auf Ohrfeigen gefaßt, die bleiben aber aus diesmal.

„Ausziehen!“

„Sir, schnell oder langsam?“

„Ah, sieh an. Du hast deinen Kopf nicht nur zum Ins- Gesicht- Ficken. Brav, brav. Schnell!“

Ich verstehe nicht gleich.

„Wie, was meinen Sie, Sir?“

„Schnell. Du sollst dich schnell ausziehen.“ Klatsch. Wieder mitten ins Gesicht. AUA! Er hat größere Hände als mein Herr.

Ich gehorche.

„Anziehen!“

„Ja, Sir.“ Ich beeile mich damit.

„Ausziehen!“

„Schnell oder langsam, Sir?“

„Schnell, du verficktes Stück Scheiße. Ab jetzt ziehst du dich schnell aus. Und noch schneller wieder an. Du mußt beides in fünfundvierzig Sekunden schaffen.“ Er hält eine Stoppuhr in der Hand.

„Ausziehen, hab ich gesagt.“

„Ja, Sir. Verzeihung, Sir.“ Eilig streife ich alles wieder ab.

„Anziehen!“

„Ja, Sir.“

Und so geht das noch x- mal hin und her. Er stoppt jedesmal mit, notiert sich die Zeiten in ein kleines Büchlein. Was der alles in seinen Hosentaschen hat!

In fliegender Hast befolge ich seine Befehle.

Endlich stehe ich schweratmend wieder vor ihm, angekleidet, wie seine letzte Anordnung lautete.

„Kleiderinspektion. Hände hinter den Kopf!“

Ohne zu zögern verschränke ich die Hände hinter dem Kopf.

„Ja, Sir.“

Er beäugt mich kritisch. Zupft hier an  mir herum und dort an mir herum.

„Na, sieht ja direkt ganz manierlich aus“, meint er gnädig. „Aber die Zeiten! Du hast fünfmal zu lang gebraucht. Das heißt fünfmal Prügelraum, wenn du erst bei uns bist in meiner Schule. Du meldest dich dann beim Zuchtmeister, der weiß dann schon Bescheid.“

Er klappt das kleine Büchlein wieder zu, steckt es in die Gesäßtasche. Die Stoppuhr wandert in eine der vorderen Hosentaschen.

„Ja, Sir.“

Ich bin todunglücklich. Heißt das, dass ich schon versagt habe in der Prüfung? Ich will nicht dahin, ich will nicht! Ich habe so Angst davor.

„Du wirst schon sehen, wie Prügel bei uns verabreicht werden. Das ist kein Honigschlecken.“

„Nun, nun“, mischt sich mein Herr mit begütigender Stimme ein, „noch ist der Test ja nicht zuende, oder etwa doch?“

Der Sir schaut irritiert. „Äh, nein, noch nicht. Du hast recht, ich sollte nicht vorgreifen. Aber es sieht bisher nicht so aus, als sollte sie ihn bestehen.“

„Wir werden sehen, wir werden sehen“, murmelt der Herr. Täusche ich mich, oder huscht da kurz ein schadenfrohes Grinsen über sein Gesicht?

„Und jetzt“, meint er abschließend, bringst du uns frisches Bier. Oder magst du einen Wein?“, fragt er seinen Gast.

„Danke. Bier ist schon o.k.?“

„Also Bier. Und dann Abmarsch in die Küche, Anna, wo du uns ein warmes Abendessen hinzauberst. Du hast eine dreiviertel Stunde, verstanden?“

Verdammt, das ist knapp. Aber ich werde es schon schaffen. Muß es schaffen.

„Ja, Herr.“

Eine dreiviertel Stunde zum Atemholen. Eine dreiviertel Stunde ohne „den da“. Wie schön.

 

 

 

 

 

 

Kapitel 63

 

Der weitere Verlauf des Abends wiegte mich in der Illusion, ich hätte das Schlimmste hinter mir. Wie gut, dass der Mensch nicht in die Zukunft schauen kann, sonst hätte ich meine Dreiviertelstunde voller Ruhe und Frieden in der Küche kaum so genossen.

Trotz der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit arbeitete ich ruhig und konzentriert, es gelang mir allmählich, die Bilder der erlittenen Demütigungen in den Hintergrund zu drängen. Sicher, es war alles sehr unangenehm und noch war keineswegs ausgemacht, ob ich nicht doch „dort“ hin müßte, aber ich schöpfte wieder Mut. Bei Licht gesehen hatte es keine ungewöhnlichen Grausamkeiten gegeben, und ich hatte mich eigentlich gut gehalten. „Wird schon werden“, sprach ich mir selber Mut zu, während meine Finger flink wie von selbst arbeiteten. Alles klappte auf Anhieb, ich bekam sogar ein Glas mit eingelegten Gurken ohne Probleme auf. Das nahm ich  für ein gutes Omen. Genauso würde der Abend weitergehen. Dessen war ich mir sicher. Gut- die Erniedrigungen. Da würde aller Voraussicht nach noch was folgen. Sei´s drum. Ich dachte an Dana und Bettina. Die waren tough. Die hätten das sicher mit einem Achselzucken weggesteckt. So wollte ich von nun an auch sein. Tough. Kein so´n Scheiß- Sensibelchen mehr.

Ich bediente mit einer solchen Umsicht und Akkuratesse, ahnte alle Wünsche voraus, bot in genau den richtigen Momenten  Aufschnitt an, öffnete Flaschen, schenkte nach, alles mit perfektem Timing und meinem bezauberndsten Lächeln, dass sogar der Sir meinte: „Das macht sie gut. Perfekte Haussklavin, was das betrifft.“

Ich merkte meinem Herrn an, dass er sich darüber freute und war stolz auf mich.

Gleich kam aber so was wie eine kalte Dusche.

„Ja, Friedrich. Wenn nur das Problem mit dem Gehorsam nicht wäre.“ Der Herr seufzte. Plötzlich war mir wieder zum Heulen zumute. Ich gehorchte doch! Wieso dachte er immer nur, ich wäre nicht folgsam?

Friedrich, Pardon: der Sir, wischte sich den Mund mit der Serviette ab.

„Gut kochen kann sie auch. Also, wieviel willst du für sie?“

Durch dieses zweite Lob aus berufenem Mund fühlte ich mich gleich wieder viel besser. 

Der Herr lachte: „Ich sage nicht, dass sie absolut unverkäuflich ist. Aber sie ist in Haushaltsdingen schon sehr gut abgerichtet und außerdem ein wirklich guter Fick.“ Er grinste genießerisch und tätschelte meinen Arsch. „Ich glaube, ich behalte sie lieber selbst.“  Jetzt ging es mir wirklich gut. Ich hatte richtiggehend Oberwasser.

„Herr, Sir, darf ich abräumen? Wünschen Sie einen Kaffee?“

„Ja, mach nur. Den Kaffe servierst du im Wohnzimmer.“

„Ja, Herr.“

Ich vergaß nichts, dachte sogar daran Zigarillos auf das Servierwägelchen zu legen. Die rauchte der Herr gerne nach dem Essen.

Als ich mit dem Ausschenken fertig war, sagte der Sir zu mir.

„Anna, bring mal die Fernbedienungen!“

„Ja, Sir. Welche bitte, Sir?“

Wie alle Haushalte heutzutage litt auch dieser an einer Flut von Fernbedienungen. Stereoreceiver, CD- Player, DVD- Player, Videorecorder, Fernseher und was weiß ich nicht alles.

„Fernseher und Videorecorder genügen.“

„Ja, Herr“

Ich war etwas verwirrt. Wollte sie einen Video anschauen? War die Prüfung beendet? Ich brachte das Gewünschte.

„So, Anna“, der Sir tätschelte den freien Platz zwischen sich und dem Herrn (sie saßen auf dem Sofa), „setz dich hierher. Wir wollen dir was zeigen.“

Sofort beschlich mich ein mulmiges Gefühl. Dennoch zögerte ich selbstverständlich nicht, der Aufforderung nachzukommen.

„Ach was“, dachte ich mir, „wahrscheinlich ein Porno. Mit anschließender Vergewaltigung.“ Ich dachte wieder an Dana. Mit der hatte es mein Herr auch gemacht wie so unzählige Male mit mir zuvor und auch seitdem. Massenvergewaltigung. Hatten wir auch schon. Jetzt als zwei auf einmal. Na ja.

Mir war zwar dennoch flau zumute bei diesem Gedanken, sehr flau, trotzdem war ich gefaßt, jetzt, wo ich wußte, was auf mich zukommen würde. Es zu wissen glaubte.

Was sie mir zu sehen gaben, oder vielmehr der Sir mir zu sehen gab, denn er hatte den Video wohl mitgebracht und der ganze weitere Ablauf in seiner kristallenen Bösartigkeit war gewiß seine Idee und nicht die meines Herrn, war das Schlimmste, was ein Mensch mit ansehen kann.

Es war kein Porno, oh nein. Es handelte sich um einen sogenannten Snuff- Video, (wie mir der Sir später erläuterte) und er zeigte in schonungsloser Deutlichkeit, ohne Schnitte und in Echtzeit, die bestialische Folterung eines jungen Mädchens. Am Ende starb sie, aber da hatte sie schon das Bewußtsein verloren. Gott, sie (es waren zwei Kapuzenmänner) folterten sie vielleicht dreissig  oder vierzig Minuten lang, und erst in den letzten zwei oder drei Minuten fiel sie in eine Ohnmacht. Warum nicht schon früher? Oh Gott, warum hast Du sie so unaussprechlich leiden lassen? Gibt es Dich überhaupt?

Am Anfang schleppten sie sie in den Folterkeller, und er sah wirklich aus wie einer. Nicht so ein harmloser Bestrafungsraum, wie mein Herr einen sein eigen nannte, nein, ein Folterkeller. Er war gefliest, überall, sogar die Decke, und alles lag in gleißendem Neonlicht. Schauderhafte Armaturen standen herum, Beistellwägelchen voller grauenhafter Instrumente, entfernt erinnerte das ein bißchen an einen Operationssaal, aber es war klar, dass hier ohne Betäubung hantiert wurde. Alles war auf Verstümmelung, rasende Schmerzen und unvorstellbare Leiden eingerichtet, das sah man.

Das arme Mädchen, bildhübsch und nicht viel älter als ich, wehrte sich auch wie rasend, wie eine Furie, schrie ganz entsetzlich, unartikulierte Laute blanken Terrors, als sie sie auf den Foltertisch hoben und sie draufschnallten. Sie hatten ihre Mühe damit. Es dauerte. Dann lag sie still, heulte nur in einem hohen Falsett.

Ich barg mein Gesicht am Arm meines Herrn.

„Bitte, Herr, ich will das nicht sehen!“, stieß ich hervor. Ich weinte haltlos und ich war tatsächlich kurz davor, mir in die Hose zu pissen vor Entsetzen.

Der Sir riß meinen Kopf brutal an den Haaren in die Höhe. In der Hand hielt er auf einmal ein Schnappmesser mit einer stählernen Klinge, die sehr scharf aussah. Er hielt es mir an den Hals.

„Wenn du nicht hinschaust, schneide ich dir die Kehle durch!“

„Herr....“

Doch der war aufgestanden.

„Ich lasse euch beiden Turteltäubchen mal alleine. Wenn sie nicht kooperiert, bring sie um. Meinen Segen hast du. Und ruf mich dann für den zweiten Video, Friedrich, ja?  Sei so gut.“

Sprach´s und verließ den Raum.

Der Sir hat mich dann gezwungen, dieses ganze absolute Grauen mitanzusehen. Eine Hand hielt er in meine Haare gekrallt und zerrte damit meinen Kopf in die Höhe, mit der anderen drückte er mir diese Klinge direkt an die Halsschlagader.

„Wenn ich da zusteche, spritzt das Blut aus dir raus wie eine Fontäne. Verstehst du das?“

Ich nickte kaum merklich, war vor Angst wie gelähmt.

„Also schließe nicht die Augen und schau hin. Ich stech dich ohne weitere Vorwarnung ab, kapiert?“

Ich brachte ein ersticktes: „Ja, Sir“ zuwege.

Als das Video zuende war, war ich ein anderer Mensch. Ich hatte in den Schlund der Hölle geguckt. Ich erkannte auch einen der beiden Kapuzenmänner- es war der Sir!

Sie haben sie bei lebendigem Leibe zerstückelt.

Sie fingen damit an, ihr sämtliche Zähne mit Zangen auszureißen, auszubrechen, zu diesem Zweck öffneten sie ihr den Mund gewaltsam mit einer Kieferklemme, dann begannen sie ihr Werk. Sie fuhren fort damit, bis ihr Mund ein einziges wundes, blutverschmiertes Loch war, aus dem schreckliche Laute gurgelten.  

Mit aufgerissenen Augen starrte ich hin, die Tränen liefen mir über Gesicht.

Dann mußte ich mich dann übergeben, die Kotze lief mir über die Kleidung. Auf dem Bildschirm lief das Geschehen unterdessen erbarmungslos weiter. Sie rissen ihr sämtliche Nägel aus, erst die Finger- , dann die Fußnägel. In Nahaufnahme, es mußte sich noch ein Kameramann in dem Raum befinden. Es war so grauenhaft. Vor allen Dingen ihre Schreie. Abgehackt, heiser. Animalisch. Das klang nicht mehr menschlich, es war jenseits aller irdischen Dimensionen. Es waren Schreie aus der Hölle. Sie fuhren mit so einer Art Spatel unter jeden Nagel und hoben ihn an, das sah  erkennbar anstrengend aus, einer der beiden hielt den betreffenden Finger beziehungsweise den Zeh, der andere hämmerte ihr den Spatel unter den Nagel. Mit so einem kleinen silbernen Hämmerchen. Dann wurde der Nagel durch eine Drehung des Spatels angehoben. Das knirschte richtiggehend. Grauenhaft! (Der Sir war es, der Sir!). Dann kam eine Zange zum Einsatz. Mit der wurde der Nagel dann im Nagelbett hin- und hergedreht, um schließlich mit einem Ruck ausgerissen zu werden. Die Schreie, diese Schreie! Bei den Daumen- und Großzehennägeln dauerte es am längsten. 

Ich kotzte und kotzte, bis nur noch Galle kam Der Sir hielt mich mit eisernen Griff an den Haaren fest, gestattete mir aber gelegentlich, mich vornüber zu beugen. Ein Großteil der Kotze landete in meinem Schoß.

Ich will jetzt an dieser Stelle nicht im Detail weiter darüber reden, was sie noch alles mit ihr angestellt haben. Es muß aber noch eine weitere Person anwesend oder vielleicht auch während einer der Großaufnahme- Sequenzen hinzu gekommen sein, denn gelegentlich sah man einen weißbekittelten Arm, der ihr eine Spritze verabeichte. Erst in die Haut, als sie keine Haut mehr hatte, zumindest keine, die von der Umgebung noch unterscheidbar gewesen wäre, ins blutige Fleisch.

Könnt Ihr Euch die Skalpierung eines Menschen vorstellen? Unglaublich, dass sie immer noch schrie. Unglaublich. Sie zogen ihr die Haut über die Stirn, mit vier Händen und unter Aufbi